Tage 20 bis 25 in Australien

Nach unserer letzten Nachtfahrt nach Sydney, der kurzen und unbequemen Nacht und der anschließenden langen Erkältung hatten wir uns so gar nicht auf diese Nachtfahrt von Hervey Bay nach Airlie Beach gefreut. Gut, wer freut sich schon darauf sich in einen Nachtbus zu setzen?! Aber wir hatten da ja jetzt echt unterschiedliche Erfahrungen gemacht. In Südamerika überwiegend sehr gute, in Australien dafür sehr schlechte. Wir waren also gespannt auf die Nacht und wie wir würden schlafen können.

Wir hielten tatsächlich relativ häufig an verschiedenen Stationen um Leute einzusammeln, wir vermissen echt Direktbusse aus Südamerika, und für Pausen. Verhältnismäßig haben wir dafür dann aber recht gut geschlafen!

Als wir gegen 7:30 Uhr am Morgen in Airlie Beach ankamen machten wir uns erstmal auf zum Hostel und hofften, dass wir schon am Morgen einchecken können. Zumindest wollten wir aber unser Gepäck loswerden und dann direkt zum Strand und vielleicht noch ein Stündchen weiterschlafen. Trotz vorheriger Ankündigung unserer Ankunftszeit konnten wir jedoch noch nicht im Hostel einchecken, immerhin aber unser Gepäck unterstellen.

Nach einigem hin und her auf der Suche nach Strand, da Airlie Beach eigentlich über einen ganz kleinen und einen großen Strand verfügt, der allerdings gesperrt war, haben wir uns an die sogenannte Lagune gelegt, ein öffentliches und kostenfreies Freibad. Wir langen also schon vor 9 Uhr am Wasser, in der Sonne, machten ein kleies Frühstücks-Picknick und bis auf unsere Müdigkeit hätte es uns kaum besser gehen können. Aber das ließ sich ja ändern, also Augen zu und noch ein Stündchen Schlaf in der Sonne nachholen ?

Leider hielt das Wetter an diesem Tag nicht so gut, es zog bald zu (was uns nicht weiter störte, in der Sonne war es schon ziemlich warm) und fing dann leider immer wieder an zu nieseln. Es nieselte immer wieder kurz und windete, dann kam wieder die Sonne raus. Eigentlich ließ es sich auch so ganz gut an der Lagune aushalten, zumindest solange wir müde waren. Als sich dann das mit der Müdigkeit erledigt hatte und es immernoch zu früh war um einzuchecken beschlossen wir, dass es für uns Zeit für einen Kaffee wurde. Also suchten wir uns ein kleines nettes Cafe und genehmigten uns einen Kaffee.

Danach verging der Tag wie im Flug, wir checkten in unser Hostel ein, freuten uns über WLAN (wenn auch nur in den allgemeinen Bereichen und nicht auf dem Zimmer) und gingen für die nächsten Tage einkaufen. Achja apropos WLAN…bei einem Blick in unsere Mails stellten wir fest, dass unsere Whitsundays-Segeltour nicht erst an Tag 22 losging, sondern bereits an Tag 21, also morgen! Okay, das war nicht geplant. Vorallem war das Hostel anders gebucht…Na gut, was überstürzte Aufbrüche etc. angeht waren wir ja schon geübt. (Ich wollte gerade leidgeplagt schreiben aber das klingt so negativ, eigentlich sind diese stressigen Situationen immer ziemlich witzig und wir gehen mittlerweile mit viel Humor damit um!).

Nachdem wir mit dem Hostel klären konnten, die 2. Nacht unserer Buchung um einige Tage zu verschieben waren wir nicht mehr nur amüsiert, sondern auch wieder sehr entspannt. Also kochten wir, aßen, packten für unsere Segeltour und gingen früh schlafen, denn der nächste Tag begann für uns sehr früh.

Der Wecker klingelte um 6:40 Uhr (okay, doch nicht ganz so früh aber für uns an diesem Tag zu früh ?), wir richteten uns, gaben direkt um kurz nach 7 unser Gepäck zur Aufbewahrung im Hostel ab, checkten aus, frühstückten und brachen um 7:30 Uhr auf zum Hafen. Denn dort sollten wir uns um 8 Uhr für den Segeltörn treffen. Nach knapp 20 Minuten kamen wir am Hafen an und freuten uns, noch genug Zeit zu haben um uns einen Chai Latte to go zu kaufen, bevor es aufs Boot ging.

Nachdem wir unsere Crew und die anderen Teilnehmer kennengelernt hatten freuten wir uns noch mehr auf die nächsten 2 Tage. Denn: wir hatten eine ultrasympathische Crew mit Humor! Außerdem waren wir (man mag es kaum glauben) die einzigen Deutschen auf dem Boot! Nach unserer Tour im Outback hatten wir mit mindestens 50% Deutschen gerechnet. Und die ganze Truppe war total toll durchmischt mit Leuten von überall, von Brasilien über Australien und Asien bis hin zu (natürlich) vielen Europäern. Und das ganze überwiegend zwischen 18 und 35 Jahren. (Nicht wie so oft in Australien überwiegend junge Deutsche zwischen 18 und 20 Jahren…) Wir hatten also quasi den Jackpot erwischt – für uns zumindest.

Und so segelten wir los, nicht Richtung Sonnenaufgang, sondern Richtung Whitsunday Island. Leider spielte das Wetter erst nicht mit, es regnete immer wieder und windete stark. Auch die Sonne wollte sich erst mal nicht zeigen.

Nach einem Zwischenstopp zum Mittagessen ging es für uns zur Whitsunday Island, einem Highlight dieser Tour und auch unserer 3,5 Wochen in Australien! Denn diese Insel ist unfassbar schön mit ihrem weißen Sand und dem wahnsinnig blauen Wasser.

Besonders einzigartig ist, dass die Insel je nach Tag und Gezeit (von Ebbe bis Flut) immer anders aussieht, da diese Sandstruktur durch das Wasser jeden Tag anders aussieht und je nach Wasserstand farblich unterschiedlich ist.

Was uns auch begeistert hat war, dass wir von diesem Aussichtspunkt da oben im Wasser sogar Rochen und haue sehen konnten! Auch wenn man sie auf unseren Bildern durch die Entfernung nicht gut sehen konnte, haben wir trotzdem versucht das auf Fotos für uns festzuhalten. Denn wo begegnet man schon mal eben Rochen und Haien in Strandnähe?!

Das Wetter hätte sich außerdem deutlich gebessert, sodass wir im Anschluss für ein Stündchen an den Strand gingen, der uns auch mit weißen Sand und diesem klaren blauen Wasser begeistert hat. Leider dürfte man nur mit Neopren-Anzug schwimmen gehen aber die hatten wir zum Glück dabei. Im Wasser selber haben wir dann keine Rochen oder Haie gesehen – leider – aber in einem kleinen Kanal direkt am Strand, den eine ganze Schar Rochen durchschwimmen hat:

Copyright: Lee Li

☝? Das Bild ist außerdem nicht unser eigenes, sondern von einem anderen Teilnehmer mit einer Drohne aufgenommen mit dem wir dort waren.

Nach einiger Zeit am Strand und einigen Fotos, auch mit diesem tollen Baum:

ging es für uns schon wieder zurück aufs Boot. Denn es war schon Zeit für Abendessen, geselliges Beisammensitzen, Sonnenuntergang und später dann sogar Milchstraße schauen. Die Milchstraße hatten wir ja in Neuseeland schon gesehen, so deutlich, wie wir sie seither nicht mehr gesehen haben. Aber bei Whitsunday Island auf dem Segelboot haben wir die Milchstraße von einem Horizont bis zum anderen gesehen. Das muss man sich mal vorstellen (wir konnten es uns vorher nicht vorstellen!) So weit das Auge reicht, nur Milchstraße. Das war der Hammer! Umso mehr haben wir uns gefreut endlich die Einstellungen für die Kamera rauszuhaben, mit denen man die Milchstraße auf Fotos einfangen kann. Leider war das jedoch dieses mal nicht möglich, da wir uns ja auf einem Boot befanden und es die ganze Zeit gewackelt hat ? aber: die Erinnerung zählt, und diesen Anblick werden wir sicher nie mehr vergessen!

Nach einem tollen Tag und diesem magischen Abend gingen wir schlafen und freuten uns auf den nächsten Tag.

Dieser begann für uns erstmals auf einer geführten Tour nicht mit einem Weckruf in aller Frühe, sondern mit ausschlafen! Okay, ausschlafen soweit das eben möglich war, denn ab 6 Uhr waren die Motoren des Segelbootes wieder an und wir steuerten schon auf unseren ersten Schnorchelspot zu. Um 6:20 Uhr gaben wir dann auf zu versuchen weiterzuschlafen und begaben uns an Deck wo uns bereits das Frühstück erwartete: Kaffee und Obst, was gibt es besseres an einem solchen Morgen?!

Gegen 8 Uhr waren wir an unserem ersten Schnorchelspot angekommen und es ging für uns ins kalte Wasser. Aber das war uns egal, denn auf Schnorcheln am Great Barrier Reef hatten wir uns schon vor Reiseantritt im Mai gefreut! Und wir sollten nicht enttäuscht werden – die Farben, die Korallen, die Fische und dieses klare Wasser waren einfach toll!

Leider konnten wir alle keine Schildkröten sehen, obwohl dieser Spot wohl für Schildkröten im Wasser bekannt sein soll… Tatsächlich hat dafür eine der Teilnehmerinnen unserer Tour hier sogar einen gar nicht mal so kleinen Hai gesehen! Da bin ich ehrlichgesagt froh, dass ich ihn nicht zu Gesicht bekommen habe.

Wir konnten uns an alldem gar nicht sattsehen und bekamen daher nicht mit, wie plötzlich 2 Stunden vergangen waren.

Copyright: Matador Whitsundays

☝? Hier noch ein Fremdfoto, ebenfalls mit Drohne aufgenommen vom Koch aus unserer Crew, wie wir alle am planschen und schnorcheln sind. Wer genau hinschaut kann Sebi sogar darauf erkennen, er verschränkt beim schnorcheln nämlich immer die arme hinter dem Rücken ?

Also ging es für uns nach 2 stunden im Wasser zurück aufs Boot und ab zum nächsten Schnorchelspot. Hier erwarteten uns einfach eine Milliarde Fische inklusive riesen-Fisch (dafür das Video bis zum Ende schauen!):

Hier gaben die Korallen zwar nicht so viel her aber die Fische waren echt der Hammer!

Nach der 2. Runde schnorcheln ging es für uns zum Mittagessen zurück aufs Boot und danach schon wieder in Richtung Airlie Beach. Wobei wir auf dem Rückweg noch das Glück hatten, einer riesigen Wasserschildkröte neben dem Segelboot zu begegnen. Und die war echt riesig!

Die restliche Rückfahrt über lagen wir in der Sonne, genossen das angenehme Schaukeln des Bootes (Ich bin ja seekrank aber hätte die beiden Tage über gar keine Probleme. Ja okay, ich habe am ersten Tag 2 Tabletten genommen aber sowohl über Nacht, als auch den gesamten 2. Tag habe ich nichts mehr genommen und es ging mir super!) und ließen es uns bei einer weiteren Runde Obst gut gehen.

Um ca. 17 Uhr waren wir zurück in Airlie Beach am Hafen und machten uns auf den Weg zu unserer Unterkunft, duschten, aßen und freuten uns nach 2 Tagen wieder über WLAN. Abends trafen wir uns nochmal mit dem Großteil unserer Gruppe in einer Bar und verbrachten einen weiteren tollen Abend gemeinsam.

An Tag 23 und unserem letzten in Airlie Beach hieß es für uns dann erstmal ausschlafen, mal wieder packen und auschecken, Gepäck abgeben und früstücken, bevor wir einen weiteren Tag am Strand verbrachten. Dieses mal auch wirklich am Strand, nicht an der Lagune…

Der Tag war tatsächlich sehr unspektakulär, Strandtag halt, bis wir abends nochmal zu einem kurzen Walk von 4km zu einem Aussichtspunkt aufbrachen. Hier wollten wir den Sonnenuntergang schauen, haben aber leider nicht bedacht, dass wir dann den gesamten Weg bei Dunkelheit wieder runterwandern müssen. Trotzdem sind wir zur abendfüllenden den beschwerlichen Weg nach oben zum honeyeater lookout und haben diese tolle Aussicht auf Airlie Beach, Hafen und Inseln genossen. Sind dann aber wieder aufgebrochen, bevor es ganz dunkel war um noch im Hostel vorbeizugehen, abendzuessen, unser Gepäck abzuholen und uns auf den Weg zum Nachtbus (unserem vorerst letzten Nachtbus) nach Cairns zu machen.

Die Fahrt verlief unspektakulär und wir haben ganz gut geschlafen, so gut es eben geht bei nur 8 Stunden Fahrt und Ankunft um 5 Uhr am Morgen. Eigentlich bietet sich die Strecke gar nicht mal so gut an als Nachtfahrt, zumindest nicht bei Abfahrt um 21 Uhr. Gut, wir haben’s trotzdem so gemacht um uns einen Tag und eine Übernachtung zu sparen und damit wir wenigstens noch 2 Tage in Cairns haben.

Direkt nach Ankunft wurden wir am Busbahnhof von unseren Hosts für die kommenden 2 Tage eingesammelt. Grandioserweise wohnten wir wieder bei Freunden von Freunden, was wirklich toll war. Denn wir würden so gastfreundlich empfangen und das ganze Wochenende über eingebunden! Alleine schon die Tatsache, dass sie extra mitten in der Nacht aufgestanden sind um uns um die Uhrzeit einzusammeln! Wirklich toll! Nach nur 10 Minuten Fahrt waren wir schon an unserem zuhause für unsere Zeit in Cairns angekommen und konnten uns nochmal für 2 Stündchen aufs Ohr hauen, bevor wir mit dem Bus für eine Wanderung zum botanischen Garten gefahren sind. Die war leider etwas enttäuschend, da anstrengend durch den Aufstieg, besonders bei den schwül-heißen Wetter, und dann auch noch ohne so richtig schöne Aussicht am Ende. Denn der Ausblick ging in Richtung Flughafen. Und mit botanischen Gärten können wir uns ja generell nicht so anfreunden ?

Hier gab es dazu noch die Besonderheit, dass im Fluss wohl Krokodile frei leben. So ganz ohne Absperrung, dafür mit Warnung vom Fluss weg zu bleiben. Gar nicht mal so einfach wenn der weg direkt daran vorbei führt. Zum Glück also haben wir keine Krokodile gesehen, auch wenn ich gerne mal Salzwasserkrokodile gesehen hätte. (Wenn auch nicht so ohne Abgrenzung etc.!!)

Am Abend gab es Barbecue mit Lamm und im Anschluss haben wir uns ein bisschen mit unserer Weiterreise und Planung beschäftigt. Zudem sind uns 2 Dinge aufgefallen:

1. Haben wir in Australien deutlich weniger Geld ausgegeben als wir geplant hatten (kann auch daran gelegen haben, dass wir nur 3,5 statt geplanten 4 Wochen da waren und wir es nicht nach Fraser Island geschafft haben).

2. Sind Kameras und Zubehör viel günstiger in Australien als in Deutschland und man bekommt die darauf gezahlten Steuern bei Ausreise wieder zurück.

Daher haben wir beschlossen uns was Gutes zu tun und an unserem letzten Tag in Australien ein neues Objektiv zu kaufen. Ein spezielles Ultra-Weitwinkelobjektiv! ? Also fuhren wir mit unseren Hosts, die uns zum Inländerrabatt verhalfen und für uns nachverhandelten in einen Kameraladen in Cairns, wo wir ein richtiges Schnäppchen machten!

Passend hierzu hat sich Sebi mal aufgrund diverser Nachfragen auf unsere gesamte Kameraausrüstung gestürzt und einen Beitrag dazu fertig gemacht, den ihr hier findet.

Im Anschluss an unsere Eroberung sind wir noch zu Cairns‘ Hafen gefahren und danach zum Baden an einen tollen und gar nicht touristischen Wasserfall:

Abends würden wir wieder bekocht (was für eine Gastfreundschaft!!) bevor wir zum Flughafen zu unserer nächsten Station unserer Reise gebracht wurden. Denn von Australien aus ging es abends an Tag 25 noch weiter nach Bali.

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