Tage 19 bis 23 in Neuseeland

Auf dem Weg nach Mount Cook kamen wir zufällig an den Moeraki Boulders vorbei, wo wir einen kurzen Zwischenstopp einlegten. Leider hatten wir sehr bedecktes Wetter aber für ein paar lustige Fotos war die Kulisse rund um die Runden Felsen perfekt:

Außerdem haben wir dort nach echt langer Zeit mal wieder Alpakas gesehen, wenn auch keine freilebenden ?.

Nach diesem kurzen Zwischenstopp fuhren wir durch bis Mount Cook, aber nicht ohne zwischendurch noch Fotos zu machen:

In Mount Cook Village angekommen waren wir direkt begeistert vom Panorama und den schneebedeckten Bergen rundherum. Obwohl der Ort wirklich sehr sehr klein und touristisch ist haben wir uns auf Anhieb sehr wohlgefühlt! (Kann auch am Hostel gelegen haben, denn das war das ordentlichste und am besten ausgestattetste, in dem wir bis dahin gewohnt haben). Irgendeine klein und beschaulich, ruhig und friedlich. Ja, das trifft es. Nach Queenstown haben wir echt mal wieder die Ruhe und das Entschleunigte genossen! Jedenfalls entschlossen wir direkt noch zu einem kurzen Walk aufzubrechen, nachdem wir das Zimmer bezogen und unser Gepäck untergestellt haben.

Also zogen wir los, fuhren eine kurze Strecke von 7km zum Parkplatz, von dem aus wir einen Teil des Moraine Walks, bis hin zum Tasman Lake machten. Die Strecke lag bereits komplett im Schatten, es war kalt, sodass wir froren. Doch es war nur ein sehr kurzer Walk, wenn auch fast ausschließlich Treppen hoch zum Aussichtspunkt. Oben angekommen war der Aussichtspunkt sehr schön, umringt von den southern alps inkl. dem höchsten Berg Neuseelands Mount Cook:

Was Sebi jedoch direkt aufgefallen ist, war, dass das Plateau am Aussichtspunkt perfekt ist zur Sternbeobachtung. Denn insbesondere in Richtung Mount Cook Village umgeben von hohen Bergen, die das Licht des Ortes abschirmen, sollte man die Sterne gut sehen können.

Sternfotos waren ja bisher das, was uns nie so recht gelungen ist. Daher wollten wir das am Abend nochmal probieren. Also zurück ins Hostel, kochen und Abendessen, Tee vorbereiten und dann wieder ab in die Kälte. Draußen war ich direkt ernüchtert, denn besonders viele Sterne waren nicht am Himmel zu sehen. Insbesondere nicht die Milchstraße, das non plus ultra. Doch Sebi war nach wie vor optimistisch (wie immer). Ab zum Parkplatz gefahren und dort bot sich uns ein überwältigender Anblick! Die gesamte Milchstraße, direkt über uns. So klar und deutlich zu sehen und so wunderschön!

Also haben wir erstmal die Einstellungen getestet, während wir uns immer wieder ins warme Auto setzen konnten, um oben in der Kälte einfach nur noch Fotos machen zu müssen und (hoffentlich) nach 20 Minuten durch zu sein. Bei den Probefotos merkten wir jedoch, dass unsere Position zwar toll ist um die Sterne zu sehen, zum fotografieren jedoch ungeeignet ist, da die Sterne sich wirklich direkt über uns befanden. Problem war einfach, dass wir kein Weitwinkelobjektiv haben, damit wären die Fotos ein einfaches gewesen. Also entschieden wir, noch ein Stück weiter zu fahren um einen besseren Ausschnitt für unser Foto zu bekommen.

20km hin, mehrfach gehalten und geschaut aber nichts änderte sich. Also 20km wieder zurück. Wir wagten dann doch den Aufstieg zur Plattform, wohlgemerkt auf einem Weg ohne Beleuchtung. Nach einigem probieren sind uns ziemlich gute Fotos gelungen, auf einem sogar mit ein bisschen zusätzlicher Bergkulisse drauf:

Die Fotos sind uns ganz am Ende, nahe an der Verzweiflung gelungen. Denn besonders die Ausrichtung der Kamera ist im dunklen (und es war wirklich stockdunkel) und da man die Sterne vorher auf dem Display der Kamera nicht sehen kann gar nicht so einfach. Eines der Fotos ist daher erst beim Abstieg zurück zum Auto, also quasi schon auf dem Heimweg, entstanden. Wir kamen überglücklich, todmüde und nach sage und schreibe 3 Stunden in der Kälte (wir hatten Wind und Minusgrade) zurück ins Hostel und fielen einfach nur noch ins Bett.

Der nächste Tag begann um 7 Uhr, der Wecker klingelte, wir packten unsere Sachen, zum Glück hatten wir unser Frühstück zum mitnehmen bereits am Vorabend vorbereitet, checkten aus und brachen auf zum Hooker Valley Track. Der Track an sich war nicht besonders lang (4 Stunden gesamt) und nicht schwer (nur 80m Aufstieg, ausgebaute Wege etc.). Eigentlich nur ein langer Sonntagsspaziergang. Aber es war früh, wir waren noch nicht ganz fit, da es am Vorabend später wurde als gedacht, und dazu kam, dass die gesamte Strecke im Schatten lag. Dementsprechend war es sehr kalt. Nach einer Stunde Wanderung machten wir eine Frühstückspause und waren froh um den heißen Tee, den wir uns noch mitgenommen hatten. Die gesamte Wanderstrecke, insbesondere der Teil, der dann doch in der Sonne lag, war sehr schön und abwechslungsreich. Es gab 3 Hängebrücken:

Einen tollen Steg umgeben von Sträuchern und Schnee:

Und nach 2 Stunden kamen wir am Aussichtspunkt an. Ein überwältigender Ausblick:

⬆️(Handyfoto)⬆️

Der tatsächlich noch besser wurde, als wir das kurze Stück zum Hooker Lake selber runter gingen. Der See war größtenteils noch mit einer dünnen Eisschicht bezogen, hatte eine eindrucksvolle türkisene Farbe und bot den bisher besten und idyllischten Blick auf einen Gletscher.

Hier verweilten wir, machten Fotos und genossen das Panorama, bevor wir uns auf den Rückweg zum Auto machten.

Der restliche Tag war leider ein Reisetag, da es für uns weiter nach Christchurch ging. Eigentlich hatten wir vor am Lake Taupo halt zu machen, von wo aus man auch einen tollen Blick auf Mount Cook und all die anderen schönen Berge hat. Doch nach Aufbruch beim Hooker Valley Track wurde das Wetter mit jedem zurückgelegten Kilometer schlechter. Als wir an Lake Taupo vorbeifuhren, hatten wir eine komplett geschlossene Wolkendecke. Wir fuhren daher direkt nach Christchurch durch. In Christchurch angekommen hatten wir bereits frühen Abend, sodass wir nur einkaufen gingen, kochten, aßen und ich konnte tatsächlich mal wieder backen! ? war gar nicht mal so einfach ohne Messbecher oder Waage (in Neuseeland wird wie in Australien und den USA alles in Cups, oz etc. bemessen) weshalb das Ergebnis gar nicht mal so lecker aussah … geschmeckt hat’s aber super!

Tag 21 sollte für uns sehr entspannt werden. Wir schliefen aus, wirklich sehr lange, und lümmelten noch eine Weile herum, bis wir uns dazu aufrafften noch in die Stadt zu fahren. Die Stadt hat leider seit dem Erdbeben 2011 nicht mehr viel Sehenswertes, bzw. ist noch dabei, das wenige was geblieben ist, wieder aufzubauen. Ziemlich erschreckend für uns!

Wir fuhren hier allerdings mit einer historischen Bummelbahn, die einige sehenswerte Stationen in der Altstadt anfährt.

Für Tag 22 stand ein echtes Highlight für uns an: wir gingen Skifahren! Bei Sebi war das letzte mal Skifahren schon etwa 10 Jahre her, bei mir auch schon 3,5 Jahre daher entschieden wir uns für ein kleineres, bezahlbares und unspektakuläreres Skigebiet. Sollte für uns reichen ?.

Also früh aufstehen, Skisachen ausleihen und los zum 1,5 Stunden entfernten Skigebiet. Dort angekommen ging es für uns direkt auf die Piste! Und ich hatte echt meinen Spaß! Für mich ist Skifahren wie Fahrradfahren – man verlernt es nicht. So ging es für mich ab der ersten Runde problemlos rauf und runter. Mein (diabolisches) Highlight war aber, dass Sebi echt immer erstmal ein paar Abfahrten braucht um reinzukommen. Und oh man, ich kann mich einfach nicht zurückhalten mit lachen wenn er hinfällt ? ich weiß es ist fies aber meistens ist er einfach ohne Grund hingefallen, ganz harmlos.

Noch dazu hat Sebi es geschafft, einen von seinen geliehenen Skistöcken irgendwie mit dem Sessellift zu verhaken, sodass er ihn beim aussteigen beschädigt hat. Okay, beschädigt klingt ziemlich harmlos. Er hat ihn komplett zerbrochen.

Es war jedenfalls ein toller Tag, irgendwann auch für Sebi, in toller Kulisse, auch wenn das Skigebiet wirklich sehr klein war und nicht viel hergab. Dafür waren wir nach 14 Uhr nahezu alleine und nutzten unsere Ruhe und die Zeit gut aus. So viel Skigefahren wie an dem Tag bin ich noch nie!

Wir kamen sehr erschöpft und spät, nach einem abstecher zum Skiverleiher auch um einige Dollar ärmer (den Skistock mussten wir natürlich bezahlen), nach Hause und waren froh noch Reste vom Essen des Vortages zu haben, sodass wir nur noch aßen und schlafen gingen.

Am nächsten Morgen fuhren wir wieder recht früh los nach Kaikoura, wo wieder ein kleines Highlight auf uns wartete. Nachdem wir uns bereits bei den Gletschern, in Queenstown und auch bei Mount Cook einen Helikopterflug überlegt hatten, uns das aber immer zu teuer war, hatten wir hier endlich die Gelegenheit zu fliegen! Wenn auch nicht im Helikopter ging es für uns in einem winzigen Flugzeug mit nur 8 Sitzplätzen inkl. Pilot in Kaikoura auf Walschau. Alleine das kleine Flugzeug und die Kulisse waren eine Wucht.

Aber Weiswale, Seelöwen und Delphine aus der Luft zu sehen war einfach atemberaubend. Aber wir hatten Glück und könnten sogar einen Pottwal sehen:

Ein Wahnsinnserlebnis! Der Zwischenstopp in Kaikoura hatte sich definitv gelohnt.

Im Anschluss fuhren wir nur noch für eine Nacht weiter nach Blenheim, von wo aus wir am kommenden morgen bereits unsere Rückreise auf die Nordinsel antreten sollten.

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