Tage 1 bis 6 auf Kuba

Nach längerem Überlegen und Preisvergleichen beim Flüge suchen und buchen haben wir uns dazu entschieden anstatt Patagonien nach Kuba zu reisen. Außerdem sind wir von Kuba aus, weil es so nah ist und wir beide noch nie da waren, für eine Woche nach Mexiko geflogen.

Sowohl Kuba als auch Mexiko waren nach den ereignisreichen und anstrengenden Wochen in Südamerika als Urlaub geplant, weswegen wir viel Zeit am Strand etc. verbringen wollten.

Dass wir von Santiago de Chile aus keinen Direktflug bekommen würden, hatten wir nicht erwartet. Allerdings waren wir auch nicht davon ausgegangen, dass die reine Flugzeit nach Havana 9,5 Stunden betragen würde. Wir brachen in Santiago de Chile um 8 Uhr auf Richtung Flughafen. Und bekamen problemlos unseren Flug um 11:03 Uhr morgens (ja hier sind die Abflugzeiten immer so komisch ?) erst knapp 7 Stunden nach Panama City und von dort aus nach 1,5 Stunden Aufenthalt 2,5 weitere Stunden nach Havana, wo wir um kurz nach 23 Uhr ankamen. Zeitlich mussten wir uns nicht umgewöhnen, denn die Zeitverschiebung ist in Chile wie auf Kuba 6 Stunden zu Deutschland.

Die Flüge waren sehr angenehm, pünktlich und wir bekamen 3 Mahlzeiten. ? auf Kuba angekommen nahmen wir ein Taxi (für 25$ das bisher teuerste unserer Reise, und das für gerade mal 15 Minuten Fahrt), leider noch nicht mal ein cooles Oldtimer-Taxi, in die Stadt zu unserer Airbnb, in der wir um ca. 0:30 Uhr müde ankamen.

Unser erster richtiger Tag auf Kuba begann danach entspannt und ausgeschlafen. Zunächst machen wir uns auf die Suche nach etwas Essbaren bzw. einem Supermarkt um uns für die kommenden Tage einzudecken. Das sollte schwieriger als gedacht werden, denn in Kuba ist Einkaufen ein Abenteuer, wenn auch kein gutes. Die Supermärkte sind leergekauft, in den meisten findet man nur 4 oder 5 Artikel und meistens nicht das was man sucht, wenn es die Supermärkte überhaupt noch gibt und sie geöffnet haben. Wasser fanden wir erstmal in gar keinem Supermarkt.

Da Kubaner außerdem denken, dass alle Touristen reich sind, gibt es hier teilweise beträchtliche Preisunterschiede, selbst in Supermärkten, für Inländer (die nur an CUP kommen) und Touristen (die nur an CUC kommen). Im ersten richtigen Supermarkt, bzw. Beim Bäcker beispielsweise:

Wurst pro Kilo: 15 CUP (0,57€) oder 7,45 CUC (6,53€)
Käse: nicht erhältlich in CUP
Brot (Menge von 1,5 Packungen Toastbrot): 3CUP (0,11€) oder 1,5 CUC (1,31€)

Glücklicherweise kamen wir durch einen sehr ehrlichen Busfahrer an CUP, wodurch wir immerhin beim Bus fahren von den günstigsten Preisen profitieren konnten. Denn unehrliche Busfahrer kassieren hier einfach die CUC ein, ohne Rückgeld zu geben. Man merkt hier überall, wie scharf die Kubaner auf die ‚Touristenwährung‘ sind, beim Bus fahren zahlen Touristen dann gerne mal 1 CUC (0,88€) statt 0,5 CUP (0,02€). Auch selbst in Supermärkten standen bei den typischen Touristen-Produkten wie Wasser und Dosen mit Cola und dergleichen keine Preise dran und wurden bei Touristen nicht gescannt. Touristen zahlten dann z.b. für Wasser 1,5 CUC (1,31€) für 1,5 Liter, statt 0,7 CUC (0,61€) beim abscannen oder für Cola 1 CUC (0,88€), statt 0,5 CUC (0,44€) beim abscannen (es gab ein Testscanner, mit dem die reguläre Preise abgerufen werden konnten).

Wir haben in einem Supermarkt 3 Dosen Cola gekauft, wofür die Kassiererin 3 CUC (2,63€) verlangte. Als wir die Kassiererin darauf hinwiesen, dass die Cola nur 0,5 CUC pro Dose kostet, erwiderte sie: ‚aber du willst ja 3 kaufen…‘ und gab mir widerwillig mehr Rückgeld. Bis man als Tourist allerdings nachgezählt hat und feststellt, dass sie immernoch 1 CUC zuviel behalten hat, ist man ja auch schon aus dem Laden raus ?

Wir haben uns anfangs sehr darüber geärgert allerdings ist das alles verständlich, wenn man sich vor Augen führt, in welchen Verhältnissen die Leute dort leben. Doch davon haben wir erst an Tag 8 auf Kuba erfahren, weshalb auch ihr euch bis zum nächsten Blog gedulden müsst ?

In Havana selbst sind wir an unserem ersten Tag zum Strand ‚für Kubaner‘ und tatsächlich hatte sich dorthin kein Tourist verirrt. Am nächsten Tag sind wir zum ‚Touristen-Strand‘ der alleine deshalb für Touristen ist, weil man für die Busfahrt hin und zurück 5CUC (4,38€) zahlen muss. Auch diese Busfahrt ist nicht erhältlich in CUP und daher in der Regel nicht bezahlbar für Kubaner. Dennoch haben wir einige Kubaner am Strand angetroffen.

Nicht nur, dass der Strand unheimlich schön war, Kubaner lieben Musik sodass aus jedem Menschengrüppchen Musik dröhnte. Eine kubanische Familie hat sogar die ganze Zeit zu ihrer Musik im Sand getanzt.

An Tag 3 in Havana hatten wir uns zu einer free-walking Tour angemeldet, allerdings keine Rückmeldung erhalten (Grund waren wohl Feiertage…) und in unserer Maps.ME war der Treffpunkt falsch eingezeichnet, sodass wir nicht an der Tour teilnehmen konnten. Wir haben allerdings unsere eigene free-walking Tour durch Havana gemacht:

Im Anschluss ging es für uns mit dem Bus um 17 Uhr nach Varadero weiter. Leider konnten wir uns vor der 3-stündigen Fahrt nicht mehr mit etwas zum Essen eindecken und hofften daher auf eine pünktliche Ankunft, sodass wir im Anschluss Essen gehen könnten.

Leider nein, leider gar nicht!

Kaum waren wir losgefahren, wir hatten Havana noch nicht einmal verlassen, stellte sich heraus, dass der Bus einen Defekt an der Bremse hatte (zum Glück ist das im Stadtverkehr aufgefallen und nicht erst bei 100kmh) und wir standen. Erst hieß es, innerhalb von einer Stunde soll ein Ersatzbus kommen. Dann plötzlich, nach ca. bereits 2 Stunden warten, dass ein Techniker kommt, der sich die Bremsen anschauen und sie reparieren soll. Das war dann wohl unser Stichwort uns etwas zu Essen und einen WLAN-Spot suchen zu gehen. Bis wir zurück kamen, WLAN suchten wir vergeblich, dafür haben wir für erstaunlich günstige 4,5 CUC (3,94€) etwas zu Essen gefunden, das uns satt machte, war der Techniker gerade eingetroffen.

Nach langem hin und her stellte der Techniker wohl fest, was uns 4 Stunden vorher bereits klar war, dass der Schaden nicht auf sie schnelle zu reparieren ist. Jedenfalls erschien um 21:30 Uhr und somit nach fast 4,5 Stunden warten und damit 1,5 Stunden nachdem wir bereits in Varadero hätten angekommen sollen ein anderer (kleinerer) Bus. Leider reichten die Sitzplätze nicht für alle, obwohl sich zwischenzeitlich schon einige Mitreisende für Taxis collectivos entschieden hatten, sodass 3 Personen im Gang sitzen mussten.

Von da an verlief die Fahrt unspektakulär, sodass wir nach knapp 3 Stunden gegen 0:20 Uhr in Varadero ankamen. Leider hatten wir uns bei unseren Hosts auf zwischen 20 und 22 Uhr angekündigt und aufgrund des mangelnden WLANs nicht mehr bei ihnen melden können. Wir hofften also, dass sie noch wach waren.

Also nahmen wir ein Taxi für unverschämte 10$ für eine Fahrt von nur 2km (hätten wir nicht gerade mitten in der Nacht gehabt wären wir die Strecke definitv gelaufen!) und fanden die Airbnb ohne Probleme. Nachdem wir vergeblich geklopft und versucht hatten jemanden telefonisch zu erreichen, kamen endlich unsere Hosts und wir kamen in unsere Wohnung!

Unsere Tage in Varadero haben wir recht unspektakulär ausschließlich am Strand verbracht, denn in Varadero ist Kubas schönster Strand:

Der allerdings gerne auch mal anders aussah, denn nachmittags hat es in Varadero immer geregnet:

An Tag 6 sind wir von Varadero aus morgens nach Trinidad weitergereist und haben auch den Regen mitgenommen. Doch hierzu mehr im nächsten Blog ?

Tage 4 bis 7 in Bolivien – Salar de Uyuni

Bei diesem Blogeintrag werden alle auf ihre Kosten kommen. Die, die gerne Dramas oder Katastrophenszenarien mögen – denn geplant waren nur 3 Tage und 2 Nächte in der Salzwüste – wie auch die, die gerne wollen, dass das Leben immer nur schön ist.

Tag 4 in Bolivien und damit der erste Tag unserer Tour begann für uns sehr entspannt. Denn erstmals ging eine Tour für uns nicht zwischen 3 und 5 Uhr am Morgen, sondern erst um 10:30 Uhr los. Das kam uns tatsächlich sehr gelegen, kurze Nächte hatten wir ja schon genug. Außerdem versprach die Tour körperlich wenig anstrengend zu werden, da wir die weiten Entfernungen im Jeep zurücklegen sollten. Noch wussten wir nicht, wie falsch wir mit dieser Einschätzung liegen sollten.

Also schliefen wir aus, frühstückten ausgiebig (das Frühstück war mal wieder im Zimmerpreis inbegriffen) und packten unsere Sachen. Leider war die am Vortag gewaschene Wäsche nicht komplett trocken geworden (trotz ‚Trockner‘), sodass wir einen Teil unserer Sachen feucht einpacken mussten, um pünktlich um 10 Uhr aufzubrechen. Bei der Agentur angekommen wurden unsere Backpacks auf den Jeep geladen, denn für uns sollte die Tour in San Pedro de Atacama in Chile enden und wir mussten unser gesamtes Gepäck mit nehmen.

Unser Guide, Felix 25, stellte sich uns vor, genau wie wir die anderen 4 Teilnehmer kennenlernten. Und schon ging es für uns los, als kleine Gruppe zu 7. im Jeep. Die erste Station war ein Eisenbahnfriedhof:

Von hier aus fuhren wir auf einen Markt, auf dem allerlei touristischer Krimskrams verkauft wurde. Krimskrams im Sinne von Keramik, Stofftieren, Figuren aus Salz etc. Gar nicht unseres also. Die dritte Station war ein Salzhotel, das mittlerweile ein Museum ist, wo wir einige Fotos machten und zu Mittag aßen.

Ein besonderes Highlight für mich (einfach weil so unwahrscheinlich witzig) war folgender Aufkleber auf einem Fenster des Salzhotels:

Von hier aus ging es für uns für eine gute Stunde in die Mitte der Salzwüste, um uns herum nur noch Salz und ein strahlend blauer Himmel. Dieser Ort lud dazu ein Fotos zu machen – insbesondere mit optischen Täuschungen:

Als nächstes fuhren wir zu einer kleinen Steininsel auf der Salzwüste mit riesigen Kakteen. Hier entstand ein perfektes Foto der Sonne über der Salzwüste:

Unsere letzte Station für den ersten Tag der Tour war der Rand der Salzwüste, wo wir nochmals einige Fotos machten aber vorallem den Sonnenuntergang beobachten konnten.

Im Anschluss ging es für uns in die Unterkunft für unsere erste Nacht: ein Hostel komplett aus Salz und wahnsinnig kalt. Denn obwohl wir mittlerweile wieder auf einer Höhe von 4.000m waren, verfügen Häuser und Hostels hier über keine Heizung und oft, wie in diesem Fall, über keinen Kamin.

Also aßen wir zu Abend und gingen im Anschluss lesen und schlafen, denn wir hatten bereits 21 Uhr und der nächste Tag sollte für uns um 6 Uhr beginnen.

Doch vorher, da wir erstmals so weit weg waren von jeglichem Dorf/Stadt/Zivilisation, hat Sebi hier abends einige Versuche gestartet de n Nachthimmel zu fotografieren. Denn je weiter man von Licht weg ist, desto eindrucksvoller ist er. In diesem Fall sieht das Bild leider verwackelt aus, was an der Erdrotation liegt (bei 5 minuten Belichtung). Daran arbeiten wir nochmal…

Anders als erwartet schliefen wir im Anschluss gut und froren nicht, zum Glück hatten wir uns Schlafsäcke dazugebucht, und uns mit den Schlafsäcken unter die 3 Decken gelegt, denn auch so hatte es abends lange genug gedauert, bis unsere Füße warm wurden.

Es gab für uns Frühstück und wir brachen auf. Leider sahen wir mit einem Blick nach draußen, dass das Wetter umgeschlagen hatte, wir hatten einige Wolken am Himmel. Wolken wie auch Regen würden uns allerdings nicht mehr aufhalten, so starteten wir zu einigen Aussichtspunkten auf Vulkane:

Und fuhren verschiedene Lagunen an. Darunter auch eine mit unzähligen Flamingos, die einem dort so nah waren, aßen und sich putzten.

Hier machten wir außerdem Mittagspause und aßen, bevor wir weiterfuhren zu 2 weiteren Lagunen. An einer hatten wir das unwahrscheinliche Glück sogar noch einem recht zutraulichen Fuchs zu begegnen:

Leider wurde das Wetter immer schlechter, neblig, kalt und es begann schließlich zu schneien. Kein Wunder, dachten wir, wir waren schließlich bereits auf 4.400m.

Zuletzt betraten wir den Nationalpark Eduardo Avaroa, in dem wir unsere Nacht verbringen und unsere Tour am nächsten Tag fortsetzen sollten. Hier gab es für uns im Hostel angekommen Tee und Abendessen, doch so richtig warm werden wollten wir nicht, es war eisig kalt. Auch in dieser Unterkunft gab es weder Heizung oder wenigstens einen Kamin noch warmes Wasser.

Da es bereits mehrere Zentimeter geschneit hatte, teilte uns unser Guide mit, dass es am nächsten Tag Probleme mit unserem Grenzübertritt nach Chile geben könnte, denn die von uns angefahrene Grenze befindet sich in den Bergen und sei bei Schnee geschlossen. Er schlug uns daher 2 Optionen vor:

1. Wir könnten am kommendem Tag einen Jeep mit Passagieren nach Chile füllen (aus den 2 Gruppen derselben Agentur wollten gesamt 7 nach Chile) und eine andere Grenze weiter nördlich und mit geringerer Schneefallgefahr anfahren. Dies würde uns durch die weitere Strecke von diesem Grenzposten nach San Pedro de Atacama (die mit einem Reisebus zurückzulegen sei) 200 Bolivianos (ca. 25€) pro Person mehr kosten. Außerdem hätten wir nicht mehr die Gelegenheit unsere letzten Punkte der Tour, Geysire und heiße Quellen, zu sehen.

2. Wir könnten ohne Aufpreis die Tour so fortführen und hoffen, dass die Grenzen geöffnet bleiben. Ansonsten würden wir bis Uyuni zurückgenommen.

Wir hatten 2 Mexikaner in unserer Gruppe, die am kommenden Tag um 22 Uhr von Calama, Chile aus einen Flug bekommen mussten. Auch für uns war Option 1 die sicherere, weshalb wir uns trotz Zusatzkosten dafür entschieden. Aus der anderen Gruppe unserer Agentur waren die Teilnehmer gar nicht angetan von dieser Option, da sie auf Geysire und heiße Quellen verzichten müssten.

Möglicherweise lag es daran, dass andere Teilnehmer Ärger gemacht haben, vielleicht hatte es aber auch andere Gründe, jedenfalls teilte uns unser Guide noch vor dem Schlafengehen mit, dass wir alle die reguläre Tour fahren würden, mit der Grenze in den Bergen sollte es keine Probleme geben. So gingen wir schlafen, froh darüber, dass es wenigstens aufgehört hatte zu schneien.

Am nächsten Tag morgens um 5 Uhr kam die Ernüchterung: es hatte über Nacht erneut geschneit und wir hatten nun ca. 25cm Neuschnee. Dennoch versicherte uns unser Guide, noch bis 22 Uhr des Vorabends in Kontakt mit der Busgesellschaft nach San Pedro de Atacama in Kontakt gestanden zu haben und die Busse würden definitiv fahren. So verließen wir uns auf das Alles.

Wir frühstückten also, beluden den Jeep und machten uns um 6 Uhr auf den Weg. Gegen 13 Uhr sollten wir in San Pedro de Atacama sein. Direkt als wir losfuhren sahen wir das gesamte Ausmaß des Schnees, es windete stark, wirbelte den Schnee immer wieder auf, man konnte kaum etwas sehen.

Nach weniger als einer Stunde Fahrt (wir waren gerade mal 20km weit gekommen) steckte der Jeep vor uns im Schnee fest. Und damit begann das Drama noch vor 7 Uhr morgens.

Nachdem der erste von 3 Jeeps freigeschaufelt war (mit einer einzigen Schaufel versteht sich, denn unser Guide hatte als einziger eine Schaufel dabei) stellten wir fest, dass auch wir uns zugefahren hatten oder durch das lange Stehen so stark eingeschneit waren, dass wir nicht mehr voran kamen. Also mussten auch wir freigeschaufelt werden.

Bis wir von hier wenden und weiterfahren konnten hatten wir bereits 9 Uhr und uns dämmerte, dass wir unseren Bus nach San Pedro de Atacama um 10:30 Uhr nicht bekommen würden. Wir wechselten also die Richtung und nach weniger als 500 Metern hielten wir, da vor uns ein Jeep festzustecken schien. Nach weiterem 2 Stunden ohne Bewegung und ohne Informationen begab Sebi sich nach draußen und bekam erstmals Informationen: der Jeep hatte einen Platten, war also gar nicht zugefahren, und unser Guide war losgezogen einen Ersatzreifen zu organisieren. Ein anderer Guide versuchte verzweifelt den platten Reifen mit einer Fahrradpumpe aufzupumpen. Vergeblich natürlich. Außerdem hatten sich Personen eines 4. Jeep zu uns gesellt, der bereits um 7 Uhr morgens einen Motorschaden hatte und nicht weiterfahren konnte. Bis wir hiervon erfuhren und die 7 Personen inkl. Guide auf die verbleibenden 3 Jeep verteilen konnten, hatten diese also bereits 4 Stunden in der Kälte, bei Nässe und ohne Heizung verbracht.

Irgendwann war der Reifen gewechselt und wir konnten uns als Kolonne Meter für Meter weiter voranschieben. Nach wenigen Metern steckten wir erneut im Schnee fest. Unsere Guides begannen die Hoffnung zu verlieren. Unser Guide kehrte in den Jeep zurück und sagte uns:

„Wir sind verloren, es gibt keinen Weg mehr den wir nehmen können.“

Der erste Guide (von dem Jeep mit Motorschaden) hatte bereits deutliche Frostbeulen im Gesicht.

Alle Teilnehmer wurden gefragt, ob sie über ein Satellitentelefon verfügen, leider nein, eigentlich sollten unsere Guides welche dabei haben. Von Handyempfang waren wir, wie wir hinterher erfuhren, in diesen Stunden mehr als 100km entfernt. An diesem Punkt fanden wir uns damit ab, dass wir wohl im Jeep würden übernachten müssen. Zumindest, so wurde uns klar, würden wir in der Kälte ausharren müssen, bis die Agentur am Abend Hilfe schickt, wenn auffällt, dass wir nicht regulär um 18 Uhr zurück in Uyuni sind. Doch bis die uns in dem Schneechaos finden, falls überhaupt jemand nach uns suchen kommt…

Wir wägten bereits die Überlebenswahrscheinlichkeit aller ab, zum Glück hatten wir Schlafsäcke, allerdings nicht genug für alle, denn einen Jeep hatten wir ja mitsamt Gepäck zurückgelassen und daher jetzt 2 zusätzliche Passagiere an Bord.

Also suchten einige der Teilnehmer zu Fuß nach einem befahrbaren Weg. Da man aufgrund des Windes, des Schnees, mittlerweile ca. 35cm, und der schlechten Bodenverhältnisse keinen Weg mehr sehen konnte musste vor dem ersten Jeep immer eine Person herrennen um stabilen Weg zu suchen bzw. direkt reagieren zu können, wenn der Weg nicht befahrbar wurde. Denn in Senken mit noch mehr Schnee durften wir definitiv nicht geraten, sonst hätte es wieder 2 Stunden schaufeln geheißen.

Es war mittlerweile 14 Uhr, uns war kalt und wir hatten Hunger. Unser Frühstück war bereits fast 9 Stunden her, seit über 7 Stunden steckten wir im Schnee fest.

Ungefähr zu diesem Zeitpunkt verloren wir auch noch einen Jeep. Er war wohl vorausgegangen ohne zu merken, dass einer der anderen Jeeps feststeckt, was hier tatsächlich alle paar hundert Meter passierte. Also hieß es in kleinerer Gruppe zu versuchen den jeweils stecken gebliebenen Jeep abzuschleppen und wenn das nicht funktionierte wieder zu schaufeln.

Sebi verließ für einen Moment das Auto, ausnahmsweise nicht zum schaufeln, sondern zum pinkeln. Quasi unmittelbar danach setzten die Jeeps im Bewegung. Ich dachte erst unser Guide würde unseren Jeep nur vor den anderen setzen um nochmals zu versuchen ihn abzuschleppen, doch wir fuhren tatsächlich. Ohne Sebi. Nach etwa 100 Metern habe ich ihn darauf aufmerksam gemacht dass Sebi fehlt, doch er schien mich nicht zu verstehen oder verstehen zu wollen jedenfalls fuhr er weiter. Erst auf mein Bitten und Betteln hin fing er an zu hupen und den fahrenden Jeep vor uns zum Stehen zu bekommen. Wir waren ca. 500 Meter gefahren, ich schlüpfte nur schnell in meine Schuhe rein, band sie noch nicht einmal zu sondern rannte direkt aus dem Auto. Als ich mich umdrehte erfasste mich die Panik, nicht nur, dass ich ihn nicht sehen konnte, ich konnte keine 10 Meter weit sehen. Hier ein kleiner Eindruck davon wie schlecht die Sicht war:

Trotz der Bitte der anderen, nicht alleine zu gehen, rannte ich einfach nur los. Den Reifenspuren unseres Jeeps nach zurück. Einer aus dem anderen Jeep gesellte sich zu mir um mir beim Suchen zu helfen (zum Glück), versuchte mich zu beruhigen, zeigte auf etwas, das rechts von uns im Schnee zu liegen schien, doch das war nur Müll oder Steine – zum Glück denn so ein regloser Körper wäre gar nicht gut gewesen.

Wir rannten und rannten und schrien Sebi’s Namen – ich hoffte der Wind wäre ausnahmsweise auf unserer Seite und er könnte uns hören. In solchen Momenten kommen einem wenige Minuten immer unheimlich lange vor, das ist mir auch aufgefallen. Doch nach etwa 200 gerennten (soweit bei so viel Schnee und Wind, noch dazu mit offenen Schuhen möglich) Metern sahen wir ihn, winkten, riefen nach ihm und er lief auf uns zu. So kurze Zeit er draußen war, er musste gegen den Wind und den Schnee rennen, hatte bereits Eis im Gesicht und blaue Lippen. Der arme Kerl hatte nicht mal Handy und Handschuhe dabei, wofür hätte er die auch zum pinkeln mitnehmen sollen?!

Wir schleppten uns also zurück zum Jeep, setzten uns rein, trockneten uns soweit möglich und waren erstmal einfach nur froh, dass das so glimpflich ausgegangen war. Hätte unser Guide nicht angehalten, wer weiß wie weit Sebi und ich hätten laufen müssen um uns wiederzufinden und ob wir das beide durchgestanden hätten. Denn wir hatten mitterweile 16:30 Uhr, wir waren seit fast 10 Stunden in der Kälte.

Die restliche Fahrt verlief dann unspektakulär, wir steckten viel fest mussten uns freischaufeln und abschleppen, doch allmählich wurde die Straße besser, auch wenn es um 18 Uhr dunkel wurde.

Bei einer letzten Abschleppaktion „kurz“ vor dem Ziel traf dann der verschollene Jeep auch wieder zu uns. Wir waren mit unseren beiden Jeeps dem 3. davongefahren, nicht anders herum. Den Rest der Strecke zu unserem Ausgangspunkt am Morgen legten wir recht schnell zurück, nachdem wir endlich auf sicherem Untergrund angelangt waren und kamen gegen 19 Uhr an. Wir waren damit 13 Stunden unterwegs gewesen. Knapp 1 Stunde für den Hinweg, 12 für den Rückweg.

Dieses mal landeten wir in einem Hostel, das (ein Glück) einen Kamin hatte. Zu 28 Mann versuchten wir uns also um den kleinen Kamin zu drängen und irgendwie wieder trocken und warm zu werden.

Kaum waren wir angekommen wurde uns Tee serviert und der tat unseren durchgefrorenen Körpern so gut! Nach dem Tee bot unser Guide uns an, uns zu einem Hostel zu fahren, in dem wir uns Zugang zu WLAN kaufen konnten. Nach 3 Tagen und da es mittlerweile 7 Stunden später war, als wir eigentlich in Chile ankommen sollten, gingen wir mit und bezahlten 10 Bolivianos (1,25€) pro Person für 20 Minuten – einfach um Lebenszeichen von uns zu geben. Denn auch unsere Notfall-SMS an unsere Familien konnte nicht verschickt werden, wie gesagt uns trennten noch knappe 100km von Handyempfang ? zudem hatten wir seit unserem Aufbruch in Uyuni erstmals WLAN, sodass wir uns überhaupt nach 3 Tagen erstmals wieder melden konnten. Zurück im Hostel, mittlerweile hatten wir 21 Uhr, bekamen wir Abendessen: Suppe und Spaghetti mit Tomatensoße. Wir hatten 16 Stunden nach seit letzten Mahlzeit, das Essen war also mehr als überfällig.

Danach ging es für uns unverzüglich ins Bett. Da wir sogar im Hostel innen drin Schnee liegen hatten haben wir dieses mal zusätzlich unsere eigenen Schlafsäcke verwendet und waren einmal mehr froh darum sie dabei zu haben.

Wir schliefen gut und froren nicht. Trotzdem wären wir gerne liegen geblieben und hätten weitergeschlafen, als unser Wecker um 6 Uhr geklingelt hat.

Doch uns sollte eine Überraschung erwarten: der Himmel war strahlend blau und die Sonne schien.

Es könnte also doch noch alles gut werden! Also richteten wir uns und es ging ab zum Frühstück. Um 6:30 Uhr (wie vereinbart) waren wir die einzigen. Und auch um 7 Uhr, dem eigentlichen Aufbruch, war außer unserer Grundtruppe niemand da.

Bis wir aufbrechen konnten wurde es 9 Uhr. Das hatte verschiedene Gründe. Zum einen waren über Nacht alle Leitungen gefroren. Das hatten wir beim Zähneputzen bereits festgestellt, da kein Wasser mehr aus dem Wasserhahn kam. Zum anderen war auch das Kühlwasser der Jeeps gefroren. Da auch kein Leitungswasser zur Verfügung stand, mussten erstmal 10 Liter Schnee geschmolzen werden. Wenigstens hatten wir davon genug, über Nacht hatte es nämlich nochmal einige Zentimeter geschneit.

Aufbruch Richtung Uyuni (denn um uns zur Grenze nach Chile zu fahren fehlte nach den 13 Stunden bei laufendem Motor der Sprit) war wie gesagt 9 Uhr. Nach 2 Stunden Fahrt entschieden unsere Guides noch eine Lagune anzufahren und dort zu Mittag zu essen.

Um 13:00 Uhr waren wir fertig mit Essen und starteten einen letzten Versuch doch noch zur Grenze nach Chile zu kommen. Denn immerhin waren wir aus den beiden Gruppen 7 Reisende, die dringend nach Chile wollten. Unser Guide setzte alle Hebel in Bewegung, wollte uns allerdings nicht an der Grenze stehen lassen. Rückblickend wissen wir auch weshalb: rund um die Grenze zwischen Bolivien und Chile gibt es schlicht nichts. Er telefonierte also (30 Minuten und einige Kilometer später, als wir nach mehreren Tagen endlich wieder Handyempfang hatten) mit einer Busgesellschaft, die jedoch mitteilte, dass wir nicht rechtzeitig (bolivianische Grenze schließt um 16:30 Uhr) zur Grenze kommen würden.

Also zurück nach Uyuni. Mittlerweile war auch uns klar, dass wir unseren Flug am Folgetag um 13:50 Uhr in Calama, Chile nicht bekommen würden. Denn von Uyuni aus fahren lediglich Busse um 4 Uhr morgens, die dann um 13 Uhr in Calama sind. Wohl gemerkt am Bahnhof, nicht am Flughafen. Und auch das nur wenn der Bus pünktlich ist und an der Grenze alles glatt läuft.

Doch dann passierte das, womit wir nicht mehr gerechnet hatten: uns kam ein Reisebus entgegen, unser Guide gab Lichthupe, der Bus und wir hielten an. Es war ein Bus mit Ziel Calama!

Nach einigem verhandeln erklärte der Busfahrer sich bereit uns mitzunehmen, obwohl wir ihn für die Fahrt nicht direkt bezahlen konnten. Denn vor Abfahrt hatten wir relativ erfolgreich versucht unsere Bolivianos loszuwerden, da wir diese ja nicht mehr gebrauchen würden, und chilenische Pesos besaßen wir noch nicht. Als Sicherheit überließen wir dem Busfahrer (mit Bauchschmerzen) unsere Kamera als Pfand.

Nach 2 stündigen Aufenthalt an der chilenischen Grenze (in Bolivien waren wir schnell durch aber die Chilenen durchsuchten und kontrollierten wirklich alles!!) kamen Wir schließlich gegen 20 Uhr in Calama an. Erstmal hieß es für uns unsere Kamera auszulösen, also Geld abheben und die Busfahrt für 40.000 chilenische Pesos (ca. 56€) bezahlen. Unsere Kamera bekamen wir glücklicherweise anstandslos zurück (ich hatte da echt so meine Bedenken…).

Danach gingen wir erstmal ein bezahlbares Restaurant mit WLAN suchen. Denn 1. hatten wir Hunger und 2. nachdem unsere Fahrt nach Calama gar nicht geplant war, hatten wir natürlich noch keine Unterkunft für die Nacht gebucht. Wir kehrten also nach einigen Suchen bei einem chilenischen Fastfood Restaurant ein, das WLAN und vernünftige Preise hatte, aßen und buchten unsere Unterkunft für die Nacht. Außerdem entschieden wir nach den Erlebnissen der letzten Tage, unsere Route nicht wie geplant nach Patagonien fortzusetzen. Doch dazu mehr in kommenden Blog.

Tage 1 bis 3 in Bolivien

Erstmal: ja wir leben noch! An manchen Stellen war es knapp aber wir haben die letzten 3 Wochen überstanden ? zuletzt war nicht ganz sicher, ob wir das alles überleben würden, aber so ist das nun mal, wenn man am Strand bei flauschigen 35° zu viel Zeit hat nachzudenken, während man im eigenen Saft schmort?

Aber zurück zur Sache: Bolivien??!

Tag 1 in Bolivien begann für uns äußerst entspannt, denn wir konnten ausschlafen! Nach den vielen Treks und Hikes tat das richtig gut! Unser Boot von Copacabana aus erst auf die Isla de la Luna und dann auf die Isla del Sol startete um 8:30 Uhr. So hatten wir Zeit vorher noch in Ruhe zu frühstücken, denn das Frühstück war im Zimmerpreis inbegriffen.

Das Boot fuhr uns im Schneckentempo zur Isla de la Luna (mehr als 2 Stunden für diese geringe Entfernung, zu Fuß wären wir wahrscheinlich schneller gewesen, wenn es eine Verbindung gäbe), wo wir einen Tempel und ein paar Aussichtspunkte besichtigen.

Auf der Isla de la Luna hatten wir nur eine Stunde Aufenthalt, doch da die Insel nicht mehr als den Tempel zu bieten hat, reichte die Zeit gut aus. Von der Isla de la Luna aus ging es für uns zur Isla del Sol. Tagestouristen hatten hier dann ca. 2,5 Stunden Aufenthalt, bevor es mit dem Boot zurück nach Copacabana ging. Wir jedoch wollten eine Nacht auf der Insel bleiben, sie uns nachmittags ungestört anschauen, und erst am nächsten Morgen zurückfahren nach Copacabana.

So hielten wir es auch. Bis 15 Uhr (um diese Zeit fuhren die ganzen Boote die Tagestouristen zurück nach Copacabana) suchten wir uns eine Unterkunft für die Nacht Und aßen zu Mittag. Eigentlich hatten wir bereits am Vortag eine Unterkunft gebucht, als wir sie jedoch aufsuchen wollten, fiel uns auf dass sie, obwohl wir explizit nach Unterkünften auf der Isla del Sol gesucht hatten, auf der Isla de la Luna war. Glücklicherweise konnten wir sie noch kostenfrei stornieren.

Gegen 15:30 Uhr machten wir uns auf den Weg über die Insel und wanderten zu einigen Aussichtspunkten:

Nach 2,5 Stunden hatten wir die gesamte kleine Insel erkundet. (Der Norden der Insel ist aufgrund von Konflikten nicht für Touristen zugänglich gewesen, sodass wir nur einen Teil der Insel erkunden konnten.)

Wir suchten uns also ein Lokal zum Abendessen, aßen zu Abend (Pizza nach fast 7 Wochen einheimischem Essen), duschen heiß und gingen früh schlafen.

An Tag 2 sind wir früh aufgestanden, denn ab 8 Uhr fuhren die Boote nach Copacabana, und genau das um 8 wollten wir nehmen. Also ging ich bereits um 7:20 Uhr zum Ticketschalter und ergatterte uns 2 Tickets zurück ans Festland. Das Boot legte bereits vor 8 Uhr ab und war nach einer Stunde in Copacabana, ging offensichtlich doch schneller als am Vortag…

Unser Plan war es, uns zunächst Bustickets für den Mittag nach La Paz zu organisieren, denn online waren keine mehr erhältlich, wir hatten allerdings bereits Bustickets für den Abend von La Paz aus nach Uyuni gebucht. Die Bustickets direkt in Copacabana zu kaufen war kein Problem. Auch konnten wir dort unsere Backpacks unterstellen, also holten wir diese bereits im Hostel ab. Im Anschluss gingen wir entspannt und ausgiebig frühstückten. So ausgiebig, dass wir dort auch das Finalspiel Frankreich gegen Kroatien anschauten und uns damit die Zeit bis zur Abfahrt des Busses nach La Paz vertrieben.

Den restlichen Tag verbrachten wir fast ausschließlich in Bussen. Nach La Paz fuhren wir 3 Stunden, sodass wir um ca. 17:30 Uhr ankamen. Auf der Strecke zeigte sich uns die Schönheit der bolivianischen Landschaft.

Für unseren Nachtbus nach Uyuni sollten wir um 19:30 Uhr am Bahnhof sein, sodass uns für ein Abendessen (leckere Burger 😉 )noch 2 Stunden blieben.

Der Nachtbus fuhr schließlich mit einer vollen Stunde Verspätung ab, doch das sollte auf der Fahrt nicht das einzige Ärgernis werden: erst sammelten wir bis 1 Uhr nachts noch weitere Passagiere ein, obwohl wir extra einen Direktbus gebucht hatten, dann fing ein Passagier vor uns um 2:30 Uhr an Fluch der Karibik zu schauen. Nicht nur, dass er uns damit direkt ins Gesicht leuchtete, er schaute den Film auch auf voller Lautstärke – ohne Kopfhörer. Als wir daher um 5:20 Uhr (und damit trotz verspäteter Abfahrt um 1 Stunde, 40 Minuten zu früh) in Uyuni ankamen, waren wir alles andere als erholt und ausgeschlafen.

Zum Einchecken in Hostels war es auch viel zu früh, sodass wir nur unser Gepäck im Hostel ablieferten und uns in ein Cafe begaben, das ab 4 Uhr morgens geöffnet hat. Hier frühstücken wir uns vertrieben uns die Zeit bis die Touragenturen offen hatten um für den nächsten Tag eine Tour in die Salzwüste zu buchen.

Die Agenturen boten uns ziemlich gleiche Preise an, vorallem aber betrug die Differenz zwischen englischen und spanischen Touren 450 Bolivianos (ca. 56€) pro Person. Daher entschieden wir uns bei der Agentur, bei der wir uns am wohlsten fühlten, eine spanischsprachige Tour zu buchen, die bereits am kommenden Tag starten sollte.

Da wir nach wie vor Zeit hatten, bevor wir in unser Hostel einchecken konnten, kauften und schrieben wir bereits Postkarten (versenden ging allerdings noch nicht, Uyuni hat nämlich keine Post mehr, sodass man keine Briefmarken kaufen kann. Hierfür würden wir nach La Paz verwiesen, sind ja nur 10 Stunden mit dem Bus dort hin ??‍♀️) und machten einige kleine Einkäufe und Erledigung.

Im Hostel angekommen wuschen wir unsere Wäsche (das war seit Puno überfällig) und machten einen Mittagsschlaf. Abends gingen wir landestypisch Lama essen, duschten und packten unsere Sachen für unsere 3-Tages-Tour in die Salzwüste und gingen voll Vorfreude auf die Tour schlafen.

Tage 13 bis 18 in Peru

An Tag 13 kamen wir morgens früh um 6:30 Uhr in Arequipa an. Die Busfahrt war gewohnt angenehm und wir haben einige Stunden geschlafen. Dennoch waren wir ziemlich müde, nicht zuletzt weil wir den Salkantay Trek noch in all unseren Knochen spürten. Wir machten uns daher umgehend mit dem Taxi auf den Weg zu unserer Airbnb. Dabei mussten wir direkt feststellen, dass Taxi fahren in Arequipa deutlich teuerer ist als in Cusco. Wir hatten zwar eine Unterkunft etwas außerhalb (dafür sehr ruhig gelegen) aber entschieden uns, immer zu Fuß in die Innenstadt zu gehen. Obwohl Arequipa mit 800.000 Einwohnern eine recht große Stadt ist, hatten wir einen Fußweg von gerade einmal 20 Minuten in die Innenstadt.

Unsere Airbnb zu finden war mal wieder ein kleines Abenteuer, denn sie befand sich in einem geschützten und überwachten Stadtteil Arequipas, der weder richtige Straßenbezeichnungen, noch reguläre Hausnummern hat. Da wir morgens im Fernbus leider auch kein WLAN mehr hatten konnten wir leider auch keine Navigation mehr starten, denn unsere Gastgeberin hatte uns vorher extra neben einer Wegbeschreibung einen googlemaps-Link geschickt. So machten wir uns also mit der dürftigen Wegbeschreibung auf den Weg. Nach etwa einer Stunde suchen (und nur durch die Hilfe von freundlichen Peruanern) kamen wir endlich am richtigen Haus an und konnten bereits am frühen Morgen unser Zimmer beziehen. Aufgrund der frühen Uhrzeit und unserer Müdigkeit beschlossen wir uns erstmal nochmal hinzulegen.

Gegen Mittag machten wir uns dann auf in die Innenstadt und genehmigten uns ein ausgiebiges Frühstück:

Dieses haben wir an der Plaza de Armas mit bestem Blick auf die Kathedrale eingenommen und gerade mal 14Soles, also ca. 3,50€, pro Person bezahlt. Einmal mehr liebten wir Peru für seine Preise.

Den restlichen Tag verbrachten wir in der Sonne in der Innenstadt, gingen später für die kommenden Tage einkaufen, bereiteten unser Abendessen vor und gingen früh schlafen.

Den nächsten Tag ließen wir ebenfalls entspannt angehen, wuschen Wäsche, frühstückten und machten uns am späten Vormittag auf den Weg in die Innenstadt. Zunächst schauten wir uns das Kloster Santa Catalina an. Die Stadt in der Stadt mitten im Zentrum Arequipas. Für 40Soles (gut 10€) pro Person kann man hier das gesamte Kloster aus dem 16. Jahrhundert begehen und besichtigen.

Im Anschluss begaben wir uns in ein Cafe, tranken eine heiße Schokolade und aßen einen Brownie – denn Peru ist auch für seinen Kakaoanbau bekannt.

Für 15 Uhr hatten wir uns zu einer free-walking-Tour angemeldet, die direkt in der Innenstadt begann. Der Guide Johann betreibt direkt in der Innenstadt ein kleines verstecktes Schokoladencafe und lud alle Teilnehmer erstmal zu einem Schokotee ein. Danach begann die 3-stündige Tour durch Downtown Arequipa. Johann zeigte uns viele abgelegene Örtchen in Arequipa, die wir als einfache Touristen wohl nie entdeckt hätten.

Zum Ende der Tour konnten die Teilnehmer noch 3 Gutscheine für eine heiße Schokolade und einen Browniebite in seinem Cafe gewinnen. Einen davon konnte ich mit der richtigen Beantwortung einer Frage ergattern. Das erste mal in meinem Leben, dass ich etwas gewonnen habe ???

Wer wollte würde dann zum Abschluss noch auf einen Pisco-Sour-Shot in eine Bar eingeladen, auch das ließen wir uns nicht entgehen! Da der gewonnene Gutschein nur an diesem Tag gültig war, holte ich mir natürlich noch meinen Preis ab und wir gingen erneut eine heiße Schokolade und einen Browniebite essen. Für den nächsten Tag nahmen wir uns auch direkt 2 Brownies mit ?

Es war bereits dunkel geworden, doch wir mussten noch etwas erledigen: denn von Arequipa aus wollten wir einen 2-tägigen Trek zum Colca Canyon starten. Diesen buchten wir also abends für den übernächsten Tag. Nach getaner Arbeit begaben wir uns zurück zu unserer Unterkunft, machten Abendessen, hängten unsere Wäsche ab und gingen schlafen.

Im Laufe des Tagen hatten wir beschlossen noch einen Tag länger in Arequipa zu bleiben, weshalb wir den Trek auch erst für den übernächsten Tag gebucht haben. An unserem letzten richtigen Tag in Arequipa begaben wir uns daher nochmal in die Innenstadt und genossen die Ruhe, die alten Bauten in der Innenstadt und aßen in einer typischen Picanteria zu Abend. Für das Abendessen, das mehr als reichlich war und uns pappsatt machte, zahlten wir gerade einmal gesamt 29Soles (ca. 7,50€) für uns beide.

Früh waren wir bereits zurück an der Unterkunft um für den kommenden Tag alles vorzubereiten, denn für unseren Trek zum Colca Canyon mussten wir bereits um 2 Uhr morgens auf stehen um um 2:45 an der Plaza de Armas auf die Abholung durch den Bus zu warten.

Bereits am Vorabend hatten wir uns ein Uber zur Plaza de Armas organisiert, das uns um 2:25 abholte. Wir waren mit unserem gesamten Gepäck unterwegs, denn für uns endete der Trek in Puno am Titicacasee und wir kehrten nicht mehr nach Arequipa zurück.

Unser Uber lieferte uns also um 2:35 Uhr an der Plaza de Armas ab und von da an hieß es waren. Um 3:15 Uhr kam endlich unser Bus und sammelte uns ein. Auf der Fahrt zum klassisch peruanischen Frühstück schliefen wir, genau wie auf der Fahrt zum Cruz del Condor, wo wir Kondore beobachten konnten.

Von dort aus fuhren wir noch eine Stunde, bis unser Trek begann. Zunächst wanderten wir den gesamten Canyon 2,5 Stunden runter, dann wieder ein Stück rauf zu einem Restaurant, in dem wir unser Mittagessen bekamen. Es gab nach der obligatorischen Suppe Alpaka zu essen ?

Im Anschluss hieß es nochmal 3 Stunden wandern, mal hoch mal runter, bis wir in der Oase angekommen waren, wo wir in Bungalow unsere Nacht verbringen würden.

Nach dem Abendessen gingen wir schleunigst ins Bett, wir waren sehr müde und der kommende Tag sollte wieder um 4 Uhr in der frühe beginnen. Bereits beim Abendessen erfuhren wir, dass wir in etwa 2,5 Stunden 1.200 Höhenmeter aufsteigen würden. Ich habe unseren Guide für verrückt erklärt. Denn der Aufstieg verteilte sich auf lediglich 4,5km, womit der Weg durchschnittlich eine Steigung von ca. 27% hatte. Und seien wir ehrlich, wenn man für den Abstieg 2,5 Stunden braucht, kann der Aufstieg nicht genauso schnell gehen.

So starteten wir also kurz nach halb 5 Uhr morgens mit dem Aufstieg. Auf dem Weg nach oben konnten wir bereits den Sonnenaufgang beobachten.

Der gesamte Aufstieg zog sich und schien kaum enden zu wollen, doch um kurz nach halb 8 und damit nach relativ genau 3 Stunden des Aufstieges kamen wir erschöpft und hungrig oben an, denn wir hatten noch kein Frühstück bekommen.

Bis die letzten aus unserer Gruppe ankamen hatten wir bereits nach 8 Uhr, machten ein Gruppenfoto:

Und begaben uns zum Frühstück. Zusätzlich zum klassisch peruanischen Frühstück bekamen wir Kaffee Und Rührei. Rührei – ein richtiges Highlight für uns.

Nach dem Frühstück ging es für uns bereits wieder in den Bus und wir fuhren zu heißen Quellen. Heiße Quellen kannten wir bereits vom Salkantay Trek sodass wir dieses mal (wie ein groser Teil der Gruppe) darauf verzichteten und im Bus blieben und lasen. In Chivay angekommen trennte sich unsere Gruppe. Denn hier nahmen wir das Mittagessen ein und stiegen dann in einen Bus nach Puno, in dem wir die nächsten 6 Stunden verbrachten. Mit dem Bus fuhren wir einige Aussichtspunkte an, wie beispielsweise eine Lagune mit Flamingos.

In Puno kamen wir um 18:30 Uhr an, bezogen unser Hostel für die eine Nacht und kauften uns eine Kleinigkeit zu Essen bevor wir schlafen gingen. Bereits im Bus hatten wir uns Tickets für den nächsten Mittag nach Copacabana in Bolivien organisiert. Eigentlich hatten wir vor, den Titicacasee von Peru aus zu besuchen, uns wurde jedoch die bolivianische Seite empfohlen, da diese schöner sein soll. Als die Mitarbeiterin der Busgesellschaft uns die Bustickets nach Copacabana ins Hostel brachte, brachte sie außerdem unsere Kamera mit, die hatten wir im Bus liegen gelassen ? ein Glück sind die Menschen hier so nett!

Am nächsten Morgen schliefen wir aus, duschen, frühstückten in aller Ruhe und erkundeten erstmal Puno. Denn unser Bus nach Copacabana fuhr erst um 2 Uhr nachmittags ab. So erkundeten wir den Hafen und die Innenstadt, bevor wir uns auf den Weg nach Bolivien machten.

Der Grenzübergang war sehr unproblematisch und nach 20 Minuten Aufenthalt an der Grenze ging es für uns bereits die letzte halbe Stunde weiter nach Copacabana. Durch die Zeitverschiebung kamen wir in Bolivien um kurz nach 18 Uhr Ortszeit an.

Damit hatten wir Peru hinter uns gelassen und mit Bolivien beginnt ein neues Kapitel für uns.

Tage 7 bis 12 in Peru – Salkantay Trek

Wie bereits erwähnt begann auch Tag 7 sehr früh für uns. Schmerzhaft früh! Denn bereits um 5:20 Uhr mussten wir an der Plaza de Armas in Cusco sein, um von dort aus den Salkantay Trek zu starten. Daher bereiteten wir am Vorabend schon alles vor: Frühstück für den kommenden Tag, wir packten unsere Taschen (die für den Trek selber und das restliche Gepäck, das wir glücklicherweise bei unseren Hosts für die Zeit unterstellen konnten), duschten und gingen vor allem sehr früh schlafen. Ob ihrs glaubt oder nicht ich hab sogar svhon den gesamtwn Instagram-Post für den kommenden Tag vorbereitet inkl. Text und Hashtags ? Denn unser Wecker klingelte bereits um 4:20 Uhr und das Taxi zur Plaza holte uns um 4:55 Uhr ab. Eigentlich fahren die Kleinbusse Hotels und Hostels ab und sammeln die Teilnehmer direkt ein. Dafür müssen alle Teilnehmer ab 4:30 Uhr bereitstehen. Da in unserem Fall (bis auf uns) alle Teilnehmer direkt in der Innenstadt untergebracht waren verständigten wir uns beim Meeting am Vorabend darauf, uns um 5:20 Uhr an der Plaza zu treffen. Damit haben wir uns quasi eine halbe Stunde mehr Schlaf erkauft. Eine halbe Stunde mehr Schlaf für 6 Soles (ca. 1,50€), die wir für das Taxi bezahlen mussten – fairer Preis!

Als wir ankamen waren wir unter den ersten aber der Kleinbus stand schon, so gaben wir unser Gepäck ab (wir durften pro Person 6kg Gepäck in einer Extratasche mitnehmen, die dann von den Pferden transportiert wurden) und machten es uns schon mal im Bus für die nächsten Stunden bequem. Die Fahrt war recht ruhig und wir konnten glücklicherweise noch etwas schlafen.

Um ca. 8 Uhr machten wir Halt um zu frühstücken. Wir wussten, dass bei uns das Frühstück nicht inklusive war, daher hatten wir am Vorabend bereits Frühstück vorbereitet. Dennoch beschlossen wir mit der Gruppe zu frühstücken, um alle anderen Teilnehmer kennenzulernen. Die Dame aus der Reiseagentur, bei der wir den Trek gebucht hatten, sagte uns im Vorfeld, dass dass Frühstück 5-6Soles (also max.1,50€) pro Person kosten sollte. Auch unser Guide sagte uns 6Soles wäre der Preis. Nicht schlecht für das Frühstück, das wir bekamen. Denn über das übliche Brot mit Butter und Marmelade sowie Tee (der peruanische Klassiker) hinaus bekamen wir noch Rührei und Früchte mit Cornflakes. Am Ende stellte sich jedoch heraus, dass die Guides zwar für die Teilnehmer, bei denen das Frühstück inklusive war 6Soles bezahlten, wir jedoch 15Soles (knapp 4€) pro Person bezahlen sollten. Für deutsche Verhältnisse nicht viel, aber in Peru bekommt man für 15Soles schon ein fürstliches Frühstück. Und im Hinblick darauf, dass wir Frühstück in unseren Rucksäcken hatten, ärgerten wir uns doch darüber.

Nach dem Frühstück ging es für uns erstmal mit dem Bus weiter für etwa eine Stunde. Und dann war wandern angesagt. Wir starteten auf 3.900m und liefen hoch auf 4.200m zum Humantay Lake, an dem ein weiteres Highlightfoto entstand:

Auf dem Weg nach oben wurde es durch Sonne und Aufstieg ziemlich schnell ziemlich warm sodass wir uns bald einiger Klamottenschichten entledigten. Der restliche erste Tag des Treks war sehr entspannt, wir stiegen wieder ab und wanderten noch 1 bis 2 km und etwa 100 Höhenmeter zu unserem ersten Camp. Die erste Nacht sollten wir nämlich auf kuscheligen 4.000m verbringen – im Zelt.

Im Camp angekommen gab es für uns Mittagessen, wir hatten ca. 13 Uhr. Dann wurden die Zelte und Schlafsäcke zugeteilt und wir waren froh eine verhältnismäßig kleine Gruppe erwischt zu haben, denn je nach Gruppengröße teilen sich bis zu 5 Personen die Zelte. Wir waren glücklicherweise zu zweit für uns ? nun hatten wir erstmal freie Zeit bis 17 Uhr, die wir in erster Linie mit schlafen zubrachten.

Um 17 Uhr war Tea-Time, die gab es jeden Tag, um warm zu werden und um gegen die Höhe Coca-Tee zu trinken. Außerdem gab es zur Tea-Time immer salziges Popcorn. Gar nicht unser Geschmack aber auf dem Salkantay Trek haben wir es lieben gelernt. Bis dato hatten wir beide noch keinerlei Symptome der Höhenkrankheit, dennoch tranken wir ein oder zwei Tassen Coca-Tee uns aßen Popcorn. Im Anschluss gab es Abendessen, das genau wie das Mittagessen jeden Tag aus Suppe und Hauptgang bestand. Der Hauptgang wurde immer auf Platten serviert und wir konnten uns bedienen. Das Essen war tatsächlich ziemlich lecker, es gab immer mindestens einen landestypischen Part (Quinoa, Chicha Morada zum trinken, getrocknete Kartoffeln etc.) und es war immer reichlich von allem da. Das hatten wir wirklich nicht erwartet! Am ersten Abend gab es sogar einen Nachtisch: eine Birne in Sirup eingelegt.

Beim Abendessen erfuhren wir zudem, wie der kommende Tag ablaufen würde. Das war der Part, vor dem wir Angst hatten: zum einen vor der Nacht im Zelt bei Minusgraden, zum anderen vor Tag 2 des Treks, denn der sollte der anstrengendste Tag werden. Wir erfuhren, dass wir mit einem Becher Coca-Tee Um 5 Uhr geweckt werden würden. Frühstück gäbe es um 5:30 Uhr und Abmarsch sollte im 6 Uhr sein. Hieß also wieder früh aufstehen für uns. Daher begaben wir uns im Anschluss an das Abendessen gegen 20:40 Uhr schon in unser Zelt.

Erstmals konnten und mussten wir Gebrauch machen von unseren Schlafsäcken, die wir von zuhause mitgenommen und bereits seit 5 Wochen mit uns rumgeschleppt hatten ohne sie zu brauchen. Und wir waren heilfroh darum! Außerdem habe ich von meiner lieben großen Schwester einen guten Tipp aus Pfadfinderzeiten bekommen: Jacke um das Fußende des Schlafsackes legen und zumachen. Kapuze umklappen und Ärmel verknoten.

So lagen wir also noch vor 9 Uhr mit 3 Klamottenschichten am Körper erst in unseren eigenen Schlafsäcken, dann in den geliehenen, dickeren Schlafsäcken und zusätzlich unseren Jacken um die Füße. Und ich sage euch wir hatten eine super Nacht. Sowohl Sebi als auch ich sind ein mal wach geworden weil uns kalt war, dann zog man die Beine an oder zog den Schlafsack enger um sich und der Rest der Nacht verging wie im Flug. Unser Guide kam um 5 Uhr, weckte uns und brachte uns Tee, kein schlechter Start in den Tag. Andere Teilnehmer (unsere Irischen Freunde) hatten weniger Glück und erschienen komplett durchgefroren und in Decken gewickelt zum Frühstück.

Das Frühstück war mal wieder der peruanische Klassiker (Hefebrötchen mit Butter und Marmelade, dazu Tee), doch wir hatten kaum Hunger und aßen daher wenig. Zum Abschluss gab es jedoch noch einen mit Mango und Äpfeln gefüllten Pfannkuchen mit Karamel darüber. Den haben wir uns natürlich nicht entgehen lassen.

Nach dem Frühstück haben wir schnell Zähne geputzt und standen um kurz nach 6 zum Abmarsch bereit. Wir wollten so früh wie möglich aufbrechen, denn uns stand mit 22km und direkt zu Beginn 650 Höhenmetern Aufstieg der anstrengendste Tag bevor. Los ging es jedoch erst um 6:30 Uhr, als wir vollzählig waren. Mit 2 Pausen an Stationen wo Wasser oder Obst gekauft werden konnte und es Toiletten gab, bewältigten wir den Aufstieg von 7km und 650 Höhenmetern in ca. 3 Stunden. Auf dem Weg sahen wir bereits den Sonnenaufgang und wunderschöne Ausblicke

Oben angekommen – schneller und entspannter als wir für möglich gehalten hätten – hatten wir bereits den höchsten Punkt unseres Trips, den Salkantay Pass mit 4.650m erklommen.

Hier machten wir einige Zeit Pause bevor wir – fälschlicherweise aber glücklicherweise – zu einer Lagune in dem Bergen aufbrachen. Unser Guide wollte uns diese wohl vorenthalten, doch wir sind ausversehen einer anderen Gruppe gefolgt und einen Umweg von 35 Minuten (durch Schnee!) zu dieser traumhaften Lagune gegangen:

Ein Glück! Außer 2 weiteren aus unserer Gruppe, die sich ebenfalls vertan hatten, ist dieser Anblick unserer restlichen Gruppe vorenthalten geblieben.

Nach 35 Minuten zurück auf dem regulären Pfad machten wir uns an den Abstieg. Die Gruppe vor uns hatten wir längst aus den Augen verloren, da wir ja Fotos machen mussten ??‍ aber, so schwer konnte das nicht sein. 40 Minuten hatte unser Guide gesagt. Konnten also nur etwa 3km sein. Da wir nach einer Stunde unsere Gruppe noch immer nicht wiedergefunden hatten, fingen wir an uns Sorgen zu machen. Waren wir möglichweise zu weit gelaufen? Doch nach weiteren 10 Minuten fanden wir die Gruppe, der wir zur Lagune gefolgt waren wieder. Wir waren also auf dem richtigen Weg! Noch eine knappe halbe Stunde sei es zu laufen, bis zum Camp, wo wir Mittagessen bekommen sollten. Also gingen wir weiter und kamen nach 25 Minuten an. Gesamt hatten wir für den Abstieg 140 Minuten statt der angekündigten 40 Minuten gebraucht ??‍

Das Mittagessen war wieder gut und tat auch gut, denn bis hierhin hatten wir bereits etwa 15km zurückgelegt. Am Camp unseres Mittagessens gab es sogar einen Fernseher, auf dem das Spiel England gegen Kolumbien übertragen wurde. Tragischerweise hat dieser jedoch genau in dem Moment den Geist aufgegeben, als England den Elfmeter schießen wollte. Bitter für alle fußballbegeisterten aber vor allem für den Engländer in unserer Gruppe.

Nach dem Mittagessen und dem tragischen Vorfall mir dem Fernseher ging es für uns weiterhin bergab bis zu unserem 2. Camp waren es noch 3 bis 4 Stunden zu laufen. Da sich das Camp jedoch auf 2.900m befand hatten wir nur noch Abstieg vor uns.

Am Camp angekommen wartete ein Highlight auf uns: WLAN, wenn auch schlechtes (selbstverständlich zu kaufen für 10Soles, ca. 2,60€), sowie Duschen – kalte versteht sich – für warme duschen wären ebenfalls 10Soles pro Person zu entrichten gewesen. Wir entschieden uns gegen die Duschen, kalte wie warme, dafür für das WLAN. Um Lebenszeichen von uns zu geben und – natürlich – die Fußball Ergebnisse zu erfahren.

Der restliche Tag verlief unspektakulär, es war schon spät und wir waren mehr als müde. Es gab also Tea-Time und Abendessen und wir gingen schlafen. Der nächste Tag versprach kurz zu werden, dennoch war der Weckappell inklusive Tee bereits um 6 Uhr, sodass wir zufrieden waren um 21:30 Uhr im Bett zu liegen.

Tag 3, Tag 9 des Treks, begann um 6 Uhr morgens mit Tee und wie immer in Eile. Denn um 6:30 Uhr gab es schon Frühstück und um 7 Uhr wollten wir aufbrechen. Trotz der frühen Uhrzeit versprach der Tag entspannt zu werden, denn die Strecke an diesem Tag führte ausschließlich bergab, wir sollten bereits zum Mittagessen an unserem letzten Zelt-Camp sein und nachmittags ging es für uns zu heißen Quellen. Nach 3 Tagen ohne warmes Wasser freuten wir uns darauf besonders.

Die gesamte Strecke die wir zurücklegten war leider unspektakulär, denn wir liegen an einer sehr staubigen Straße entlang. Die andere Gruppe hatte mal wieder die Wahl, die Strecke an der Straße zu gehen, oder die schönere, wenn auch längere und schwierigere, Trekkingstrecke am Fluss entlang. Natürlich haben Sie sich für die schönere Strecke entschieden. Wir hatten keine Wahl.

So hatten wir es tatsächlich leicht bis zum letzten Zelt-Camp unseres Treks. Das Mittagessen war lecker und im Anschluss hatten wir Zeit uns etwas in den Hängematten in der Sonne auszuruhen, bevor es nachmittags zu den heißen Quellen ging. Direkt nach dem Mittagessen verließen uns allerdings die Teilnehmer, die nur eine 4-tägige Tour gebucht hatten. Denn die mussten an Tag 3 noch bis Aguas Calientes (dem Ausgangspunkt für den Machu Picchu) kommen.

Die heißen Quellen sind eine optionale Sache und daher zusätzlich von uns zu bezahlen. Für den Transfer mussten wir 15Soles (knapp 4€) und für den Eintritt 10Soles (gut 2,50€) pro Person zahlen. Im Nachhinein hätten wir uns besser in 4er Gruppen zusammentun sollen und mit Taxis fahren sollen. Denn es waren nur ca. 5 Minuten mit dem Auto zu den heißen Quellen, zu weit um zu Fuß zu gehen, aber mit dem Taxi sicher nicht mehr als 8Soles pro Fahrt. Damit hätten sich also alle Geld sparen können.

In den heißen Quellen gab es 4 verschiedene Becken, von denen wir nur 3 geschafft haben, denn wir verbrachten nur 1,5 Stunden dort. Die Becken hatten 36°, 38° und 40° und waren sehr angenehm, vorallem nach 3 Tagen Trek (und Dreck).

Im Anschluss ging es zurück zum Camp, es gab Tea-Time und Abendessen. Nach dem Abendessen gab es – passend zur überstandenen Halbzeit des Treks – ein Bergfest, eine Party, an der sich alle Teilnehmer gerne beteiligten. Es wurde also spät und gesellig sodass wir froh waren, am nächsten Tag erst um 7 Uhr aufstehen zu müssen – für unsere Verhältnisse in Peru hieß das dann schon ausschlafen.

Wir standen also um 7 Uhr auf und machten uns fertig für Frühstück und Abmarsch. Leider gingen mir an diesem Tag die Wandersocken aus, und das obwohl meine Füße schon diverse Blasen hatten. So zog ich mir ganz normale Sneakersocken an – das sollte mir am Abend und vorallem für den kommenden Tag zum Verhängnis werden. Nach einem ausgiebigen Frühstück zu dem uns unter anderem Kuchen serviert wurde (!!) ging es für den größten Teil unserer Gruppe ohne Guide weiter, da uns mittlerweile weder Köche noch Pferde begleiteten, musste unser Guide mit unserem Gepäck vor zur Mittagessen-Station nach Hidraelectrica bringen. Die restliche Gruppe spaltete sich nach den Frühstück um 8 Uhr ab und machte Zipplining, von wo aus sie direkt zum Mittagessen zu uns stoßen sollten. Wir waren also auf uns alleine gestellt. Es ging überwiegend bergab, an Flüssen und Schluchten vorbei.

Zum Essen trafen wir uns dann doch wieder mit unserem Guide und der restlichen Gruppe in Hidraelectrica in einem Restaurant, es gab wie gewohnt Suppe und einen Hauptgang. Gestärkt machten wir uns wieder mit unserem Guide auf den Weg nach Aguas Calientes entlang an der Zugstrecke. Bereits auf dem weg konnte man an einiges Stellen einen Blick auf den Machu Picchu erhaschen, denn wir wanderten komplett um die beiden Berge herum, die den Machu Picchu in ihrer Mitte haben.

Meine Füße fingen direkt nach dem Mittagessen an zu Schmerzen, doch wir hatten noch ca. 3 Stunden Fußmarsch vor uns, also hieß es Zähne zusammenbeisen. Bis Aguas Calientes war es für mich einfach eine Qual, erstens taten mir die Füße weh, zweitens wurden wir von Moskitos zerstochen und drittens schien die Entfernung nicht geringer zu werden. Zu allem Überfluss müssten wir zu unserem Hostel in Aguas Calientes zum Abschluss noch 15 Minuten bergauf laufen.

Als wir endlich angekommen waren war ich einfach froh meine geschundenen Füße aus den Schuhen befreien zu können und beschloss, meine Füße den restlichen Tag zu schonen und nur Flipflops zu tragen. Schwerer gesagt als getan, denn unser Gepäck schien noch nicht im Hostel angekommen zu sein. Mist, das hieß nämlich auch, dass wir noch nicht duschen (heiß duschen!!) konnten. Wir sollten uns um 17:30 Uhr treffen und erfuhren, dass wir zur Zugstation laufen und das Gepäck abholen mussten. Unmöglich für mich in den Wanderschuhen! Einmal mehr war ich daher froh nicht alleine zu reisen, denn Sebi opferte sich auf und ging unser beider Gepäck abholen. ❤

Nach ca. 30 Minuten war er zurück mit Flipflops, Duschsachen und dem restlichen unwichtigen kram. Wir hatten noch genau 30 Minuten bevor wir uns zum Abendessen trafen. Die Zeit nutzten wir um nach 4 Tagen endlich mal wieder heiß zu duschen.

Das Abendessen gab es wieder in einem Restaurant und beim Essen bekamen wir unsere Tickets für den Machu Picchu sowie den Zug zurück am nächsten Tag und erfuhren den Ablauf für den kommenden Tag. Es sollte wieder ein langer Tag werden, denn um 3:30 Uhr sollten wir aufstehen und nur mit Lunchpaket im Gepäck und ohne Frühstück um 4 Uhr den Aufstieg zum Machu Picchu antreten. Es hieß für uns also erneut früh schlafen gehen.

Tag 11, und damit Tag 5 des Treks, begann sehr hektisch, wir hatten zum Glück alles am Vorabend vorbereitet und gepackt, dennoch mussten wir unser Lunchpaket abholen, unser Gepäck im Hostel einlagern und pünktlich um 4 Uhr aufbrechen. Denn wir hatten mal wieder eine ganze Strecke bergab und dann 400 Höhenmeter Aufstieg vor uns. Die Strecke bergab stellte kein Problem für uns dar, auch wenn meine Füße schmerzten. Hier kam ein Checkpoint, an dem wir bereits unsere Tickets zum Machu Picchu vorzeigen mussten. Leider öffnete der Checkpoint erst um 5 Uhr sodass wir in aller Frühe und Kälte 40 Minuten warten mussten. Die Wartezeit verkürzten wir uns mit unserem Frühstück – dem bisher dürftigsten: Käsebrot, Kekse, Banane.

Nach der Kontrolle starteten wir den Aufstieg um 5:10 Uhr. An dieser Stelle möchte ich erwähnen, dass wir mit Treppen auf Kriegsfuß stehen. Insbesondere Treppen für 400 Höhenmeter Aufstieg mit unterschiedlichen Höhen. Wir als Zwerge hassen vorallem Stufen mit direkt 50cm Höhe. Die erste halbe Stunde des Aufstieges sind wir viel zu schnell gelaufen, mussten viele Pausen machen, schwitzten und gerieten außer Atem. Dann fingen wir an langsamer zu gehen, dafür stetig und in gleichbleibendem Tempo ohne Pausen. Viel angenehmer und effektiver! Um 6:10 Uhr kamen wir oben an und ehe wir es uns versahen waren wir auf dem Gelände des Machu Picchu – ein Traum wurde wahr – und schon begann unsere Führung durch die Inkastadt.

Es war gerade einmal 6:20 Uhr und damit noch vor Sonnenaufgang und unser Guide wollte uns zum Sonnenaufgang um etwa 7 Uhr zu einem ganz speziellen (leider sehr unspektakulären) Aussichtspunkt bringen, weshalb wir die klassischen Viewpoints bald hinter uns ließen.

Vom Sonnenaufgang etwas enttäuscht, da wir keine gute Sicht hatten, führten wir unsere Tour noch etwa 45 Minuten fort. Um ca. 8 Uhr waren wir bereits auf der Hälfte des Geländes angelangt. Hier verabschiedete sich unser Guide der letzten Tage von uns und sagte wir hätten noch etwa 1-2 Stunden Rundweg vor uns. Wir wollten allerdings zurück zum Anfang, denn die besten Viewpoints hatten wir für unseren Geschmack viel zu schnell hinter uns gelassen. Leider verboten, sagte uns unser Guide. Alles one way!

„Was?! Wieso erfahren wir das erst jetzt?!“

Aber für unsere gesamte Gruppe führte kein Weg daran vorbei nochmal von vorne loszugehen. So schlichen wir uns in 2er Gruppen also möglichst unbemerkt zum Anfang zurück. Wir waren unter den letzten die sich auf den Weg Richtung Anfang machten. Das war allerdings unser Glück, denn eines der Lamas hat Sebi’s Banane erspäht als er sie essen wollte und kam zu uns, was uns nochmal ein paar schöne Schnappschüsse einbrachte.

Dann machten wir uns auf den Weg zum Eingang. Ganz unbemerkt ging das natürlich nicht aber einige Guides hatten wohl Mitleid mit uns und ließen uns passieren. So hatten wir also nochmal die Chance auf Fotos von alles Aussichtspunkten aus bei Tageslicht.

Dennoch gingen wir auch den gesamten restlichen Teil des Machu Picchu nochmal ab bevor wir uns zum Ende des Spiels Frankreich gegen Uruguay in ein Cafe begaben. Nicht allerdings ohne uns einen Stempel für unseren Reisepass zu holen:

Den restlichen Tag verbrachten wir im Kreise einiger Freunde vom Salkantay Trek, machten uns an den Abstieg, gingen Mittagessen, schauten das Fußballspiel Belgien gegen Brasilien (unsere beiden brasilianischen Freunde waren gar nicht erfreut) und begaben uns in eine Bar.

Hier blieben wir, bis es für uns Zeit wurde unser Gepäck im Hostel abzuholen und zum Zug aufzubrechen. Unser Zug sollte um 19 Uhr fahren und wie gewohnt für Peru sollte man 30 Minuten vor Abfahrt am Bahnhof sein. (Hier werden tatsächlich 30 Minuten vor Abfahrt die Tore geschlossen!) Wir waren also um 18:15 Uhr da und warteten und warteten. Mit ca. 20 Minuten Verspätung kam der Zug und fuhr dann ab. Zu dem Preis für 60$ pro Person bekam man im Zug immerhin auch Verpflegung für die rund 2-stündige Fahrt: eine kleine Packung mit einer Art Studentenfutter und Getränke, doch wir schliefen lieber.

Der Zug fuhr nur bis Ollantaytambo, nicht bis Cusco durch, sodass wir hier in einen Bus umsteigen und weitere 2 Stunden bis Cusco fahren.

In Cusco angekommen mussten wir erstmal ein Taxi nehmen zu unserer ursprünglichen Unterkunft um unsere Backpacks abzuholen. Denn für eine weitere Nacht war sie leider ausgebucht und wir haben uns ein anderen Hostel in der Innenstadt genommen. Der Taxifahrer wartete eben auf uns und brachte uns zu unserer neuen Unterkunft. Einmal mehr waren wir begeistert von den günstigen Taxipreisen denn für die Fahrt zur ehemaligen Unterkunft, die Wartezeit und schließlich die Fahrt zur neuen Unterkunft waren wir 40 Minuten unterwegs und haben nur 20Soles (gut 5€) gezahlt.

Den nächsten und damit letzten Tag in Cusco ließen wir entspannt angehen denn uns tat vom Salkantay Trek und insbesondere vom Aufstieg zum Machu Picchu noch alles weh.

So schlenderten wir nur durch die Stadt, schauten uns die beiden Fußballspiele an (wofür wir uns mit einem großen Teil der Salkantay Truppe nochmal trafen) und aßen gemütlich bevor wir uns abends zum Bahnhof begaben, wo wir abends um 20 Uhr für 10 Stunden in den Bus nach Arequipa stiegen.

Das war unser Salkantay Trek und wir würden ihn jederzeit wieder machen!

Tage 5 und 6 in Peru

Tag 5 begann für uns äußerst früh, so früh dass es uns weh tat. Der Wecker klingelte um 4 Uhr in der Frühe, denn schon um 4:30 Uhr sollten wir zu unserer Tour zum Rainbow-Mountain abgeholt werden. Also hieß es für uns schnell wach werden, anziehen, Sachen schnappen und in der Kälte der Nacht (nachts hatten wir in cusco nur etwa 0 Grad) auf den Bus warten. Der Bus kam um 4:45 Uhr – wir waren die vorletzten die eingesammelt wurden und mussten uns in die letzte Reihe setzen. Dies sollte noch fatal für uns werden.

Zuletzt sammelte der Bus 3 Mädels ein, die sich zu uns in die letzte Reihe gesellten. Und so fuhren wir und hofften, noch etwas schlafen zu können. Doch leider waren die 3 Mädels bei uns so gar nicht müde und quasselten und kicherten die gesamte Fahrt über. Irgendwann waren wir müde genug es auszublenden doch die Anfahrt war so holperig, dass wir (in der letzten Reihe) bei jedem Schlagloch aus unseren sitzen geschleudert wurden. Keine angenehme Anfahrt morgens um 5 Uhr…Die holprige Fahrt hat mein Handy (bzw. meine fitnessapp) außerdem auch registriert, an diesem Tag kam ich auf sage und schreibe 54.000 Schritte, von denen ich immerhin etwa 20.000 tatsächlich gelaufen war. Der Rest war einfach nur geholper des Busses.

Nach etwa 2,5 Stunden machten wir einen kurzen Halt um zu frühstücken. Denn auch bei dieser Tour waren im Preis von 75 Soles (ca. 19€) Frühstück und Mittagessen inklusive. Das Frühstück war enttäuschend, es gab harte Brötchen (oder etwas, was Brötchen sein sollten) mit Butter und Erdbeermarmelade. Dazu verschiedene Sorten Tee. Tee – dabei sind wir gar nicht krank…?

Um etwa 8:15 Uhr fuhren wir weiter Richtung Rainbow-Mountain. Kurz vor der Ankunft beschlossen wir gegen Höhenprobleme Cocablätter zu kauen. Unser Host hatte uns am Vorabend noch welche mitgegeben und uns erklärt wie man sie zu kauen hat. Das Spektakel, dass sich beim kauen in Sebis Gesicht abspielte war das frühe Aufstehen schon wert – die Cocablätter schmeckten ihm nicht. Aber zugegebenermaßen schmecken sie auch nicht, sie sind bitter und das penetrant.

Um etwa 9:30 Uhr kamen wir endlich an und machten uns an den Aufstieg. Los ging es bei knapp 4.600m – zugegebenermaßen schon eine ordentliche Höhe – hoch auf gut 5.100m. Also kamen mehr als 500 Höhenmeter auf 5km Aufstieg. Das wurde also anstrengend. Die gesamte Strecke über kann man auch hochreiten, bzw. sich von einem Pferd hochtragen lassen. Kostenpunkt für eine einfache Strecke 60 Soles (ca. 15€) pro Person oder für Hin- und Rückweg 90 Soles (ca. 23€) pro Person. Das Geld wollten wir uns natürlich sparen. Anstrengend war es auch, dafür wurde man bereits auf der Strecke mit solchen Ausblicken belohnt:

Für den Aufstieg brauchten wir gute 2 Stunden, ein Glück machte uns die Höhe beim Aufstieg nicht zu schaffen aber schließlich haben wir ja schon genug Erfahrung mit der Höhe – dachten wir. Oben angekommen wartete der Regenbogenberg auf uns.

Nach nur ca. 30 Minuten mussten wir uns um kurz nach 12 Uhr bereits auf den Rückweg machen – enttäuschend, wenn man an die Strapazen denkt, die man auf sich genommen hat – aber auf 5.100m wehte so starker Wind, dass es für uns ohnehin nicht angenehm gewesen wäre länger zu bleiben.

Und so machten wir uns an den Abstieg. Wir dachten ja, der Aufstieg sei der anstrengende Part (rein körperlich war er das auch!!) aber auf dem Abstieg schlug bei Sebi die Höhenkrankheit wieder zu. Der Abstieg war daher eine Qual vor allem für Sebi. Durch viele Pausen kamen wir erst um 13:45 Uhr am Bus an. Passte zeitlich ganz gut, denn um 14 Uhr wollten wir zum Mittagessen aufbrechen. Also hatten wir noch Zeit für eine kleine Pause.

Um 14 Uhr saßen wir wieder im Bus, doch der fuhr noch nicht los, denn es fehlten noch etliche Teilnehmer. Wieder ein Grund deswegen wir solche geführten Touren nicht gerne mögen. Bis die Gruppe vollständig war vergingen noch 45 Minuten, sodass wir uns erst um 14:45 Uhr auf den Weg Richtung Mittagessen machten.

Das Mittagessen war in Ordnung, besser als das Frühstück, aber vorallem hatten wir die Gelegenheit uns mit einigen Teilnehmern/Mitreisenden wie beispielsweise einem Mädchen von den Philippinen auszutauschen.

Der Rest des Tages ging für die gesamte Rückfahrt drauf, wir waren erst um 19:30 Uhr zurück in Cusco. Da wir erst gegen 16 Uhr zu Mittag gegessen haben fiel das Abendessen für uns aus und wir gingen nur für das Frühstück am kommenden Tag einkaufen bevor wir mehr als erschöpft schlafen gingen.

Tag 6 begann für uns wesentlich entspannter. Denn die Tour begann an diesem Tag erst um 8:20 Uhr, wir konnten also bis 7 Uhr ausschlafen! ?

Von Cusco aus ging es für uns erstmal wieder nach Chinchero, wo wir bereits an Tag 4 waren. Trotzdem hat sich der Ausflug für uns gelohnt, denn auf der Wiese lagen 2 Alpakas und was noch besser war: ein Indianerkind kam und wollte mit einem der Alpakas spielen:

Von dort aus fuhren wir nach etwa 1,5 Stunden Aufenthalt Richtung Moray, 3 Amphitheatern aus der Inkazeit. Hier wurden damals in erster Linie Lebensmittel wie Quinoa, Mais oder Kartoffeln angebaut aber nach der Ernte auch Zeremonien abgehalten.

Von Moray aus fuhren wir nach Maras um uns die Salzbecken anzuschauen. Die sind wirklich beeindruckend!

Das Wasser, das hier zur Salzgewinnung verwendet wird, ist aus einer vulkanischen Quelle und wird mit natürlichen Kanälen in die Becken geleitet. Ist ein Becken voll, wird der Zulauf mit Steinen blockiert.

Da es auf dieser Tour weder Frühstück noch Mittagessen gab und unser Frühstück schon ein Weilchen her war, genehmigten wir uns hier ein Eis, bevor es mit dem Bus zurück nach Cusco ging.

Bei dieser Tour handelte es sich um eine Halbtagestour und wir waren um ca. 15 Uhr schon wieder zurück in Cusco. Doch das war auch gut so, denn wir hatten hatten vor das peruanische Nationalgericht essen zu gehen: Meerschweinchen.

Da wir nicht sicher waren, ob Meerschweinchen uns schmecken würde, haben wir ein mal Meerschweinchen und ein mal Alpaka bestellt.

Unser Favorit war eindeutig das Alpakas, so leid es mir für diese niedlichen Tiere tut!

Für den Salkantay Trek ab Tag 7 hatten wir um 19 Uhr noch ein Meeting zur Vorbereitung (Ablauf, was wir mitnehmen sollten etc.) und im Anschluss einige Erledigungen zu machen. So verging unser Abend schneller als wir gucken konnten und wir lagen früh im Bett, denn der Salkantay Trek begann an Tag 7 ebenfalls sehr früh.

Tage 3 und 4 in Peru

Tag 3 begann für uns wie viele andere: aufstehen frühstücken und dann Sachen packen – mal wieder, denn mittags sind wir von Lima nach Cusco geflogen. Eigentlich hatten wir vor mir dem Bus zu fahren, sollte innerhalb eines Landes ja kein Problem sein. Ist es auch nicht, Busse fahren regelmäßig aber leider 20 Stunden, denn die Entfernungen in Peru sind enorm. Da wir gerade eine – wenn auch sehr komfortable – 27 Stunden Busfahrt hinter uns hatten waren wir froh, dass die Alternative fliegen verhältnismäßig preiswert war.

Der Flug sollte um 14:00 Uhr starten, daher nahmen wir um 11 Uhr ein Uber zum Flughafen. Der Verkehr kündigte 45 Minuten Fahrzeit an, weshalb wir rechtzeitig aufbrechen wollten.

Am Flughafen angekommen und erste Orientierung erlangt wollten wir erstmal Ballast loswerden und unsere Rucksäcke aufgeben. Bei Check-In und Gepäckaufgabe erklärte uns die Dame von Peruvian Airlines in einem Nebensatz, dass unsere Maschine Verspätung habe und wir auf eine frühere umgebucht wurden. Wir hatten 12:05 Uhr als wir unsere Tickets in der Hand hielten, auf denen stand, dass wir die Maschine um 12:30 Uhr nehmen würden.

In diesem Moment haben wir die Orientierung wieder verloren. Alles musste schnell gehen, ab durch die Sicherheitskontrolle, zügig zum Gate. Wir kamen an um 12:25 Uhr, das Boarding begann verspätet um 13:10 Uhr und wir flogen schließlich nur 30 Minuten früher als geplant ab. (Unsere Maschine ist schlussendlich ausgefallen ?).

In Cusco angekommen war der Plan, zunächst die Airbnb zu beziehen und schnellstmöglich in die Stadt zu fahren um die kommenden Tage zu planen. Denn Cusco hat unheimlich viel zu bieten und einiges davon stand definitv auf unserer to-do-Liste! Unsere Airbnb fanden wir ohne Probleme und hatten wieder ganz tolle Gastgeber. Erstmal bekamen wir einen Tee und wurden über Peruaner, die Inka und die ganze Kultur aufgeklärt. Nebenbei erwähnten wir, dass wir in Cusco einige Touren machen wollen würden und so fädelte unsere Gastgeberin alles für uns ein. Wir verließen die Wohnung sehr spät, nur um Abendessen zu gehen, einige kleinere Einkäufe für die nächsten Tage zu machen und Geld abzuheben, denn wir haben auf Anhieb 4 Touren für die nächsten Tage gebucht.

An Tag 4 fand bereits die erste Tour statt. Um 8 Uhr morgens ging es für uns zur Valle Sagrada de los Incas. Eine unserer wesentlichen Stationen war Pisaq, eine alte Inkastadt, auf einem Berg gelegen und unheimlich schön zum besichtigen und erkunden. Denn hier sind kaum Bereiche abgesperrt, die von Besuchern nicht betreten werden dürfen.

Leider hatten wir wenig Zeit dort, denn es standen noch andere Ziele auf dem Plan für den Tag. Da haben wir wieder gemerkt, dass geführte Touren eigentlich nichts für uns sind ?‍♀️

Als nächstes ging es für uns Mittagessen (das Mittagessen war bei dem Preis für die Tour von 55 Soles (ca. 14€) pro Person bereits inbegriffen und war einfach toll). Das Essen war superlecker aber noch schöner war die Umgebung. Hier lebten Alpakas und Papageien:

Sattgegessen machten wir uns auf den Weg nach Ollantaytambo, einer weiteren Inkaruine. Diese wurde jedoch nie fertig gestellt, weshalb insbesondere das Herz der Stadt – der Tempel – wenig an einen Tempel erinnerte. Die Spanier sind der Fertigstellung des Tempels leider zuvorgekommen. Dafür hat Ollantaytambo eine malerische Kulisse aus Bergen und Bauwerken zu bieten, und wer genau hinschaut konnte in den Bergen 2 Gesichter erkennen.

Quasi bereits auf dem Rückweg nach Cusco machten wir in Chinchero halt. Hier leben und arbeiten die letzten traditionellen Weber und wir durften ihnen bei der Arbeit mit Lama- und Alpakawolle zuschauen.

Klar, dass wir uns auch mit Pullovern eingedeckt haben (ist ja nicht so, als wären die 4 Pullover, die ich dabei habe, schon zu viel…).

Als wir die Weberei verließen, ging bereits die Sonne unter. Dennoch besuchten wir noch im Dämmerlicht die historische Altstadt von Chinchero sowie die Kirche, die auf einem Tempel-Fundament der Inka erbaut ist.

Müde und erschöpft aber zufrieden über die vielen Orte die wir gesehen haben kamen wir um ca. 19:30 Uhr zurück nach Cusco und fielen nach einem Abendessen direkt müde ins Bett. Das war auch gut so, denn unser nächster Tag in Cusco sollte bereits sehr früh beginnen… .

Mehr Bilder findet ihr wie immer in der Galerie 😉

Tage 1 und 2 in Peru

Nach nur knapp 27 Stunden Busfahrt kamen wir um kurz vor 12 Uhr in Lima an, hoben Geld ab (Soles – hier wird nämlich in Sonnen gezahlt [wörtliche Übersetzung von Soles]) und machten uns auf den Weg mit dem Bus zu unserer Airbnb. Dass uns der Bankautomat nur Scheine von 50 und 100 Soles rausgegeben hatte störte uns nicht, in Ecuador hatten uns Busfahrer bei einem Fahrpreis von 0,50$ auf unsere 20$ Note rausgegeben – in Münzen versteht sich. Hier stellte ein 50 Soles Schein (umgerechnet ca. 13€) allerdings schon ein Problem dar. Der Busfahrer nahm uns trotzdem mit und gab uns – wie sich später herausstellen sollte – 20 Soles in Falschgeld heraus. Der Schaden hält sich bei einem Wert von nur gut 5€ in Grenzen, ist aber als erster Eindruck von Peru leider suboptimal.

Unsere Airbnb fanden wir ohne Probleme dafür mit viel Freude: unsere Gastgeberin war supersympathisch, wir hatten schnelles Internet, hatten eine tolle Lage direkt in Miraflores und direkt nebenan war ein Cafe, in dem man frühstücken kann und dass das Fußballspiel am nächsten Morgen Deutschland gegen Südkorea übertragen sollte. Für unser Frühstück war damit also auch schon gesorgt.

Der Tag war ja noch einigermaßen jung, daher begaben wir uns nach einer Kaffeepause in die Altstadt. Leider gab die Altstadt nicht viel her, zwar gibt es viele schöne und alte Gebäude, doch in jedem ist ein Laden unten drin, sodass sich Fotos nicht lohnten.

Auf dem Weg zu unserer Unterkunft besuchten wir noch einen Park mit Wasserspiel. Es war mittlerweile dunkel geworden.

Auf dem Rückweg zur Unterkunft kauften wir für die kommenden Tage ein, ‚zuhause‘ angekommen kochten wir dann nur noch und aßen zu Abend.

An Tag 2 haben wir erstmal nebenan gefrühstückt und das Fußballspiel geschaut. Leider war uns nicht klar, dass für Südamerikaner das Spiel Mexiko gegen Schweden viel spannender ist und daher auch nur dieses Spiel im Fernsehen übertragen wird. Die Besitzer des Cafes waren aber supernett und haben uns für einen Internetstream ihren Laptop zur Verfügung gestellt. Nach diversen Problemen mit dem Internet haben wir die Niederlage dann teils auf dem Handy, teils auf dem Laptop mitverfolgt.

Satt gegessen und enttäuscht vom Spiel haben wir danach die nähere Umgebung unserer Unterkunft Miraflores erkundet. Zuerst haben wir Huaca Pucllana, eine 23m hohe Pyramide aus der Vorinkazeit, besichtigt.

Für den Eintritt und die einstündige Führung auf englisch zshlt man hier pro Person 12 Soles, also gut 3€. Der Besuch hat sich dafür in jedem Fall gelohnt.

Im Anschluss machten wir uns auf den Weg zum Strand. Leider erfüllte der Strand so gar nicht unsere Erwartungen, da er sehr schlecht begehbar und direkt an einer Autobahn gelegen ist.

Dennoch haben wir hier einige Zeit im Park verbracht (mit öffentlichem WLAN) und über das Internet sogar „nach Hause telefoniert“.

Zwar waren wir in Miraflores im angesagtesten und schönsten Stadtteil Limas, dennoch war die Stadt für uns nicht so aufregend wie andere Großstädte dieser Größenordnung wie z.B. London.

Weitere Bilder unserer ersten Tage in Peru findet ihr in unserer Galerie.

Tage 10 bis 15 in Ecuador – die Galapagos-Inseln

Wie bereits erwähnt führten unsere Flüge auf die Galapagos-Inseln zu einem mittelgroßen Drama. Die Flüge hatten wir knapp 2 Wochen vor Abflug von Costa Rica aus für ca. 540€ gesamt gebucht. Für Flüge von 110 Minuten ist dieser Preis schon verhältnismäßig hoch. Nun teilte uns jedoch die Airline Tame mit, dass wir einen Rückflug gebucht haben, der Ecuadorianern vorbehalten ist und verlangte von uns, die Differenz zwischen unserem Preis und dem aktuellen Touristenpreis zu zahlen. Wie dieses Vorgehen trotz Angabe unserer Nationalität und der Reisepassnummer bei Buchung des Fluges von Touristen akzeptiert werden muss ist uns schleierhaft. Aber bei dieser Airline handelt es sich (dies nur am Rande bemerkt) um eine staatliche Airline, also mussten wir das wohl akzeptieren.

An Tag 9 gingen wir also, in Guayaquil angekommen, zu einem Schalter von Tame Airline, um über die von uns zu zahlende Differenz informiert zu werden. Nach etwa 20 Minuten rechnen teilte man uns mit, dass für unseren eigentlichen Flug etwa 250$ am Abflugtag nachzuzahlen wären. Für einen Rückflug am selben Tag 2 Stunden später jedoch nur 118$. Bei der Wahl zwischen Pest und Cholera wählten wir natürlich die 118$. Was sich die gute Dame am Schalter wohl nicht getraut hat uns zu sagen ist, dass es sich hierbei um Differenzen pro Person handelt. Diese Überraschung wurde uns am kommenden Tag beim Check-in ins Flugzeug eröffnet. Wir haben daher auf den ohnehin teuren Flug von 540€ nochmal ca. 200€ draufgezahlt.

Tage 10 und 11: Santa Cruz
Der Flug lief dann unproblematisch, vom Flughafen zur Unterkunft kamen wir ebenfalls ohne weitere Vorkommnisse. Da der Tag bereits zur Hälfte vergangen war, entscheiden wir uns für einen Besuch der Charles Darwin Aufzuchtstation für Schildkröten.

Da diese auch über 2 Strände verfügt, wollten wir zumindest einen davon besuchen um uns von der Abreise zu erholen. Leider fing es an zu Regen, noch bevor wir in der Aufzuchtstation angekommen waren, sodass wir den Strandbesuch ausfallen ließen.

Am kommenden Tag traten wir einen einstündigen Fußmarsch nach Tortuga Bay an. Der Strand ist nicht nur schön anzusehen, sondern hier nisten auch Schildkröten (daher der Name), er verfügt über einen kleinen Mangrovenwald und haufenweise der Drachen, die man nur auf den Galapagos-Inseln finden kann.

Leider darf man aufgrund der starken Strömungen in Tortuga Bay nicht schwimmen. Doch einen Strand weiter kann man hervorragend schwimmen, schnorcheln oder – wie wir – Kajak fahren. Bei gutem Wetter und mit etwas Glück kann man hier unter anderem Wasserschildkröten, Haie und Rochen sehen. Wir hatten kein gutes Wetter dafür ein bisschen Glück und konnten eine rießige Wasserschildkröte und für einen kurzen Moment sogar einen kleinen Hai sehen.

Leider ergab sich keine Gelegenheit für ein Foto, die Gelegenheiten kamen dafür an anderer Stelle.

Tag 12: Isabella
An Tag 12 begaben wir uns bereits um 6 Uhr morgens auf den Weg von Santa Cruz aus auf die Nachbarinsel Isabella. Das katastrophale Boot nach Isabella startete mit Verspätung um 7:30 Uhr am Morgen und fuhr bei starken Seegang 2,5 Stunden. Mir ging es wirklich nicht gut durch das ganze Geschaukel und ich war einfach nur froh noch nicht gefrühstückt zu haben.

Auf Isabella angekommen bezogen wir zunächst unsere Unterkunft und zogen dann los und liehen uns Fahrräder aus. Erstmals waren wir froh drüber, dass es bewölkt war, denn uns stand eine anstrengende Fahrt bevor. Von der Hauptstadt aus fuhren wir 8km zu einer Mauer der Tränen.

Auf dem Weg dort hin kamen wir an einer Lagune mit immerhin einem Flamingo vorbei.

Wir sahen tolle Strände und mussten mit dem Fahrrad durch Sanddünen fahren.

Und sahen erstmals Riesenschildkröten in ihrer natürlichen Umgebung.

Auf dem Rückweg machten wir am Strand Pause, bevor wir um 18:30 Uhr die Fahrräder wieder zurückgeben mussten.

Tage 13 und 14: San Cristobal
An Tag 13 waren wir bereits im 5:30 Uhr morgens am Hafen von Isabella, denn das Boot zurück nach Santa Cruz, von wo aus wir nach San Cristobal fuhren, legte bereits um 6 Uhr ab. Dieses mal hatte ich vorgesorgt und gegen meine Reiseübelkeit Tabletten genommen die hervorragend wirkten, denn ich habe nahezu die gesamte Bootsfahrt über geschlafen. In Santa Cruz nutzen wir die Zeit zwischen der Ankunft aus Isabella um ca. 9 Uhr und der Weiterreise nach San Cristobal um 13:30 Uhr für ein Frühstück und einen kurzen Strandbesuch. Auf San Cristobal hatten wir bereits 17 Uhr als wir die Airbnb für die kommen Nächte bezogen hatten. Daher gingen wir nur etwas spazieren und aßen zu Abend.

An Tag 14 stand unser Highlighttag an, auch wenn das Wetter noch nicht allzu gut aussah. Da um 12 Uhr Ortszeit Deutschland gegen Schweden spielte wollten wie den Vormittag bereits nutzen und machten daher eine Wanderung zu einem Aussichtspunkt

und zu Tijeretas, einer Tauch- und Schnorchelbucht. Passenderweise brach die Wolkendecke auf und wir bekamen strahlenden Sonnenschein. Außerdem wurden wir bei unserer Ankunft direkt von einem süßen Seelöwen empfangen.

Sebi machte sich direkt auf ins kalte Wasser und war dann aber gar nicht mehr rauszubekommen. Kein Wunder bei dem was sich hier unter Wasser bot. Denn hier kamen die Seelöwen ins Wasser um mit einem zu spielen.

Und es tummelten sich mehrere Wasserschildkröten denen man bein schwimmen oder essen zusehen konnte.

Mit reichlich Vorlaufzeit brachen wir dann in eine Bar auf, um Fußball zu schauen. Und bei DEM Spiel gegen Schweden sind wir froh nicht eine Minuten verpasst zu haben.

Im Anschluss ging es zurück nach Tijeretas, ich wollte auch noch ins Wasser. Auf dem Rückweg gingen wir noch an einem Strand vorbei, der voll war mit Seelöwen.

Ich denke ihr versteht, warum dieser Tag unser Highlighttag war!

An Tag 15 stand für uns der Rückflug nach Guayaquil an, sodass der Tag schön früh mit einer letzten Bootsfahrt begann. Mit dem Boot nach Santa Cruz, mit Taxi, Wassertaxi und Bus zum Flughafen und dann zurück aufs Festland. Etwa um 17 Uhr waren wir zurück in Guayaquil in unserer Unterkunft. Den restlichen Tag nutzten wir um Vorbereitungen für die anstehende Busfahrt zu treffen: einkaufen zu gehen und die Tickets auszudrucken.

Denn uns stand eine 28 ständige Busfahrt nach Lima bevor, davor wollten wir uns wappnen!

Mehr Fotos findet ihr in unserer Galerie. Dieses mal lohnt es sich noch mehr reinzuschauen, denn die Fotos von Costa Rica und Ecuador sind mittlerweile vollzählig!

Tage 7 bis 10 in Ecuador

Tag 7 begann wie gewohnt bewölkt aber immerhin haben wir wunderbar und störungsfrei geschlafen. Es stand zur Wahl Cuenca zu erkunden oder in den nahegelegenen Nationalpark Cajas zu gehen. Da das Wetter nur mäßig aussah, entschlossen wir uns in die Stadt zu gehen und für den nächsten Tag auf besseres Wetter zu hoffen. Also erkundeten wir die Altstadt und tauchten im Museum Pumapungo erstmals in die Geschichte der Inka ein.

Im Anschluss mussten wir (ja wir mussten) shoppen gehen. Denn ich als Frau habe mal wieder vermeintlich auf das wichtigste geachtet, nämlich darauf, dass Sebi seinen Kram für die Reise ordentlich packt, und habe daher den Inhalt meines Rucksacks vernachlässigt. So hatte ich nun für kalte Tage 4 lange, dicke und platzintensive Wollpullover dabei, aber nur eine lange Hose. Also ging es für uns zwangsläufig (und wir hätten selbstverständlich keinen Spaß dabei ?‍♀️) shoppen. Da in Cuenca in den Bussen ein Chipkarensystem herrscht und man nicht bar bezahlen kann, mussten wir die gesamte Strecke von 45 Minuten hin und zurück zu Fuß gehen. Daher war der Tag nach dieser Shoppingtour auch schon vorbei.

Wir hatten uns erneut auf eine ruhige und erholsame Nacht gefreut und wurden leider enttäuscht. Laute Störgeräusche insbesondere vom Verkehrslärm (in Kombination mit nur einfach verglasten Fenster) waren wir bereits gewöhnt, in dieser Nacht erwartete uns in unserem Hotel jedoch eine Schlägerei direkt vor unserem Zimmer in die, der Lautstärke nach zu urteilen, mindestens 10 Personen verwickelt sein müssten, inkl. Polizeieinsatz.

Tag 8 an sich begann daher etwas später und wettertechnisch leider nicht besser als der Vortag. Dennoch wollten wir in dem Nationalpark, wir hatten nämlich gehört, dass man Unmengen an Alpakas und Lamas sehen soll. Doch zuerst stand für uns das Spiel Deutschland gegen Mexiko an. Da das Spiel in Ecuador Ortszeit um 10 Uhr morgens lief war es eine Kunst eine Bar zu finden, die für uns schon auf dem Weg Richtung Nationalpark liegt, um diese Uhrzeit offen hat und das Spiel überträgt. Wir haben eine gefunden (auch wenn wir die ersten 10 Minuten des Spiels verpasst haben) und das Spiel mit Mexikanern, Chilenen und Ecuadorianern gesehen.

Nach der enttäuschenden Niederlage ging es für uns bei nach wie vor schlechtem Wetter in den Nationalpark.

Anders als erwartet müssten wir uns im Nationalpark in keine Besucherliste eintragen und keinen Eintritt bezahlen ??? dafür begann es direkt bei betreten des Nationalparks zu regnen.

Leider haben wir, vermutlich wegen des Wetters, keinerlei Lamas oder Alpakas gesehen, dafür tolle Ausblicke:

Den Wanderweg von 5,5 Stunden (für gut 3km) haben wir nicht vollständig geschafft, haben uns vor der Schließung des Parks dafür noch mit einer heißen Schokolade gestärkt, bevor es für uns hieß den Rückweg zur Unterkunft anzutreten.

An Tag 9 stand die weiterreisen nach Guayaquil an, denn von dort aus ging es an Tag 10 auf die Galapagos-Inseln. Kurz bevor wir für 4 Stunden in den Bus von Cuenca nach Guayaquil gestiegen sind, kam eine ungute E-Mail von der Airline unseres Fluges auf die Galapagos-Inseln.

Man teilte uns (immerhin 24 Stunden vor Abflug) mit, dass wir einen Flug gebucht hätten, der ausschließlich für Inländer zugänglich sei. Daher waren wir den letzten Tag vor Abreise auf die Galapagos-Inseln damit beschäftigt zu retten was zu retten war.

Wie das Drama um die Galapagos-Inseln ausgegangen ist erfährt ihr allerdings im nächsten Blog!