Tage 9 bis 14 in Neuseeland

Tag 9, und damit unser erster Tag auf der Südinsel Neuseelands, begann für uns ernüchternd: ein Blick nach draußen zeigte nämlich eine geschlossene Wolkendecke. Da wir abends aus Wellington erst um 20:30 Uhr von der Fähre kamen, haben wir uns eine Unterkunft in unmittelbarer Nähe zur Fähre gesucht und wollten am nächsten Tag nach Erkundung der Umgebung direkt weiter in Richtung des Abel Tasman Nationalparks. Da nun jedoch das Wetter nicht so wollte wie wir, frühstückten wir ausgiebig und legten uns anschließend wieder ins Bett und lasen ein wenig. Doch bereits kurz vor 11 Uhr sahen wir, dass es sich vorher um Hochnebel oder dergleichen gehandelt haben muss, denn wir hatten plötzlich einen ziemlich blauen Himmel durchsetzt mit ein paar Wölkchen. (Ich liebe ja ein paar Wolken am Himmel, irgendwie habe ich das Gefühl, sieht man erst dann wie blau der Himmel wirklich ist. Außerdem sind ein paar Wölkchen auch auf Fotos superschön!) Wir packten also schleunigst unsere Sachen, entschieden uns für eine Wanderung die bereits auf dem Weg zum Nationalpark lag und brachen auf.

Bereits auf der Fahrt kamen wir an tollen Aussichtspunkten vorbei und machten Fotopausen.

Nach etwa 2 Stunden (inkl. Pausen) waren wir bei Te Mahia angekommen, von wo aus wir einen Teil des Queen Charlotte Tracks zu einem Aussichtspunkt gingen. Bereits der Wanderweg war superschön und bot uns eine schöne Aussicht auf den Kenepuru Sound.

Etwa auf halber Strecke zum Aussichtspunkt kamen wir ein einer Stelle vorbei, die uns einen unbewachsenen Blick auf Wasser und Hügel bot. Außerdem spiegelten sich hier Natur und Himmel wunderbar im Wasser.

Oben am Aussichtspunkt am Onahua Lookout angekommen wurden wir für den Aufstieg mit einen tollen Rundumblick belohnt. Außerdem waren wir nahezu die einzigen auf diesem Teilstück des Traks, jedenfalls ist und während der 4 Stunden dort niemand begegnet, sodass wir uns die Zeit für Fotos nehmen konnten, die wir wollten.

Nach einer Pause brachen wir recht zügig wieder auf, denn es hatte angefangen zu tröpfeln. Also schnell wieder absteigen und zurück zum Auto. Zum Glück waren es wirklich nur ein paar Tropfen, wir kamen trocken am Auto an und machten uns an den restlichen weg nach Motueka von wo aus wir am nächsten Tag in den Abel Tasman Nationalpark wollten.

In Motueka angekommen erwartete uns eine Überraschung, denn wir hatten über Airbnb tatsächlich ein Zimmer in einem Hotel gebucht. In einem Bikerhotel. Und das übers gesamte Wochenende ? schon als wir ankamem und eincheckten lief laute Musik und die zugehörige Bar war gut voll.

Die Nacht über war es nach wie vor laut, aber wir hatten bereits entschieden auszuschlafen. Am nächsten Morgen hieß es für uns also alles entspannt anzugehen, in Ruhe zu frühstücken und uns dann bereit zu machen für den Nationalpark. Das Wetter versprach uns einen super Wandertag denn wir hatten tolles, sonniges Wetter (mit ein paar Wölkchen).

Beim Nationalpark angekommen folgte eine weitere Überraschung: im Gegensatz zu Südamerika sind Nationalparks in Neuseeland kostenfrei. Zumindest der Eintritt. Aber selbst für mehrtägige Hikes gibt es genug Campingplätze und Hütten, die durchweg bezahlbar sind.

Der Nationalpark punktet mit einsamen Buchten und Stränden, Wald und tollen Ausblicken.

Gesamt gingen wir bis zur Apple Tree Bay und wieder zurück (um uns das Wassertaxi zu sparen) und waren gesamt etwa 5 Stunden unterwegs. Hätten wir nach Neuseeland mehr Zeit mitgebracht hätten wir gerne den gesamten Track für 4 Tage gemacht, dann aber nur im Sommer, wenn man an den tollen einsamen Stränden auch baden kann!

Nach gut 15km Wanderung war der Tag für uns dann auch gelaufen.

Am nächsten Tag brachen wir etwas früher auf, den bevor wir weiter Richtung Süden reisen würden, wollten wir noch ein wenig in der Umgebung sehen und liefen einige Aussichtspunkte an, z. B. auf den berühmten split apple:

Und fuhren gegen Mittag weiter Richtung Pancake Rocks. Auf dem Weg zeigte sich uns schon die wilde Westküste der Südinsel mit hohen Wellen und kilometerlangen Stränden und Klippen. Natürlich kamen wir nicht darum herum, auch hier halt zu machen um diesen schönen Ausblick zu genießen.

An diesem Aussichtspunkt soll man eigentlich auch Wale, Delphine, Seelöwen und Pinguine sehen können. Leider hatten wir kein Glück, wir haben kein einziges Tier gesehen. Aber alleine für die Aussicht hat sich der Stopp schon gelohnt!

Als wir zum Auto zurückkamen um weiterzufahren sprang dieses leider nicht mehr an. Komischerweise ließ sich der Schlüssel zwar noch in Zündschloss stecken aber nicht mehr umdrehen, egal wie oft wir es versuchten. Wir hatten bereits nach 17 Uhr und wollten ja eigentlich noch zu den Pancake Rocks bevor wir zu unserer Unterkunft für die Nacht weiter wollten, doch wir sahen alle Fälle davonschwimmen. Wir schrieben also schleunigst unsere GPS-Koordinaten raus und riefen bei der Autovermietung an, in der Hoffnung, dass die uns einen Abschleppdienst rufen könnten. Leider nein. Denn wir konnten nicht mal telefonieren, wir hatten kein Netz. Also sahen wir uns schon trampen, als sich plötzlich der Schlüssel im Zündschloss drehen ließ und wir weiterfahren konnten.

Die Pancake Rocks ließen wir für diesen Tag dann lieber sein, weil wir nicht so spät an unserer nächsten Unterkunft sein wollten. Einen Zwischenstopp konnten wir uns allerdings nicht nehmen lassen: Sonnenuntergang am Strand:

Danach ging es für uns aber ohne Umwege zur Unterkunft (das Auto sprang nun wieder problemlos an). Das erste mal haben wir uns an Couchsurfing probiert und waren begeistert! Unser Gastgeber war total nett und unkompliziert.

An Tag 12 fuhren wir also nochmal 30 Minuten zurück von Greymouth, wo wir die Nacht verbracht haben, zu den Pancake Rocks. Und ein glücklicher Zufall: beim Couchsurfen lernten wir eine deutsche Mitreisende kennen, die zufällig Richtung Norden unterwegs war, sodass wir gemeinsam zu den Pancake Rocks fuhren.

Hierfür hatten wir nur einen kurzen Aufenthalt von vielleicht 45 Minuten angedacht und aber am Ende doch 1,5 Stunden dort aufgehalten. Denn hier gibt es nicht nur die Pancake Rocks, sondern auch Blowholes, die bei Flut beeindruckend und tolle Fotomotive abgeben.

Doch nach 1,5 Stunden mussten wir wirklich aufbrechen, denn wir hatten noch eine ordentliche Strecke bis Franz Josef vor uns. (Franz Josef – witzig oder? Klibgt deutsch und ist aber am ganz anderen ende der Welt im Südwesten der Südinsel Neuseelands gelegen) Die Fahrt verlief unspektakulär und ohne Zwischenfälle, sodass wir wie geplant am frühen Abend in unserer Unterkunft für die kommenden beiden Nächte ankamen.

Für unseren Aufenthalt in Franz Josef hatten wir für ein Highlight-Essen eingekauft: Gulasch! Nach bereits 3 Monaten auf Reisen kochten wir uns eines unserer liebsten Sonntagsessen ? daher verbrachten wir den restlichen Abend in der Küche.

Und gingen früh schlafen, denn für den kommenden Tag stand eine – oder zwei – Wanderung an.

Der nächste Morgen begann allerdings anders als geplant (passend zu unserer gesamten Reise…) denn irgendwie war es Sebi gelungen sowohl Zimmerschlüssel als auch Autoschlüssel im Kofferraum des Autos einzuschließen. Wir dachten ja immer, dass uns sowas nicht passieren könnte, zumal der Kofferraum leer war. Nun war es uns doch passiert und das auch noch bei einem gemieteten Auto. (Bei einem eigenen Auto wäre sowas ja immer nur halb so schlimm, denn über ein paar Ecken kennt man ja immer jemanden, der ein Auto inoffiziell aufbrechen kann. Die nette Dame an der Rezeption unseres Hostels hätte uns da auch ein paar empfehlen können. Aber bei einem fremden Auto wollten wir das Risiko, dass was schiefgeht, nicht eingehen.)

Also mussten wir eine Autowerkstatt anrufen. 30 Minuten und 250NZ$ (ca. 141,46€) später hatten wir alle Schlüssel wieder. Außerdem wurde uns auch klar, wie es passieren konnte, dass man 2 Schlüssel in einem leeren Kofferraum nicht sieht. Sie waren beide unter die Kofferraumabdeckung gerutscht und somit sah der Kofferraum trotzdem leer aus.

Nun gut, mit etwas Verspätung brachen wir dann doch noch zu unserer Wanderung auf. Denn für Tag 13 in Neuseeland stand der erste Gletscher unserer Weltreise an! Darauf hatten wir uns schon wirklich gefreut, besonders, da wir eigentlich den Perito Moreno im argentinischen Teil Patagoniens besichtigen wollten, was aber leider mit ganz Patagonien aufgrund des schlechten Wetters gestrichen wurde.

Die Wanderung zum Gletscher Franz Josef war recht kurz und wenig spektakulär. Einzig die Bilder der Entwicklung des Gletschers auf den Tafeln am Wanderweg waren beeindruckend und traurig, da dieser sich in den letzten Jahren immens zurückgebildet hat/geschmolzen ist. Leider war dies auch der Anblick, der sich am Ende des Wanderweges auf den Gletscher bot: traurig. Denn viel ist gar nicht mehr übrig.

Wo man noch vor 10 Jahren einen Teil der Strecke direkt am Gletscher entlanggehen konnte, endet derselbe Wanderweg heute 500m Luftlinie vom Rest des Gletscher entfernt. Ziemlich schade und nicht der Anblick, den wir uns erhofft hatten. Aber immerhin kamen noch etwas blauer Himmel und Sonne zum Vorschein.

Daher entschieden wir auch, noch einen kleinen Wanderweg am Strand zu gehen. Denn in etwa 30 Minuten war man vom Gletscher mit dem Auto am Strand. Leider war die Wanderstrecke am Strand nicht wie wir sie erwartet haben, sodass wir bald umdrehten.

Am Ortseingang hatten wir allerdings eine Lagune entdeckt, bei der wir nochmal anhielten und den schönen Blick auf die Berge im Hintergrund genossen.

An dieser Lagune hatte man tatsächlich zur einen Seite das Meer, zur anderen Schneebedeckte Berge. Beides so nah beieinander…☺

Im Anschluss fuhren wir zurück zur Unterkunft und freuten uns schon auf den Rest unseres Gulaschs vom Vortag!

Am nächsten Morgen hieß es wieder packen, denn wir machten uns an die Weiterreise ins Landesinnere. Doch nicht bevor wir einen kurzen Abstecher zum 2. bekannten Gletscher in dieser Ecke zu machen: dem Fox Gletscher. Auch hier machten wir eine kurze, allerdings etwas anstrengendere (da mehr Höhenmeter), Wanderung und hatten am Ende einen deutlich besseren Blick auf den Gletscher:

Doch auch hier kündigten bereits bei der Anfahrt auf den Parkplatz als Ausgangspunkt der Wanderung an, zu welchem Zeitpunkt der Gletscher noch bis wohin reichte. Denn auch dieser Gletscher ist nur noch ein Schatten seiner selbst.

Hiernach machten wir uns endgültig auf den Weg zu unserer nächsten Station Hawea/Wanaka, 2 Seen die von Bergen umgeben sind und ein perfekter Zwischenstopp auf dem Weg nach Queenstown sind. Doch hierzu mehr im nächsten Blog ?

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