Tage 4 bis 7 in Bolivien – Salar de Uyuni

Bei diesem Blogeintrag werden alle auf ihre Kosten kommen. Die, die gerne Dramas oder Katastrophenszenarien mögen – denn geplant waren nur 3 Tage und 2 Nächte in der Salzwüste – wie auch die, die gerne wollen, dass das Leben immer nur schön ist.

Tag 4 in Bolivien und damit der erste Tag unserer Tour begann für uns sehr entspannt. Denn erstmals ging eine Tour für uns nicht zwischen 3 und 5 Uhr am Morgen, sondern erst um 10:30 Uhr los. Das kam uns tatsächlich sehr gelegen, kurze Nächte hatten wir ja schon genug. Außerdem versprach die Tour körperlich wenig anstrengend zu werden, da wir die weiten Entfernungen im Jeep zurücklegen sollten. Noch wussten wir nicht, wie falsch wir mit dieser Einschätzung liegen sollten.

Also schliefen wir aus, frühstückten ausgiebig (das Frühstück war mal wieder im Zimmerpreis inbegriffen) und packten unsere Sachen. Leider war die am Vortag gewaschene Wäsche nicht komplett trocken geworden (trotz ‚Trockner‘), sodass wir einen Teil unserer Sachen feucht einpacken mussten, um pünktlich um 10 Uhr aufzubrechen. Bei der Agentur angekommen wurden unsere Backpacks auf den Jeep geladen, denn für uns sollte die Tour in San Pedro de Atacama in Chile enden und wir mussten unser gesamtes Gepäck mit nehmen.

Unser Guide, Felix 25, stellte sich uns vor, genau wie wir die anderen 4 Teilnehmer kennenlernten. Und schon ging es für uns los, als kleine Gruppe zu 7. im Jeep. Die erste Station war ein Eisenbahnfriedhof:

Von hier aus fuhren wir auf einen Markt, auf dem allerlei touristischer Krimskrams verkauft wurde. Krimskrams im Sinne von Keramik, Stofftieren, Figuren aus Salz etc. Gar nicht unseres also. Die dritte Station war ein Salzhotel, das mittlerweile ein Museum ist, wo wir einige Fotos machten und zu Mittag aßen.

Ein besonderes Highlight für mich (einfach weil so unwahrscheinlich witzig) war folgender Aufkleber auf einem Fenster des Salzhotels:

Von hier aus ging es für uns für eine gute Stunde in die Mitte der Salzwüste, um uns herum nur noch Salz und ein strahlend blauer Himmel. Dieser Ort lud dazu ein Fotos zu machen – insbesondere mit optischen Täuschungen:

Als nächstes fuhren wir zu einer kleinen Steininsel auf der Salzwüste mit riesigen Kakteen. Hier entstand ein perfektes Foto der Sonne über der Salzwüste:

Unsere letzte Station für den ersten Tag der Tour war der Rand der Salzwüste, wo wir nochmals einige Fotos machten aber vorallem den Sonnenuntergang beobachten konnten.

Im Anschluss ging es für uns in die Unterkunft für unsere erste Nacht: ein Hostel komplett aus Salz und wahnsinnig kalt. Denn obwohl wir mittlerweile wieder auf einer Höhe von 4.000m waren, verfügen Häuser und Hostels hier über keine Heizung und oft, wie in diesem Fall, über keinen Kamin.

Also aßen wir zu Abend und gingen im Anschluss lesen und schlafen, denn wir hatten bereits 21 Uhr und der nächste Tag sollte für uns um 6 Uhr beginnen.

Doch vorher, da wir erstmals so weit weg waren von jeglichem Dorf/Stadt/Zivilisation, hat Sebi hier abends einige Versuche gestartet de n Nachthimmel zu fotografieren. Denn je weiter man von Licht weg ist, desto eindrucksvoller ist er. In diesem Fall sieht das Bild leider verwackelt aus, was an der Erdrotation liegt (bei 5 minuten Belichtung). Daran arbeiten wir nochmal…

Anders als erwartet schliefen wir im Anschluss gut und froren nicht, zum Glück hatten wir uns Schlafsäcke dazugebucht, und uns mit den Schlafsäcken unter die 3 Decken gelegt, denn auch so hatte es abends lange genug gedauert, bis unsere Füße warm wurden.

Es gab für uns Frühstück und wir brachen auf. Leider sahen wir mit einem Blick nach draußen, dass das Wetter umgeschlagen hatte, wir hatten einige Wolken am Himmel. Wolken wie auch Regen würden uns allerdings nicht mehr aufhalten, so starteten wir zu einigen Aussichtspunkten auf Vulkane:

Und fuhren verschiedene Lagunen an. Darunter auch eine mit unzähligen Flamingos, die einem dort so nah waren, aßen und sich putzten.

Hier machten wir außerdem Mittagspause und aßen, bevor wir weiterfuhren zu 2 weiteren Lagunen. An einer hatten wir das unwahrscheinliche Glück sogar noch einem recht zutraulichen Fuchs zu begegnen:

Leider wurde das Wetter immer schlechter, neblig, kalt und es begann schließlich zu schneien. Kein Wunder, dachten wir, wir waren schließlich bereits auf 4.400m.

Zuletzt betraten wir den Nationalpark Eduardo Avaroa, in dem wir unsere Nacht verbringen und unsere Tour am nächsten Tag fortsetzen sollten. Hier gab es für uns im Hostel angekommen Tee und Abendessen, doch so richtig warm werden wollten wir nicht, es war eisig kalt. Auch in dieser Unterkunft gab es weder Heizung oder wenigstens einen Kamin noch warmes Wasser.

Da es bereits mehrere Zentimeter geschneit hatte, teilte uns unser Guide mit, dass es am nächsten Tag Probleme mit unserem Grenzübertritt nach Chile geben könnte, denn die von uns angefahrene Grenze befindet sich in den Bergen und sei bei Schnee geschlossen. Er schlug uns daher 2 Optionen vor:

1. Wir könnten am kommendem Tag einen Jeep mit Passagieren nach Chile füllen (aus den 2 Gruppen derselben Agentur wollten gesamt 7 nach Chile) und eine andere Grenze weiter nördlich und mit geringerer Schneefallgefahr anfahren. Dies würde uns durch die weitere Strecke von diesem Grenzposten nach San Pedro de Atacama (die mit einem Reisebus zurückzulegen sei) 200 Bolivianos (ca. 25€) pro Person mehr kosten. Außerdem hätten wir nicht mehr die Gelegenheit unsere letzten Punkte der Tour, Geysire und heiße Quellen, zu sehen.

2. Wir könnten ohne Aufpreis die Tour so fortführen und hoffen, dass die Grenzen geöffnet bleiben. Ansonsten würden wir bis Uyuni zurückgenommen.

Wir hatten 2 Mexikaner in unserer Gruppe, die am kommenden Tag um 22 Uhr von Calama, Chile aus einen Flug bekommen mussten. Auch für uns war Option 1 die sicherere, weshalb wir uns trotz Zusatzkosten dafür entschieden. Aus der anderen Gruppe unserer Agentur waren die Teilnehmer gar nicht angetan von dieser Option, da sie auf Geysire und heiße Quellen verzichten müssten.

Möglicherweise lag es daran, dass andere Teilnehmer Ärger gemacht haben, vielleicht hatte es aber auch andere Gründe, jedenfalls teilte uns unser Guide noch vor dem Schlafengehen mit, dass wir alle die reguläre Tour fahren würden, mit der Grenze in den Bergen sollte es keine Probleme geben. So gingen wir schlafen, froh darüber, dass es wenigstens aufgehört hatte zu schneien.

Am nächsten Tag morgens um 5 Uhr kam die Ernüchterung: es hatte über Nacht erneut geschneit und wir hatten nun ca. 25cm Neuschnee. Dennoch versicherte uns unser Guide, noch bis 22 Uhr des Vorabends in Kontakt mit der Busgesellschaft nach San Pedro de Atacama in Kontakt gestanden zu haben und die Busse würden definitiv fahren. So verließen wir uns auf das Alles.

Wir frühstückten also, beluden den Jeep und machten uns um 6 Uhr auf den Weg. Gegen 13 Uhr sollten wir in San Pedro de Atacama sein. Direkt als wir losfuhren sahen wir das gesamte Ausmaß des Schnees, es windete stark, wirbelte den Schnee immer wieder auf, man konnte kaum etwas sehen.

Nach weniger als einer Stunde Fahrt (wir waren gerade mal 20km weit gekommen) steckte der Jeep vor uns im Schnee fest. Und damit begann das Drama noch vor 7 Uhr morgens.

Nachdem der erste von 3 Jeeps freigeschaufelt war (mit einer einzigen Schaufel versteht sich, denn unser Guide hatte als einziger eine Schaufel dabei) stellten wir fest, dass auch wir uns zugefahren hatten oder durch das lange Stehen so stark eingeschneit waren, dass wir nicht mehr voran kamen. Also mussten auch wir freigeschaufelt werden.

Bis wir von hier wenden und weiterfahren konnten hatten wir bereits 9 Uhr und uns dämmerte, dass wir unseren Bus nach San Pedro de Atacama um 10:30 Uhr nicht bekommen würden. Wir wechselten also die Richtung und nach weniger als 500 Metern hielten wir, da vor uns ein Jeep festzustecken schien. Nach weiterem 2 Stunden ohne Bewegung und ohne Informationen begab Sebi sich nach draußen und bekam erstmals Informationen: der Jeep hatte einen Platten, war also gar nicht zugefahren, und unser Guide war losgezogen einen Ersatzreifen zu organisieren. Ein anderer Guide versuchte verzweifelt den platten Reifen mit einer Fahrradpumpe aufzupumpen. Vergeblich natürlich. Außerdem hatten sich Personen eines 4. Jeep zu uns gesellt, der bereits um 7 Uhr morgens einen Motorschaden hatte und nicht weiterfahren konnte. Bis wir hiervon erfuhren und die 7 Personen inkl. Guide auf die verbleibenden 3 Jeep verteilen konnten, hatten diese also bereits 4 Stunden in der Kälte, bei Nässe und ohne Heizung verbracht.

Irgendwann war der Reifen gewechselt und wir konnten uns als Kolonne Meter für Meter weiter voranschieben. Nach wenigen Metern steckten wir erneut im Schnee fest. Unsere Guides begannen die Hoffnung zu verlieren. Unser Guide kehrte in den Jeep zurück und sagte uns:

„Wir sind verloren, es gibt keinen Weg mehr den wir nehmen können.“

Der erste Guide (von dem Jeep mit Motorschaden) hatte bereits deutliche Frostbeulen im Gesicht.

Alle Teilnehmer wurden gefragt, ob sie über ein Satellitentelefon verfügen, leider nein, eigentlich sollten unsere Guides welche dabei haben. Von Handyempfang waren wir, wie wir hinterher erfuhren, in diesen Stunden mehr als 100km entfernt. An diesem Punkt fanden wir uns damit ab, dass wir wohl im Jeep würden übernachten müssen. Zumindest, so wurde uns klar, würden wir in der Kälte ausharren müssen, bis die Agentur am Abend Hilfe schickt, wenn auffällt, dass wir nicht regulär um 18 Uhr zurück in Uyuni sind. Doch bis die uns in dem Schneechaos finden, falls überhaupt jemand nach uns suchen kommt…

Wir wägten bereits die Überlebenswahrscheinlichkeit aller ab, zum Glück hatten wir Schlafsäcke, allerdings nicht genug für alle, denn einen Jeep hatten wir ja mitsamt Gepäck zurückgelassen und daher jetzt 2 zusätzliche Passagiere an Bord.

Also suchten einige der Teilnehmer zu Fuß nach einem befahrbaren Weg. Da man aufgrund des Windes, des Schnees, mittlerweile ca. 35cm, und der schlechten Bodenverhältnisse keinen Weg mehr sehen konnte musste vor dem ersten Jeep immer eine Person herrennen um stabilen Weg zu suchen bzw. direkt reagieren zu können, wenn der Weg nicht befahrbar wurde. Denn in Senken mit noch mehr Schnee durften wir definitiv nicht geraten, sonst hätte es wieder 2 Stunden schaufeln geheißen.

Es war mittlerweile 14 Uhr, uns war kalt und wir hatten Hunger. Unser Frühstück war bereits fast 9 Stunden her, seit über 7 Stunden steckten wir im Schnee fest.

Ungefähr zu diesem Zeitpunkt verloren wir auch noch einen Jeep. Er war wohl vorausgegangen ohne zu merken, dass einer der anderen Jeeps feststeckt, was hier tatsächlich alle paar hundert Meter passierte. Also hieß es in kleinerer Gruppe zu versuchen den jeweils stecken gebliebenen Jeep abzuschleppen und wenn das nicht funktionierte wieder zu schaufeln.

Sebi verließ für einen Moment das Auto, ausnahmsweise nicht zum schaufeln, sondern zum pinkeln. Quasi unmittelbar danach setzten die Jeeps im Bewegung. Ich dachte erst unser Guide würde unseren Jeep nur vor den anderen setzen um nochmals zu versuchen ihn abzuschleppen, doch wir fuhren tatsächlich. Ohne Sebi. Nach etwa 100 Metern habe ich ihn darauf aufmerksam gemacht dass Sebi fehlt, doch er schien mich nicht zu verstehen oder verstehen zu wollen jedenfalls fuhr er weiter. Erst auf mein Bitten und Betteln hin fing er an zu hupen und den fahrenden Jeep vor uns zum Stehen zu bekommen. Wir waren ca. 500 Meter gefahren, ich schlüpfte nur schnell in meine Schuhe rein, band sie noch nicht einmal zu sondern rannte direkt aus dem Auto. Als ich mich umdrehte erfasste mich die Panik, nicht nur, dass ich ihn nicht sehen konnte, ich konnte keine 10 Meter weit sehen. Hier ein kleiner Eindruck davon wie schlecht die Sicht war:

Trotz der Bitte der anderen, nicht alleine zu gehen, rannte ich einfach nur los. Den Reifenspuren unseres Jeeps nach zurück. Einer aus dem anderen Jeep gesellte sich zu mir um mir beim Suchen zu helfen (zum Glück), versuchte mich zu beruhigen, zeigte auf etwas, das rechts von uns im Schnee zu liegen schien, doch das war nur Müll oder Steine – zum Glück denn so ein regloser Körper wäre gar nicht gut gewesen.

Wir rannten und rannten und schrien Sebi’s Namen – ich hoffte der Wind wäre ausnahmsweise auf unserer Seite und er könnte uns hören. In solchen Momenten kommen einem wenige Minuten immer unheimlich lange vor, das ist mir auch aufgefallen. Doch nach etwa 200 gerennten (soweit bei so viel Schnee und Wind, noch dazu mit offenen Schuhen möglich) Metern sahen wir ihn, winkten, riefen nach ihm und er lief auf uns zu. So kurze Zeit er draußen war, er musste gegen den Wind und den Schnee rennen, hatte bereits Eis im Gesicht und blaue Lippen. Der arme Kerl hatte nicht mal Handy und Handschuhe dabei, wofür hätte er die auch zum pinkeln mitnehmen sollen?!

Wir schleppten uns also zurück zum Jeep, setzten uns rein, trockneten uns soweit möglich und waren erstmal einfach nur froh, dass das so glimpflich ausgegangen war. Hätte unser Guide nicht angehalten, wer weiß wie weit Sebi und ich hätten laufen müssen um uns wiederzufinden und ob wir das beide durchgestanden hätten. Denn wir hatten mitterweile 16:30 Uhr, wir waren seit fast 10 Stunden in der Kälte.

Die restliche Fahrt verlief dann unspektakulär, wir steckten viel fest mussten uns freischaufeln und abschleppen, doch allmählich wurde die Straße besser, auch wenn es um 18 Uhr dunkel wurde.

Bei einer letzten Abschleppaktion „kurz“ vor dem Ziel traf dann der verschollene Jeep auch wieder zu uns. Wir waren mit unseren beiden Jeeps dem 3. davongefahren, nicht anders herum. Den Rest der Strecke zu unserem Ausgangspunkt am Morgen legten wir recht schnell zurück, nachdem wir endlich auf sicherem Untergrund angelangt waren und kamen gegen 19 Uhr an. Wir waren damit 13 Stunden unterwegs gewesen. Knapp 1 Stunde für den Hinweg, 12 für den Rückweg.

Dieses mal landeten wir in einem Hostel, das (ein Glück) einen Kamin hatte. Zu 28 Mann versuchten wir uns also um den kleinen Kamin zu drängen und irgendwie wieder trocken und warm zu werden.

Kaum waren wir angekommen wurde uns Tee serviert und der tat unseren durchgefrorenen Körpern so gut! Nach dem Tee bot unser Guide uns an, uns zu einem Hostel zu fahren, in dem wir uns Zugang zu WLAN kaufen konnten. Nach 3 Tagen und da es mittlerweile 7 Stunden später war, als wir eigentlich in Chile ankommen sollten, gingen wir mit und bezahlten 10 Bolivianos (1,25€) pro Person für 20 Minuten – einfach um Lebenszeichen von uns zu geben. Denn auch unsere Notfall-SMS an unsere Familien konnte nicht verschickt werden, wie gesagt uns trennten noch knappe 100km von Handyempfang ? zudem hatten wir seit unserem Aufbruch in Uyuni erstmals WLAN, sodass wir uns überhaupt nach 3 Tagen erstmals wieder melden konnten. Zurück im Hostel, mittlerweile hatten wir 21 Uhr, bekamen wir Abendessen: Suppe und Spaghetti mit Tomatensoße. Wir hatten 16 Stunden nach seit letzten Mahlzeit, das Essen war also mehr als überfällig.

Danach ging es für uns unverzüglich ins Bett. Da wir sogar im Hostel innen drin Schnee liegen hatten haben wir dieses mal zusätzlich unsere eigenen Schlafsäcke verwendet und waren einmal mehr froh darum sie dabei zu haben.

Wir schliefen gut und froren nicht. Trotzdem wären wir gerne liegen geblieben und hätten weitergeschlafen, als unser Wecker um 6 Uhr geklingelt hat.

Doch uns sollte eine Überraschung erwarten: der Himmel war strahlend blau und die Sonne schien.

Es könnte also doch noch alles gut werden! Also richteten wir uns und es ging ab zum Frühstück. Um 6:30 Uhr (wie vereinbart) waren wir die einzigen. Und auch um 7 Uhr, dem eigentlichen Aufbruch, war außer unserer Grundtruppe niemand da.

Bis wir aufbrechen konnten wurde es 9 Uhr. Das hatte verschiedene Gründe. Zum einen waren über Nacht alle Leitungen gefroren. Das hatten wir beim Zähneputzen bereits festgestellt, da kein Wasser mehr aus dem Wasserhahn kam. Zum anderen war auch das Kühlwasser der Jeeps gefroren. Da auch kein Leitungswasser zur Verfügung stand, mussten erstmal 10 Liter Schnee geschmolzen werden. Wenigstens hatten wir davon genug, über Nacht hatte es nämlich nochmal einige Zentimeter geschneit.

Aufbruch Richtung Uyuni (denn um uns zur Grenze nach Chile zu fahren fehlte nach den 13 Stunden bei laufendem Motor der Sprit) war wie gesagt 9 Uhr. Nach 2 Stunden Fahrt entschieden unsere Guides noch eine Lagune anzufahren und dort zu Mittag zu essen.

Um 13:00 Uhr waren wir fertig mit Essen und starteten einen letzten Versuch doch noch zur Grenze nach Chile zu kommen. Denn immerhin waren wir aus den beiden Gruppen 7 Reisende, die dringend nach Chile wollten. Unser Guide setzte alle Hebel in Bewegung, wollte uns allerdings nicht an der Grenze stehen lassen. Rückblickend wissen wir auch weshalb: rund um die Grenze zwischen Bolivien und Chile gibt es schlicht nichts. Er telefonierte also (30 Minuten und einige Kilometer später, als wir nach mehreren Tagen endlich wieder Handyempfang hatten) mit einer Busgesellschaft, die jedoch mitteilte, dass wir nicht rechtzeitig (bolivianische Grenze schließt um 16:30 Uhr) zur Grenze kommen würden.

Also zurück nach Uyuni. Mittlerweile war auch uns klar, dass wir unseren Flug am Folgetag um 13:50 Uhr in Calama, Chile nicht bekommen würden. Denn von Uyuni aus fahren lediglich Busse um 4 Uhr morgens, die dann um 13 Uhr in Calama sind. Wohl gemerkt am Bahnhof, nicht am Flughafen. Und auch das nur wenn der Bus pünktlich ist und an der Grenze alles glatt läuft.

Doch dann passierte das, womit wir nicht mehr gerechnet hatten: uns kam ein Reisebus entgegen, unser Guide gab Lichthupe, der Bus und wir hielten an. Es war ein Bus mit Ziel Calama!

Nach einigem verhandeln erklärte der Busfahrer sich bereit uns mitzunehmen, obwohl wir ihn für die Fahrt nicht direkt bezahlen konnten. Denn vor Abfahrt hatten wir relativ erfolgreich versucht unsere Bolivianos loszuwerden, da wir diese ja nicht mehr gebrauchen würden, und chilenische Pesos besaßen wir noch nicht. Als Sicherheit überließen wir dem Busfahrer (mit Bauchschmerzen) unsere Kamera als Pfand.

Nach 2 stündigen Aufenthalt an der chilenischen Grenze (in Bolivien waren wir schnell durch aber die Chilenen durchsuchten und kontrollierten wirklich alles!!) kamen Wir schließlich gegen 20 Uhr in Calama an. Erstmal hieß es für uns unsere Kamera auszulösen, also Geld abheben und die Busfahrt für 40.000 chilenische Pesos (ca. 56€) bezahlen. Unsere Kamera bekamen wir glücklicherweise anstandslos zurück (ich hatte da echt so meine Bedenken…).

Danach gingen wir erstmal ein bezahlbares Restaurant mit WLAN suchen. Denn 1. hatten wir Hunger und 2. nachdem unsere Fahrt nach Calama gar nicht geplant war, hatten wir natürlich noch keine Unterkunft für die Nacht gebucht. Wir kehrten also nach einigen Suchen bei einem chilenischen Fastfood Restaurant ein, das WLAN und vernünftige Preise hatte, aßen und buchten unsere Unterkunft für die Nacht. Außerdem entschieden wir nach den Erlebnissen der letzten Tage, unsere Route nicht wie geplant nach Patagonien fortzusetzen. Doch dazu mehr in kommenden Blog.

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