Tage 1 bis 6 auf Kuba

Nach längerem Überlegen und Preisvergleichen beim Flüge suchen und buchen haben wir uns dazu entschieden anstatt Patagonien nach Kuba zu reisen. Außerdem sind wir von Kuba aus, weil es so nah ist und wir beide noch nie da waren, für eine Woche nach Mexiko geflogen.

Sowohl Kuba als auch Mexiko waren nach den ereignisreichen und anstrengenden Wochen in Südamerika als Urlaub geplant, weswegen wir viel Zeit am Strand etc. verbringen wollten.

Dass wir von Santiago de Chile aus keinen Direktflug bekommen würden, hatten wir nicht erwartet. Allerdings waren wir auch nicht davon ausgegangen, dass die reine Flugzeit nach Havana 9,5 Stunden betragen würde. Wir brachen in Santiago de Chile um 8 Uhr auf Richtung Flughafen. Und bekamen problemlos unseren Flug um 11:03 Uhr morgens (ja hier sind die Abflugzeiten immer so komisch ?) erst knapp 7 Stunden nach Panama City und von dort aus nach 1,5 Stunden Aufenthalt 2,5 weitere Stunden nach Havana, wo wir um kurz nach 23 Uhr ankamen. Zeitlich mussten wir uns nicht umgewöhnen, denn die Zeitverschiebung ist in Chile wie auf Kuba 6 Stunden zu Deutschland.

Die Flüge waren sehr angenehm, pünktlich und wir bekamen 3 Mahlzeiten. ? auf Kuba angekommen nahmen wir ein Taxi (für 25$ das bisher teuerste unserer Reise, und das für gerade mal 15 Minuten Fahrt), leider noch nicht mal ein cooles Oldtimer-Taxi, in die Stadt zu unserer Airbnb, in der wir um ca. 0:30 Uhr müde ankamen.

Unser erster richtiger Tag auf Kuba begann danach entspannt und ausgeschlafen. Zunächst machen wir uns auf die Suche nach etwas Essbaren bzw. einem Supermarkt um uns für die kommenden Tage einzudecken. Das sollte schwieriger als gedacht werden, denn in Kuba ist Einkaufen ein Abenteuer, wenn auch kein gutes. Die Supermärkte sind leergekauft, in den meisten findet man nur 4 oder 5 Artikel und meistens nicht das was man sucht, wenn es die Supermärkte überhaupt noch gibt und sie geöffnet haben. Wasser fanden wir erstmal in gar keinem Supermarkt.

Da Kubaner außerdem denken, dass alle Touristen reich sind, gibt es hier teilweise beträchtliche Preisunterschiede, selbst in Supermärkten, für Inländer (die nur an CUP kommen) und Touristen (die nur an CUC kommen). Im ersten richtigen Supermarkt, bzw. Beim Bäcker beispielsweise:

Wurst pro Kilo: 15 CUP (0,57€) oder 7,45 CUC (6,53€)
Käse: nicht erhältlich in CUP
Brot (Menge von 1,5 Packungen Toastbrot): 3CUP (0,11€) oder 1,5 CUC (1,31€)

Glücklicherweise kamen wir durch einen sehr ehrlichen Busfahrer an CUP, wodurch wir immerhin beim Bus fahren von den günstigsten Preisen profitieren konnten. Denn unehrliche Busfahrer kassieren hier einfach die CUC ein, ohne Rückgeld zu geben. Man merkt hier überall, wie scharf die Kubaner auf die ‚Touristenwährung‘ sind, beim Bus fahren zahlen Touristen dann gerne mal 1 CUC (0,88€) statt 0,5 CUP (0,02€). Auch selbst in Supermärkten standen bei den typischen Touristen-Produkten wie Wasser und Dosen mit Cola und dergleichen keine Preise dran und wurden bei Touristen nicht gescannt. Touristen zahlten dann z.b. für Wasser 1,5 CUC (1,31€) für 1,5 Liter, statt 0,7 CUC (0,61€) beim abscannen oder für Cola 1 CUC (0,88€), statt 0,5 CUC (0,44€) beim abscannen (es gab ein Testscanner, mit dem die reguläre Preise abgerufen werden konnten).

Wir haben in einem Supermarkt 3 Dosen Cola gekauft, wofür die Kassiererin 3 CUC (2,63€) verlangte. Als wir die Kassiererin darauf hinwiesen, dass die Cola nur 0,5 CUC pro Dose kostet, erwiderte sie: ‚aber du willst ja 3 kaufen…‘ und gab mir widerwillig mehr Rückgeld. Bis man als Tourist allerdings nachgezählt hat und feststellt, dass sie immernoch 1 CUC zuviel behalten hat, ist man ja auch schon aus dem Laden raus ?

Wir haben uns anfangs sehr darüber geärgert allerdings ist das alles verständlich, wenn man sich vor Augen führt, in welchen Verhältnissen die Leute dort leben. Doch davon haben wir erst an Tag 8 auf Kuba erfahren, weshalb auch ihr euch bis zum nächsten Blog gedulden müsst ?

In Havana selbst sind wir an unserem ersten Tag zum Strand ‚für Kubaner‘ und tatsächlich hatte sich dorthin kein Tourist verirrt. Am nächsten Tag sind wir zum ‚Touristen-Strand‘ der alleine deshalb für Touristen ist, weil man für die Busfahrt hin und zurück 5CUC (4,38€) zahlen muss. Auch diese Busfahrt ist nicht erhältlich in CUP und daher in der Regel nicht bezahlbar für Kubaner. Dennoch haben wir einige Kubaner am Strand angetroffen.

Nicht nur, dass der Strand unheimlich schön war, Kubaner lieben Musik sodass aus jedem Menschengrüppchen Musik dröhnte. Eine kubanische Familie hat sogar die ganze Zeit zu ihrer Musik im Sand getanzt.

An Tag 3 in Havana hatten wir uns zu einer free-walking Tour angemeldet, allerdings keine Rückmeldung erhalten (Grund waren wohl Feiertage…) und in unserer Maps.ME war der Treffpunkt falsch eingezeichnet, sodass wir nicht an der Tour teilnehmen konnten. Wir haben allerdings unsere eigene free-walking Tour durch Havana gemacht:

Im Anschluss ging es für uns mit dem Bus um 17 Uhr nach Varadero weiter. Leider konnten wir uns vor der 3-stündigen Fahrt nicht mehr mit etwas zum Essen eindecken und hofften daher auf eine pünktliche Ankunft, sodass wir im Anschluss Essen gehen könnten.

Leider nein, leider gar nicht!

Kaum waren wir losgefahren, wir hatten Havana noch nicht einmal verlassen, stellte sich heraus, dass der Bus einen Defekt an der Bremse hatte (zum Glück ist das im Stadtverkehr aufgefallen und nicht erst bei 100kmh) und wir standen. Erst hieß es, innerhalb von einer Stunde soll ein Ersatzbus kommen. Dann plötzlich, nach ca. bereits 2 Stunden warten, dass ein Techniker kommt, der sich die Bremsen anschauen und sie reparieren soll. Das war dann wohl unser Stichwort uns etwas zu Essen und einen WLAN-Spot suchen zu gehen. Bis wir zurück kamen, WLAN suchten wir vergeblich, dafür haben wir für erstaunlich günstige 4,5 CUC (3,94€) etwas zu Essen gefunden, das uns satt machte, war der Techniker gerade eingetroffen.

Nach langem hin und her stellte der Techniker wohl fest, was uns 4 Stunden vorher bereits klar war, dass der Schaden nicht auf sie schnelle zu reparieren ist. Jedenfalls erschien um 21:30 Uhr und somit nach fast 4,5 Stunden warten und damit 1,5 Stunden nachdem wir bereits in Varadero hätten angekommen sollen ein anderer (kleinerer) Bus. Leider reichten die Sitzplätze nicht für alle, obwohl sich zwischenzeitlich schon einige Mitreisende für Taxis collectivos entschieden hatten, sodass 3 Personen im Gang sitzen mussten.

Von da an verlief die Fahrt unspektakulär, sodass wir nach knapp 3 Stunden gegen 0:20 Uhr in Varadero ankamen. Leider hatten wir uns bei unseren Hosts auf zwischen 20 und 22 Uhr angekündigt und aufgrund des mangelnden WLANs nicht mehr bei ihnen melden können. Wir hofften also, dass sie noch wach waren.

Also nahmen wir ein Taxi für unverschämte 10$ für eine Fahrt von nur 2km (hätten wir nicht gerade mitten in der Nacht gehabt wären wir die Strecke definitv gelaufen!) und fanden die Airbnb ohne Probleme. Nachdem wir vergeblich geklopft und versucht hatten jemanden telefonisch zu erreichen, kamen endlich unsere Hosts und wir kamen in unsere Wohnung!

Unsere Tage in Varadero haben wir recht unspektakulär ausschließlich am Strand verbracht, denn in Varadero ist Kubas schönster Strand:

Der allerdings gerne auch mal anders aussah, denn nachmittags hat es in Varadero immer geregnet:

An Tag 6 sind wir von Varadero aus morgens nach Trinidad weitergereist und haben auch den Regen mitgenommen. Doch hierzu mehr im nächsten Blog ?

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