Tage 1 bis 6 in Australien

In Melbourne angekommen hatten wir bereits nach 22 Uhr, sodass wir uns wirklich freuten, dass alles sehr unkompliziert ablief. Wir holten unsere Backpacks ab (es war auch alles angekommen), reisten ein, was wesentlich einfacher war als in Neuseeland, und fuhren mit Uber in die Stadt zu unserem Hostel. Zum ersten mal durften wir feststellen wie teuer Australien ist, denn alleine die 15 minütige fahet mit Uber vom Flughafen zum Hostel kostete und 70AU$ (ca. 43€).

Wir machten uns dort nur noch bettfertig und gingen schlafen, zu Abend hatten wir zum Glück noch in Neuseeland gegessen.

An unserem ersten richtigen Tag in Australien haben wir Melbourne erkundet. Wirklich toll an Melbourne ist für uns als Reisende, dass im Central Business District (CBD) der ÖPNV komplett kostenfrei ist. Unser Hostel lag jedoch etwas außerhalb des CBD in St. Kilda am Strand, sodass wir uns trotzdem viel zu Fuß bewegt haben. Denn um den regulären ÖPNV zu nutzen muss man sich aufladbare Karten zulegen, die jedoch pro Person schon 6AU$ (ca. 3,70€) kosten. Das haben wir für die 2 Tage in Melbourne dann nicht eingesehen zu bezahlen.

Auf unserem Fußweg zum CBD lag bereits ein Stadtpark inkl. botabischem Garten. Dort verbrachten wir einige Zeit und genossen die Sonne. Denn wettertechnisch hatten wir in Melbourne richtig Glück! An beiden Tagen dort hatten wir 20 Grad und Sonnenschein (nach Neuseeland war das einfach Luxus für uns! Vorallem, da Melbourne normalerweise sehr windig und nicht so sonnig ist). Außerdem schlenderten wir durch den sportlichen Teil Melbournes, denn Melbourne ist Sportstadt und unter anderem Austragungsort der Australian Open.

Nachmittags machten wir eine free-walking Tour die uns an einige Fleckchen der Stadt führte, die wir sonst nicht entdeckt hätten. Zum Beispiel ist selbst im CBD, dem Geschäftsbezirk der Stadt, an einigen Stellen Graffiti legal. Sodass es immer wieder in der Stadt solche Gässchen gibt.

Außerdem liefen wir alles sehenswerte an, was für uns nicht besonders viel ist. Denn obwohl Melbourne sich selbst als beste Stadt Australiens sieht und gerne Hauptstadt geworden wäre (und es auch über 20 Jahre lang war) hat Melbourne nicht so wirklich viel zu bieten.

Nach einem kurzen Abstecher zu Aldi (ja in Australien gibt es den deutschen Discounter Aldi) machten wir uns nach der Tour auf den Rückweg zum Hostel.

Der nächste Tag war auch zeitgleich unser letzter Tag in Melbourne. Also hieß es wieder packen und auschecken. Da es jedoch erst abends mit dem Nachtbus weiter nach Sydney ging, haben wir unser Gepäck mit in die Stadt genommen und dort bis zum Abend eingelagert (über bag’n’b quasi airbnb für Gepäck).

Danach ging es für uns zum Queen Victoria Market, einem der größten Märkte der südlichen Hemisphäre. Der Markt hat uns leider gar nicht begeistert, denn viele Stände waren nicht aufgebaut. Das lag aber vielleicht einfach daran, dass wir freitags Vormittags da waren, möglicherweise sieht der Markt sonntags anders aus.

Außerdem liefen wir nochmals einige Punkte der free-walking Tour des Vortages an, an denen wir ungestört Fotos machen wollten. Statt dem Gässchen mit dem Graffiti aus der Tour entschieden wir uns allerdings für ein größeres, bekannteres:

Außerdem gingen wir superlecker (und superteuer) asiatisch essen (alleine wegen des Essens können wir unsere Zeit in Asien gar nicht mehr abwarten! ?) bevor wir unser Gepäck abholten und zum Busbahnhof fuhren um im Nachtbus unser Lager für die nächsten 12 Stunden zu beziehen.

Direkt beim einstiegen in den Bus mussten wir feststellen, dass die Nachtbusse in Australien absolut nicht mit denen in Südamerika mithalten können. Es handelt sich um ganz reguläre Reisebusse, wie sie auch in Deutschland fahren, die auch für längere Fahrten wohl in Ordnung sind aber zum schlafen absolut nicht geeignet sind. Denn im Gegensatz zu den Bussitzen in Südamerika, die man auf 160-170 Grad neigen kann, sind in Australien vielleicht gerade einmal 120 Grad möglich. Auch gibt es weder Kissen oder Decken noch Verpflegung, noch nicht einmal etwas zu trinken. Aber gut, essens- und trinkenstechnisch waren wir ohnehin vorberietet und wozu haben wir unsere tollen Schlafsäcke, um die wir einmal mehr froh waren! Also machten wir es uns gemütlich, nutzten das vorhandene WLAN (immerhin das gab es nämlich ?) lasen und schliefen ziemlich schlecht. Nicht nur, dass es super unbequem zum schlafen war und der Bus mehrfach hielt um Pause zu machen, leider kamen wir auch um kurz nach 6 Uhr am nächsten Morgen und damit fast eine Stunde zu früh in Sydney an. Zu allem Überfluss hatte bei mir die Klimaanlage im Bus zugeschlagen und ich war verschnupft.

Aufgrund unserer Müdigkeit und der frühen Uhrzeit beschlossen wir erstmal einen Kaffee trinken zu gehen. Aus dem Kaffee wurde ein ausgedehntes Frühstück.
Die Zeit nutzten wir um die nächsten Tage in Sydney ein wenig zu planen und vorallem herauszufinden, wie wir zu unserer Unterkunft kommen. Tatsächlich war es, trotz Großstadt und obwohl wir Züge und Trams so gar nicht mehr gewöhnt sind, gar nicht mal so schwer zur Unterkunft zu kommen. Dort angekommen machten wir uns erstmal mit unseren Gastgebern bekannt, wir wohnten nämlich die 4 Nächte über bei Freunden von Freunden, bevor wir gegen Mittag wieder mit der Fähre nach Sydney in die Innenstadt aufbrachen.

Der restliche Tag in Sydney war leider nicht wirklich glorreich für uns, was zum Teil an unserer Müdigkeit durch die kurze Nacht aber vorallem daran lag, dass ich doch ganz schön angeschlagen von der Nacht mit der Klimaanlage war und mich so gar nicht gut fühlte. Daher kamen wir vom Hafen über das Opernhaus nicht weit, quasi nur bis zum nächsten Park, wo wir uns für ein Weilchen in die Sonne legten um die Augen zu schließen. Danach schlenderten wir noch etwas durch die Stadt, aber da ich doch ganz schön angeschlagen war, bewegten wir uns nur rund um das Hafenviertel, bevor wir früh zu unserer Unterkunft zurückkehrten.

Am kommenden Tag (ausgeschlafen und erholt) haben wir da schon mehr von Sydney gesehen. Nach einem entspannten Morgen mit ausgiebigem Frühstück machten wir uns auf zu einer free-walking Tour in Sydney. Bei dieser Tour hatten wir einen äußerst sympathischen Guide, der die Tour mit viel Humor gestaltete. Wir liefen einige der historisch und touristisch wichtigen Spots Sydneys an:

Bevor wir leider an einem Gässchen, das es uns besonders angetan hatte und wo wir mehr Zeit zum fotografieren brauchten, die Gruppe verloren. Wenigstens ist dabei ein schönes Foto herausgekommen ?:

Im Anschluss machten wir einen Großeinkauf, da wir am Abend die liebe Familie, bei der wir untergekommen waren, mit europäischem Essen bekochten: Hühnerfrikassee!

Unser 3. Tag in Sydney begann etwas früher, wenn auch immernoch sehr entspannt. Denn an diesem Tag hatten wir etwas mehr Strecke vor uns. Etwa 150km westlich (landeinwärts) von Sydney liegen die Blue Mountains auf einem Riesen Areal, das wir zumindest ein kleines bisschen erwandern wollten. Auf die Blue Mountains hatte ich (Elena) mich besonders gefreut, da ich schon so schöne Bilder davon gesehen hatte. Die Blue Mountains waren auch sehr schön aber etwas enttäuscht waren wir beide dann dennoch. Mal von dem Menschenansturm (allen voran Asiaten, die sich mit allen Mitteln in die erste Reihe vorkämpfen um Fotos zu machen, und ihre Position dann nicht mehr abgeben wollen, sodass man auf jedem Bild Asiaten mit drauf hat (und das bei den spektakulären three sisters)) auf die ersten Aussichtspunkte abgesehen, waren wir schnell ungestört, sobald wir unsere Wanderung begonnen hatten. Denn über die ersten ein oder zwei Aussichtspunkte kommen die meisten Touristen mit gebuchten Touren nicht hinaus, weshalb wir wieder einmal froh waren auf eigene Faust dorthin losgezogen zu sein. Doch leider bot sich uns überall derselbe, zwar schöne aber wenig abwechslungsreiche, Anblick auf die Blue Mountain:

Zu guter Letzt haben wir am Ende unserer Wanderung leider auch noch den Zug zurück Richtung Sydney um 3 Minuten verpasst. Da der Zug nur stündlich fährt, hieß es für uns warten. Leider nicht nur eine Stunde, sondern (wie sollte es auch anders sein) 75 Minuten, denn der nächste Zug hatte natürlich Verspätung.

Doch davon wollten wir uns die Laune nicht verderben lassen, denn für unseren letzten Tag in Sydney war mit 25° endlich richtig gutes Wetter angekündigt, weswegen wir zumindest für ein Stündchen an den Strand wollten. Zuerst fuhren wir jedoch wieder in die Stadt und klapperten noch ein paar Stationen ab. Zum Beispiel wollten wir nochmal ins Queen Charlotte Building, ein Einkaufszentrum, wo wir mithilfe eines Filters eine Langzeitaufnahmen ohne Menschen machen wollten:

Außerdem fuhren wir nochmal bei gutem Wetter an Sydneys Wahrzeichen: das Opernhaus, wo wir mit viel Glück und Zufall ein gemeinsames Foto mit einer Möwe bekommen haben:

Und schlussendlich ging es für uns an den Strand, quasi zum Sonnenuntergang. Soweit man eben etwas vom Sonnenuntergang an der Ostküste hat ? es ist aber ein sehr schönes Outtake-Foto herausgekommen, nachdem unsere Kamera aufgrund des Windes mit samt Stativ in den Sand gefallen ist. Hier der vorher-nachher-Vergleich unseres Outtake-Fotos:

Unmittelbar nach dem Sonnenuntergang ging es für uns zurück zur Unterkunft, denn es hieß für uns Sachen packen, Frühstück vorbereiten, duschen und früh schlafen gehen. Denn der nächste Tag war Abtrisetag und begann für uns schon um 4:20 Uhr. Wir brachen in unser erstes richtiges Abenteuer in Australien auf und waren schon richtig gespannt! ?

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