Tage 1 bis 3 in Singapur

Singapur ist eines der Länder, die ich so gar nicht auf dem Schirm hatte. Klar wusste ich, dass es das Land gibt aber das war dann quasi auch schon alles. Dass ich wusste, dass es ein sehr modernes Land ist, machte es nicht besser, denn eigentlich habe ich mehr Interesse an Ländern die eine lange Geschichte und Kultur haben.

Aber Singapur überraschte uns auf ganzer Linie! Klar, es ist ziemlich teuer, was jedoch daran liegt, dass das Durchschnittseinkommen in Singapur etwa 50% höher ist als in Deutschland und damit immernoch gut 20% höher als in Australien (und das wissen wohl die wenigsten!!), aber ein Besuch lohnt sich! Nicht zuletzt deshalb, weil Singapur trotz fehlender eigener Geschichte und Kultur, über ganz viel andere unterschiedliche Kultur verfügt. Denn hier treffen so viele unterschiedliche Kulturen, Nationalitäten und Glaubensrichtungen friedlich aufeinander – und das in einem so kleinen Land!

Aber, lasst uns von vorne anfangen:

Vormittags, ausgeschlafen, nach einem äußerst spärlichen Frühstück und mit gepackten Sachen, verabschiedeten wir uns von Jakarta und Indonesien. Denn mittags ging unser Flug nach Singapur. Diese Flug zu buchen war eine reine Verzweiflungstat, denn einen Tag vor Abreise von Australien nach Indonesien stellten wir fest, dass wir für das indonesische Visum die Ausreise nachweisen müssten. Die Entscheidung fiel auf Singapur, da der Flughafen dort ein Drehkreuz für Flüge nach ganz Asien ist und wir dann spontan planen würden können, wohin die weitere Reise gehen sollte. Gerne wären wir auch schon bei der Weiterreise aus Indonesien flexibler gewesen!

Zum Flughafen waren wir, wie geplant, 1 Stunde im Grab unterwegs. Dort angekommen aßen wir nochmal eine Kleinigkeit, bevor es ins Flugzeug ging. Direkt nach der Landung begeisterte uns Singapur, denn der Flughafen verfügt über einen Flughafenshuttle von der Ankunftshalle zu den Bahnen, wo wir dann wiederum unser Touristenticket für die kommenden Tage kaufen konnten. Hiermit konnten wir tatsächlich die 3 Tage über unbeschränkt kostenlos (bis auf die Kosten des Tickets selbstverständlich) Bahn fahren. Das Bahnnetz ist außerdem hervorragend ausgebaut, und erinnerte uns an London, sodass wir in wirklich kurzer Zeit bereits vom Flughafen aus an unserer Unterkunft für die kommenden Tage angekommen waren.

Obwohl wir in Singapur schnell von A nach B kamen, fühlte sich dieser Tag trotzdem nach einem kompletten Reisetag an. Denn durch Anfahrt zum Flughafen, Wartezeit, 2 Stunden Flug, die Zeitverschiebung und die Fahrt zur Unterkunft waren wir seit dem vormittags unterwegs und hatten fast schon Abendessenszeit bei Ankunft. Daher brachen wir direkt zum Abendessen in die Innenstadt auf, wo wir in einem Hawker Center Lau Pa Sat zu Abend aßen. Hier begeisterte uns Singapur schon wieder, denn nach gut 2 Wochen sehr eintönigem (wenn auch ausgesprochen leckerem) Essen in Indonesien, gab es hier eine riesen Auswahl. Von malaysischem Essen, über koreanisches bis hin zu indischem Essen war alles zu bekommen. Und das Beste: 1. War das Essen ausnahmslos superlecker und 2. War es für ein sehr teures Land wie Singapur wirklich bezahlbar! Da es in diesem Hawker Center sogar belgische Waffeln gab, haben wir uns auch davon welche genehmigt!

Nach unserem Abendessen war es bereits stockdunkel, daher dachten wir uns, wir könnten ja auf einer Skybar, die uns empfohlen wurde, einen Cocktail und die Aussicht auf die Skyline genießen. Daraus wurde allerdings nichts, denn hier wäre ein Eintritt von 35 $ und damit gut 22 € pro Person fällig gewesen. (Hierbei handelte es sich nicht um einen Mindestverzehr, für einen Cocktail hätte man, erstmal oben angekommen, vermutlich nochmal einen ähnlichen Betrag gezahlt.) Das war es uns dann doch nicht wert. Doch ganz unverhofft sollten wir noch zu unserem schönen Ausblick auf die Skyline kommen.

Nach einem Abendspaziergang durch die Innenstadt machten wir uns auf zum Stadion. Denn nachdem wir auf unserer Reise mehrfach irgendwelche Events oder Konzerte zeitlich knapp verpasst hatten, hatten wir dieses mal Glück. Während wir in Singapur waren fanden die WTA-Finals der Frauen statt (Tennis) und mit Angie Kerber nahm sogar eine deutsche Teil. Da wir, wenn auch nicht regelmäßig, doch ganz gerne Tennis schauen wollten wir uns das nicht entgehen lassen und kauften noch am diesem Abend Tickets für den kommenden Tag. Und hier am Stadion hatten wir einen wirklich schönen Blick auf die charakteristische Skyline Singapurs:

Danach begaben wir uns schon zurück zur Unterkunft und obwohl wir quasi nichts mehr geschafft und gesehen hatten, hatten wir bereits nach 22 Uhr.

Auch bedingt durch die Zeitverschiebung blieben wir noch eine Weile wach, sodass wir am nächsten Tag erstmal ausschliefen. Das Frühstück war im Zimmerpreis enthalten, daher frühstückten wir in aller Ruhe in der Unterkunft, bevor wir aufbrachen. Erste Station für den Tag war little India und passenderweise lag unsere Unterkunft in little India, wir hatten es also nicht weit! Dieser Stadtteil begeisterte uns mit einem Duft nach frischem Obst und Blumen, die man an jeder Ecke kaufen konnte und was eine Wohltat war nach 5 Tagen Stinkwasser in Jakarta, und den kunterbunten Häusern.

Hier machten wir also einen kleinen Bummel, genossen, dass es so sauber war und dass man nicht alle paar Meter angequatscht wurde. Im Anschluss ging es nach Chinatown, welches uns allerdings nicht wirklich überzeugen konnte. Wahrscheinlich einfach, weil Chinatown für uns hektisch und laut und voll ist, Singapur aber generell nichts davon ist, hier ist alles ordentlich und geregelt.

Apropos geregelt: in Singapur gibt es für alles Vorschriften und Strafen bei Nichteinhaltung. Hier darf man nicht einmal einfach über die Straße gehen. Und es gibt genug Überwachungskameras, die diese Vorschriften überwachen.

Von Chinatown aus machten wir uns auf zur Haji Lane, die uns besonders gefallen hat. Sie ist zwar sehr touristisch, hat dafür auch am jeder Ecke ein individuelles Graffiti sowie sehr spezielle Cafes und Restaurants zu bieten

Hier machten wir eine kleine Mittagspause und tranken Kaffe/Lassi.

Von der Haji Lane aus erkundeten wir noch das angrenzende Viertel im Kolonialstil, welches uns auch sehr gut gefallen hat! Denn in einer so modernen Stadt bietet ein solches Viertel eine schöne Abwechslung.

Und schon war es wieder Zeit fürs Abendessen, denn wir hatten am Abend noch etwas vor und dafür wollten wir satt sein! Nach dem Abendessen in einem Hawker Center brachen wir daher wieder zum Stadion auf. Gerade angekommen war der Sonnenuntergang in vollem Gange. Und da wir am Vortag hier bereits bei Dunkelheit einen sehr schönen Blick auf die Skyline hatten, wollten wir uns den Sonnenuntergang in derselben Kulisse anschauen.

Den restlichen Abend verbrachten wir bei gutem Tennis im Stadion und zu unserem Glück gewann die deutsche Angie Kerber sogar!

Bis wir in unserer Unterkunft zurück waren, hatten wir bereits nach 1 Uhr nachts und wir gingen mehr als erschöpft schlafen.

Unser letzter Tag in Singapur begann entsprechend spät und mit einem späten Frühstück. Wir packten unsere Sachen und stellten sie in der Unterkunft für die verbleibenden Stunden unter und brachen auf in die Stadt. Wir machten einige Erledigung (wir wollten endlich mal ein Paket nach Hause schicken, was sich dann aber aufgrund der unverschämten Preise wieder erübrigt hat) und Besorgungen, da einige unserer Ladekabel mittlerweile kaputt waren und wir zudem eine neue Speicherkarte für die Kamera brauchten.

Dann holten wir schon wieder unser Gepäck und begaben uns in Richtung des des Busterminals, wo unser Bus nach Malaysia abfahren sollte. Denn nachdem wir die Pläne unserer Weiterreise nach Vietnam (wegen Visum) oder auf die Philippinen (wegen des Tsunamis) verworfen hatten ging es für uns weiter nach Malaysia. Hier aßen wir noch zum Abschluss in einem Hawker Center zu Abend – das bisher beste Essen unserer Reise:

Indische Chicken Curry und

Indisches Butter Chicken

Ein Traum! Gesättigt und gestärkt machten wir uns auf zur 4-stündigen Weiterreise nach Malaysia. Das mit den 4 Stunden erwähne ich so explizit, da es natürlich nicht geklappt hat! Aber dazu mehr im nächsten Blog ?

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