Tage 1 bis 7 in Thailand

Tage 1 bis 7 in Thailand
Pünktlich um halb 5 Uhr morgens standen wir an der Bushaltestelle bereit von der aus wir um 5 Uhr mit einem Shuttle Richtung Grenze zwischen Malaysia und Thailand aufbrechen sollten. Natürlich war um halb 5 Uhr noch niemand da. Auch um 5 Uhr war weder ein Shuttle Bus vor Ort, noch das Büro der Agentur offen. Klasse. Immerhin hatte sich mittlerweile eine kleine 3-köpfige malaysische Familie zu uns gesellt. Zwar mit der Frage, ob sie hier richtig wären, aber immerhin warteten wir nicht mehr alleine. Endlich um 5:20 Uhr tauchte der Shuttle Bus endlich auf, unser Gepäck wurde eingeladen und wir durften auf einem der kläglichen verbleibenden Sitzplätze Platz nehmen. Natürlich nicht nebeneinander.

Die nächsten Stunden der Fahrt verbrachten wir mit dem Versuch zu schlafen. Doch leider waren wir bereits nach etwa 2 Stunden an der thailändischen Grenze angekommen und wollten nicht mehr weiterschlafen. Zu allem Überfluss fiel uns dann noch ein, dass in Thailand bei Einreise die Ausreise nachgewiesen werden muss. Kein Problem, die Flüge nach Sri Lanka hatten wir bereits gebucht. Allerdings wollten wir ein Chaos wie in Chile besonderer Weiterreise nach Neuseeland vermeiden. Also kümmerten wir uns kurzerhand, während wir quasi schon an der Grenze waren noch schnell online um Visa und um unsere erste Unterkunft in Sri Lanka (da zur Beantragung der Visa erforderlich).

Erst waren wir total hektisch und standen unter Strom. Wäre allerdings gar nicht nötig gewesen, denn vor der Grenze standen wir noch eine gute Stunde im Stau. Gegen 8:20 Uhr stand dann für uns die Ausreise aus Malaysia an, was uns schon mehr als eine ganze Stunde kostete. Dann ging es weiter zur thailändischen Grenze, wo wir wieder eine knappe Stunde verbrachten. Rückblickend hätten wir uns den Stress mit Visa und Unterkunft sparen können, denn an der Grenzkontrolle hat keiner danach gefragt ?.

Nach 3 vollen Stunden Stau und Grenzen machten wir uns dann an die Weiterreise nach Phuket, wo wir nach einer sehr unspektakulären, wenn auch rasanten Fahrt abends um 18 Uhr am Busbahnhof ankamen. Von dort aus schnell mit dem Taxi zum Hotel und dann gab’s endlich leckeres thailändisches Abendessen.

Nach den Anstrengungen des Tages und da Sebi noch immer nicht ganz auf der Höhe war, gingen wir früh schlafen und erfreuten uns nach langer Zeit erstmals wieder an einem richtigen Hotel, das sogar 3 Sterne hatte! ?

Am nächsten Tag hieß es für uns erstmal ausschlafen und ein bisschen planen, was wir auf Phuket überhaupt machen wollten – ja, so verplant sind wir, das wird sich auch bis zum Ende der Reise nicht mehr ändern. ? erst als wir dann hungrig wurden verließen wir das Hotel und gingen frühstücken. Da uns die letzten 2 Wochen der Reise einfach viel zu anstrengend und zu hektisch waren, nirgends waren wir länger als 2 Nächte, bzw. in 2 Wochen waren wir damit im 4. Land angekommen (Indonesien, Singapur, Malaysia und jetzt Thailand). Dafür wollten wir es jetzt in Thailand entspannter angehen lassen, mit ausreichend Zeit zum erholen, Sonne und Strand. Daher fingen wir direkt mit der Erholung an, machten einen Wellnesstag und gönnten uns nach einem erneuten Abstecher ins Hotel pro Person 1,5 Stunden Massage (Thai-Massage und Fußmassage).

Anschließend ging es für uns wieder zurück ins Hotel – Mittagsschlaf.

Zum Sonnenuntergang zogen wir dann nochmal los. Unser Hotel lag etwas außerhalb von Phuket Stadt, weshalb wir es in die Stadt immer recht weit hatten. Allerdings lag es perfekt für den Khao Rang Aussichtspunkt, wo wir den Sonnenuntergang anschauen wollten. Leider hatten wir Pech und der Himmel zog zu, als wir auf dem weg nach oben waren. Vom Sonnenuntergang war daher leider nicht ganz so viel zu sehen.

Leider ging es dann auch noch an zu regnen, sodass wir die Flucht antraten. Wir gingen also zurück zum Hotel, wobei es auf dem weg bereits aufhörte zu regnen. Also machen wir uns direkt auf den Weg in die Stadt zum Abendessen. In Phuket ist außerdem am Wochenende immer ein Nachtmarkt, den wir uns natürlich nicht entgehen lassen wollten. Abendessen war sehr lecker, der Nachtmarkt dafür leider etwas enttäuschend. Trotzdem gingen wir erholt und zufrieden schlafen und freuten uns auf Strand und Entspannung in den nächsten Tagen.

Der nächste Tag begann direkt etwas früher, wir frühstückten in der Stadt und machten uns direkt auf den Weg zum Strand. Und eigentlich gibt es nicht viel zu erzählen, wir lagen echt den ganzen Tag in der Sonne und haben es genossen! Der Strand (Patong Beach) war leider sehr voll und auch nicht so schön wie andere. Aber die Strände der nächsten Tage machten das wieder wett. Abends gingen wir nochmal zum Wochenend-Nachtmarkt, denn der Samstag sollte der Haupttag sein. Und dieses mal haute uns der Markt wirklich um! Nicht nur, dass es viel mehr Stände mit Streetfood, Kleidung etc. gab, es waren auch viel mehr Besucher da, die sich durch die Gässchen drängten. Dieses mal hat uns der Nachtmarkt wirklich gut gefallen!

Am nächsten Tag stand bereits wieder ein Ortswechsel an, denn das Hotel in Phuket Stadt hatten wir nur für 3 Nächte gebucht. Danach ging es für uns nach Patong, wo wir weitere 2 Nächte verbrachten. Mit dem öffentlichen Bus waren wir schnell und unkompliziert in Patong, gingen zum Hotel, checkten ein und brachen direkt zu Fuß auf zum Freedom Beach, der unser Paradise Beach werden sollte (irgendwie hatte ich ihn die letzten Tage schon als Paradise Beach bezeichnet ohne zu wissen, dass er wirklich paradiesisch werden würde). Der Weg war etwas beschwerlich, da man erstmal ein ganzes Stück an der Straße entlang bergauf gehen musste, bevor es durch Staub und Geröll bergab ging. Aber als wir erstmal unten angekommen waren, haute uns der Anblick echt um!

Eine kleine Bucht, kaum Menschen, klares Wasser und weißer Sand. Wirklich paradiesisch! Die Mühen hatten sich also gelohnt und wir waren mehr als froh den beschwerlichen Weg gegangen zu sein. Hier verbrachten wir den restlichen Tag in atemberaubender Kulisse.

Bis es anfing zu regnen und gewittern, was allerdings glücklicherweise nur von kurzer Dauer war. Trotzdem brachen wir kurz vor Sonnenuntergang zum Rückweg auf.

Tag 4 in Thailand sollte etwas abenteuerlich für uns werden. Nachdem nämlich einige Wochen seit unserem letzten Ausflug mit dem Roller auf Nusa Penida vergangen waren, wagten wir uns wieder daran und liehen uns einen Roller für den Tag. Unsere erste Station für den Tag war der Aussichtspunkt Promthep Cape. Doch bereits auf dem weg dorthin gerieten wir in eine Polizeikontrolle. Leider hatten wir einen Roller gemietet, der zu viel Leistung für unseren Führerschein hatte. Denn einen Motorradführerschein haben wir beide nicht ? wir mussten daher 500 Baht (ca. 13,50€) Strafe zahlen und durften weiterfahren. Witzig daran ist: die Strafe gilt für den ganzen Tag, man darf also weiterfahren und kann kein 2. Mal deswegen zur Kasse gebeten werden. Ich glaube das wäre in Deutschland anders!

Als wir dann am Promthep Cape ankamen, waren einige Touristen dort unterwegs. Doch nur oben am Aussichtspunkt, man kann auch ganz nah unten weiterwandern, was wir auch gemacht haben. Dort waren kaum Touristen und wir hätten echt die Ruhe die schöne Aussicht und das Meeresrauschen zu genießen.

Den restlichen Tag stand Strand für uns auf dem Programm – erst der Ya Nui Beach, der uns einfach zu voll war, und dann der Ao Sane Beach, der uns deutlich besser gefallen hat. Hier blieben wir den restlichen Tag bis zum Sonnenuntergang. Zurück nach Patong fuhren wir dann bei Dunkelheit, da die Straßenverhältnisse in Thailand deutlich besser als in Indonesien oder speziell auf Bali oder Nusa Penida war das kein Problem.

Am nächsten Morgen reisten wir bereits weiter nach Koh Phangan – was sich als gar keine gute Entscheidung herausgestellt hat. Schon auf der Fahrt dorthin fing es immer wieder an zu regnen, auch der Transfer selber hat uns ganz schön geschafft, denn wir waren von 8 Uhr morgens bis 19 Uhr abends unterwegs (für 300km). Und kamen dann an bei Regen. Dieser Regen würde uns dort zum Verhängnis. Wir bekamen nämlich die Ausläufer eines Taifuns ab und hatten tagelang nur Regen. Regen und Sturm. Und zwar so stark, dass wir die Bungalow-Anlage gar nicht erst verlassen konnten.

Eigentlich schade, denn die Insel und auch unsere Bungalow-Anlage waren bei gutem Wetter bestimmt richtig schön gewesen!

So aber, und da das Wetter für die kommende Woche noch unverändert bleiben sollte, reisten wir nicht wie geplant nach 3 Nächten weiter nach Koh Tao, sondern bereits einen Tag früher nach Bangkok in den Norden Thailands. Und das am späten Nachmittag an Tag 7 in Thailand – nach wie vor bei strömendem Regen.

Tage 5 bis 8 in Malaysia

Ohne Verspätungen kamen wir nach einer sehr kalten Fahrt in Tanah Rata in den Cameron Highlands an und bezogen erstmal unser Zimmer für die nächsten Nächte. Dass die Busfahrt so problemlos und vorallem ohne Verzögerungen vonstatten gegangen war überraschte uns richtig! Denn bisher hatten wir auf jeder Busfahrt in Asien Verspätung! Die pünktliche Ankunft war jedoch gut so, denn leider ging es Sebi nach der Busfahrt nicht besonders gut, vermutlich durch die Klimaanlage, sodass wir den restlichen Abend entspannt angehen lassen wollten, damit er für die nächsten Tage wieder fit sein würde. Da es bereits Abend war, als wir ankamen und nachdem wir eingecheckt hatten, zogen wir direkt los und gingen Abendessen, bevor wir am Abend einen Plan für den nächsten Tag aufstellten – wir sind da ja immer mehr als spontan ?.

Plan war es generell eine Teeplantage zu besuchen und nach viel Zeit in diversen Städten Indonesiens, Singapurs und Malaysias endlich mal wieder in der Natur zu sein und das zu genießen. Da die Cameron Highlands allerdings ganzjährig die regenreichste Region Malaysias ist, hofften wir hierfür zusätzlich auf gutes Wetter oder zumindest auf keinen Regen. Als wir ankamen regnete es zumindest schon mal nicht, auch wenn es wolkenverhangen und ungemütlich war. Das ganze Ende der kurvenreichen Fahrt von Kuala-Lumpur nach Tanah Rata hätte es bereits geregnet.

Am nächsten Morgen hatten wir dann immernoch Hoffnung auf gutes oder zumindest beständiges Wetter. Morgens war es zwar bewölkt, an einigen wenigen Stellen konnte man jedoch blauen Himmel hinter den Wolken ausmachen. Vielleicht sollten wir also Glück haben und noch ein bisschen Sonne abbekommen. Leider nein, leider gar nicht. Wir machten uns am Vormittag nach dem Frühstück auf zum Busbahnhof, wo wir ein Taxi zur Sungai Palas BOH Tea Plantation nahmen. Grab gibt es in den Cameron Highlands leider nicht, dafür haben die Taxen Festpreis und Preisliste hängen am Busbahnhof aus, sodass wir zu einem akzeptablen Preis zur Teeplantage kamen. Der Taxifahrer bot ins so gar an 45 Minuten auf uns zu warten während wir uns die Plantage anschauen und uns dann mit zurück zu nehmem, was wir jedoch dankend ablehnten.

Denn unser Plan war es durch die Teeplantage, über mehrere Aussichtspunkte sowie Mount Brinchang nach Brinchang Stadt zu laufen und von dort aus mit Bus oder Taxi zurück nach Tanah Rata zu fahren. Die Strecke wäre etwa 10km lang gewesen mit etwa 500 Höhenmetern Auf- und wieder Abstieg, sodass wir gesamt 3,5 Stunden Wanderung einplanten. Dafür hätten wir jedoch eine tolle Wanderung mit schönen Aussichten auf Teeplantage und Umgebung bekommen. Doch kaum waren wir angekommen kam wieder alles anders als geplant. Denn dort gab es direkt ein Cafe mit Tee und Kuchen (auch mit sehr speziellen Kuchensorten wie Tee-Cheesecake etc.). Also genehmigten wir uns Tee und Eistee zu Kuchen und dieser tollen Aussicht auf die Teeplantage:

Leider wurde das Wetter nicht besser, ganz im Gegenteil, es war vollständig zugezogen, wenn es auch nicht regnete. Also brachen wir auf und marschierten los, am Rande der Teeplantagen und direkt fing es auch zu nieseln an. Aber Nieselregen hält uns ja nicht mehr auf, wie sagt man so schön: ‚wir sind ja nicht aus Zucker‘.

Als der Regen jedoch stärker wurde beschlossen wir einen früheren und direkteren Abzweig nach Brinchang zu nehmen, wodurch wir uns 2,5km Strecke und vorallem 350 Höhenmeter Auf- und Abstieg sparen wollten. Plötzlich begann es wie aus Eimern zu schütten und wir stellten uns bei erster Gelegenheit schützend im Trockenen unter.

Ab hier war das Glück wieder auf unserer Seite, wenn auch das Wetter erstmal nicht besser wurde. Aber: eine liebe weltreisende 3-köpfige Familie, die aufgrund des schlechten Wetters an derselben Stelle in ihrem Mietwagen abgewartet hatte wie wir, entschied sich zurück zu fahren und bot uns an uns mitzunehmen. Zumindest einen Teil der Strecke – was wir natürluch dankbar annahmen, denn das Wetter hätte sich in den 15 Minuten die wir dort untergestellt waren nicht im geringsten verbesserg. Bos zum Fuß des Berges fuhren wir mit der Familie mit und tauschten uns aus. Dort verabschiedeten wir uns – immernoch dankbar – und bestritten den Rest des Weges von nur noch knapp 4km zu Fuß – der Regen hatte mittlerweile komplett aufgehört! Nach einer guten weiteren Stunde waren wir in Brinchang angekommen und nahmen ein Taxi zurück zu unserer Unterkunft.

Wir waren nicht besonders lange unterwegs, zumindest definitiv nicht so lange wie wir eigentlich geplant hatten, aber der Regen und die Nässe in Kombination mit dem langen Laufen hatten Sebi, der ja ohnehin angeschlagen war, ganz schön geschafft, sodass dieser, zurück in der Unterkunft, froh um ein Päuschen samt Mittagsschlaf war. Danach gingen wir nur Essen und früh schlafen. Denn am nächsten Tag stand schon wieder die Weiterreise an – und das in aller Frühe!

Am nächsten Morgen ging es nach einem schnellen Porridge-Frühstück zum Busbahnhof und ab in den Bus nach Georgetown/Penang. Georgetown sollte, dicht gefolgt von Kuala-Lumpur, unser Malaysia Highlight werden. Um das gesund genießen zu können sorgte Sebi dieses mal vor und setzte sich in langer Kleidung, geschlossenen Schuhen und extra-Fleecejacke in den Bus und schlief die gesamte Fahrt über durch. In Georgetown angekommen ging es ihm jedoch noch nicht besser, sodass wir nach dem Einchecken im Hotel, was zum Glück problemlos vorzeitig möglich war, noch 3 Stunden auf dem Zimmer verbrachten und Sebi weiterhin schlief.

Leider ging es ihm auch nach 3 weiteren Stunden schlafen nicht besser. Außerdem hatten wir das Gefühl, dass er Fieber hat, weshalb wir nachmittags noch zum Arzt gingen. Das war glücklicherweise sehr unkompliziert, der Arzt sprach Englisch und gab uns direkt Medikamente, Vitamine und Antibiotika mit.

Für das alles ☝? haben wir außerdem inklusive Arztbesuch nur 8€ gezahlt!

Den restlichen Tag stand schonen auf dem Programm – das war wichtiger als schon mal die Stadt zu erkunden. Das Hotel verließen wir nur noch um am Abend essen zu gehen.

Auch den nächsten Tag ließen wir entspannt angehen und schliefen aus und frühstückten in Ruhe. Dank der Medikamente (Antibiotika wollte Sebi vorerst noch weglassen und hat sich auf die restlichen Sachen beschränkt) ging es Sebi am nächsten Tag schon deutlich besser. Vorallem das Fieber war rapide gesunken, wenn er sich noch sehr schlapp war und viel hustete. Trotzdem ging es ihm gut genug um die Stadt zu erkunden! Also machen wir uns auf und schauten uns die tolle und abwechslungsreiche Streetart in Georgetown an. Wen auch nicht immer alles wirklich Kunst für uns war, wie bei diesen Exemplaren:

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at Georgetown schon ganz tolle Streetart zu bieten, von den bekannteren Motiven:

Bis zu unbekannteren, neueren Motiven:

Wir waren schlichtweg begeistert! Und wir haben wirklich einige Stunden mit entspanntem schlendern durch die Stadt verbracht, haben jeden Winkel der Stadt nach Kunst oder dem was man so unter Kunst versteht abgesucht, unterbrochen durch einige Pausen zum Verweilen und fotografieren, sowie einem Kaffee/Tee und Postkarten schreiben in einem kleinen Cafe.

Georgetown hat uns wirklich begeistert! Nicht nur die Streetart, wofür Georgetown eben bekannt ist, sondern die gesamte Stadt war super schön! Etwas alternativ, mit vielen Cafes und trotzdem nicht überlaufener als Melakka oder Kuala-Lumpur! Wir haben uns hier wirklich wohlgefühlt und wären gerne eine Nacht länger geblieben. Georgetown sollte unserer Meinung nach auf dem Plan für jeden Malaysiareisenden stehen. Und wer nur einen kurzen Abstecher nach Malaysia macht, sollte statt Kuala-Lumpur (wie es viele machen) lieber Georgetown einen Besuch abstatten! Doch nach einem ruhigen Abend bei gutem (wenn auch unheimlich scharfem) Essen und einer kurzen Nacht ging es am nächsten Morgen in aller Frühe um 5 Uhr schon weiter ins nächste Land unserer Reise. Doch dazu mehr im nächsten Bericht!

Tage 1 bis 4 in Malaysia

Wie bereits angekündigt hat das mit dem Transfer nach Malaysia alles nicht so gut geklappt – zeitlich. Denn alles andere war super! Wir hatten VIP-Busse mit nur 24 extragroßen Sitzen mit Massagefunktion etc. Der erste Eindruck war schon mal gut. Auch sind wir pünktlich um 17 Uhr in Singapur abgefahren. Bis zur Grenze war es nicht weit und auch dort ging alles sehr unkompliziert vonstatten! So schnell hatten wir selten 2 neue Stempel für unsere Reisepässe bekommen! Leider hatten wir dann jedoch trotzdem 2 Stunden Aufenthalt an der Grenze, weil wir noch auf Nachzügler gewartet haben, und sind schließlich unvollzählig weitergefahren.

Durch diesen langen Aufenthalt an der Grenze, und sonstige typisch asiatische Verspätungen, kamen wir erst um 22:45 Uhr, statt geplant um 21:00 Uhr in Melakka an. Eigentlich kein Problem, um die Uhrzeit hat man ja keinen Stress, auf Reisen schon gar nicht. Dieses mal hatten wir jedoch ein Hostel gebucht, bei dem der check-in nur bis 22 Uhr möglich ist. Bis wir mit Grab und Sucherei am Hostel waren, hatten wir bereits 23:15 Uhr, die Türen waren verschlossen und wir konnten nicht mehr einchecken.

Glücklicherweise hielt ein Malaysier an und fragte, ob wir noch eine Unterkunft für die Nacht suchen. Und Zack, nach einer kurzen Verhandlung über den Preis hatten wir doch wieder ein Dach über dem Kopf.

Unser erster richtiger Tag in Malaysia begann daher ausgeschlafen und mit unserem check-out. Denn wir zogen erstmal um in unsere eigentliche Unterkunft (die erste Nacht mussten wir zum Glück nicht bezahlen!). Danach gab es für uns ein typisch malaysisches Frühstück: Nasi Lemak Ayam.

Nasi Lemak Ayam ist das Nationalgericht Malaysias und wird hier ganz traditionell zum Frühstück gegessen. Für uns ist das ganz schön gewöhnungsbedürftig – das wäre für uns eher ein Abendessen! Aber das sollte uns in Asien noch mehrfach so gehen ?

Nach dem Frühstück machten wir uns auf und erkundeten die Stadt. Melakka ist besonders für Chinatown bekannt und wird auch von vielen Tagestouristen von Kuala-Lumpur aus besucht. Und zog es allerdings erstmal ans Wasser. Denn Melakka verfügt außerdem über einen Fluss, an einer schönen Flusspromenade mit kleinen, bunten Häuschen und Graffiti.

Doch unser Highlight im Melakka fanden wir, als wir nichts ahnend an dem Fluss entlangspazierten und plötzlich etwas im Wasser von uns weg schwamm, das wir im ersten Moment für ein Krokodil gehalten haben. Mal davon abgesehen, dass in dem Fluss eine riesige Wasserpython leben soll, definitiv leben darin große Echsen:

Teilweise sind sie sogar ein Stück neben uns hergeschwommen.

Danach gingen wir nach Chinatown. Chinatown kann uns leider selten wirklich begeistern, so auch hier. Aber da die Stadt insbesondere für Chinatown bekannt ist und besucht wird hatten wir uns wirklich mehr erwartet. Letztlich ist es kein klassisches Chinatown, denn auch hier sieht man den holländischen Einschlag, den man in ganz Melakka sieht.

Apropos holländischer Einschlag – wir haben hier direkt neben einer Kirche eine Mühle entdeckt:

Als sich der Tag dem Ende entgegen neigte stiegen wir noch hoch zu einem Aussichtspunkt über der Stadt und hofften auf einen schönen Sonnenuntergang. Irgendwie ist das mittlerweile ein bisschen Tradition geworden in jedem Land zu Beginn einen Sonnenuntergang anschauen zu gehen. Und in jedem Land sind sie unterschiedlich!

Dieses mal hatten wir leider Pech, es war sehr zugezogen und daher sah man nicht viel vom Sonnenuntergang! Trotzdem saßen wir da oben ein ganzes Weilchen und genossen die Aussicht. Passend dazu gab es die typischen Gebetsklänge im Hintergrund.

Nach dem Abstieg kehren wir zurück zur Stadt und aßen zu Abend. Singapur hätte uns mit seinen Hawker Centern begeistert, daher waren wir hocherfreut, dass es auch in Malaysia welche gibt. Abendessen am ersten Abend in Malaysia gab es daher im Hawker Center.

Am nächsten Morgen brachen wir für unseren Geschmack wieder viel zu früh auf. Um 7:30 Uhr saßen wir bereits im Grab zum Bahnhof, um 8:30 Uhr saßen wir im Bus nach Kuala-Lumpur. Die Fahrt war kurz und unkompliziert, gegen 11 Uhr waren wir bereits am Bahnhof und kurze Zeit später am Hotel um unsere Sachen unterzustellen. Erstmal brauchten wir dann einen kleinen Snack um uns zu stärken, danach erkundeten wir Chinatown – schon wieder – aber dieses mal wohnten wir mittendrin. Und dieses Chinatown war endlich mal so, wie wir es uns vorgestellt hatten: voll, laut, eng. Überall Verkaufsstände für Krimskrams und dieser Dunst nach fertigem Essen.

Von Chinatown aus gingen wir zu Fuß zum Central Market und schauten uns nach langen, weiten Hosen für mich um. Denn in Kuala-Lumpur stand der erste Tempelbesuch für uns an und dafür wollten wir entsprechend gekleidet sein. Am Central Market würden wir leider nicht fündig, aber wir konnten endlich das Paket nach Deutschland aufgeben, das ich seit Singapur in meinem Handgepäck mit mir herumschleppte. Unsere nächste Station war das Sultan Abdul Samad Building, das uns richtig umgehauen hat!

Das Sultan Abdul Samad Building liegt am Rande des zentral gelegenen Viertels im Kolonialstil und das ganze Viertel war schon superschön!

Leider ist das Sultan Abdul Samad Building nicht für die Öffentlichkeit zugänglich – dabei hätten wir uns das echt gerne von innen angeschaut!

Nachdem wir die unmittelbare Umgebung unserer Unterkunft erkundet hatten machten wir nochmal einen Abstecher zum Hotel um einzuchecken bevor wir uns in die Innenstadt begaben. Hier wollten wir uns noch bei Tageslicht die charakteristische Skyline Kuala-Lumpurs anschauen, insbesondere die Petronas Twin Towers.

Hiernach gingen wir zum Abendessen in die Fressmeile ‚Jalan Alor‘, die quasi als Touristenattraktion ausgegeben wird und auch genau das ist: für Touristen. Gefallen hat es uns dort zum Abendessen nicht, aber nach 200 Metern kamen wir an einem Streetfood-Stand vorbei, an dem sich nur Einheimische aufhielten. Das ist immer ein gutes Zeichen! Also gab es dort streetfood als Abendessen für uns.

Der nächste Tag begann entspannt. Von frühem Aufstehen haben wir uns mittlerweile, sofern nicht nötig, verabschiedet und das schon eigentlich in Neuseeland. Entspannt und ausgeschlafen brachen wir nach dem Frühstück auf zu einem der Kuala-Lumpur Hotspots: den Batu Caves und damit zu unserem ersten Tempelbesuch überhaupt! Mit den Batu Caves haben wir uns als Debüt auch noch einen ganz besonderen Tempel ausgesucht, zwar kennt jeder nur die bunten Treppen am Eingang, der eigentliche Tempel liegt aber in einer Höhle. Und das ist schon ziemlich speziell. Mit der Bahn kamen wir ganz unkompliziert dort hin und fanden auch direkt den von Treppen gesäumten Eingang.

Wir machten uns direkt an den Aufstieg. Bereits auf den Treppen begegneten uns einige Affen, die sich gerne mit uns ablichten ließen und auch sonst keinerlei Angst vor Menschen zu haben scheinen.

Oben besichtigten wir Tempel und Höhle und wir müssen ja sagen, auch wenn der Tempel weniger schön ist als andere, die Location in der Höhle ist unschlagbar!

Dann traten wir den Rückweg in die Stadt an, bzw. zum nächsten Tempel. Glücklicherweise erwies sich eine unserer Umstiegsstationen als Einkaufszentrum, sodass wir uns mit ein paar Klamotten eingedeckt haben. Vorallem mit Wallawalla-Hosen die Tempelgeeignet (mind. Knielang) sind. Damit war ich endlich gerüstet für den nächsten Tempel. Zuerst ging es für uns jedoch nach Little India, durch das wir durchschlenderten und das passenderweise auf dem Weg zum Tempel Thean Hou lag. Der Aufstieg zum Tempel war wieder nicht ohne, vorallem da der Tag unheimlich schwül war! Der Ausblick oben und die ganze Optik der Tempelanlage entschädigte uns jedoch direkt dafür, der Tempel war nämlich richtig schön!

Er war nicht nur einfach schön, sondern lud auch an jeder Ecke zum Fotos machen ein, sodass wir länger als gedacht und beabsichtigt hier blieben.

Vom Tempel aus ließen wir uns dann per Grab abholen und in die Ecke bringen, in der wir den Abend verbrachten: es ging Richtung Innenstadt. Erst gingen wir Abendessen, dann zur Helilounge, einer bar im 52. Stockwerk mit Zugang zu einer Helikopterlandeplatz auf dem Dach, die quasi als Dachterrasse genutzt wurde. Eintritt war keiner zu zahlen, es gab auch keinen Mindestverzehr aber um auf die Dachterrasse zu dürfen musste man zumindest ein Getränk bestellen. Kein Problem! Mit einem Cocktail pro Person ging es für uns also hoch auf die Landeplatz, wo wir den milden Abend, leckere Cocktails und die Aussicht auf die Skyline Kuala-Lumpurs genossen.

Anschließend waren wir noch mal an den Petronas Tower:

Der nächste Tag war auch bereits unser Abreisetag aus Kuala-Lumpur. Doch bevor wir uns mittags auf den Weg in die Cameron Highlands machten, wollten wir nochmal zum Sultan Abdul Samad Building. Auch wenn man das nicht betreten durfte hatten wir die Hoffnung aus dem nebenan gelegenen Textilmuseum einen besseren Blick darauf zu bekommen. Die Hoffnung war leider vergebens, doch das stellten wir erst fest, nachdem wir das Textilmuseum bereits alibimäßig besichtigt hatten. Danach ging es dann zurück ins Hotel, auschecken und ab zum Busbahnhof in den Bus zu den Cameron Highlands ☺.

Tage 1 bis 3 in Singapur

Singapur ist eines der Länder, die ich so gar nicht auf dem Schirm hatte. Klar wusste ich, dass es das Land gibt aber das war dann quasi auch schon alles. Dass ich wusste, dass es ein sehr modernes Land ist, machte es nicht besser, denn eigentlich habe ich mehr Interesse an Ländern die eine lange Geschichte und Kultur haben.

Aber Singapur überraschte uns auf ganzer Linie! Klar, es ist ziemlich teuer, was jedoch daran liegt, dass das Durchschnittseinkommen in Singapur etwa 50% höher ist als in Deutschland und damit immernoch gut 20% höher als in Australien (und das wissen wohl die wenigsten!!), aber ein Besuch lohnt sich! Nicht zuletzt deshalb, weil Singapur trotz fehlender eigener Geschichte und Kultur, über ganz viel andere unterschiedliche Kultur verfügt. Denn hier treffen so viele unterschiedliche Kulturen, Nationalitäten und Glaubensrichtungen friedlich aufeinander – und das in einem so kleinen Land!

Aber, lasst uns von vorne anfangen:

Vormittags, ausgeschlafen, nach einem äußerst spärlichen Frühstück und mit gepackten Sachen, verabschiedeten wir uns von Jakarta und Indonesien. Denn mittags ging unser Flug nach Singapur. Diese Flug zu buchen war eine reine Verzweiflungstat, denn einen Tag vor Abreise von Australien nach Indonesien stellten wir fest, dass wir für das indonesische Visum die Ausreise nachweisen müssten. Die Entscheidung fiel auf Singapur, da der Flughafen dort ein Drehkreuz für Flüge nach ganz Asien ist und wir dann spontan planen würden können, wohin die weitere Reise gehen sollte. Gerne wären wir auch schon bei der Weiterreise aus Indonesien flexibler gewesen!

Zum Flughafen waren wir, wie geplant, 1 Stunde im Grab unterwegs. Dort angekommen aßen wir nochmal eine Kleinigkeit, bevor es ins Flugzeug ging. Direkt nach der Landung begeisterte uns Singapur, denn der Flughafen verfügt über einen Flughafenshuttle von der Ankunftshalle zu den Bahnen, wo wir dann wiederum unser Touristenticket für die kommenden Tage kaufen konnten. Hiermit konnten wir tatsächlich die 3 Tage über unbeschränkt kostenlos (bis auf die Kosten des Tickets selbstverständlich) Bahn fahren. Das Bahnnetz ist außerdem hervorragend ausgebaut, und erinnerte uns an London, sodass wir in wirklich kurzer Zeit bereits vom Flughafen aus an unserer Unterkunft für die kommenden Tage angekommen waren.

Obwohl wir in Singapur schnell von A nach B kamen, fühlte sich dieser Tag trotzdem nach einem kompletten Reisetag an. Denn durch Anfahrt zum Flughafen, Wartezeit, 2 Stunden Flug, die Zeitverschiebung und die Fahrt zur Unterkunft waren wir seit dem vormittags unterwegs und hatten fast schon Abendessenszeit bei Ankunft. Daher brachen wir direkt zum Abendessen in die Innenstadt auf, wo wir in einem Hawker Center Lau Pa Sat zu Abend aßen. Hier begeisterte uns Singapur schon wieder, denn nach gut 2 Wochen sehr eintönigem (wenn auch ausgesprochen leckerem) Essen in Indonesien, gab es hier eine riesen Auswahl. Von malaysischem Essen, über koreanisches bis hin zu indischem Essen war alles zu bekommen. Und das Beste: 1. War das Essen ausnahmslos superlecker und 2. War es für ein sehr teures Land wie Singapur wirklich bezahlbar! Da es in diesem Hawker Center sogar belgische Waffeln gab, haben wir uns auch davon welche genehmigt!

Nach unserem Abendessen war es bereits stockdunkel, daher dachten wir uns, wir könnten ja auf einer Skybar, die uns empfohlen wurde, einen Cocktail und die Aussicht auf die Skyline genießen. Daraus wurde allerdings nichts, denn hier wäre ein Eintritt von 35 $ und damit gut 22 € pro Person fällig gewesen. (Hierbei handelte es sich nicht um einen Mindestverzehr, für einen Cocktail hätte man, erstmal oben angekommen, vermutlich nochmal einen ähnlichen Betrag gezahlt.) Das war es uns dann doch nicht wert. Doch ganz unverhofft sollten wir noch zu unserem schönen Ausblick auf die Skyline kommen.

Nach einem Abendspaziergang durch die Innenstadt machten wir uns auf zum Stadion. Denn nachdem wir auf unserer Reise mehrfach irgendwelche Events oder Konzerte zeitlich knapp verpasst hatten, hatten wir dieses mal Glück. Während wir in Singapur waren fanden die WTA-Finals der Frauen statt (Tennis) und mit Angie Kerber nahm sogar eine deutsche Teil. Da wir, wenn auch nicht regelmäßig, doch ganz gerne Tennis schauen wollten wir uns das nicht entgehen lassen und kauften noch am diesem Abend Tickets für den kommenden Tag. Und hier am Stadion hatten wir einen wirklich schönen Blick auf die charakteristische Skyline Singapurs:

Danach begaben wir uns schon zurück zur Unterkunft und obwohl wir quasi nichts mehr geschafft und gesehen hatten, hatten wir bereits nach 22 Uhr.

Auch bedingt durch die Zeitverschiebung blieben wir noch eine Weile wach, sodass wir am nächsten Tag erstmal ausschliefen. Das Frühstück war im Zimmerpreis enthalten, daher frühstückten wir in aller Ruhe in der Unterkunft, bevor wir aufbrachen. Erste Station für den Tag war little India und passenderweise lag unsere Unterkunft in little India, wir hatten es also nicht weit! Dieser Stadtteil begeisterte uns mit einem Duft nach frischem Obst und Blumen, die man an jeder Ecke kaufen konnte und was eine Wohltat war nach 5 Tagen Stinkwasser in Jakarta, und den kunterbunten Häusern.

Hier machten wir also einen kleinen Bummel, genossen, dass es so sauber war und dass man nicht alle paar Meter angequatscht wurde. Im Anschluss ging es nach Chinatown, welches uns allerdings nicht wirklich überzeugen konnte. Wahrscheinlich einfach, weil Chinatown für uns hektisch und laut und voll ist, Singapur aber generell nichts davon ist, hier ist alles ordentlich und geregelt.

Apropos geregelt: in Singapur gibt es für alles Vorschriften und Strafen bei Nichteinhaltung. Hier darf man nicht einmal einfach über die Straße gehen. Und es gibt genug Überwachungskameras, die diese Vorschriften überwachen.

Von Chinatown aus machten wir uns auf zur Haji Lane, die uns besonders gefallen hat. Sie ist zwar sehr touristisch, hat dafür auch am jeder Ecke ein individuelles Graffiti sowie sehr spezielle Cafes und Restaurants zu bieten

Hier machten wir eine kleine Mittagspause und tranken Kaffe/Lassi.

Von der Haji Lane aus erkundeten wir noch das angrenzende Viertel im Kolonialstil, welches uns auch sehr gut gefallen hat! Denn in einer so modernen Stadt bietet ein solches Viertel eine schöne Abwechslung.

Und schon war es wieder Zeit fürs Abendessen, denn wir hatten am Abend noch etwas vor und dafür wollten wir satt sein! Nach dem Abendessen in einem Hawker Center brachen wir daher wieder zum Stadion auf. Gerade angekommen war der Sonnenuntergang in vollem Gange. Und da wir am Vortag hier bereits bei Dunkelheit einen sehr schönen Blick auf die Skyline hatten, wollten wir uns den Sonnenuntergang in derselben Kulisse anschauen.

Den restlichen Abend verbrachten wir bei gutem Tennis im Stadion und zu unserem Glück gewann die deutsche Angie Kerber sogar!

Bis wir in unserer Unterkunft zurück waren, hatten wir bereits nach 1 Uhr nachts und wir gingen mehr als erschöpft schlafen.

Unser letzter Tag in Singapur begann entsprechend spät und mit einem späten Frühstück. Wir packten unsere Sachen und stellten sie in der Unterkunft für die verbleibenden Stunden unter und brachen auf in die Stadt. Wir machten einige Erledigung (wir wollten endlich mal ein Paket nach Hause schicken, was sich dann aber aufgrund der unverschämten Preise wieder erübrigt hat) und Besorgungen, da einige unserer Ladekabel mittlerweile kaputt waren und wir zudem eine neue Speicherkarte für die Kamera brauchten.

Dann holten wir schon wieder unser Gepäck und begaben uns in Richtung des des Busterminals, wo unser Bus nach Malaysia abfahren sollte. Denn nachdem wir die Pläne unserer Weiterreise nach Vietnam (wegen Visum) oder auf die Philippinen (wegen des Tsunamis) verworfen hatten ging es für uns weiter nach Malaysia. Hier aßen wir noch zum Abschluss in einem Hawker Center zu Abend – das bisher beste Essen unserer Reise:

Indische Chicken Curry und

Indisches Butter Chicken

Ein Traum! Gesättigt und gestärkt machten wir uns auf zur 4-stündigen Weiterreise nach Malaysia. Das mit den 4 Stunden erwähne ich so explizit, da es natürlich nicht geklappt hat! Aber dazu mehr im nächsten Blog ?

Tage 9 bis 15 in Indonesien

Der Flug startete mit Verspätung aber so hatten wir immerhin Zeit, unser Hotel in Surabaya wegen der Abholung vom Flughafen nochmals zu kontaktieren. Wir hatten nämlich ein Hotel gebucht, das nicht nur einen Flughafentransfer anbot, sondern bei dem dieser bereits mit im Preis enthalten ist. Leider hatten wir jedoch auf unsere erste E-Mail keine Rückmeldung erhalten. Um auf Nummer sicher zu gehen beließen wir es nicht bei einer weiteren E-Mail, sondern schrieben ihnen zusätzlich über Facebook eine Nachricht (wir waren ja schließlich in Asien…). So konnte dann also nichts mehr schief gehen – hofften wir zumindest. Aber: weit gefehlt. Am Flughafen wartete natürlich niemand auf uns und das trotz 3 Nachrichten. Also standen wir nachts um 1 Uhr (und das nur durch die Zeitverschiebung, für uns war es bereits 2 Uhr) alleine am Flughafen.

Wer unsere Blogeinträge regelmäßig liest wird wissen, dass uns dasselbe in Chile bereits passiert war. Aber dieses mal hatten wir 2 entscheidende Vorteile:
1. Kam unser Gepäck an und das war für uns schon viel wert!
2. lag das Hotel zu Fuß nur 2km vom Flughafen entfernt, sodass wir beschlossen einfach zu Fuß zu gehen.

Eine gute halbe Stunde später kamen wir an und checkten ein. Der Dame am Empfang war es sichtlich unangenehm, dass das mit dem Transfer nicht geklappt hat. Aber da es sich nur um eine freiwillige Serviceleistung des Hotels handele gäbe es dadurch keinen Nachlass auf den Zimmerpreis. Na toll – aber versuchen kann man’s ja mal.

Nachdem wir ausgeschlafen hatten gingen wir an Tag 9 zur spätest möglichen Frühstückszeit, das Frühstück mussten wir bei Check in schon aus 2 verschiedenen Menüs, die selbverständlich auf indonesisch und alternativ in chinesischen Schriftzeichen angegeben waren, wählen. Wie sich herausstellte bekamen wir für unser Verständnis eher ein Abendessen zum Frühstück, ein mal Suppe mit Reis, ein mal gebratenen Reis:

Nachdem wir gefrühstückt hatten sammelten wir unsere Sachen zusammen, checkten aus und ließen und ein Grab zum Busbahnhof rufen (immerhin das hat problem- und widerstandslos geklappt ?). Vom Busbahnhof aus ging es für uns dann erstmals in Indonesien mit einem öffentlichen Bus weiter nach Probolinggo. Die Busfahrt dauerte gut 2 Stunden und war mit nur knapp über 1€ pro Person sehr günstig. Und für diesen Euro bekamen wir richtig was geboten. Die Inländer freuten sich tierisch darüber Touristen im Bus zu haben, wir unterhielten uns nett mit ihnen und jeder wollte uns ein paar Tipps geben. Und ganz ehrlich, in diesem Bus haben wir uns erstmals in Indonesien richtig wohl gefühlt! Denn diese Interaktion mit den Einheimischen, das ist doch auch mit ein Grund weshalb man eine solche Reise macht! Wir haben es jedenfalls sehr genossen mal nicht wie typische Touris im klimatisierten Shuttle zu sitzen, mit einem Haufen anderer Touristen, sondern so zu reisen wie es die Einheimischen tun. Und ich denke wir haben uns ganz gut geschlagen.

Als wir dann in Probolinggo ankamen wurde unsere gute Laune direkt wieder gedämpft. Denn wir wurden nicht wie erwartet am Busbahnhof raus gelassen, sondern an einer Agentur, die Tages- und Mehrtagestouren sowie Shuttle vermittelt. Wir standen hier mit unserem ganzen Gepäck gute 2km vom Busbahnhof entfernt.

Die Mitarbeiter der Agentur haben daraufhin direkt versucht uns irgendwelche Touren aufzuschwatzen, die wir gar nicht machen wollten. Wir konnten ihnen jedoch begreiflich machen, dass wir einfach nur einen Transfer wollen und nach Möglichkeit den öffentlichen. Sie baten uns an uns für 100.000 Rupien pro Person (knapp 6€) per Shuttle nach Ceromo Lawang zu bringen. Erstmal verlockend für uns, da es deutlich unkomplizierter für uns wäre und wir nicht warten müssten bis der Bus nach Ceromo Lawang voll wäre, denn die öffentlichen Busse fahren nur voll ab oder spätestens um 17 Uhr. Da wir erst 1 Uhr mittags hatten war diese Vorstellung natürlich nicht so erfreulich, trotzdem entschieden wir uns für den öffentlichen Bus, weil das einfach eher unserer Art zu reisen entspräche – und deutlich günstiger wäre es noch dazu.

Als wir also unsere Backpacks wieder geschultert hatten und uns auf den Weg zum Busbahnhof machten, passte uns ein Mitarbeiter draußen ab und bot uns nochmal den Shuttle für 75.000 Rupien pro Person an. Da das gerade mal gut 4€ sind ließen wir uns darauf ein, ließen unser Gepäck uns begaben uns noch schnell in den nahegelegenen Supermarkt um uns mit Wasser und Eis einzudecken. Zurück an der Agentur erfuhren wir, dass der Shuttle erst um 2 Uhr fahren würde. Na gut, warten kennen wir schon. Die Zeit nutzte der Inhaber uns auch für die Weiterreise einen Shuttle anzubieten und bei dem Angebot, uns für 17€ pro Person 1. An diesem Tag nach Ceromo Lawang 2. 2 Tage später wieder zurück nach Probolinggo und 3. Am selben Tag dann noch in die Hauptstadt Jakarta zu bringen konnten wir nicht Nein sagen. Denn alleine der Zug nach Jakarta als Alternative hätte uns 30€ pro Person gekostet.

So haben wir uns die Zeit ganz gut vertrieben bis im kurz vor 2 der Shuttle kam und uns einsammelte. Wir freuten uns auf eine unkomplizierte Stunde Direktfahrt nach Ceromo Lawang – wie gebucht. Ich erwähne das so explizit weil es natürlich nicht geklappt hat. Weder sind wir direkt gefahren, wir haben sogar 5 Stopps gemacht, noch waren wir in 1 Stunde da, vielmehr haben wir 1 1/2 Stunden gebraucht. Aber man darf ja nicht deutscher sein als deutsch, nur 30 Minuten Verspätung ist für Asien pünktlich! Kaum waren wir dann da stellten wir zu allem Überfluss fest, dass sich in unserem Homestay niemand aufhielt. Weit uns breit kein Personal und schon gar keine anderen Gäste. Nach mehreren hin- und herfragen und einer Runde durch den kleinen Ort haben wir endlich jemanden gefunden, der den Inhaber anrief, der dann auch kam. Tatsächlich dachten wir erst wir stünden vor den falschen Haus denn sowohl die Adresse in der Buchungsbestätigung als auch der Standort auf der Buchungsseite waren andere. Doch es stellte sich heraus, dass wir richtig und nur alle anderen Angaben fehlerhaft waren. Nach dem Einchecken stellte sich dann auch heraus, weshalb dieses Homestay keine anderen Gäste hatte. Es war einfach nicht nur nicht schön, sondern entsprach nicht im mindesten irgendwelchen westlichen Standards. Irgendwann musste es ja passieren, wir waren ja schließlich nicht im Westen, sondern in einem der ärmeren Länder Asiens. Doch zumindest eine richtige Toilette hätten wir uns schon gewünscht, dieses Homestay verfügte leider nur über ein Loch im Boden mit Porzellanverkleidung drauf. Zum spülen gab’s nur einen Wassereimer daneben samt Schöpfkelle. Kein Wunder dass es in der Anzeige kein Foto vom Bad gab. Aber man muss auf dazusagen, dass es echt schwer war in Ceromo Lawang eine Unterkunft zu finden, die keine unterirdische Bewertung hat! Immerhin gab es eine heiße Dusche. Es bleibt dazu noch dazu zu sagen, dass das eine unserer teuersten Unterkünfte in Indonesien war und bei allen anderen war der Standard wesentlich höher. Auf der gesamten Reise gab es nur ein Zimmer, dass noch schlimmer war und zwar eins in Costa Rica.

Der Tag war jedoch nach dem hin und her und dieser langen Anfahrt für uns fast schon gelaufen. Wir begaben uns nur noch an den Eingang des Nationalparks und schauten den Sonnenuntergang hinter dem Vulkan Bromo – dem Grund für unsere Reise nach Ceromo Lawang.

Danach gingen wir Abendessen und früh schlafen. Eigentlich war der Plan am kommenden Tag auszuschlafen und nach einem entspannten Frühstück, und nachdem die ganzen Jeeps mit Touristen wieder weg wären, in den Nationalpark zum Vulkan zu wandern und ihn zu besteigen. An unserem Abreisetag wollten wir dann morgens in aller Frühe und Dunkelheit zum Sonnenaufgang zu einem Aussichtspunkt und diesen in der Vulkankulisse anzuschauen. Da wir dann jedoch 2 mal Eintritt in den Nationalpark hätten zahlen müssen, der mit 220.000 Rupien (ca. 13€) pro Person für indonesische Verhältnisse ziemlich teuer ist (vorallem wenn man bedenkt, dass Inländer nur 5.000 Rupien und damit nur ca. 0,30€ bezahlen) planten wir um. Wir wollten nun beides bereits am kommenden Tag machen.

Daher gingen wir wirklich äußerst früh schlafen – unser Wecker sollte nämlich bereits um 2:40 Uhr am Morgen klingeln – nachdem wir für den kommenden Tag soweit alles gepackt und vorbereitet hatten. Wie geplant sind wir am kommenden Tag nach einer viel zu kurzen Nacht (und waren ehrlich gesagt auch versucht einfach liegenzubleiben) um kurz vor 3 Uhr aufgebrochen. Auf den Straßen war schon erstaunlich viel Betrieb, nicht nur von Touristen die denselben Plan hatten wie wir, sondern auch Indonesiern die ihr Geld damit verdienten, den Touristen bereits zu dieser Stunde Frühstück und Getränke oder einfach ihre Dienste als Fahrer anzubieten. Wir verzichteten auf alles (hatten uns am Vortag bereits mit allem nötigen eingedeckt) und begaben uns auf direktem Weg in Richtung Aussichtspunkt.

Der Weg zum Aussichtspunkt auf einem Berg war nur 4km lang, dafür ausschließlich, und teilweise steil, bergauf. Daher haben wir für sie Strecke auch 1,5 Stunden gebraucht. Geplant hatten wir mit 2 Stunden, einfach um genug Zeit für Pausen zu haben und aufgrund des argen Aufstieges. Wir waren also schneller als gedacht, aber klar, Pausen zum fotografieren fielen ja schon mal weg, da kein Licht – keine Fotos. Das wollten wir dann aber beim Abstieg nachholen.

Wir hatten angedacht um 5 Uhr am Aussichtspunkt zu sein und somit vor dem Sonnenaufgang im kurz nach 6 Uhr noch genug Zeit zu haben um die Sterne zu fotografieren – jetzt mit dem Weitwinkelobjektiv sollten das ja spektakuläre Bilder werden! Leider kam alles anders – wenn auch für uns nicht weniger spektakulär!

Für den Sonnenaufgang hatten wir uns den Aussichtspunkt „King Kong“ ausgesucht. Aus dem einfachen Grund, dass dieser etwas ab von der Straße ist und daher nicht direkt von Jeeps, und damit geführten Touren, angefahren werden kann. Wir hofften also etwas mehr Ruhe ohne viele andere Touristen zu haben. Beim Aufstieg selber begegneten wir einigen wenigen anderen Touristen und hatten daher Hoffnung, dass es für uns tatsächlich ruhig werden würde. Bereits bevor wir um 4:30 Uhr ankamen zeigte sich die Morgenröte ganz deutlich am gesamten Himmel. Sterne zu fotografieren fiel daher schon mal flach, denn dafür war es bald viel zu hell. Als wir am Aussichtspunkt King Kong ankamen waren einige Touristen da, dennoch konnten wir uns einen sehr guten Platz ergattern mit genug Fläche für unser Stativ samt Kamera sowie die gopro auf Stativ in perfekter Sonnenaufgangsausrichtung. Direkt zu Beginn machten wir so schöne Bilder der Morgenröte in der Kulisse der diversen Vulkane:

Wer genau hinschaut, kann sogar den Hauptakteur, den Vulkan Bromo, qualmen und brodeln sehen. Für uns ein richtiges Highlight! Klar gibt es auch in Europa und überall auf der Welt aktive Vulkane aber so nah an einem dran zu sein, der aussieht als könnte er jeden Moment ausbrechen ist doch nochmal etwas ganz besonderes! Auch der Sonnenaufgang an sich war sehr schön und wir waren froh mit der Gopro eine Zeitrafferaufnahme gestartet zu haben:

Der Sonnenaufgang kam alles in allem schneller als wir dachten, denn angekündigt war er erst für kurz nach 6 Uhr. Aber vermutlich durch die Höhe war dir Sonne bereits um kurz nach 5 komplett aufgegangen. Ehrlich gesagt kam uns das ganz gelegen, denn es war richtig, richtig kalt! Zwar hatten wir vorgesorgt und uns Mütze, Schal, Handschuhe und eine Fleecejacke zum drüberziehen mitgenommen aber das war bei weitem nicht genug! Durch den Wind und die Anhöhe war es richtig eisig. Nach mittlerweile 1,5 Wochen in Indonesien bei muckeligen 30-35°, auch nachts, hatten wir damit dann doch nicht gerechnet. Deshalb waren wir froh, als um kurz nach 5 etwas Bewegung kam, es wurden Fotos gemacht und nach und nach brachen die anderen Touristen auf. Wir blieben sitzen und warteten, bis es sich etwas geleert hatte. Da die Sonne ja aufgegangen war genossen wir die ersten Sonnenstrahlen und dass es endlich wärmer wurde.

Als wir dann fast alleine waren machten wir auch noch in Ruhe einige Fotos.

Doch bevor wir uns an den Abstieg machen wollten, ging es für uns erstmal noch ein Stück höher, denn über dem Standard-Aussichtspunkt, der auch von den Jeep-Touren angefahren wird, ist eine Base, an der man Heißgetränke etc. kaufen kann. Hier wollten wir noch in Ruhe frühstücken. Da wir im Vorfeld nicht wussten, wie viel wir da oben zu kaufen bekommen würden, haben wir uns am Vorabend schon eine Porridge-Mischung vorbereitet. Heißes Wasser und damit unser gesamtes Frühstück in atemberaubender Kulisse kpnnten wir uns für umgerechnet knapp 0,30€ dazukaufen. Einzig unsere Bananen haben uns gefehlt, die haben es nicht so lange überlebt und wurden schon weit früher von uns gegessen ??‍.

Dann ging es für uns um halb 7 Uhr an den Abstieg. Und endlich sahen wir auch die Natur um uns herum. An einigen Stellen sah es um uns herum aus als sei alles verbrannt:

Wie wir später erfuhren hatte es dort tatsächlich nur einige Tage vor unserer Ankunft gebrannt. Wir hielten an einigen Stellen um Fotos aus einer anderen Perspektive von dem Vulkanen zu machen.

Der Abstieg war weit weniger anstrengend als der Aufstieg, nicht zuletzt weil wir den Weg klar und deutlich vor uns sahen und uns nicht mit der Taschenlampenfunktion im Handy selbst den Weg ausleuchten mussten. Es ging über viel loses Geröll und Vulkanasche teilweise ganz schön steil bergab, denselben Weg den wir am Morgen aufgestiegen waren, bis zu einer Abzweigung Richtung Bromo. Zunächst liefen wir über (Frühlingszwiebel-)Felder bevor der eigentliche Abzweig in den Nationalpark und zum Bromo kam. Hier standen Warnschilder, dass es sich bei diesem Weg um keinen touristischen Weg handele und Betreten verboten sei. Dies war ein kläglicher Versuch die Touristen dazu zu bewegen die offiziellem Eingänge zum Nationalpark zu nutzen. Selbst Schuld, hier war kein Kontrollposten, der den Eintritt abkassiert hat.

Wie nutzten trotzdem diesen „nicht touristischen Weg“, natürlich nur weil wir keinen Umweg laufen wollten ? und begaben uns somit auf den direkten steilen Abstieg zum Bromo. Kaum hatten wir den Abstieg durch den Wald hinter uns, fanden wir uns auf einer geraden Richtung Bromo wieder. Hier hatten wir bereits einen schönen Blick auf die Vulkane und wie auch vorher liefen wir komplett über Vulkanasche:

Den anstrengendsten Part hatten wir allerdings noch vor uns, denn nach 8km Abstieg und damit 2,5 Stunden hatten wir bereits 9 Uhr am Morgen und es begann heiß zu werden – und das pünktlich zum Aufstieg auf den Bromo. Hier warteten ganz zum Schluss einige unserer geliebten Treppen auf uns, doch die Vorfreude trieb uns an. Doch es wurde nicht nur heiß, es würde auch von Minute zu Minute leerer, denn die ganzen geführten Touren fahren vom sunsetpoint zum Bromo und sind deshalb vor 9 Uhr schon wieder durch. Wir hingegen hatten uns den ganzen Morgen Zeit gelassen und das zahlte sich jetzt aus. Wir konnten die Besteigung und die Umrundung in unserem Tempo machen, in aller Ruhe Fotos machen und vorallem ohne andere Touristen mit drauf.

Aber ehrlichgesagt war ich erstmal ein bisschen enttäuscht je näher wir dem Vulkankrater kamen, denn ich hatte bereits im Vorfeld gelesen, dass man den Vulkan brodeln HÖREN können soll. Und darauf wartete ich vergeblich. Doch oben angekommen stellte sich heraus, dass das Rauschen, dass wir bereits von weitem gehört hatten und als Grundrauschen von Autos etc. abgetan hatten, eigentlich vom Vulkan kommt. Und oben am Krater angekommen wurde uns das umso eindringlicher bewusst. Der Vulkan brodelt und man kann es nicht nur hören, man riecht es auch. Denn diese vermeintliche Qualmwolke die aus dem Bromo aufsteigt riecht penetrant nach Schwefel. Das Gefühl da einfach nur oben zu stehen, mit der Aussicht und der Geräuschkulisse war etwas einzigartiges!

Erstmal kamen wir an, realisierten, genossen. Denn wir wussten, an einen solchen Ort würde es uns nicht mehr so bald verschlagen. Wir brauchten erstmal ein paar Minuten um anzukommen und das für uns zu verarbeiten bevor wir uns an die Umrundung machten. Die Umrundung des Kraters ist mit 2,5km überschaubar und locker und entspannt in 1 Stunde machbar. Und die Stunde hatten wir uns auch fest eingeplant. Leider kam es jedoch wieder anders. Der Fußweg war nämlich nicht nur sehr schmal, sondern auch gar nicht gesichert. Schlimmer sogar: an einer Stelle nach nur etwa einem Drittel des Weges, war der Fußweg zum größten Teil weggebrochen und wir wagten uns nicht mehr weiter. Vor verweilten dort in der Sonne, nahmen uns Zeit für Fotos, aßen unsere letzte Wegzehrung in form von Schokokeksen und kehrten um.

Der Rückweg von gut 4km zur Unterkunft war dann nur noch reine Formsache. Vorallem lockte uns aber die Aussicht auf ein Bett und einen wohlverdienten Mittagsschlaf. Als wir gegen 11:30 Uhr an der Unterkunft zurück waren, nach 8,5 Stunden unterwegs und schon knapp 19 zurückgelegten Kilometern waren wir mehr als dankbar um einige Stunden Mittagsschlaf! ?

Dem restlichen Tag verschliefen wir leider und standen nur noch auf um für den kommenden Abreisetag zu packen und Abendessen zu gehen.

Ach übrigens, Eintritt für den Nationalpark mussten wir keinen mehr zahlen ??.

Tag 11 begann für uns unerwartet früh, denn schon um 7 Uhr waren wir ausgeschlafen. Daher lasen wir und gingen den Tag, nach dem gestrigen hektischen und frühen Aufbruch, entspannt an. Nach dem Frühstück wurden wir dann von unserem 10 Uhr Transfer überpünktlich um 9:20 Uhr eingesammelt und los ging es zurück nach Probolinggo. Dort angekommen war es erst 11 Uhr und unser Transfer nach Jakarta sollte erst um 13 Uhr starten, sodass wir und mit Wasser und einer Zwischenmahlzeit die Zeit vertrieben. Leider sollte für unsere Weiterreise alles anders kommen als geplant. Denn als wir dem Organisator unser Hotel in Jakarta mitteilten, der Transfer sollte uns nämlich direkt am Hotel abliefern, stellte sich heraus, dass dieser uns über den Tisch gezogen hatte. Statt der gewünschten Fahrt in die Hauptstadt Indonesien nach Jakarta hatte er uns eine Fahrt nach Yogyakarta verkauft. Liegt ja auch nahe, klingt ähnlich (nicht) und liegt ja auch fast nebeneinander (nicht – es liegen 500km Luftlinie dazwischen!).

Nach einiger Diskussion bekamen wir immerhin anteilig das Geld zurück und machten uns auf den Weg zum öffentlichen Busbahnhof, den wir einfach 2 Tage vorher bereits hätten aufsuchen sollen. Wie sich herausstellte brauchen Busse von Probolinggo nach Jakarta 18 Stunden und kamen daher für uns schon mal nicht in Frage. Alternative war ein Zug von Surabaya aus, der in 7 Stunden da wäre. Also stiegen wir wieder in einen öffentlichen Bus nach Surabaya wo wir 2 Stunden später ankamen.

Glücklicherweise fanden wir ein Cafe mit WLAN (gar nicht mal so üblich auf Java) und konnten die Überfahrt nach Jakarta buchen. Oder soll ich lieber sagen Überflug? Denn mal wieder haben wir uns für die kaum teurere aber wesentlich bequemere Variante eines Inlandsfluges entschieden. (Kurzer Hinweis an dieser Stelle, wir flogen mit der Airline, die nur eine gute Woche später bei einem Flug von Jakarta nach Singapur ein Flugzeug nach nur knapp 15 Minuten in der Luft im Meer verlieren sollte. Gut, dass wir davon allerdings noch nichts wussten!!) Da der Flug jedoch erst im 21 Uhr starten sollte, vertrieben wir uns bei WLAN in dem Cafe die Zeit und aßen bereits zu Abend, bevor wir direkt vom Bahnhof zum Flughafen aufbrachen.

Der Flug hatte (typisch Asien) natürlich wieder eine Stunde Verspätung. Als wir ankamen und unser Gepäck zusammen hatten riefen wir uns ein Grab zum Hotel. Durch die Verspätung des Fluges kamen wir nach 1 Uhr, und damit nach dem offiziellen Check-in, an, hatten aber Glück und das Personal erwartete uns. Wir checkten ein und gingen einfach nur erleichtert schlafen, dass wir es bis nach Jakarta geschafft hatten.

Da wir im Vorfeld nur 1 Nacht gebucht hatten hieß es nach dieser ersten Nacht in Jakarta schon wieder Unterkunft wechseln. Allerdings quasi nur um die Ecke in ein anderes Hotel wo wir für ganze 4 Nächte bleiben sollten. So lange waren wir schon seit Brisbane nicht mehr an einem Fleck aber nach den ereignisreichen letzten Wochen konnten wir das wirklich gut gebrauchen!

Die Tage 12 und 13 verbrachten wir damit auszuschlafen, die Stadt zu erkunden, zu schlendern und uns in Cafes zu setzen. Hier hatten wir endlich das Gefühl in Indonesien angekommen zu sein. Jakarta ist gar nicht touristisch, umso mehr freuen sich die Einheimischen wenn Touristen die Stadt erkunden. Hier sind wir nahezu (Ausnahme sind unsere Busfahrten mit dem öffentlichen Bus) erstmals in Indonesien auf Einheimische getroffen, die uns nichts andrehen oder verkaufen wollten und das genossen wir sehr.

Was uns allerdings direkt negativ aufgefallen ist, ist dass ganz Jakarta von Flüssen und Kanälen durchzogen ist, das Wasser allerdings unangenehm stinkt. Nicht nur ein bisschen, wenn möglich vermieden wir es sogar am Kanal entlang zu laufen, ganz abgesehen davon daneben zu verweilen um Pause zu machen. Es ist so viel Dreck und Müll im Wasser, dass es ganz schwarz ist. Für uns als running-gag hieß das Wasser nur noch Stinkwasser. Und wirklich, der Name war Programm!

Dafür kamen wir auch erstmals mit Indonesiern in Berührung, die total begeistert waren Europäer zu sehen und alle Fotos und Videos mit uns machen wollten. Das reichte von Kinder vor uns stellen während wir auf einer Bank saßen und einfach ungefragt drauflosfotografieren bis hin zu vorgeschobenen Schulprojekten um uns Filmen zu können während wir interviewt werden. Teils ziemlich aufdringlich, teils sehr niedlich. So lange sie gefragt haben haben wir uns jedenfalls sehr darüber gefreut und mitgemacht. Unser Highlight was das angeht war jedoch, als wir von einem alten Frachthafen kamen:

Eine bestimmt 10-köpfige Gruppe Mädels maximal im Grundschulalter, die ausgeflippt ist als würde Justin Bieber vor ihnen stehen und ein Foto mit uns wollte. Als wir zugestimmt haben fing erstmal das Gekreische an – komisches Gefühl irgendwie – und nach bestimmt 20 Fotos wollten sie dann noch unsere Handynummern haben ? schade ist allerdings, dass wir in der Aufregung auch vergessen haben selbst ein Erinnerungsfoto für uns zu machen – schade aber die Gelegenheit kommt bestimmt nochmal!

Auf dem Weg zurück zur Unterkunft hatte ich hier eines dieser berühmtem Aha-Momente. Wir liefen am Stinkwasser entlang (es war unvermeidlich) und sahen bestätigt, was wir schon vermutet hatten: die Abwasserleitungen einiger Häuser endeten in diesem Kanälen. Doch das war noch nicht das schockierende, schlechte Abwassersysteme hatten wir schon in anderen Ländern gesehen. Was mich wirklich schockiert hat, war, dass Jugendliche sich in diesem Wasser ihr Abendessen gefischt haben. Denn die Kanäle enden im Meer, daher ist nicht weiter verwunderlich, dass auch Fische im Stinkwasser leben. Aber dass sie gegessen werden finde ich ekelerregend und bedrückend. Die Szene haben wir natürlich nicht fotografiert, aber dieses Foto ist nur etwa 100m vorher entstanden und man sieht darauf, dass die Abwasserleitungen im Stinkwasser enden. Außerdem sieht man ein bisschen wie dreckig das Wasser ist.

An Tag 14 stand für uns wieder ein kleines Highlight an. Denn wir führen in die touristischen gar nicht mal so erschlossenen Thousand Islands (obwohl es eigentlich lange keine 1.000 Inseln sond) nördlich von Jakarta. Morgens um 8 Uhr fuhren wir mit der Fähre nach Pulau Pari. Nach 1,5 Stunden Fahrt legten wir dort an und waren froh diese Insel gewählt zu haben. Denn bei Thousand Islands gibt es Inseln unterschiedlich Art und Qualität. Während die nahegelegeneren wie z. B. Pulau Ayer sehr überlaufen sind und die ganz weit entfernten überwiegend Resort-Inseln mit ausschließlich Touristen sind, haben wir uns für das Mittelmaß entschieden: auf Pulau Pari hatten wir kaum Touristen, dafür auch kein Resort, sondern einfachen Sandstrand unter Einheimischen. Und was soll ich sagen, es war toll!

Wir hatten diesen ruhigen weißen Sandstrand mit dem hellblauen Wasser fast dauerhaft für uns alleine, konnten ausspannen und Indonesien für uns verarbeiten. Endlich waren wir mal nicht den ganzen Tag auf Achse und liefen keine 30.000 Schritte am Tag. Es war Eis am Strand, Entspannung und Erholung angesagt. Wie sagt man, manchmal sind es die kleinen Dinge…

Als wir abends zurück im Hotel sond haben wir 19 Uhr uns wir sind platt. Manchmal kann auch so ein Tag in der Sonne ziemlich kräftezehrend sein, daher gehen wir nur noch Essen und bereiten uns seelisch und moralisch auf unseren letzten richtigen Tag in Indonesien vor.

Der nächste Tag wurde ein Planungstag. Morgens holten wir uns Frühstück in einer neu entdeckten holländischen Bäckerei, wobei der Name nicht Programm war, und wir enttäuscht waren.

Der restliche Tag steht komplett im Zeichen der Planung, denn wir haben uns vorgenommen die gesamte restliche Reise knapp 8 Wochen vor Rückkehr nach Deutschland zu planen. Zumindest in Grundzügen, Flüge etc. Und wir haben es geschafft. Doch was noch tolles auf uns wartet, da müsst ihr euch noch gedulden.

Am nächsten Morgen geht es mach einem kleinen Frühstück zum Flughafen und ab nach Singapur. Wir sind gespannt auf unseren kurzen Abstecher von 3 Tagen! ?

Noch eine Ergänzung. Die Reise über hatten wir ja schon ziemlich Glück, von Vulkanausbrücke auf Isabella, Galapagos nur 2 Tage nach unserer Abreise über einen Schneesturm in Bolivien, der auch anders für uns hätte enden können, bis hin zu diesem Flugzeugabsturz in Indonesien der Airline, mit der wir nur 1 Woche früher noch geflogen waren. Was ich im Eifer des Gefechts beim ersten Indonesien-Blog vergessen habe zu erwähnen: in unserer ersten Nacht in Ubud gab es morgens um 5 Uhr in aller Frühe ein Erdbeben der Stärke 6,4. Komisches Gefühl wenn plötzlich das Haus in dem man schläft wackelt! Mal davon abgesehen dass es im Anschluss keinen Tsunami gab, konnten wir uns 15km Luftlinie im Landesinneren einigermaßen in Sicherheit wähnen. Damit sind wir jetzt schon bei 4 Glücksfällen auf unserer Reise! (Komischerweise schreibe ich immer nur davon wie alles anders kommt als geplant, wie viel Pech wir haben und dass wir über den Tisch gezogen wurden. Wir hatten aber bisher auch echt viel Glück in den gut 5 Monaten unserer Reise, gerade bei den wichtigen Dingen, und darüber sind wir unheimlich froh!)