Essen in Mittel- und Südamerika

Auf Wunsch und auch aus eigenem Interesse kommt heute ein ‚Special‘ zum Essen in den ersten 11,5 Wochen unserer Reise. Wie auch unsere Weltreise beginnt unsere kulinarische Reise in Mittelamerika.

Costa Rica:
Eigentlich gab es hier ausschließlich Reis mit Bohnen. Wirklich ausschließlich. Morgens, mittags, abends. Nennt sich gallo pinto, oft nur pinto genannt, und die Costa Ricaner schwören darauf. Meist beides vermischt, manchmal aber auch trockenen Reis und dazu suppige Bohnen – für die Abwechslung. Zum Frühstück gibt’s Ei dazu. Mal Rührei, mal Spiegelei aber dazu immer pinto.

Mittags und abends gibt’s üblicherweise Fleisch dazu: Huhn, Rind, eigentlich von allem, wichtig auch immer eine gebratene frische Banane dazu (so lecker!). Nur keine Soße. Keine Soße? Fragt ihr euch – hab ich mich auch gefragt.

Gallo pinto ist ganz lecker, sogar Sebi der nicht gerne Bohnen mag, hat ihn gegessen. Aber seien wir ehrlich: 2 Wochen lang dasselbe zu jeder Tageszeit…? Da waren wir echt froh auch mal selbst zu kochen!

Außerdem wurde in Costa Rica viel Obst gegessen. Was gibt es auch besseres als reife Ananas, Mango, Papaya und co.?! Allerdings kam (in ganz Mittelamerika) zusätzlicher Zucker drauf, wenn man nicht vorher protestiert hat.

Kuba:
Auf Kuba wird ebenfalls überwiegend Reis mit Bohnen gegessen. Einerseits weil es nicht viel anderes gibt, das günstig ist und satt macht, andererseits weil die monatlichen Essensrationen nicht viel anderes vorsehen.

Als Tourist bekommt man alles zum Reis, was den Inländern vorenthalten wird: Lamm, Rind, Fisch. Am besten gegessen haben wir tatsächlich wenn ‚Mutti‘ in der casa particular gekocht hat! Dann gab es sogar Soße!!! Dazu gab es fast immer Bananenchips.

Wie auch die Costa Ricaner mögen es die Kubaner süß. Wir wurden bei einem Frühstück tatsächlich gefragt, ob wir in den frischen, selbstgepressten Mangosaft zusätzlichen Zucker haben wollen.

Besonders lecker als Dessert, weil wir es zuhause bei meinem Papa schon immer gerne essen, war Flan, den es hier als Nachspeise in jedem Restaurant für ganz ganz kleines Geld gibt. Flan haben wir uns hier bestimmt 5 mal genehmigt ??‍♀️

Man muss sagen, dafür dass es auf Kuba echt schwer war an gute Lebensmittel zu kommen, haben die Kubaner wirklich einige leckere Dinge gezaubert, auch wenn es eine wirklich landestypische Küche gar nicht gibt.

Mexiko:
Mexiko gehört ja rein räumlich zu Nordamerika und das hat man beim Essen auch gemerkt! Reis gab es zwar auch noch aber überwiegend natürlich die typischen mexikanischen Gerichte, die man auch aus Deutschland vom Mexikaner kennt: Tacos, Tortillas, Nachos und Co. . Alles super lecker, vorallem mit viel Käse oder Guacamole! Wichtig dazu ist die scharfe Soße aus Zwiebeln, Zitronensaft, Tomaten und Koriander. Die gab es außerdem auch in den von uns bereisten südamerikanischen Ländern. Für ins einfach ’spicy stuff‘ (übernommen von einer peruanischen Mitreisenden).

Außerdem kamen wir hier in den Genuss von äußerst leckeren und – wie alles in Mexiko – günstigen Süßspeise. Nichts typisch mexikanisches dabei, trotzdem haben wir uns über Käsekuchen, Chai Latte und Co gefreut (zuvor waren wir ja auf Kuba wo es nichts dergleichen gab)!

Südamerika:

Ecuador:
Typisch sind hier die Suppen, die jeder Hauptmahlzeit vorausgehen. Calldo de gallina, eine Hühnersuppe, oder Kartoffelsuppe. Sehr angenehm, eine heiße Vorspeise, vorallem im Winter in den Bergen. Als Hauptgang gibt es üblicherweise viel Reis und meist Huhn dazu.

Für Südamerika ebenfalls typisch sind Empanadas und jedes Land hat seine eigenen Rezepte. Empanadas sind Teigtaschen gefüllt mit Käse oder Fleisch und entweder im Backofen gegart oder fritiert.

Ein typisches Getränk für Ecuador aber auch Peru ist Chicha, eine Art warmer Saft/Tee aus Mais. Gerne auch aus rotem Mais als Chicha morada.

Auch Meerschweinchen wird hier gegessen, ist allerdings Nationalgericht Perus, daher später mehr.

Galapagos-Inseln:
Auf den Galapagos-Inseln waren wir aus Kostengründen nicht häufig Essen. Eigentlich nur ein mal ein europäisches Fühstück:

und ein mal hatten wir abends eine wahnsinnig leckere Grillplatte:

Ob das so typisch ist wissen wir nicht, auch wenn es überall dort Grillrestaurants gab, lecker war es jedenfalls (auch wenn hierzulande auf den Grilltellern viele Innereien landen)!

Peru:
Peru hat deutlich mehr Abwechslung beim Essen. Insbesondere bei der Beilage – denn erstmals bekamen wir mit den verschiedensten Kartoffeln, Couscous und Quinoa auch mal was anderes als Reis zu essen.

Jeder Tourist will wohl das Nationalgericht Meerschweinchen probieren. Auch wir haben es probiert!

Das Meerschweinchen wurde für Fotos im ganzen serviert und dann zerteilt. Ach, man soll wohl darauf achten dass der Kopf beim servieren noch dran ist, denn einige Restaurants servieren ahnungslosen Touristen wohl gerne Ratten. Und den Unterschied sieht man nur am Kopf. Beim ersten mal schmeckt man wahrscheinlich auch keinen Unterschied.

Es zu essen war ganz schön aufwendig, da die vielen kleinen und deinen Knochen noch drin waren. Auch geschmacklich war es für uns nicht das Highlight.

Besonders lecker fanden wir Alpaka! So süß sie sind, so lecker sind sie leider auch…und so zart!

Eine Spezialität sind außerdem getrocknete Kartoffeln. In Peru können einige Kartoffelnsorten (von den über 300 Kartoffelnsorten in Peru) so für bis zu 15 Jahre aufbewahrt werden. Diese Kartoffeln werden mit Käse gefüllt und schmecken (vielleicht liegt es daran dass sie womöglich schon 15 Jahre alt sind) nach Käsefuß.

Auf dem Salkantay Trek bekamen wir ein mal zum Frühstück außerdem die peruanische Alternative zum aktuellen Trendessen Porridge. Wir haben keine Ahnung mehr wie es hieß, war aber ein Getränk aus warmem Apfelsaft mit Quinoa drin. Manche fanden es richtig lecker, unseres war es so gar nicht (ausnahmsweise war es uns mal nicht süß genug, bzw. zu geschmacksneutral).

Auch Chicha/Chicha morada wird hier gerne getrunken. Aus Mais wird aber auch gerne süßer Kompott zubereitet, den es zu Süßspeisen gibt. Wir haben ihn zu Milchreis probiert, sehr lecker! (Ein bisschen wie Pflaumenkompott)

Da Peru ein ziemlich großes Land ist, gibt es natürlich auch regionale Unterschiede. In Arequipa zum Beispiel waren wir ein mal (für zusammen gerade einmal 7,50€) in einer typischen Picanteria essen. Der Kellner hat uns direkt in die Küche mit den Worten: „Wir haben nicht mehr alles da, kommt mit in die Küche und sucht euch aus was ihr haben wollt“. War echt toll, so könnten wir in alle Töpfe schauen und uns dann selbst aussuchen was und wie viel wir haben wollten!

Außerdem habe ich im Peru mein bisheriges Reise-Essens-Highlight verspeist: Fisch in Knoblauchsauce. Ich Träume immernoch davon!

Bei anderer Gelegenheit habe oh mir nochmal Fisch in Knoblauchsauce bestellt, sah auch lecker aus, kam aber an die Erinnerung nicht heran.

Auch Süßkram können die peruaner, wenn auch vielleicht nicht landestypischen, so war es auf jeden Fall lecker:

Bolivien:
In Bolivien waren wir ja nur kurz, konnten aber ein oder zwei typische Gerichte testen. Erstmal gönnten wir uns allerdings in La Paz Burger und die waren richtig gut!

Aber in Uyuni durften wir auch Lama testen. Wer hätte es gedacht, dass nah dem Alpaka auch das Lama auf unserem Teller landet? Aber es war echt lecker und ganz anders als Alpaka! Das Lama war ein bisschen wie Lamm (manche, die kein Lamm mögen, sagen ja, dass es nach Stall schmeckt. Und genau das Gefühl hatte ich beim Lama kurz.)

Außerdem dieses Ei ⬆️ hat mit vermutlich Salmonellen eingebracht und das so kurz vor unserem 13-Stunden-Schnee-Drama in der Salzwüste von Uyuni.

Noch eine kleine Kindheitserinnerung hat mich in Bolivien erwischt, ein Gericht/Nachtisch, dass bei uns zuhause den Namen ‚Matschbanane‘ hatte. Hier gab es das als ganz normales Dessert etwas abgewandelt, mit Kondensmilch mit drin, im Restaurant zu essen:

Am besten geschmeckt hat es uns in Peru und Mexiko und noch dazu war es so schön bezahlbar! ? gut, dass man mexikanisches Essen auch in Deutschland bekommt, auf peruanisches müssen wir wohl etwas länger verzichten.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.