Tage 15 bis 19 in Neuseeland

Bereits auf dem Weg nach Wanaka/Hawea kamen wir an tollen blue Pools vorbei, zu denen wir den kurzen Weg hinwanderten. Blue Pools bekommen ihre charakteristische Farbe durch die Reflektion des eiskalten Bergwassers auf dem speziellen Untergrund. Dieses mal keine minerale oder chemischen Reaktionen. Aber egal wie, wenn das Wasser so aussieht möchte man einfach reinspringen!

Außerdem sind wir an tollen Aussichtspunkten auf die Seen sowie die umliegenden Berge vorbeigefahren. Doch nach wie vor spielte das Wetter nicht mit, es war bewölkt und regnerisch, sodass wir direkt nach Hawea ins Hostel durchfuhren und den restlichen Tag entspannt ausklingen ließen.

Am nächsten Tag fuhren wir dann mit deutlich besseren Wetter einen Teil der Strecke vom Vortag zurück um diese tollen Ausblicke auf die Landschaft zu genießen:

Lake Wanaka (die ersten beiden Bilder) hat uns dabei deutlich besser gefallen als Lake Hawea (dir letzten beiden Bilder).

Da wir noch etwas Zeit hatten fuhren wir im Anschluss nach Cardrona, nicht um Skifahren zu gehen, sondern um einfach mal wieder Schnee unter den Füßen zu spüren und das ohne diese negative Assoziation aus Bolivien. Und ich muss sagen, obwohl ich mich von dieser spontanen Idee erst überzeugen lassen musste habe ich es sehr genossen. Landschaftlich, aber auch weil es einfach toll war!

Von hier aus fuhren wir nach Queenstown, einem unserer Highlights in Neuseeland, weiter. Schon die Anfahrt war eine echte Wucht für uns! Denn sobald man über Serpentinen den höchsten Punkt erreicht hat, tut sich ein Blick auf Queenstown vor einem auf, der kaum besser sein könnte:

Auch in Queenstown wartete bestes Wetter auf uns, sodass wir nach dem Einchecken ins Hostel noch etwas die Stadt erkundeten.

Außerdem gingen wir abends das erste mal in Neuseeland essen! Denn bisher hatten wir uns komplett selbst versorgt. Wir genehmigten uns Burger mit leckerem neuseeländischem Rind ?.

Der nächste Morgen begann früh für uns, insbesondere nach einer kurzen und lauten Nacht. Abgesehen davon, dass wir in einem lauten Hostel gelandet waren und leider direkt das erste Zimmer neben dem Aufenthaltsraum (mit lauter Musik) hatten, ist Queenstown Ausgangsort für viele Skigebiete, sodass es abends eben auch Aprèsski gab.

Wir wollten unsere Tagesplanung davon allerdings nicht beeinflussen lassen und brachen nach dem Frühstück auf Richtung Ben Lomond. Der Berg misst knapp 1.750m Höhe und ist westlich von Queenstown gelegen. Durch die Höhe bietet der Ben Lomond einen tollen Blick auf Queenstown, Lake Wakatipu und die schneebedeckten Berge rund um Queenstown. Da Queenstown selbst jedoch mit ca. 350m üNN sehr niedrig gelegen ist, erwarteten uns da ein 1.400m Aufstieg. Kein Wunder, dass man für diese Wanderung 8 Stunden einplanen soll.

Vielleicht erinnert sich ja der eine oder andere noch daran, dass wir in Peru am Colca Canyon bereits einen Aufstieg von 1.200 Höhenmetern zu bewältigen hatten und dafür relativ genau 3 Stunden gebraucht haben. Hier erwartete uns also ähnliches, da machten wir uns nichts vor.

Bereits zu Beginn der Wanderung stellten wir aber fest, dass wir definitiv mit anderen Problemen zu kämpfen haben würden als in Peru: die Wege waren deutlich besser befestigt, ohne Geröll, das war schon mal toll. Dafür gab es hier diverse Wanderwege, die teilweise gesperrt waren und umgeleitet wurden. Unsere Schwierigkeit bestand also erstmal darin den richtigen Weg zu finden und auf ihm zu bleiben.

Das erste Stück der Wanderung ging komplett durch Waldgebiet und verwehrte uns die Aussicht auf die umliegenden Landschaft. Doch da sollte sich bald ändern. Sobald wir den Wald hinter uns gelassen hatten, zeigte sich bereits ein atemberaubendes Panorama.

Außerdem hatten wir wieder richtiges Glück mit dem Wetter, wir hatten blauen Himmel und Sonnenschein, trotz der kühlen Wintertemperaturen. Doch die kühlen Temperaturen kamen uns bei dieser Wanderung durch den Aufstieg gerade recht.

Mit jeder geschafften Etappe veränderte sich die Umgebung von dichtem Wald über geordnetes Forstgebiet und bunte Sträucher bis hin zu Schneelandschaft.

Doch nicht nur die Umgebung veränderte sich, auch das Panorama, das sich uns bot wurde mit jeden 100 geschafften Höhenmetern in jede Richtung beeindruckender. Ob der Blick auf die schneebedeckten Gipfel rundherum:

Oder Queenstown, Lake und Berge:

Nach etwa 850m Aufstieg also ab einer Höhe von etwa 1.200m hatten wir dann mal wieder Schnee unter den Füßen. Erst nur ein wenig, später immer mehr.

Bald war der Schnee so tief und frisch, dass wir bei jedem Schritt bis zu den Knien einsanken und das vorankommen langsamer und mühsamer wurde. Nachdem wir beim Bergkamm angekommen waren entschieden wir daher umzukehren.

Der Abstieg erfolgte auf demselben Weg wie der Aufstieg und war daher weniger unspektakulär. Im Hostel angekommen waren wir ziemlich platt. Zwar hatten wir die Wanderung nicht komplett durchgezogen, doch nach 6 Stunden Wanderung und ca. 1.100 Höhenmeter Aufstieg war uns nur noch nach Essen, duschen und schlafen zumute.

An Tag 17 hieß es für uns wieder aufzubrechen. Doch bevor wir uns auf den Weg nach Te Anau machten setzten wir uns noch ein wenig in den Park in Queenstown, genossen die Sonne und lasen ein paar Seiten. Denn wir hatten quasi einen ausschließlichen Reisetag vor uns und wollten diesen ganz entspannt mit etwas Sonne beginnen.

In Te Anau angekommen checkten wir im Hostel für die kommende Nacht ein, und begaben uns noch ein wenig in den kleinen beschaulichen Ort am gleichnamigen Lake Te Anau.

Hier setzten wir uns außerdem in ein kleines niedliches Cafe, tranken Chai Latte und aßen einen leckeren Beeren-Brownie. Ansonsten verbrachten wir unseren Abend sehr entspannt im Hostel, kochten, aßen, lasen und gingen bald schlafen.

Denn Tag 18 begann für uns sehr früh. Aus Zeit- und Kostengründen wollten wir bereits um 9 Uhr bei Milford Sound sein. Denn das erste Boot am Tag fährt geschlagene 2 Stunden, statt 1 1/2 Stunden, wie bei den späteren Abfahrten und kostet nur die Hälfte (bzw. 45NZ$, ca. 25,29€, statt 78NZ$, ca. 43,84€ pro Person). Also brachen wir in Te Anau um 7 Uhr morgens auf und waren kurz vor 9 Uhr in Milford Sound. Leider hatten wir den ersten richtig schlechten Tag auf der Südinsel Neuseelands, wir hatten dicke tiefhängende Wolken und Regen die ganze Fahrt über. Auch in Milford Sound angekommen sah das Wetter nicht besser aus. Hier ein Eindruck davon, vor dicht über dem Meer die Wolken an diesem Tag hingen:

Unser Boot startete pünktlich um 9:25 Uhr durch die Meerenge vorbei an hohen Wasserfällen und beeindruckender Natur:

Außerdem sahen wir freilebende Seelöwen und – unser Highlight an diesem Tag – Pinguine ?!!

Leider regnete es die ganze Zeit über und windete stark, sodass wir zum fotografieren zwar viel Zeit draußen verbrachten aber die ganze Fahrt nicht so richtig genießen konnten. Außerdem erzählte der Kapitän zwar die ganze Zeit etwas zum Hintergrund und sonstige Fakten aber dieses neuseeländische Englisch machte uns echt immernoch zu schaffen, sodass wir davon wenig verstanden ?

Nach 2 Stunden endete unsere Bootsfahrt und unser Reisetag begann. Denn wir wollten noch komplett von der Westküste zur Ostküste fahren, wo wir die Nacht auf einer Schaffarm verbrachten.

Die Fahrt verlief unspektakulär (auch wenn die Suche nach der Airbnb uns mal wieder Nerven gekostet hat) und so kamen wir gegen 19 Uhr bei Dunedin in unserer Airbnb an. Für den Umweg über Dunedin haben wir uns entschieden, da man dort auf der Otago Halbinsel freilebende Pinguine sehen können soll. Wir hatten mal wieder kein Glück aber wir hatten ja morgens schon welche gesehen.

Bei dieser Airbnb kamen wir wieder auf unsere Kosten. Wir hatten tolle Hosts mit denen wir lange Gespräche bei Abendessen und Frühstück über Politik und das Leben in Neuseeland und Deutschland. Vorallem aber: das Frühstück war inklusive und würde nach unseren wünschen zubereitet. Da unsere Hosts gebürtige Schotten waren wünschten wir uns Porridge – und es war so lecker!

Dieser Tag war leider auch überwiegend ein Reisetag, denn zu unserer nächsten Station, dem Mount Cook, hatten wir eine ganze Strecke zurückzulegen. Doch es sollte sich lohnen, denn der Mount Cook würde zu unserem absoluten Neuseeland Highlight. Doch mehr hierzu im nächsten Blog ?

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