Tage 7 bis 13 auf Kuba

An Tag 6 kamen wir am frühen Abend bei Regen in Trinidad an, mal wieder eine Stunde später als geplant. Da wir mittlerweile genug hatten von den teuren Taxipreisen auf Kuba wollten wir zu unserer Airbnb trotzdem zu Fuß gehen. Das schöne an der Innenstadt in Trinidad wurde hier direkt zu einen Stolperstein für uns: Kopfsteinpflaster auf allen Haupt- und Seitenstraßen – schwer beladen und in nassen Flipflops nicht so angenehm zu begehen ?

Unsere Airbnb fanden wir ohne Probleme, gingen Abendessen und hängten unsere nassen Sachen im Zimmer auf.

An Tag 7 machten wir eine tolle free-walking Tour in Trinidad. In der kleinen Gruppe schauten wir uns diverse Plätze im Trinidad an:

Wir waren jedoch deshalb so begeistert von der Tour, weil wir von unserem Guide auch eine gute Einführung in die Lebensverhältnisse in Kuba bekommen haben. Im Vorfeld hatten wir zwar schon gelesen, dass das monatliche Durhschnittseinkommen der Kubaner bei 15 CUC, also 15 $ und damit bei nur etwa 13,22€, liegt, konnten das aber in Anbetracht der Preise im dem Supermärkten nicht glauben. Unser Guide bestätigte uns allerdings, dass des monatliche Durschnittsgehalt in Kuba bei 12-15 CUC liegt, sofern man einen staatlichen Job hat. Da jedoch nahezu alles von der Regierung betrieben wird, stehen der Bevölkerung fast ausschließlich staatliche Jobs zur Verfügung. Ausnahmen bilden lediglich Jobs, in denen man auf Trinkgelder hoffen kann oder in denen man auf selbstständiger Basis Touren für Touristen, wie Reit- oder Wandertouren, anbietet.

Die nächste Crux ist, dass es sich herbei noch um Bruttogehälter handelt. Denn das ohnehin schon geringe Gehalt in Kuba muss dann noch zu einem Satz von 50% besteuert werden (10% auf das monatliche Gehalt + zusätzlichen 40% aufs Jahresgehalt). Daher haben viele der Kubaner einen 2. oder 3. Job, den sie nicht versteuern.

Im Ausgleich zu den geringen Gehältern sind wenigstens Schulbildung, Ausbildung und Studium für alle Kubaner kostenfrei. Wobei…naja so nicht so ganz. Dafür müssen sie nach Studium oder Ausbildung die ersten 3 Jahre für 5 CUC monatlich arbeiten, der Rest wird von der Regierung einbehalten.

Da wir jedoch gerade bei Studium und Ausbildung sind: was für eine Ausbildung oder welches Studium ein Kubaner absolviert sucht er sich in der Regel nicht selbst aus, gelernt wird, was die Regierung gerade zur Verfügung hat bzw. was gerade gebraucht wird.

Als weiterer Ausgleich zu den geringen Gehältern bekommen die Kubaner Essen zu sehr geringen Kosten zugeteilt, die sie sich monatlich in den ‚russischen‘ Supermärkten abholen können. Überwiegend Reis und Bohnen, z.B. 1 Pfund Reis pro Person und Monat, aber auch Fleisch und 5 Eier pro Person und Monat. Unterm Strich kostet die ‚monatliche Essensration‘ pro Person ca. 13 CUP (0,49€) und reicht für etwa eine Woche. Ist das Essen aufgebraucht müssen sich Kubaner in ganz normalen Supermärkten mit Lebensmitteln eindecken. Hier zahlen sie pro Woche für ähnliche Produkte 625 CUP (23,58€). Bei einem Gehalt von maximal 20 CUC, also 500 CUP, brutto ist dies also kaum möglich.

Da Kubaner sich kaum ein finanzielles Polster für ihre Rente ansparen können, bekommen sie ihre Rente ebenfalls von de Regierung. Hatte man sein Leben lang einen staatlichen Job beläuft sich die monatliche Rente auf immerhin 5 CUC (4,41€).

Um jedoch noch einige positive Seiten dieser Form des Sozialismus zu nennen:
Ebenso wie die staatlichen Jobs bekommen Kubaner auch staatliche Wohnungen/Häuser lebenslang und länger zugeteilt, für die sie keine Miete zahlen müssen.
Staatliche Jobs können ihnen nicht gekündigt werden.
Die medizinische Versorgung ist in der Theorie ebenfalls kostenfrei und solange man dem Arzt ein Geschenk mitbringt, soll sie auch ganz gut sein.
Ausbildung und Studium sollen, wenn sie auch nicht ganz kostenfrei sind, ziemlich gut sein, sodass kubanische Ärzte auf der ganzen Welt gefragt sond und eingesetzt werden.

Diese free-walking Tour hat uns für Kuba ordentlich die Augen geöffnet! Es erklärt so einiges, das wir in den 2 Wochen auf Kuba gesehen haben:

Angestellte, die lieber an ihrem Handy hängen als zu arbeiten, Kellner, die sich bei der Rechnung mit Preisen ‚vertun‘ oder sich ‚verrechnen‘ oder Kassiererinnen, die ganz schön gereizt reagieren, wenn man sie auf falsche Preise abspricht, da das offensichtlich die einzige Möglichkeit für sie ist sich Geld von Touristen zu klauen und damit ihr Gehalt aufzubessern.

Ansonsten haben wir in Trinidad einen Tag am Strand verbracht:

Optisch konnte der leider nicht ganz mit dem Strand in Varadero mithalten aber wir hatten bestes Wetter und konnten daher knapp 7 Stunden hier in der Sonne verbringen!

Außerdem haben wir uns einen Tag Fahrräder geliehen und eine kleine Radtour zu einem Naturpark mit Wasserfall gemacht.

Hier durfte man sogar baden gehen, was wir uns bei dieser schwülen Temperatur natürlich nicht entgehen ließen. Und im Vergleich zu der Umgebungstemperatur war das Wasser hier eisig kalt und richtig angenehm!

Im Anschluss wollten wir nochmal für 2 Stündchen an einen nahe gelegenen Strand, leider fing es dann aber an wie aus Eimern zu schütten und zu Gewittern.

Dafür haben wir den Abend nach dem Regen nochmal in der Altstadt verbracht, bei den Treppen zur Casa de la Musica bai Livemusik, Tanz und Canchànchara.

Gegessen haben wir in Trinidad fast ausschließlich bei unseren Hosts. Die haben nämlich ganz hervorragend gekocht, typisch Essen von Mutti eben, und da weiß man wenigstens, dass das Geld, das man dafür bezahlt, auch bei der Bevölkerung landet.

An Tag 10 ging es für uns bereits morgens mit dem Taxi Collectivo (da es keine Busverbindung gibt) von Trinidad aus nach Viñales, unser Highlight auf Kuba! Hier erwartete uns ein kleines Städtchen, das beschaulicher und sauberer war als alle anderen Städte auf Kuba.

Unsere Hosts waren wieder super lieb und haben uns direkt für den nächsten Tag eine walking-Tour für den kommenden Tag organisiert, die auch den Besuch einer Tabakfarm sowie einer Farm Honig, Schnaps und Kaffee beinhaltete. Hier bekamen wir tolle Aussichten auf die Natur im Nationalpark sowie Einführungen in Anbau und Farmleben.

Außerdem durften wir Zigarren sowie Honig und Kaffee testen:

Die Tour war für uns ein voller Erfolg mit der perfekten Mischung aus Natur, Kultur und Menschen.

Für den nächsten Tag standen für uns 2 verschiedene Optionen zur Auswahl: entweder zu einem verlassenen, wunderschönen Strand fahren, oder einen der Berge im Nationalpark besteigen. Da es für uns im Anschluss nach Mexiko an den Strand weiterging, entschieden wir uns für die Besteigung eines Berges. Leider war uns in Mexiko nicht viel Zeit am Strand vergönnt, trotzdem sind wir mit unserer Entscheidung einen der Berge zu bestiegen sehr zufrieden. Die geringe Höhe der Berge auf Kuba und um Viñales bietet natürlich keinen Ausblick, der mit höheren Bergen mit mehreren tausend Metern Höhe vergleichbar ist. Aber die Natur rundherum ist für sich schon eine Wucht und aus dieser Perspektive besonders toll!

An Tag 13 führen wir bereits mit dem Bus zurück an unseren Ausgangspunkt auf Kuba: Havana. Denn am kommenden Tag sollte vormittags unser Flug von Havana aus nach Cancùn gehen. Außerdem wollten wir, da es beim ersten Versuch ja nicht geklappt hat, einen weiteren Versuch starten in Havana eine free-walking Tour zu machen. Dieses mal passte auch alles und wir konnten zum Abschluss von Kuba eine Tour durch die Altstadt von Havana machen.

Am nächsten Tag ging es für uns schon weiter nach Mexiko. Da wir uns die 25 CUC (22,03€) für das Taxi sparen wollten brachen wir extra früh auf und nahmen auch gesamt 4km Fußweg in Kauf und fuhren mit dem öffentlichen Bus für gesamt 1 CUP (0,04€).

Nachdem weder unsere Hosts, noch der Guide unserer Tour vom vor Tag es für möglich gehalten haben, als Tourist mit dem öffentlichen Bus zum Flughafen zu kommen und doch alles gut gelaufen war, freuten wir uns jetzt umso mehr auf unsere Woche in Mexiko!

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