Tage 9 bis 15 in Indonesien

Der Flug startete mit Verspätung aber so hatten wir immerhin Zeit, unser Hotel in Surabaya wegen der Abholung vom Flughafen nochmals zu kontaktieren. Wir hatten nämlich ein Hotel gebucht, das nicht nur einen Flughafentransfer anbot, sondern bei dem dieser bereits mit im Preis enthalten ist. Leider hatten wir jedoch auf unsere erste E-Mail keine Rückmeldung erhalten. Um auf Nummer sicher zu gehen beließen wir es nicht bei einer weiteren E-Mail, sondern schrieben ihnen zusätzlich über Facebook eine Nachricht (wir waren ja schließlich in Asien…). So konnte dann also nichts mehr schief gehen – hofften wir zumindest. Aber: weit gefehlt. Am Flughafen wartete natürlich niemand auf uns und das trotz 3 Nachrichten. Also standen wir nachts um 1 Uhr (und das nur durch die Zeitverschiebung, für uns war es bereits 2 Uhr) alleine am Flughafen.

Wer unsere Blogeinträge regelmäßig liest wird wissen, dass uns dasselbe in Chile bereits passiert war. Aber dieses mal hatten wir 2 entscheidende Vorteile:
1. Kam unser Gepäck an und das war für uns schon viel wert!
2. lag das Hotel zu Fuß nur 2km vom Flughafen entfernt, sodass wir beschlossen einfach zu Fuß zu gehen.

Eine gute halbe Stunde später kamen wir an und checkten ein. Der Dame am Empfang war es sichtlich unangenehm, dass das mit dem Transfer nicht geklappt hat. Aber da es sich nur um eine freiwillige Serviceleistung des Hotels handele gäbe es dadurch keinen Nachlass auf den Zimmerpreis. Na toll – aber versuchen kann man’s ja mal.

Nachdem wir ausgeschlafen hatten gingen wir an Tag 9 zur spätest möglichen Frühstückszeit, das Frühstück mussten wir bei Check in schon aus 2 verschiedenen Menüs, die selbverständlich auf indonesisch und alternativ in chinesischen Schriftzeichen angegeben waren, wählen. Wie sich herausstellte bekamen wir für unser Verständnis eher ein Abendessen zum Frühstück, ein mal Suppe mit Reis, ein mal gebratenen Reis:

Nachdem wir gefrühstückt hatten sammelten wir unsere Sachen zusammen, checkten aus und ließen und ein Grab zum Busbahnhof rufen (immerhin das hat problem- und widerstandslos geklappt ?). Vom Busbahnhof aus ging es für uns dann erstmals in Indonesien mit einem öffentlichen Bus weiter nach Probolinggo. Die Busfahrt dauerte gut 2 Stunden und war mit nur knapp über 1€ pro Person sehr günstig. Und für diesen Euro bekamen wir richtig was geboten. Die Inländer freuten sich tierisch darüber Touristen im Bus zu haben, wir unterhielten uns nett mit ihnen und jeder wollte uns ein paar Tipps geben. Und ganz ehrlich, in diesem Bus haben wir uns erstmals in Indonesien richtig wohl gefühlt! Denn diese Interaktion mit den Einheimischen, das ist doch auch mit ein Grund weshalb man eine solche Reise macht! Wir haben es jedenfalls sehr genossen mal nicht wie typische Touris im klimatisierten Shuttle zu sitzen, mit einem Haufen anderer Touristen, sondern so zu reisen wie es die Einheimischen tun. Und ich denke wir haben uns ganz gut geschlagen.

Als wir dann in Probolinggo ankamen wurde unsere gute Laune direkt wieder gedämpft. Denn wir wurden nicht wie erwartet am Busbahnhof raus gelassen, sondern an einer Agentur, die Tages- und Mehrtagestouren sowie Shuttle vermittelt. Wir standen hier mit unserem ganzen Gepäck gute 2km vom Busbahnhof entfernt.

Die Mitarbeiter der Agentur haben daraufhin direkt versucht uns irgendwelche Touren aufzuschwatzen, die wir gar nicht machen wollten. Wir konnten ihnen jedoch begreiflich machen, dass wir einfach nur einen Transfer wollen und nach Möglichkeit den öffentlichen. Sie baten uns an uns für 100.000 Rupien pro Person (knapp 6€) per Shuttle nach Ceromo Lawang zu bringen. Erstmal verlockend für uns, da es deutlich unkomplizierter für uns wäre und wir nicht warten müssten bis der Bus nach Ceromo Lawang voll wäre, denn die öffentlichen Busse fahren nur voll ab oder spätestens um 17 Uhr. Da wir erst 1 Uhr mittags hatten war diese Vorstellung natürlich nicht so erfreulich, trotzdem entschieden wir uns für den öffentlichen Bus, weil das einfach eher unserer Art zu reisen entspräche – und deutlich günstiger wäre es noch dazu.

Als wir also unsere Backpacks wieder geschultert hatten und uns auf den Weg zum Busbahnhof machten, passte uns ein Mitarbeiter draußen ab und bot uns nochmal den Shuttle für 75.000 Rupien pro Person an. Da das gerade mal gut 4€ sind ließen wir uns darauf ein, ließen unser Gepäck uns begaben uns noch schnell in den nahegelegenen Supermarkt um uns mit Wasser und Eis einzudecken. Zurück an der Agentur erfuhren wir, dass der Shuttle erst um 2 Uhr fahren würde. Na gut, warten kennen wir schon. Die Zeit nutzte der Inhaber uns auch für die Weiterreise einen Shuttle anzubieten und bei dem Angebot, uns für 17€ pro Person 1. An diesem Tag nach Ceromo Lawang 2. 2 Tage später wieder zurück nach Probolinggo und 3. Am selben Tag dann noch in die Hauptstadt Jakarta zu bringen konnten wir nicht Nein sagen. Denn alleine der Zug nach Jakarta als Alternative hätte uns 30€ pro Person gekostet.

So haben wir uns die Zeit ganz gut vertrieben bis im kurz vor 2 der Shuttle kam und uns einsammelte. Wir freuten uns auf eine unkomplizierte Stunde Direktfahrt nach Ceromo Lawang – wie gebucht. Ich erwähne das so explizit weil es natürlich nicht geklappt hat. Weder sind wir direkt gefahren, wir haben sogar 5 Stopps gemacht, noch waren wir in 1 Stunde da, vielmehr haben wir 1 1/2 Stunden gebraucht. Aber man darf ja nicht deutscher sein als deutsch, nur 30 Minuten Verspätung ist für Asien pünktlich! Kaum waren wir dann da stellten wir zu allem Überfluss fest, dass sich in unserem Homestay niemand aufhielt. Weit uns breit kein Personal und schon gar keine anderen Gäste. Nach mehreren hin- und herfragen und einer Runde durch den kleinen Ort haben wir endlich jemanden gefunden, der den Inhaber anrief, der dann auch kam. Tatsächlich dachten wir erst wir stünden vor den falschen Haus denn sowohl die Adresse in der Buchungsbestätigung als auch der Standort auf der Buchungsseite waren andere. Doch es stellte sich heraus, dass wir richtig und nur alle anderen Angaben fehlerhaft waren. Nach dem Einchecken stellte sich dann auch heraus, weshalb dieses Homestay keine anderen Gäste hatte. Es war einfach nicht nur nicht schön, sondern entsprach nicht im mindesten irgendwelchen westlichen Standards. Irgendwann musste es ja passieren, wir waren ja schließlich nicht im Westen, sondern in einem der ärmeren Länder Asiens. Doch zumindest eine richtige Toilette hätten wir uns schon gewünscht, dieses Homestay verfügte leider nur über ein Loch im Boden mit Porzellanverkleidung drauf. Zum spülen gab’s nur einen Wassereimer daneben samt Schöpfkelle. Kein Wunder dass es in der Anzeige kein Foto vom Bad gab. Aber man muss auf dazusagen, dass es echt schwer war in Ceromo Lawang eine Unterkunft zu finden, die keine unterirdische Bewertung hat! Immerhin gab es eine heiße Dusche. Es bleibt dazu noch dazu zu sagen, dass das eine unserer teuersten Unterkünfte in Indonesien war und bei allen anderen war der Standard wesentlich höher. Auf der gesamten Reise gab es nur ein Zimmer, dass noch schlimmer war und zwar eins in Costa Rica.

Der Tag war jedoch nach dem hin und her und dieser langen Anfahrt für uns fast schon gelaufen. Wir begaben uns nur noch an den Eingang des Nationalparks und schauten den Sonnenuntergang hinter dem Vulkan Bromo – dem Grund für unsere Reise nach Ceromo Lawang.

Danach gingen wir Abendessen und früh schlafen. Eigentlich war der Plan am kommenden Tag auszuschlafen und nach einem entspannten Frühstück, und nachdem die ganzen Jeeps mit Touristen wieder weg wären, in den Nationalpark zum Vulkan zu wandern und ihn zu besteigen. An unserem Abreisetag wollten wir dann morgens in aller Frühe und Dunkelheit zum Sonnenaufgang zu einem Aussichtspunkt und diesen in der Vulkankulisse anzuschauen. Da wir dann jedoch 2 mal Eintritt in den Nationalpark hätten zahlen müssen, der mit 220.000 Rupien (ca. 13€) pro Person für indonesische Verhältnisse ziemlich teuer ist (vorallem wenn man bedenkt, dass Inländer nur 5.000 Rupien und damit nur ca. 0,30€ bezahlen) planten wir um. Wir wollten nun beides bereits am kommenden Tag machen.

Daher gingen wir wirklich äußerst früh schlafen – unser Wecker sollte nämlich bereits um 2:40 Uhr am Morgen klingeln – nachdem wir für den kommenden Tag soweit alles gepackt und vorbereitet hatten. Wie geplant sind wir am kommenden Tag nach einer viel zu kurzen Nacht (und waren ehrlich gesagt auch versucht einfach liegenzubleiben) um kurz vor 3 Uhr aufgebrochen. Auf den Straßen war schon erstaunlich viel Betrieb, nicht nur von Touristen die denselben Plan hatten wie wir, sondern auch Indonesiern die ihr Geld damit verdienten, den Touristen bereits zu dieser Stunde Frühstück und Getränke oder einfach ihre Dienste als Fahrer anzubieten. Wir verzichteten auf alles (hatten uns am Vortag bereits mit allem nötigen eingedeckt) und begaben uns auf direktem Weg in Richtung Aussichtspunkt.

Der Weg zum Aussichtspunkt auf einem Berg war nur 4km lang, dafür ausschließlich, und teilweise steil, bergauf. Daher haben wir für sie Strecke auch 1,5 Stunden gebraucht. Geplant hatten wir mit 2 Stunden, einfach um genug Zeit für Pausen zu haben und aufgrund des argen Aufstieges. Wir waren also schneller als gedacht, aber klar, Pausen zum fotografieren fielen ja schon mal weg, da kein Licht – keine Fotos. Das wollten wir dann aber beim Abstieg nachholen.

Wir hatten angedacht um 5 Uhr am Aussichtspunkt zu sein und somit vor dem Sonnenaufgang im kurz nach 6 Uhr noch genug Zeit zu haben um die Sterne zu fotografieren – jetzt mit dem Weitwinkelobjektiv sollten das ja spektakuläre Bilder werden! Leider kam alles anders – wenn auch für uns nicht weniger spektakulär!

Für den Sonnenaufgang hatten wir uns den Aussichtspunkt „King Kong“ ausgesucht. Aus dem einfachen Grund, dass dieser etwas ab von der Straße ist und daher nicht direkt von Jeeps, und damit geführten Touren, angefahren werden kann. Wir hofften also etwas mehr Ruhe ohne viele andere Touristen zu haben. Beim Aufstieg selber begegneten wir einigen wenigen anderen Touristen und hatten daher Hoffnung, dass es für uns tatsächlich ruhig werden würde. Bereits bevor wir um 4:30 Uhr ankamen zeigte sich die Morgenröte ganz deutlich am gesamten Himmel. Sterne zu fotografieren fiel daher schon mal flach, denn dafür war es bald viel zu hell. Als wir am Aussichtspunkt King Kong ankamen waren einige Touristen da, dennoch konnten wir uns einen sehr guten Platz ergattern mit genug Fläche für unser Stativ samt Kamera sowie die gopro auf Stativ in perfekter Sonnenaufgangsausrichtung. Direkt zu Beginn machten wir so schöne Bilder der Morgenröte in der Kulisse der diversen Vulkane:

Wer genau hinschaut, kann sogar den Hauptakteur, den Vulkan Bromo, qualmen und brodeln sehen. Für uns ein richtiges Highlight! Klar gibt es auch in Europa und überall auf der Welt aktive Vulkane aber so nah an einem dran zu sein, der aussieht als könnte er jeden Moment ausbrechen ist doch nochmal etwas ganz besonderes! Auch der Sonnenaufgang an sich war sehr schön und wir waren froh mit der Gopro eine Zeitrafferaufnahme gestartet zu haben:

Der Sonnenaufgang kam alles in allem schneller als wir dachten, denn angekündigt war er erst für kurz nach 6 Uhr. Aber vermutlich durch die Höhe war dir Sonne bereits um kurz nach 5 komplett aufgegangen. Ehrlich gesagt kam uns das ganz gelegen, denn es war richtig, richtig kalt! Zwar hatten wir vorgesorgt und uns Mütze, Schal, Handschuhe und eine Fleecejacke zum drüberziehen mitgenommen aber das war bei weitem nicht genug! Durch den Wind und die Anhöhe war es richtig eisig. Nach mittlerweile 1,5 Wochen in Indonesien bei muckeligen 30-35°, auch nachts, hatten wir damit dann doch nicht gerechnet. Deshalb waren wir froh, als um kurz nach 5 etwas Bewegung kam, es wurden Fotos gemacht und nach und nach brachen die anderen Touristen auf. Wir blieben sitzen und warteten, bis es sich etwas geleert hatte. Da die Sonne ja aufgegangen war genossen wir die ersten Sonnenstrahlen und dass es endlich wärmer wurde.

Als wir dann fast alleine waren machten wir auch noch in Ruhe einige Fotos.

Doch bevor wir uns an den Abstieg machen wollten, ging es für uns erstmal noch ein Stück höher, denn über dem Standard-Aussichtspunkt, der auch von den Jeep-Touren angefahren wird, ist eine Base, an der man Heißgetränke etc. kaufen kann. Hier wollten wir noch in Ruhe frühstücken. Da wir im Vorfeld nicht wussten, wie viel wir da oben zu kaufen bekommen würden, haben wir uns am Vorabend schon eine Porridge-Mischung vorbereitet. Heißes Wasser und damit unser gesamtes Frühstück in atemberaubender Kulisse kpnnten wir uns für umgerechnet knapp 0,30€ dazukaufen. Einzig unsere Bananen haben uns gefehlt, die haben es nicht so lange überlebt und wurden schon weit früher von uns gegessen ??‍.

Dann ging es für uns um halb 7 Uhr an den Abstieg. Und endlich sahen wir auch die Natur um uns herum. An einigen Stellen sah es um uns herum aus als sei alles verbrannt:

Wie wir später erfuhren hatte es dort tatsächlich nur einige Tage vor unserer Ankunft gebrannt. Wir hielten an einigen Stellen um Fotos aus einer anderen Perspektive von dem Vulkanen zu machen.

Der Abstieg war weit weniger anstrengend als der Aufstieg, nicht zuletzt weil wir den Weg klar und deutlich vor uns sahen und uns nicht mit der Taschenlampenfunktion im Handy selbst den Weg ausleuchten mussten. Es ging über viel loses Geröll und Vulkanasche teilweise ganz schön steil bergab, denselben Weg den wir am Morgen aufgestiegen waren, bis zu einer Abzweigung Richtung Bromo. Zunächst liefen wir über (Frühlingszwiebel-)Felder bevor der eigentliche Abzweig in den Nationalpark und zum Bromo kam. Hier standen Warnschilder, dass es sich bei diesem Weg um keinen touristischen Weg handele und Betreten verboten sei. Dies war ein kläglicher Versuch die Touristen dazu zu bewegen die offiziellem Eingänge zum Nationalpark zu nutzen. Selbst Schuld, hier war kein Kontrollposten, der den Eintritt abkassiert hat.

Wie nutzten trotzdem diesen „nicht touristischen Weg“, natürlich nur weil wir keinen Umweg laufen wollten ? und begaben uns somit auf den direkten steilen Abstieg zum Bromo. Kaum hatten wir den Abstieg durch den Wald hinter uns, fanden wir uns auf einer geraden Richtung Bromo wieder. Hier hatten wir bereits einen schönen Blick auf die Vulkane und wie auch vorher liefen wir komplett über Vulkanasche:

Den anstrengendsten Part hatten wir allerdings noch vor uns, denn nach 8km Abstieg und damit 2,5 Stunden hatten wir bereits 9 Uhr am Morgen und es begann heiß zu werden – und das pünktlich zum Aufstieg auf den Bromo. Hier warteten ganz zum Schluss einige unserer geliebten Treppen auf uns, doch die Vorfreude trieb uns an. Doch es wurde nicht nur heiß, es würde auch von Minute zu Minute leerer, denn die ganzen geführten Touren fahren vom sunsetpoint zum Bromo und sind deshalb vor 9 Uhr schon wieder durch. Wir hingegen hatten uns den ganzen Morgen Zeit gelassen und das zahlte sich jetzt aus. Wir konnten die Besteigung und die Umrundung in unserem Tempo machen, in aller Ruhe Fotos machen und vorallem ohne andere Touristen mit drauf.

Aber ehrlichgesagt war ich erstmal ein bisschen enttäuscht je näher wir dem Vulkankrater kamen, denn ich hatte bereits im Vorfeld gelesen, dass man den Vulkan brodeln HÖREN können soll. Und darauf wartete ich vergeblich. Doch oben angekommen stellte sich heraus, dass das Rauschen, dass wir bereits von weitem gehört hatten und als Grundrauschen von Autos etc. abgetan hatten, eigentlich vom Vulkan kommt. Und oben am Krater angekommen wurde uns das umso eindringlicher bewusst. Der Vulkan brodelt und man kann es nicht nur hören, man riecht es auch. Denn diese vermeintliche Qualmwolke die aus dem Bromo aufsteigt riecht penetrant nach Schwefel. Das Gefühl da einfach nur oben zu stehen, mit der Aussicht und der Geräuschkulisse war etwas einzigartiges!

Erstmal kamen wir an, realisierten, genossen. Denn wir wussten, an einen solchen Ort würde es uns nicht mehr so bald verschlagen. Wir brauchten erstmal ein paar Minuten um anzukommen und das für uns zu verarbeiten bevor wir uns an die Umrundung machten. Die Umrundung des Kraters ist mit 2,5km überschaubar und locker und entspannt in 1 Stunde machbar. Und die Stunde hatten wir uns auch fest eingeplant. Leider kam es jedoch wieder anders. Der Fußweg war nämlich nicht nur sehr schmal, sondern auch gar nicht gesichert. Schlimmer sogar: an einer Stelle nach nur etwa einem Drittel des Weges, war der Fußweg zum größten Teil weggebrochen und wir wagten uns nicht mehr weiter. Vor verweilten dort in der Sonne, nahmen uns Zeit für Fotos, aßen unsere letzte Wegzehrung in form von Schokokeksen und kehrten um.

Der Rückweg von gut 4km zur Unterkunft war dann nur noch reine Formsache. Vorallem lockte uns aber die Aussicht auf ein Bett und einen wohlverdienten Mittagsschlaf. Als wir gegen 11:30 Uhr an der Unterkunft zurück waren, nach 8,5 Stunden unterwegs und schon knapp 19 zurückgelegten Kilometern waren wir mehr als dankbar um einige Stunden Mittagsschlaf! ?

Dem restlichen Tag verschliefen wir leider und standen nur noch auf um für den kommenden Abreisetag zu packen und Abendessen zu gehen.

Ach übrigens, Eintritt für den Nationalpark mussten wir keinen mehr zahlen ??.

Tag 11 begann für uns unerwartet früh, denn schon um 7 Uhr waren wir ausgeschlafen. Daher lasen wir und gingen den Tag, nach dem gestrigen hektischen und frühen Aufbruch, entspannt an. Nach dem Frühstück wurden wir dann von unserem 10 Uhr Transfer überpünktlich um 9:20 Uhr eingesammelt und los ging es zurück nach Probolinggo. Dort angekommen war es erst 11 Uhr und unser Transfer nach Jakarta sollte erst um 13 Uhr starten, sodass wir und mit Wasser und einer Zwischenmahlzeit die Zeit vertrieben. Leider sollte für unsere Weiterreise alles anders kommen als geplant. Denn als wir dem Organisator unser Hotel in Jakarta mitteilten, der Transfer sollte uns nämlich direkt am Hotel abliefern, stellte sich heraus, dass dieser uns über den Tisch gezogen hatte. Statt der gewünschten Fahrt in die Hauptstadt Indonesien nach Jakarta hatte er uns eine Fahrt nach Yogyakarta verkauft. Liegt ja auch nahe, klingt ähnlich (nicht) und liegt ja auch fast nebeneinander (nicht – es liegen 500km Luftlinie dazwischen!).

Nach einiger Diskussion bekamen wir immerhin anteilig das Geld zurück und machten uns auf den Weg zum öffentlichen Busbahnhof, den wir einfach 2 Tage vorher bereits hätten aufsuchen sollen. Wie sich herausstellte brauchen Busse von Probolinggo nach Jakarta 18 Stunden und kamen daher für uns schon mal nicht in Frage. Alternative war ein Zug von Surabaya aus, der in 7 Stunden da wäre. Also stiegen wir wieder in einen öffentlichen Bus nach Surabaya wo wir 2 Stunden später ankamen.

Glücklicherweise fanden wir ein Cafe mit WLAN (gar nicht mal so üblich auf Java) und konnten die Überfahrt nach Jakarta buchen. Oder soll ich lieber sagen Überflug? Denn mal wieder haben wir uns für die kaum teurere aber wesentlich bequemere Variante eines Inlandsfluges entschieden. (Kurzer Hinweis an dieser Stelle, wir flogen mit der Airline, die nur eine gute Woche später bei einem Flug von Jakarta nach Singapur ein Flugzeug nach nur knapp 15 Minuten in der Luft im Meer verlieren sollte. Gut, dass wir davon allerdings noch nichts wussten!!) Da der Flug jedoch erst im 21 Uhr starten sollte, vertrieben wir uns bei WLAN in dem Cafe die Zeit und aßen bereits zu Abend, bevor wir direkt vom Bahnhof zum Flughafen aufbrachen.

Der Flug hatte (typisch Asien) natürlich wieder eine Stunde Verspätung. Als wir ankamen und unser Gepäck zusammen hatten riefen wir uns ein Grab zum Hotel. Durch die Verspätung des Fluges kamen wir nach 1 Uhr, und damit nach dem offiziellen Check-in, an, hatten aber Glück und das Personal erwartete uns. Wir checkten ein und gingen einfach nur erleichtert schlafen, dass wir es bis nach Jakarta geschafft hatten.

Da wir im Vorfeld nur 1 Nacht gebucht hatten hieß es nach dieser ersten Nacht in Jakarta schon wieder Unterkunft wechseln. Allerdings quasi nur um die Ecke in ein anderes Hotel wo wir für ganze 4 Nächte bleiben sollten. So lange waren wir schon seit Brisbane nicht mehr an einem Fleck aber nach den ereignisreichen letzten Wochen konnten wir das wirklich gut gebrauchen!

Die Tage 12 und 13 verbrachten wir damit auszuschlafen, die Stadt zu erkunden, zu schlendern und uns in Cafes zu setzen. Hier hatten wir endlich das Gefühl in Indonesien angekommen zu sein. Jakarta ist gar nicht touristisch, umso mehr freuen sich die Einheimischen wenn Touristen die Stadt erkunden. Hier sind wir nahezu (Ausnahme sind unsere Busfahrten mit dem öffentlichen Bus) erstmals in Indonesien auf Einheimische getroffen, die uns nichts andrehen oder verkaufen wollten und das genossen wir sehr.

Was uns allerdings direkt negativ aufgefallen ist, ist dass ganz Jakarta von Flüssen und Kanälen durchzogen ist, das Wasser allerdings unangenehm stinkt. Nicht nur ein bisschen, wenn möglich vermieden wir es sogar am Kanal entlang zu laufen, ganz abgesehen davon daneben zu verweilen um Pause zu machen. Es ist so viel Dreck und Müll im Wasser, dass es ganz schwarz ist. Für uns als running-gag hieß das Wasser nur noch Stinkwasser. Und wirklich, der Name war Programm!

Dafür kamen wir auch erstmals mit Indonesiern in Berührung, die total begeistert waren Europäer zu sehen und alle Fotos und Videos mit uns machen wollten. Das reichte von Kinder vor uns stellen während wir auf einer Bank saßen und einfach ungefragt drauflosfotografieren bis hin zu vorgeschobenen Schulprojekten um uns Filmen zu können während wir interviewt werden. Teils ziemlich aufdringlich, teils sehr niedlich. So lange sie gefragt haben haben wir uns jedenfalls sehr darüber gefreut und mitgemacht. Unser Highlight was das angeht war jedoch, als wir von einem alten Frachthafen kamen:

Eine bestimmt 10-köpfige Gruppe Mädels maximal im Grundschulalter, die ausgeflippt ist als würde Justin Bieber vor ihnen stehen und ein Foto mit uns wollte. Als wir zugestimmt haben fing erstmal das Gekreische an – komisches Gefühl irgendwie – und nach bestimmt 20 Fotos wollten sie dann noch unsere Handynummern haben ? schade ist allerdings, dass wir in der Aufregung auch vergessen haben selbst ein Erinnerungsfoto für uns zu machen – schade aber die Gelegenheit kommt bestimmt nochmal!

Auf dem Weg zurück zur Unterkunft hatte ich hier eines dieser berühmtem Aha-Momente. Wir liefen am Stinkwasser entlang (es war unvermeidlich) und sahen bestätigt, was wir schon vermutet hatten: die Abwasserleitungen einiger Häuser endeten in diesem Kanälen. Doch das war noch nicht das schockierende, schlechte Abwassersysteme hatten wir schon in anderen Ländern gesehen. Was mich wirklich schockiert hat, war, dass Jugendliche sich in diesem Wasser ihr Abendessen gefischt haben. Denn die Kanäle enden im Meer, daher ist nicht weiter verwunderlich, dass auch Fische im Stinkwasser leben. Aber dass sie gegessen werden finde ich ekelerregend und bedrückend. Die Szene haben wir natürlich nicht fotografiert, aber dieses Foto ist nur etwa 100m vorher entstanden und man sieht darauf, dass die Abwasserleitungen im Stinkwasser enden. Außerdem sieht man ein bisschen wie dreckig das Wasser ist.

An Tag 14 stand für uns wieder ein kleines Highlight an. Denn wir führen in die touristischen gar nicht mal so erschlossenen Thousand Islands (obwohl es eigentlich lange keine 1.000 Inseln sond) nördlich von Jakarta. Morgens um 8 Uhr fuhren wir mit der Fähre nach Pulau Pari. Nach 1,5 Stunden Fahrt legten wir dort an und waren froh diese Insel gewählt zu haben. Denn bei Thousand Islands gibt es Inseln unterschiedlich Art und Qualität. Während die nahegelegeneren wie z. B. Pulau Ayer sehr überlaufen sind und die ganz weit entfernten überwiegend Resort-Inseln mit ausschließlich Touristen sind, haben wir uns für das Mittelmaß entschieden: auf Pulau Pari hatten wir kaum Touristen, dafür auch kein Resort, sondern einfachen Sandstrand unter Einheimischen. Und was soll ich sagen, es war toll!

Wir hatten diesen ruhigen weißen Sandstrand mit dem hellblauen Wasser fast dauerhaft für uns alleine, konnten ausspannen und Indonesien für uns verarbeiten. Endlich waren wir mal nicht den ganzen Tag auf Achse und liefen keine 30.000 Schritte am Tag. Es war Eis am Strand, Entspannung und Erholung angesagt. Wie sagt man, manchmal sind es die kleinen Dinge…

Als wir abends zurück im Hotel sond haben wir 19 Uhr uns wir sind platt. Manchmal kann auch so ein Tag in der Sonne ziemlich kräftezehrend sein, daher gehen wir nur noch Essen und bereiten uns seelisch und moralisch auf unseren letzten richtigen Tag in Indonesien vor.

Der nächste Tag wurde ein Planungstag. Morgens holten wir uns Frühstück in einer neu entdeckten holländischen Bäckerei, wobei der Name nicht Programm war, und wir enttäuscht waren.

Der restliche Tag steht komplett im Zeichen der Planung, denn wir haben uns vorgenommen die gesamte restliche Reise knapp 8 Wochen vor Rückkehr nach Deutschland zu planen. Zumindest in Grundzügen, Flüge etc. Und wir haben es geschafft. Doch was noch tolles auf uns wartet, da müsst ihr euch noch gedulden.

Am nächsten Morgen geht es mach einem kleinen Frühstück zum Flughafen und ab nach Singapur. Wir sind gespannt auf unseren kurzen Abstecher von 3 Tagen! ?

Noch eine Ergänzung. Die Reise über hatten wir ja schon ziemlich Glück, von Vulkanausbrücke auf Isabella, Galapagos nur 2 Tage nach unserer Abreise über einen Schneesturm in Bolivien, der auch anders für uns hätte enden können, bis hin zu diesem Flugzeugabsturz in Indonesien der Airline, mit der wir nur 1 Woche früher noch geflogen waren. Was ich im Eifer des Gefechts beim ersten Indonesien-Blog vergessen habe zu erwähnen: in unserer ersten Nacht in Ubud gab es morgens um 5 Uhr in aller Frühe ein Erdbeben der Stärke 6,4. Komisches Gefühl wenn plötzlich das Haus in dem man schläft wackelt! Mal davon abgesehen dass es im Anschluss keinen Tsunami gab, konnten wir uns 15km Luftlinie im Landesinneren einigermaßen in Sicherheit wähnen. Damit sind wir jetzt schon bei 4 Glücksfällen auf unserer Reise! (Komischerweise schreibe ich immer nur davon wie alles anders kommt als geplant, wie viel Pech wir haben und dass wir über den Tisch gezogen wurden. Wir hatten aber bisher auch echt viel Glück in den gut 5 Monaten unserer Reise, gerade bei den wichtigen Dingen, und darüber sind wir unheimlich froh!)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.