Tagr 24 bis 28 in Neuseeland

Nach einer entspannten Nacht und einem ausgedehnten Frühstück in Blenheim brachen wir gegen 9 Uhr Richtung Picton zur Fähre auf.

Auf dem Weg zur Südinsel hatten wir den Fehler gemacht, die letzte Fährfahrt des Tages zu buchen, da diese etwas günstiger ist als die früheren Fahrten. Ein Fehler deshalb, da wir von der Fährfahrt durch die Queen Charlotte Meerenge durch den frühen Sonnenuntergang gegen 17:45 Uhr nicht viel hatten. Daher haben wir für die Rückreise zur Nordinsel eine frühere Fährfahrt gebucht.

Kaum waren wir auf der Fähre ging es auch schon los. Und wir waren echt froh dieses mal tagsüber durchzufahren und von der tollen Landschaft auch was sehen zu können!

Glücklicherweise hatten wir Rückenwind und statt 3,5 Stunden bräuchten wir nur knapp 3 Stunden nach Wellington.

Dort angekommen ging es für uns direkt im Auto weiter. Denn wir hatten bis zum Tongariro noch eine Strecke von fast 400km vor uns. Diese legten wir auch ohne größere Zwischenstopps zurück, sodass wir nach einem kurzen Einkauf bereits um 18 Uhr in Tūrangi ankamen. Einen kleinen Zwischenstopp machten wir allerdings doch, um diese tolle Berglandschaft zu fotografieren:

In Tūrangi wohnten wir bei Maoris, Ureinwohnern Neuseelands. Wir lebten dort auf sehr kleinem Raum unter sehr einfachen Verhältnissen, ohne Strom und Heizung, Warmwasser gab es nur bei Tageslicht, eine herkömmliche Toilette gab es gar nicht. Unsere Gastgeberin war auch etwas seltsam, kam uns am Anfang etwas verrückt vor, sagte, jemand würde versuchen sie umzubringen, hätte Rapsöl gekauft, dabei sei das Gift…Wir nahmen es so hin ?

Hier waren wir jedoch mal wieder froh um unsere Schlafsäcke! Zwar hatten wir 2 Wolldecken und eine normale Decke aber wir konnten in unserer Hütte morgens unseren Atem sehen, so kalt war es. Noch dazu zog es kalt rein. Aber unter den Decken und unseren Schlafsäcken haben wir hier geschlafen.

Am nächsten Tag hatten wir eigentlich geplant das Tongariro Alpine Crossing zu machen. Eine Wanderung, die viele Jahre in Folge zur weltbesten Wanderung gewählt wurde. Diese 20km Tageswanderung war auch der Grund, weswegen wir früher zur Südinsel und später einige Tage vor Weiterreise wieder zur Nordinsel aufgebrochen sind. Nun stellte sich jedoch heraus, dass die Strecke bis zu diesem Tag wegen zu viel Schnee komplett gesperrt war und auch jetzt die Wanderung nur mit Guide und entsprechender Ausrüstung möglich ist. Klar, dass die sich das fürstlich bezahlen lassen. Pro Person hätten wir 195 NZ$ (110,81€) für Ausrüstung und Guide bezahlen müssen. Da wir ohnehin schon über Budget lagen war damit diese Wanderung gestorben.

Stattdessen machten wir einen kleinen Tongariro River Walk, der leider recht unspektakulär war:

und fuhren einige Aussichtspunkte auf die Berge an.

Am nächsten Tag ging es für uns bereits weiter nach New Plymouth. Und schon auf der Fahrt bot sich uns eine tolle Aussicht auf Mount Taranaki mit seiner schneebedeckten Spitze.

Wir fuhren noch einen Aussichtspunkt an, es war jedoch zu windig und kalt für den zugehörigen Walk (Sebi hatte leider seine Wind- und Regenjacke in Tūrangi im Zimmer hängen lassen) sodass wir an diesem Abend ohne Walk zur Unterkunft aufbrachen und früh schlafen gingen.

Am nächsten Morgen brachen wir zu Mount Taranaki bereits um 8 Uhr auf. Vor uns lag ein Walk von gut 4 Stunden, mit etlichen Höhenmetern und das am frühen Morgen. Der Wanderweg ging am Anfang ausschließlich über Treppen durch den Wald. Wirklich ausschließlich Treppen. Das haben wir noch die nächsten beiden Tage gespürt! Die Waldstrecke war recht unspektakulär, doch als sich der Wald lichtete hätte man schon eine schöne Aussicht Richtung Meer und Berge.

Doch 15 Minuten vor erreichen des Aussichtspunktes zeigte sich uns der Mount Taranaki bereits in seiner vollen Pracht:

Uns wurde von unserem Host in New Plymouth empfohlen weiter als bis hier

⬆️ gar nicht zu gehen, da danach nur Sumpflandschaft käme. Gut, dass wir uns unser eigenes Bild gemacht haben, denn nach 15 Minuten Abstieg folgte unser Highlight hier, bzw. der Grund dafür, dass Mount Taranaki nach Mount Cook zu unserem 2. Neuseeland-Highlight wurde: ein kleiner Spiegelsee. Noch während des Abstiegs könnten wir uns nicht vorstellen wie sich dieser riesige, majestätische Berg in dem kleinen See spiegeln soll, doch wir wurden eines besseren belehrt!

Wir verbrachten an dem See bestimmt eine Stunde, genossen den Ausblick, saugten ihn in uns auf und machten Unmengen an Fotos.

Den Sonnenuntergang hier zu schauen muss auch eine Wucht sein (Westseite Neuseeland), dachten wir uns, aber so viel Zeit blieb uns nicht, denn am kommenden Tag stand bereits unsere Weiterreise nach Australien an. Also ging es für uns an den Abstieg über denselben Weg, über den wir aufgestiegen waren. Und weiter mit dem Auto nach Thames, dabei könnte wir nochmal die typische neuseeländische Landschaft bewundern:

Eigentlich wollten wir auf Empfehlung einer lieben Mitreisenden, die wir in Greymouth kennengelernt und mit der wir schon einmal einen halben Tag bei den Pancake Rocks verbracht haben, einen Tag auf der Coromandel Halbinsel verbingen. Daher hatten wir uns auch für sie letzte Nacht ein Zimmer in Thames auf der Coromandel Halbinsel genommen. Leider stellte sich jedoch heraus, dass die Cathedral Cove, die wir dort eigentlich anschauen wollten, zur Zeit gesperrt war. Alternative wäre der hot water beach gewesen, von dem wir allerdings noch ein ganzes Stück entfernt waren, insbesondere im Hinblick auf den Weiterflug am Abend, sodass wir die Alternatividee dann auch verwarfen.

Wir verbrachten dort einen sehr entspannten Morgen, schliefen aus, aßen unsere restlichen Lebensmittel nahezu leer machten einen Spaziergang durch den Park und brachen schon nach Auckland auf. Mit wenigen kleinen Zwischenstopps zum tanken etc. fuhren wir durch nach Auckland, aßen noch eine Kleinigkeit, gaben das Auto nach 4 Wochen ab und begaben uns mit den Flughafenshuttle der Mietwagenfirma fast 5 Stunden vor Abflug an den Flughafen. So überpünktlich waren wir noch nie am Flughafen! (Wäre aber auch nicht später gegangen, da der letzte Shuttle der Mietwagenfirma schon um 17 Uhr fährt…)

Und so ging nach 4 Wochen unsere Zeit in Neuseeland zuende. Es war toll, für uns unvergesslich und hoffentlich (ganz sicher) nicht unser letzter Besuch hier!

Tage 19 bis 23 in Neuseeland

Auf dem Weg nach Mount Cook kamen wir zufällig an den Moeraki Boulders vorbei, wo wir einen kurzen Zwischenstopp einlegten. Leider hatten wir sehr bedecktes Wetter aber für ein paar lustige Fotos war die Kulisse rund um die Runden Felsen perfekt:

Außerdem haben wir dort nach echt langer Zeit mal wieder Alpakas gesehen, wenn auch keine freilebenden ?.

Nach diesem kurzen Zwischenstopp fuhren wir durch bis Mount Cook, aber nicht ohne zwischendurch noch Fotos zu machen:

In Mount Cook Village angekommen waren wir direkt begeistert vom Panorama und den schneebedeckten Bergen rundherum. Obwohl der Ort wirklich sehr sehr klein und touristisch ist haben wir uns auf Anhieb sehr wohlgefühlt! (Kann auch am Hostel gelegen haben, denn das war das ordentlichste und am besten ausgestattetste, in dem wir bis dahin gewohnt haben). Irgendeine klein und beschaulich, ruhig und friedlich. Ja, das trifft es. Nach Queenstown haben wir echt mal wieder die Ruhe und das Entschleunigte genossen! Jedenfalls entschlossen wir direkt noch zu einem kurzen Walk aufzubrechen, nachdem wir das Zimmer bezogen und unser Gepäck untergestellt haben.

Also zogen wir los, fuhren eine kurze Strecke von 7km zum Parkplatz, von dem aus wir einen Teil des Moraine Walks, bis hin zum Tasman Lake machten. Die Strecke lag bereits komplett im Schatten, es war kalt, sodass wir froren. Doch es war nur ein sehr kurzer Walk, wenn auch fast ausschließlich Treppen hoch zum Aussichtspunkt. Oben angekommen war der Aussichtspunkt sehr schön, umringt von den southern alps inkl. dem höchsten Berg Neuseelands Mount Cook:

Was Sebi jedoch direkt aufgefallen ist, war, dass das Plateau am Aussichtspunkt perfekt ist zur Sternbeobachtung. Denn insbesondere in Richtung Mount Cook Village umgeben von hohen Bergen, die das Licht des Ortes abschirmen, sollte man die Sterne gut sehen können.

Sternfotos waren ja bisher das, was uns nie so recht gelungen ist. Daher wollten wir das am Abend nochmal probieren. Also zurück ins Hostel, kochen und Abendessen, Tee vorbereiten und dann wieder ab in die Kälte. Draußen war ich direkt ernüchtert, denn besonders viele Sterne waren nicht am Himmel zu sehen. Insbesondere nicht die Milchstraße, das non plus ultra. Doch Sebi war nach wie vor optimistisch (wie immer). Ab zum Parkplatz gefahren und dort bot sich uns ein überwältigender Anblick! Die gesamte Milchstraße, direkt über uns. So klar und deutlich zu sehen und so wunderschön!

Also haben wir erstmal die Einstellungen getestet, während wir uns immer wieder ins warme Auto setzen konnten, um oben in der Kälte einfach nur noch Fotos machen zu müssen und (hoffentlich) nach 20 Minuten durch zu sein. Bei den Probefotos merkten wir jedoch, dass unsere Position zwar toll ist um die Sterne zu sehen, zum fotografieren jedoch ungeeignet ist, da die Sterne sich wirklich direkt über uns befanden. Problem war einfach, dass wir kein Weitwinkelobjektiv haben, damit wären die Fotos ein einfaches gewesen. Also entschieden wir, noch ein Stück weiter zu fahren um einen besseren Ausschnitt für unser Foto zu bekommen.

20km hin, mehrfach gehalten und geschaut aber nichts änderte sich. Also 20km wieder zurück. Wir wagten dann doch den Aufstieg zur Plattform, wohlgemerkt auf einem Weg ohne Beleuchtung. Nach einigem probieren sind uns ziemlich gute Fotos gelungen, auf einem sogar mit ein bisschen zusätzlicher Bergkulisse drauf:

Die Fotos sind uns ganz am Ende, nahe an der Verzweiflung gelungen. Denn besonders die Ausrichtung der Kamera ist im dunklen (und es war wirklich stockdunkel) und da man die Sterne vorher auf dem Display der Kamera nicht sehen kann gar nicht so einfach. Eines der Fotos ist daher erst beim Abstieg zurück zum Auto, also quasi schon auf dem Heimweg, entstanden. Wir kamen überglücklich, todmüde und nach sage und schreibe 3 Stunden in der Kälte (wir hatten Wind und Minusgrade) zurück ins Hostel und fielen einfach nur noch ins Bett.

Der nächste Tag begann um 7 Uhr, der Wecker klingelte, wir packten unsere Sachen, zum Glück hatten wir unser Frühstück zum mitnehmen bereits am Vorabend vorbereitet, checkten aus und brachen auf zum Hooker Valley Track. Der Track an sich war nicht besonders lang (4 Stunden gesamt) und nicht schwer (nur 80m Aufstieg, ausgebaute Wege etc.). Eigentlich nur ein langer Sonntagsspaziergang. Aber es war früh, wir waren noch nicht ganz fit, da es am Vorabend später wurde als gedacht, und dazu kam, dass die gesamte Strecke im Schatten lag. Dementsprechend war es sehr kalt. Nach einer Stunde Wanderung machten wir eine Frühstückspause und waren froh um den heißen Tee, den wir uns noch mitgenommen hatten. Die gesamte Wanderstrecke, insbesondere der Teil, der dann doch in der Sonne lag, war sehr schön und abwechslungsreich. Es gab 3 Hängebrücken:

Einen tollen Steg umgeben von Sträuchern und Schnee:

Und nach 2 Stunden kamen wir am Aussichtspunkt an. Ein überwältigender Ausblick:

⬆️(Handyfoto)⬆️

Der tatsächlich noch besser wurde, als wir das kurze Stück zum Hooker Lake selber runter gingen. Der See war größtenteils noch mit einer dünnen Eisschicht bezogen, hatte eine eindrucksvolle türkisene Farbe und bot den bisher besten und idyllischten Blick auf einen Gletscher.

Hier verweilten wir, machten Fotos und genossen das Panorama, bevor wir uns auf den Rückweg zum Auto machten.

Der restliche Tag war leider ein Reisetag, da es für uns weiter nach Christchurch ging. Eigentlich hatten wir vor am Lake Taupo halt zu machen, von wo aus man auch einen tollen Blick auf Mount Cook und all die anderen schönen Berge hat. Doch nach Aufbruch beim Hooker Valley Track wurde das Wetter mit jedem zurückgelegten Kilometer schlechter. Als wir an Lake Taupo vorbeifuhren, hatten wir eine komplett geschlossene Wolkendecke. Wir fuhren daher direkt nach Christchurch durch. In Christchurch angekommen hatten wir bereits frühen Abend, sodass wir nur einkaufen gingen, kochten, aßen und ich konnte tatsächlich mal wieder backen! ? war gar nicht mal so einfach ohne Messbecher oder Waage (in Neuseeland wird wie in Australien und den USA alles in Cups, oz etc. bemessen) weshalb das Ergebnis gar nicht mal so lecker aussah … geschmeckt hat’s aber super!

Tag 21 sollte für uns sehr entspannt werden. Wir schliefen aus, wirklich sehr lange, und lümmelten noch eine Weile herum, bis wir uns dazu aufrafften noch in die Stadt zu fahren. Die Stadt hat leider seit dem Erdbeben 2011 nicht mehr viel Sehenswertes, bzw. ist noch dabei, das wenige was geblieben ist, wieder aufzubauen. Ziemlich erschreckend für uns!

Wir fuhren hier allerdings mit einer historischen Bummelbahn, die einige sehenswerte Stationen in der Altstadt anfährt.

Für Tag 22 stand ein echtes Highlight für uns an: wir gingen Skifahren! Bei Sebi war das letzte mal Skifahren schon etwa 10 Jahre her, bei mir auch schon 3,5 Jahre daher entschieden wir uns für ein kleineres, bezahlbares und unspektakuläreres Skigebiet. Sollte für uns reichen ?.

Also früh aufstehen, Skisachen ausleihen und los zum 1,5 Stunden entfernten Skigebiet. Dort angekommen ging es für uns direkt auf die Piste! Und ich hatte echt meinen Spaß! Für mich ist Skifahren wie Fahrradfahren – man verlernt es nicht. So ging es für mich ab der ersten Runde problemlos rauf und runter. Mein (diabolisches) Highlight war aber, dass Sebi echt immer erstmal ein paar Abfahrten braucht um reinzukommen. Und oh man, ich kann mich einfach nicht zurückhalten mit lachen wenn er hinfällt ? ich weiß es ist fies aber meistens ist er einfach ohne Grund hingefallen, ganz harmlos.

Noch dazu hat Sebi es geschafft, einen von seinen geliehenen Skistöcken irgendwie mit dem Sessellift zu verhaken, sodass er ihn beim aussteigen beschädigt hat. Okay, beschädigt klingt ziemlich harmlos. Er hat ihn komplett zerbrochen.

Es war jedenfalls ein toller Tag, irgendwann auch für Sebi, in toller Kulisse, auch wenn das Skigebiet wirklich sehr klein war und nicht viel hergab. Dafür waren wir nach 14 Uhr nahezu alleine und nutzten unsere Ruhe und die Zeit gut aus. So viel Skigefahren wie an dem Tag bin ich noch nie!

Wir kamen sehr erschöpft und spät, nach einem abstecher zum Skiverleiher auch um einige Dollar ärmer (den Skistock mussten wir natürlich bezahlen), nach Hause und waren froh noch Reste vom Essen des Vortages zu haben, sodass wir nur noch aßen und schlafen gingen.

Am nächsten Morgen fuhren wir wieder recht früh los nach Kaikoura, wo wieder ein kleines Highlight auf uns wartete. Nachdem wir uns bereits bei den Gletschern, in Queenstown und auch bei Mount Cook einen Helikopterflug überlegt hatten, uns das aber immer zu teuer war, hatten wir hier endlich die Gelegenheit zu fliegen! Wenn auch nicht im Helikopter ging es für uns in einem winzigen Flugzeug mit nur 8 Sitzplätzen inkl. Pilot in Kaikoura auf Walschau. Alleine das kleine Flugzeug und die Kulisse waren eine Wucht.

Aber Weiswale, Seelöwen und Delphine aus der Luft zu sehen war einfach atemberaubend. Aber wir hatten Glück und könnten sogar einen Pottwal sehen:

Ein Wahnsinnserlebnis! Der Zwischenstopp in Kaikoura hatte sich definitv gelohnt.

Im Anschluss fuhren wir nur noch für eine Nacht weiter nach Blenheim, von wo aus wir am kommenden morgen bereits unsere Rückreise auf die Nordinsel antreten sollten.

Tage 15 bis 19 in Neuseeland

Bereits auf dem Weg nach Wanaka/Hawea kamen wir an tollen blue Pools vorbei, zu denen wir den kurzen Weg hinwanderten. Blue Pools bekommen ihre charakteristische Farbe durch die Reflektion des eiskalten Bergwassers auf dem speziellen Untergrund. Dieses mal keine minerale oder chemischen Reaktionen. Aber egal wie, wenn das Wasser so aussieht möchte man einfach reinspringen!

Außerdem sind wir an tollen Aussichtspunkten auf die Seen sowie die umliegenden Berge vorbeigefahren. Doch nach wie vor spielte das Wetter nicht mit, es war bewölkt und regnerisch, sodass wir direkt nach Hawea ins Hostel durchfuhren und den restlichen Tag entspannt ausklingen ließen.

Am nächsten Tag fuhren wir dann mit deutlich besseren Wetter einen Teil der Strecke vom Vortag zurück um diese tollen Ausblicke auf die Landschaft zu genießen:

Lake Wanaka (die ersten beiden Bilder) hat uns dabei deutlich besser gefallen als Lake Hawea (dir letzten beiden Bilder).

Da wir noch etwas Zeit hatten fuhren wir im Anschluss nach Cardrona, nicht um Skifahren zu gehen, sondern um einfach mal wieder Schnee unter den Füßen zu spüren und das ohne diese negative Assoziation aus Bolivien. Und ich muss sagen, obwohl ich mich von dieser spontanen Idee erst überzeugen lassen musste habe ich es sehr genossen. Landschaftlich, aber auch weil es einfach toll war!

Von hier aus fuhren wir nach Queenstown, einem unserer Highlights in Neuseeland, weiter. Schon die Anfahrt war eine echte Wucht für uns! Denn sobald man über Serpentinen den höchsten Punkt erreicht hat, tut sich ein Blick auf Queenstown vor einem auf, der kaum besser sein könnte:

Auch in Queenstown wartete bestes Wetter auf uns, sodass wir nach dem Einchecken ins Hostel noch etwas die Stadt erkundeten.

Außerdem gingen wir abends das erste mal in Neuseeland essen! Denn bisher hatten wir uns komplett selbst versorgt. Wir genehmigten uns Burger mit leckerem neuseeländischem Rind ?.

Der nächste Morgen begann früh für uns, insbesondere nach einer kurzen und lauten Nacht. Abgesehen davon, dass wir in einem lauten Hostel gelandet waren und leider direkt das erste Zimmer neben dem Aufenthaltsraum (mit lauter Musik) hatten, ist Queenstown Ausgangsort für viele Skigebiete, sodass es abends eben auch Aprèsski gab.

Wir wollten unsere Tagesplanung davon allerdings nicht beeinflussen lassen und brachen nach dem Frühstück auf Richtung Ben Lomond. Der Berg misst knapp 1.750m Höhe und ist westlich von Queenstown gelegen. Durch die Höhe bietet der Ben Lomond einen tollen Blick auf Queenstown, Lake Wakatipu und die schneebedeckten Berge rund um Queenstown. Da Queenstown selbst jedoch mit ca. 350m üNN sehr niedrig gelegen ist, erwarteten uns da ein 1.400m Aufstieg. Kein Wunder, dass man für diese Wanderung 8 Stunden einplanen soll.

Vielleicht erinnert sich ja der eine oder andere noch daran, dass wir in Peru am Colca Canyon bereits einen Aufstieg von 1.200 Höhenmetern zu bewältigen hatten und dafür relativ genau 3 Stunden gebraucht haben. Hier erwartete uns also ähnliches, da machten wir uns nichts vor.

Bereits zu Beginn der Wanderung stellten wir aber fest, dass wir definitiv mit anderen Problemen zu kämpfen haben würden als in Peru: die Wege waren deutlich besser befestigt, ohne Geröll, das war schon mal toll. Dafür gab es hier diverse Wanderwege, die teilweise gesperrt waren und umgeleitet wurden. Unsere Schwierigkeit bestand also erstmal darin den richtigen Weg zu finden und auf ihm zu bleiben.

Das erste Stück der Wanderung ging komplett durch Waldgebiet und verwehrte uns die Aussicht auf die umliegenden Landschaft. Doch da sollte sich bald ändern. Sobald wir den Wald hinter uns gelassen hatten, zeigte sich bereits ein atemberaubendes Panorama.

Außerdem hatten wir wieder richtiges Glück mit dem Wetter, wir hatten blauen Himmel und Sonnenschein, trotz der kühlen Wintertemperaturen. Doch die kühlen Temperaturen kamen uns bei dieser Wanderung durch den Aufstieg gerade recht.

Mit jeder geschafften Etappe veränderte sich die Umgebung von dichtem Wald über geordnetes Forstgebiet und bunte Sträucher bis hin zu Schneelandschaft.

Doch nicht nur die Umgebung veränderte sich, auch das Panorama, das sich uns bot wurde mit jeden 100 geschafften Höhenmetern in jede Richtung beeindruckender. Ob der Blick auf die schneebedeckten Gipfel rundherum:

Oder Queenstown, Lake und Berge:

Nach etwa 850m Aufstieg also ab einer Höhe von etwa 1.200m hatten wir dann mal wieder Schnee unter den Füßen. Erst nur ein wenig, später immer mehr.

Bald war der Schnee so tief und frisch, dass wir bei jedem Schritt bis zu den Knien einsanken und das vorankommen langsamer und mühsamer wurde. Nachdem wir beim Bergkamm angekommen waren entschieden wir daher umzukehren.

Der Abstieg erfolgte auf demselben Weg wie der Aufstieg und war daher weniger unspektakulär. Im Hostel angekommen waren wir ziemlich platt. Zwar hatten wir die Wanderung nicht komplett durchgezogen, doch nach 6 Stunden Wanderung und ca. 1.100 Höhenmeter Aufstieg war uns nur noch nach Essen, duschen und schlafen zumute.

An Tag 17 hieß es für uns wieder aufzubrechen. Doch bevor wir uns auf den Weg nach Te Anau machten setzten wir uns noch ein wenig in den Park in Queenstown, genossen die Sonne und lasen ein paar Seiten. Denn wir hatten quasi einen ausschließlichen Reisetag vor uns und wollten diesen ganz entspannt mit etwas Sonne beginnen.

In Te Anau angekommen checkten wir im Hostel für die kommende Nacht ein, und begaben uns noch ein wenig in den kleinen beschaulichen Ort am gleichnamigen Lake Te Anau.

Hier setzten wir uns außerdem in ein kleines niedliches Cafe, tranken Chai Latte und aßen einen leckeren Beeren-Brownie. Ansonsten verbrachten wir unseren Abend sehr entspannt im Hostel, kochten, aßen, lasen und gingen bald schlafen.

Denn Tag 18 begann für uns sehr früh. Aus Zeit- und Kostengründen wollten wir bereits um 9 Uhr bei Milford Sound sein. Denn das erste Boot am Tag fährt geschlagene 2 Stunden, statt 1 1/2 Stunden, wie bei den späteren Abfahrten und kostet nur die Hälfte (bzw. 45NZ$, ca. 25,29€, statt 78NZ$, ca. 43,84€ pro Person). Also brachen wir in Te Anau um 7 Uhr morgens auf und waren kurz vor 9 Uhr in Milford Sound. Leider hatten wir den ersten richtig schlechten Tag auf der Südinsel Neuseelands, wir hatten dicke tiefhängende Wolken und Regen die ganze Fahrt über. Auch in Milford Sound angekommen sah das Wetter nicht besser aus. Hier ein Eindruck davon, vor dicht über dem Meer die Wolken an diesem Tag hingen:

Unser Boot startete pünktlich um 9:25 Uhr durch die Meerenge vorbei an hohen Wasserfällen und beeindruckender Natur:

Außerdem sahen wir freilebende Seelöwen und – unser Highlight an diesem Tag – Pinguine ?!!

Leider regnete es die ganze Zeit über und windete stark, sodass wir zum fotografieren zwar viel Zeit draußen verbrachten aber die ganze Fahrt nicht so richtig genießen konnten. Außerdem erzählte der Kapitän zwar die ganze Zeit etwas zum Hintergrund und sonstige Fakten aber dieses neuseeländische Englisch machte uns echt immernoch zu schaffen, sodass wir davon wenig verstanden ?

Nach 2 Stunden endete unsere Bootsfahrt und unser Reisetag begann. Denn wir wollten noch komplett von der Westküste zur Ostküste fahren, wo wir die Nacht auf einer Schaffarm verbrachten.

Die Fahrt verlief unspektakulär (auch wenn die Suche nach der Airbnb uns mal wieder Nerven gekostet hat) und so kamen wir gegen 19 Uhr bei Dunedin in unserer Airbnb an. Für den Umweg über Dunedin haben wir uns entschieden, da man dort auf der Otago Halbinsel freilebende Pinguine sehen können soll. Wir hatten mal wieder kein Glück aber wir hatten ja morgens schon welche gesehen.

Bei dieser Airbnb kamen wir wieder auf unsere Kosten. Wir hatten tolle Hosts mit denen wir lange Gespräche bei Abendessen und Frühstück über Politik und das Leben in Neuseeland und Deutschland. Vorallem aber: das Frühstück war inklusive und würde nach unseren wünschen zubereitet. Da unsere Hosts gebürtige Schotten waren wünschten wir uns Porridge – und es war so lecker!

Dieser Tag war leider auch überwiegend ein Reisetag, denn zu unserer nächsten Station, dem Mount Cook, hatten wir eine ganze Strecke zurückzulegen. Doch es sollte sich lohnen, denn der Mount Cook würde zu unserem absoluten Neuseeland Highlight. Doch mehr hierzu im nächsten Blog ?

Tage 9 bis 14 in Neuseeland

Tag 9, und damit unser erster Tag auf der Südinsel Neuseelands, begann für uns ernüchternd: ein Blick nach draußen zeigte nämlich eine geschlossene Wolkendecke. Da wir abends aus Wellington erst um 20:30 Uhr von der Fähre kamen, haben wir uns eine Unterkunft in unmittelbarer Nähe zur Fähre gesucht und wollten am nächsten Tag nach Erkundung der Umgebung direkt weiter in Richtung des Abel Tasman Nationalparks. Da nun jedoch das Wetter nicht so wollte wie wir, frühstückten wir ausgiebig und legten uns anschließend wieder ins Bett und lasen ein wenig. Doch bereits kurz vor 11 Uhr sahen wir, dass es sich vorher um Hochnebel oder dergleichen gehandelt haben muss, denn wir hatten plötzlich einen ziemlich blauen Himmel durchsetzt mit ein paar Wölkchen. (Ich liebe ja ein paar Wolken am Himmel, irgendwie habe ich das Gefühl, sieht man erst dann wie blau der Himmel wirklich ist. Außerdem sind ein paar Wölkchen auch auf Fotos superschön!) Wir packten also schleunigst unsere Sachen, entschieden uns für eine Wanderung die bereits auf dem Weg zum Nationalpark lag und brachen auf.

Bereits auf der Fahrt kamen wir an tollen Aussichtspunkten vorbei und machten Fotopausen.

Nach etwa 2 Stunden (inkl. Pausen) waren wir bei Te Mahia angekommen, von wo aus wir einen Teil des Queen Charlotte Tracks zu einem Aussichtspunkt gingen. Bereits der Wanderweg war superschön und bot uns eine schöne Aussicht auf den Kenepuru Sound.

Etwa auf halber Strecke zum Aussichtspunkt kamen wir ein einer Stelle vorbei, die uns einen unbewachsenen Blick auf Wasser und Hügel bot. Außerdem spiegelten sich hier Natur und Himmel wunderbar im Wasser.

Oben am Aussichtspunkt am Onahua Lookout angekommen wurden wir für den Aufstieg mit einen tollen Rundumblick belohnt. Außerdem waren wir nahezu die einzigen auf diesem Teilstück des Traks, jedenfalls ist und während der 4 Stunden dort niemand begegnet, sodass wir uns die Zeit für Fotos nehmen konnten, die wir wollten.

Nach einer Pause brachen wir recht zügig wieder auf, denn es hatte angefangen zu tröpfeln. Also schnell wieder absteigen und zurück zum Auto. Zum Glück waren es wirklich nur ein paar Tropfen, wir kamen trocken am Auto an und machten uns an den restlichen weg nach Motueka von wo aus wir am nächsten Tag in den Abel Tasman Nationalpark wollten.

In Motueka angekommen erwartete uns eine Überraschung, denn wir hatten über Airbnb tatsächlich ein Zimmer in einem Hotel gebucht. In einem Bikerhotel. Und das übers gesamte Wochenende ? schon als wir ankamem und eincheckten lief laute Musik und die zugehörige Bar war gut voll.

Die Nacht über war es nach wie vor laut, aber wir hatten bereits entschieden auszuschlafen. Am nächsten Morgen hieß es für uns also alles entspannt anzugehen, in Ruhe zu frühstücken und uns dann bereit zu machen für den Nationalpark. Das Wetter versprach uns einen super Wandertag denn wir hatten tolles, sonniges Wetter (mit ein paar Wölkchen).

Beim Nationalpark angekommen folgte eine weitere Überraschung: im Gegensatz zu Südamerika sind Nationalparks in Neuseeland kostenfrei. Zumindest der Eintritt. Aber selbst für mehrtägige Hikes gibt es genug Campingplätze und Hütten, die durchweg bezahlbar sind.

Der Nationalpark punktet mit einsamen Buchten und Stränden, Wald und tollen Ausblicken.

Gesamt gingen wir bis zur Apple Tree Bay und wieder zurück (um uns das Wassertaxi zu sparen) und waren gesamt etwa 5 Stunden unterwegs. Hätten wir nach Neuseeland mehr Zeit mitgebracht hätten wir gerne den gesamten Track für 4 Tage gemacht, dann aber nur im Sommer, wenn man an den tollen einsamen Stränden auch baden kann!

Nach gut 15km Wanderung war der Tag für uns dann auch gelaufen.

Am nächsten Tag brachen wir etwas früher auf, den bevor wir weiter Richtung Süden reisen würden, wollten wir noch ein wenig in der Umgebung sehen und liefen einige Aussichtspunkte an, z. B. auf den berühmten split apple:

Und fuhren gegen Mittag weiter Richtung Pancake Rocks. Auf dem Weg zeigte sich uns schon die wilde Westküste der Südinsel mit hohen Wellen und kilometerlangen Stränden und Klippen. Natürlich kamen wir nicht darum herum, auch hier halt zu machen um diesen schönen Ausblick zu genießen.

An diesem Aussichtspunkt soll man eigentlich auch Wale, Delphine, Seelöwen und Pinguine sehen können. Leider hatten wir kein Glück, wir haben kein einziges Tier gesehen. Aber alleine für die Aussicht hat sich der Stopp schon gelohnt!

Als wir zum Auto zurückkamen um weiterzufahren sprang dieses leider nicht mehr an. Komischerweise ließ sich der Schlüssel zwar noch in Zündschloss stecken aber nicht mehr umdrehen, egal wie oft wir es versuchten. Wir hatten bereits nach 17 Uhr und wollten ja eigentlich noch zu den Pancake Rocks bevor wir zu unserer Unterkunft für die Nacht weiter wollten, doch wir sahen alle Fälle davonschwimmen. Wir schrieben also schleunigst unsere GPS-Koordinaten raus und riefen bei der Autovermietung an, in der Hoffnung, dass die uns einen Abschleppdienst rufen könnten. Leider nein. Denn wir konnten nicht mal telefonieren, wir hatten kein Netz. Also sahen wir uns schon trampen, als sich plötzlich der Schlüssel im Zündschloss drehen ließ und wir weiterfahren konnten.

Die Pancake Rocks ließen wir für diesen Tag dann lieber sein, weil wir nicht so spät an unserer nächsten Unterkunft sein wollten. Einen Zwischenstopp konnten wir uns allerdings nicht nehmen lassen: Sonnenuntergang am Strand:

Danach ging es für uns aber ohne Umwege zur Unterkunft (das Auto sprang nun wieder problemlos an). Das erste mal haben wir uns an Couchsurfing probiert und waren begeistert! Unser Gastgeber war total nett und unkompliziert.

An Tag 12 fuhren wir also nochmal 30 Minuten zurück von Greymouth, wo wir die Nacht verbracht haben, zu den Pancake Rocks. Und ein glücklicher Zufall: beim Couchsurfen lernten wir eine deutsche Mitreisende kennen, die zufällig Richtung Norden unterwegs war, sodass wir gemeinsam zu den Pancake Rocks fuhren.

Hierfür hatten wir nur einen kurzen Aufenthalt von vielleicht 45 Minuten angedacht und aber am Ende doch 1,5 Stunden dort aufgehalten. Denn hier gibt es nicht nur die Pancake Rocks, sondern auch Blowholes, die bei Flut beeindruckend und tolle Fotomotive abgeben.

Doch nach 1,5 Stunden mussten wir wirklich aufbrechen, denn wir hatten noch eine ordentliche Strecke bis Franz Josef vor uns. (Franz Josef – witzig oder? Klibgt deutsch und ist aber am ganz anderen ende der Welt im Südwesten der Südinsel Neuseelands gelegen) Die Fahrt verlief unspektakulär und ohne Zwischenfälle, sodass wir wie geplant am frühen Abend in unserer Unterkunft für die kommenden beiden Nächte ankamen.

Für unseren Aufenthalt in Franz Josef hatten wir für ein Highlight-Essen eingekauft: Gulasch! Nach bereits 3 Monaten auf Reisen kochten wir uns eines unserer liebsten Sonntagsessen ? daher verbrachten wir den restlichen Abend in der Küche.

Und gingen früh schlafen, denn für den kommenden Tag stand eine – oder zwei – Wanderung an.

Der nächste Morgen begann allerdings anders als geplant (passend zu unserer gesamten Reise…) denn irgendwie war es Sebi gelungen sowohl Zimmerschlüssel als auch Autoschlüssel im Kofferraum des Autos einzuschließen. Wir dachten ja immer, dass uns sowas nicht passieren könnte, zumal der Kofferraum leer war. Nun war es uns doch passiert und das auch noch bei einem gemieteten Auto. (Bei einem eigenen Auto wäre sowas ja immer nur halb so schlimm, denn über ein paar Ecken kennt man ja immer jemanden, der ein Auto inoffiziell aufbrechen kann. Die nette Dame an der Rezeption unseres Hostels hätte uns da auch ein paar empfehlen können. Aber bei einem fremden Auto wollten wir das Risiko, dass was schiefgeht, nicht eingehen.)

Also mussten wir eine Autowerkstatt anrufen. 30 Minuten und 250NZ$ (ca. 141,46€) später hatten wir alle Schlüssel wieder. Außerdem wurde uns auch klar, wie es passieren konnte, dass man 2 Schlüssel in einem leeren Kofferraum nicht sieht. Sie waren beide unter die Kofferraumabdeckung gerutscht und somit sah der Kofferraum trotzdem leer aus.

Nun gut, mit etwas Verspätung brachen wir dann doch noch zu unserer Wanderung auf. Denn für Tag 13 in Neuseeland stand der erste Gletscher unserer Weltreise an! Darauf hatten wir uns schon wirklich gefreut, besonders, da wir eigentlich den Perito Moreno im argentinischen Teil Patagoniens besichtigen wollten, was aber leider mit ganz Patagonien aufgrund des schlechten Wetters gestrichen wurde.

Die Wanderung zum Gletscher Franz Josef war recht kurz und wenig spektakulär. Einzig die Bilder der Entwicklung des Gletschers auf den Tafeln am Wanderweg waren beeindruckend und traurig, da dieser sich in den letzten Jahren immens zurückgebildet hat/geschmolzen ist. Leider war dies auch der Anblick, der sich am Ende des Wanderweges auf den Gletscher bot: traurig. Denn viel ist gar nicht mehr übrig.

Wo man noch vor 10 Jahren einen Teil der Strecke direkt am Gletscher entlanggehen konnte, endet derselbe Wanderweg heute 500m Luftlinie vom Rest des Gletscher entfernt. Ziemlich schade und nicht der Anblick, den wir uns erhofft hatten. Aber immerhin kamen noch etwas blauer Himmel und Sonne zum Vorschein.

Daher entschieden wir auch, noch einen kleinen Wanderweg am Strand zu gehen. Denn in etwa 30 Minuten war man vom Gletscher mit dem Auto am Strand. Leider war die Wanderstrecke am Strand nicht wie wir sie erwartet haben, sodass wir bald umdrehten.

Am Ortseingang hatten wir allerdings eine Lagune entdeckt, bei der wir nochmal anhielten und den schönen Blick auf die Berge im Hintergrund genossen.

An dieser Lagune hatte man tatsächlich zur einen Seite das Meer, zur anderen Schneebedeckte Berge. Beides so nah beieinander…☺

Im Anschluss fuhren wir zurück zur Unterkunft und freuten uns schon auf den Rest unseres Gulaschs vom Vortag!

Am nächsten Morgen hieß es wieder packen, denn wir machten uns an die Weiterreise ins Landesinnere. Doch nicht bevor wir einen kurzen Abstecher zum 2. bekannten Gletscher in dieser Ecke zu machen: dem Fox Gletscher. Auch hier machten wir eine kurze, allerdings etwas anstrengendere (da mehr Höhenmeter), Wanderung und hatten am Ende einen deutlich besseren Blick auf den Gletscher:

Doch auch hier kündigten bereits bei der Anfahrt auf den Parkplatz als Ausgangspunkt der Wanderung an, zu welchem Zeitpunkt der Gletscher noch bis wohin reichte. Denn auch dieser Gletscher ist nur noch ein Schatten seiner selbst.

Hiernach machten wir uns endgültig auf den Weg zu unserer nächsten Station Hawea/Wanaka, 2 Seen die von Bergen umgeben sind und ein perfekter Zwischenstopp auf dem Weg nach Queenstown sind. Doch hierzu mehr im nächsten Blog ?

Tage 2 bis 8 in Neuseeland

Da wir in Neuseeland in den 4 Wochen möglichst viel sehen wollten und das vorallem auch von Nord- und Südinsel hatten wir einen straffen Zeitplan. Daher ging es für uns an Tag 2 nach einem ausgiebigen Frühstück bereits morgens von Auckland nach Paihia bei bay of islands in die Northlands. Die Fahrt erinnerte uns schon an Deutschland. Viele Wiesen und Weiden, Schafe und Kühe. Immer wieder regnete es (auch wie in Deutschland).

In Paihia angekommen bezogen wir erstmal unser Studio im Hostel und erkundeten direkt die Umgebung, liefen innerhalb von nur gut 2 Stunden einen Aussichtspunkt (Paihia lookout) und die haruru falls an:

Außerdem buchten wir für Tag 4 einen Trip mit dem Katamaran durch bay of islands bis zum hole in the rock wo wir auch mit etwas Glück Delphine sehen sollten.

Doch an Tag 3 ging es für uns erstmal noch weiter in den Norden nach Cape Reinga, einem der nördlichsten Punkte Neuseelands. Wieder regnete es auf der Fahrt teilweise stark und unser Mut schwand. Auch als wir angekommen waren hingen noch dicke Wolken am Himmel, auch wenn es aufgehört hatte zu regnen. Wir waren direkt begeistert, dass es dort, so weit ab von der Zivilisation sogar Trinkwasser gab, womit man seine Flaschen auffüllen konnte. (Haben wir natürlich gemacht!)

Hier gingen wir einen kurzen Wandeweg hin zu Aussichtspunkt und Leuchtturm:

Erstmals wurde uns hier bewusst, wie weit wir eigentlich von Zuhause weg waren. Denn hier stand ein Pfeiler mit Richtungsweisern, auf denen zum Beispiel auch London mit einer Entfernung von 18.029 km angegeben war.

Danach ging es für uns zu einer nahe gelegenen Sanddüne, denn bereits auf dem Hinweg nach Cape Reinga hatten wir gesehen, dass man sich hier Boards leihen konnte um die Sanddüne runterzurutschen. Mittlerweile war es deutlich aufgeklart, würde schön warm und die Sonne kam heraus. Da das Wetter mittlerweile gut mitspielte wollten wir uns das Sandboarden nicht entgehen lassen.

Neben dem eigentlichen Sandboarden war die Sanddüne eine tolle Kulisse für Fotos jeglicher Art.

Und was soll ich sagen, eigentlich war es nicht geplant aber die 2 Stunden auf der Sanddüne würden zu unserem Highlight des Tages!

Nach dem Sandboarden machten wir uns fast schon wieder auf den Rückweg nach Paihia, machten jedoch einen Zwischenstopp am ninety mile beach um den Sonnenuntergang anzuschauen.

Leider hat die Temperatur am Tag nicht ausgereicht um baden zu gehen, aber davon waren wir ausgegangen. Wer aber im Sommer hier ist, kann bestimmt toll schwimmen gehen, denn bei 90km (es sind tatsächlich ’nur‘ 90km, nicht 90 Meilen) findet man immer auch ein ruhiges Eckchen!

Nachdem die Sonne untergegangen war und es echt kalt wurde, machten wir uns auf den Rückweg nach Paihia.

Witzige Geschichte außerdem: vielleicht lag es daran, dass wir mittlerweile echt hungrig und müde waren und darum schnell zurück zur Unterkunft wollten, jedenfalls wurden wir auf den 2-stündigen Rückfahrt direkt 2 mal von der Polizei angehalten: ein mal weil wir wohl 10km/h zu schnell unterwegs waren (Kann aber nur 10km/h laut Tacho gewesen sein!) und ein mal (kein Scherz!) weil wir die Mittellinie überquert hatten. Beim 2. Mal musste Sebi sogar pusten weil der nette Polizist dachte er wäre betrunken ?

Wir kamen trotzdem heile an und hoffen bis heute, dass das nur Verwarnungen waren und nicht am Ende noch Strafzettel auf uns zukommen ?

Für Tag 3 hatten wir ja schon im Vorfeld eine Bootstour gebucht. Hierfür mussten wir recht früh raus, packten, checkten nach dem Frühstück aus und waren bereits vor 9 Uhr bei bestem Wetter auf dem Boot.

Bereits ab der ersten Minute machten wir Fotos von der tollen Natur, den kleinen Inselchen (vielen kleinen Inselchen) und den Tieren, die wir zu sehen bekamen:

Möwen, Fische, Seelöwen.

Tatsächlich könnten wir scharenweise Fische sehen, die Möwen, die sie jagten und wie die Fische vor ihnen flohen.

Dann kamen wir zum hole in the rock, dem Highlight, und die Wetterbedingungen waren perfekt, sodass wir mit dem Katamaran auch durch das Loch fahren konnten.

Auf dem Rückweg, leider erst kurz vor Rückkehr im Hafen, sahen wir sogar Delphine.

Hierauf hatten wir sehr gehofft und für Sebi sogar dazugebucht, dass er mit Delphinen schwimmen durfte. Da leider die Zeit fehlte und wir bereits in Hafennähe waren, konnten wir nicht anhalten und schon gar nicht mit ihnen schwimmen…

Das Gute an der Sache war, weshalb wir uns gerade für den Touranbieter great sights entschieden haben:
1. Wir bekamen die die 30NZ$ für das Delphinschwimmen natürlich zurück
2. Außerdem bekamen wir zwei lebenslang gültige Freikarten um dieselbe Tour nochmal machen zu können, da wir von den Delphinen quasi nichts hatten! (Lebenslang heißt hier tatsächlich lebenslang. Neulich, so hat uns die Kapitänin erzählt, hat ein Ehepaar nach 19 Jahren seine Freikarten eingelöst)
3. Die Tour endete für uns nicht nach regulären 3 Stunden in Paihia. (Ohnehin ging die Tour schon länger als geplant)

Wir durften nämlich ohne Aufpreis weiterfahren bis Russell und am selben Tag auch noch von dort mit dem Boot zurück nach Paihia. Wir fuhren also weiter nach Russell und liefen noch einen wahnsinnig schönen Aussichtspunkt an (Tapeka Point Lookout). Schon der Wanderweg war wunderschön und ein echtes Highlight.

Aber dort angekommen hatten wir einen noch wahnsinnigeren Blick über die gesamte Bucht!

Obwohl Russell eigentlich nicht geplant war, sind wir richtig froh einen Abstecher von nur wenigen Stunden dorthin gemacht zu haben! Alleine für den kurzen Wanderweg und den Ausblick hatte sich das mehr als gelohnt.

Dann ging es zurück nach Paihia, ab ins Auto und los zu unserer nächsten Station. 4 Autostunden später und ohne polizeiliche Zwischenfälle kamen wir in unserer nächsten Zwischenstation in Hamilton an, wo wir in einer Airbnb für die kommende Nacht blieben.

Von Hamilton aus besuchten wir an Tag 5 eine Glühwürmchen-Höhle.

Das war leider etwas enttäuschend, die Glühwürmchen-Höhle aber auch der ganze Tag, denn wir hatten schlechtes Wetter. Erstmals seit wir in Neuseeland angekommen waren. Also verbrachten wir viel Zeit im Auto. Erst von Hamilton zur Höhle und im Anschluss weiter nach Rotorua, wo wir die nächsten beiden Tage verbracht haben.

Leider wurden die nächsten beiden Tage wettertechnisch nicht besser. Es war durchgehend bewölkt und regnete immer wieder. Dennoch besuchten wir an Tag 6 nach einem äußerst entspannten Morgen einen mud-pool, was echt cool war weil man wieder irgendwie zum Kind wird und auf das blubbern wartet, einfach fürs perfekte Bild,

und Wai-o-tapu, das geothermische Wunderland, welches uns aufgrund des Wetters nicht wirklich überzeugen konnte.

An Tag 7 besuchten wir das vulkanische Waimangu, das ebenfalls mit einigen geothermalen Aktivitäten punktet, uns allerdings ebenfalls nicht wirklich überzeugen konnte, nicht zuletzt weil ein großer Teil der Anlage zur Zeit unseres Besuches gesperrt und daher nicht für uns zugänglich war.

Eigentlich wollten wir uns nach Rotorua am Tongario Alpin Crossing versuchen. Diese 20km-Tageswanderung wurde viele Jahre lang in folge zur Besten weltweit gekürt. Leider sollte das Wetter auch in den kommenden Tagen nicht besser werden, weshalb wir uns dazu entschieden direkt weiter auf die Südinsel überzusetzen und unser Glück mit dem Alpin Crossing auf dem Rückweg nochmal zu versuchen. Kleine Planänderung – zum Glück war das so spontan möglich! Daher ging es für uns an Tag 7 noch weiter bis kurz vor Wellington, wo wir an Tag 8 eine Fähre nach Picton auf die Südinsel nahmen.

Und, soviel kann ich euch sagen, auf der Südinsel spielte das Wetter schon eher mit! Uns standen grandiose Tage bevor!