Tag 1 in Neuseeland

Nachdem wir aus Mexiko abgereist waren erwartete uns ein voller Reisetag: 3 Flüge (Cancún-Havana, Havana-Panama, Panama-Santiago de Chile) von 2 verschiedenen Airlines, da wir Hin- und Rückflug nach Cancún nachträglich gebucht hatten. Da wir aber Geld sparen (bzw. nicht zum Fenster rauswerfen) wollten, hatten wir nicht vor nochmal in Kuba einzureisen um unser Gepäck abzuholen und aufzugeben und uns für 20$ pro Person eine Touristenkarte zu kaufen, dafür, dass wir 3 Stunden Zeit am Flughafen hatten. Also mussten wir unser Gepäck in Cancún schon so aufgeben, dass es nach Santiago de Chile kommt, und das trotz 2 verschiedenen Airlines.

Leider hatten wir echt keine Ahnung wie das funktioniert, wenn 2 verschiedene Airlines involviert sind. Daher haben wir bereits bei Ankunft in Cancún und damit 1 Woche vor der Weiterreise Copa-Airlines (für die Flüge ab Havana) angeschrieben und nachgefragt. Leider haben wir bis zum Abflug keine Rückmeldung bekommen (die Rückmeldung kam am 22.8., obwohl wir angegeben hatten, dass es um Flüge am 13.8. geht ??‍♀️) musste also so gehen.

Am Flughafen in Cancún haben wir dann unser Gepäck aufgegeben, die Weiterflüge bis nach Santiago de Chile waren kein Problem, unser Gepäck wurde entsprechend gekennzeichnet und wir bekamen bereits die Boardingpässe für alle Flüge. Wir waren ziemlich erleichtert denn wir hatten uns echt Sorgen gemacht was das Gepäck angeht! Vorallem, weil wir nur knapp 24 Stunden nach der Landung von Santiago de Chile aus nach Neuseeland weiterfliegen sollten.

In Kuba hatten wir dann schon die ersten Probleme. Nicht mit dem Gepäck, sondern mit dem Verweilen in der Transitzone. Bisher haben wir es so erlebt, dass man aus dem Flugzeug aussteigt und in der Transitzone ist. An manchen Flughäfen mussten wir zusätzlich durch eine Sicherheitskontrolle. Am Flughafen in Havanna müssen die viele Mitarbeiter auch irgendwie beschäftig werden, weshalb man es dort wohl ganz kompliziert macht. In der Theorie wäre es auch in Havanna möglich durch eine Kontrolle in den Transitbereich zu gelangen. Allerdings verwiesen uns die Herrschaften an das Immigrationsbüro. Wir haben versucht mit allen Mitteln zu erklären, dass wir gar nicht immigrieren wollen, würden aber mit den Worten ‚das ist hier in Kuba eben so‘ abgewiesen. Letztendlich standen wir dann doch am Immigrationsbüro. Dort ließ man uns erstmal eine ganze Weile warten, bis sich jemand uns annahm. Nachdem wir einige Fragen beantwortet hatten, fragte sie nach unseren Pässen. Diese händigten wir aus, weil wir dachten sie wolle noch was nachschauen. Aber stattdessen machte sie auf den Absatz kehrt und verschwand ohne irgendwas zu sagen. Uns blieb nichts anderes übrig als wieder mehr als eine halbe Stunde zu warten. Irgendwann tauchte die Dame wieder mit unseren Pässen auf und mit neu ausgedruckten Tickets. Wir vermuten, dass sie uns nochmal eingecheckt hat, aber einfach mit den Pässen zu verschwinden fanden wir nicht witzig. Mit ihr ging es dann zurück zum Zugang des Transitbereiches, den wir dann mit ihrer ausdrücklichen Genehmigung nach einer Kontrolle betreten durften.

Doch zurück zum Gepäck, denn trotz unseren Bemühungen in Mexiko gab es selbstverständlich Probleme mit unseren Rucksäcken. Denn nach 3 Flügen nachts um 0:30 Uhr in Santiago de Chile angekommen warteten wir natürlich vergeblich auf unsere Backpacks. Auf beide Rucksäcke, wie sollte es auch anders sein. Man teilte uns mit, das unsere Rucksäcke irgendwie in Havana zurückgeblieben waren (was uns bei der teilweise angetroffenen kubanischen Arbeitsmoral nicht gewundert hat). Und damit trat das ein wovor wir so große Angst hatten. Doch es sollte bereits eine Lösung geben: mit dem nächsten Flugzeug um 5 Uhr morgens sollte unser Gepäck in Santiago de Chile ankommen. ‚Gut, solange sie vor unserem Weiterflug (möglichst vor 22 Uhr) um 1 Uhr nachts da sind ist uns alles recht‘, dachten wir und machten uns auf den Weg zu unserer letzten Unterkunft in Südamerika.

Für unsere letzte Nacht auf diesem Kontinent hatten wir uns nach langem mal wieder ein Hostel genommen. Das alleine wegen unserer späten Ankunft und weil wir direkt einen Flughafentransfer dabeihaben wollten. Den Flughafentransfer hatten wir extra per E-Mail mit dem Hostel im Vorfeld vereinbart. Nachdem mit unserem Gepäck endlich alles geklärt war und wir mit leeren Händen gehen mussten stellte sich heraus, dass anders als vereinbart kein Transfer auf uns wartete. Wir hatten mittlerweile 2 Uhr nachts und wir waren echt müde vom vielen Fliegen.

Es stellte sich jedoch glücklicherweise heraus, dass noch Nachtbusse in die Innenstadt fuhren und das zu einem Bruchteil des Preises, den wir für den Flughafentransfer hätten zahlen müssen (23,35€ vs. 4,67€ für beide zusammen). Glück im Unglück würde ich sagen. Also 20 Minuten mit dem Bus und die letzten 3km zu Fuß. Hatten ja kein Gepäck, war also kein Problem zu laufen, auch wenn wir schon mitten in der Nacht hatten.

Als wir dann endlich im Hostel waren und eingecheckt hatten, durften wir erstmal noch unser Bett beziehen, das hatten wir noch nie, dass wir das selbst machen mussten. Noch dazu beim bisher zweitteuersten Zimmer auf der Reise. Und darüber hinaus nach 3 Uhr morgens weil uns keiner am Flughafen abgeholt hatte. Dann hieß es endlich schlafen!

Morgens erwartete uns die nächste Überraschung: um 7 Uhr morgens bekamen wir eine E-Mail der Airline, dass unser Gepäck nicht in dem 5-Uhr-Flugzeug war, sondern erst mit der nächsten Maschine um 21 Uhr ankommen würde. Klasse. Okay, letzte Chance aber aller guten Dinge sind ja wohl 3! Wenn’s beim 3. Anlauf auch nicht klappen würde, müssten wir wohl oder übel ohne nach Auckland weiterfliegen.

Also versuchten wir unseren Tag so entspannt wie möglich ‚hinter uns zu bringen‘ und machten eine free-walking Tour durch Santiago de Chile, gingen essen und begaben uns sehr früh mit dem Bus zum Flughafen. Noch hatten wir die Hoffnung nicht aufgegeben mit Gepäck nach Neuseeland fliegen zu können.

Uns tatsächlich, dieses mal waren beide Backpacks dabei und wir waren überglücklich!

Doch bereits bei der Gepäckaufgabe ergab sich das nächste Problem: als Deutsche reisen wir in Neuseeland zwar visafrei ein und müssen nur die Ausreise nachweisen (den Flug nach Australien hatten wir daher im Vorfeld schon gebucht) aber die Airline bestand darauf, dass wir auch das Visum für Australien vorlegen müssen. Und das obwohl noch mehr als 4 wochen vergehen würden, bis die Weiterreise nach Australien ansteht. Denn Australien ist für Deutsche nicht visafrei.

Also mussten wir dann noch eben am Flughafen unser Visum für Australien beantragen. Gut, dass wir wegen unserem Gepäck ohnehin viel zu früh am Flughafen waren.

Nachdem wir Visa bekommen, Gepäck aufgegeben, die Sicherheitskontrolle hinter uns gelassen und das Flugzeug bestiegen hatten konnten wir uns endlich ohne Einschränkungen auf Neuseeland freuen.

Der Flug war leider nicht wirklich angenehm. Wir hatten beide kleine Kinder hinter uns (was ja meist kein Problem ist, zumindest sobald die Kinder schlafen), die die halbe Nacht gegen unsere Sitze getreten oder nach ihren Eltern gerufen haben. Daher war auch nach 6 Stunden schlafen schon Schluss. (Gar nicht mal so wenig eigentlich, als wir später jedoch nachrechneten haben wir festgestellt, dass wir damit zur Ortszeit in Neuseeland um 0 Uhr aufgestanden waren. Das erklärte dann auch, warum wir in Auckland schon ab mittags müde waren ?)

In Neuseeland eingereist, Einreisestempel abgeholt…halt mal, Stempel haben wir keinen bekommen. Hat uns etwas enttäuscht! Naja vom Flughafen aus ging es für uns jedenfalls zu unserer Unterkunft in Auckland, wo wir am frühsten Morgen schon gegen 6 Uhr unser Gepäck unterstellen durften, und von dort aus in die Innenstadt.

Uns wurde empfohlen, wenig Zeit in Auckland zu verbringen, weshalb wir nur eine Nacht hier bleiben wollten. Das hat sich auch als komplett richtig herausgestellt, denn Auckland ist ganz schön, sehr grün mit vielen Parks, aber hat recht wenig zu bieten. Hier einige Eindrücke, die wir in den wenigen Stunden in Auckland eingefangen haben:

Abends gingen wir unseren Mietwagen für die nächsten 4 Wochen abholen. Eigentlich war unser Plan einen Camper für unsere Zeit in Neuseeland zu mieten, in dem wir dann auch kochen, schlafen etc. Da hier jedoch Winter ist haben wir uns dagegen entschieden. Nachdem wir den Mietwagen hatten gingen wir eben einige grundlegende Dinge wie Öl, Nudeln, Reis etc. aber auch für unser Abendessen und das Frühstück am kommenden Tag einkaufen, führen in unsere Unterkunft, kochten und aßen zu Abend bevor wir mehr als müde ins Bett fielen.

Was wir direkt in unserer ersten Unterkunft in Neuseeland feststellen durften, war: in Neuseeland sind die Unterkünfte zwar doppelt so teuer wie in Südamerika, dafür auch mindestens doppelt so komfortabel! Selbst die über Airbnb vermieteten Zimmer sind hier total stilvoll eingerichtet, haben (fast alle) zusätzliche Heizdecken und es gibt heißes Wasser!

Wir fühlen uns jedenfalls auf Anhieb direkt wohl in Neuseeland und sind gespannt auf die nächsten 4 Wochen!

Essen in Mittel- und Südamerika

Auf Wunsch und auch aus eigenem Interesse kommt heute ein ‚Special‘ zum Essen in den ersten 11,5 Wochen unserer Reise. Wie auch unsere Weltreise beginnt unsere kulinarische Reise in Mittelamerika.

Costa Rica:
Eigentlich gab es hier ausschließlich Reis mit Bohnen. Wirklich ausschließlich. Morgens, mittags, abends. Nennt sich gallo pinto, oft nur pinto genannt, und die Costa Ricaner schwören darauf. Meist beides vermischt, manchmal aber auch trockenen Reis und dazu suppige Bohnen – für die Abwechslung. Zum Frühstück gibt’s Ei dazu. Mal Rührei, mal Spiegelei aber dazu immer pinto.

Mittags und abends gibt’s üblicherweise Fleisch dazu: Huhn, Rind, eigentlich von allem, wichtig auch immer eine gebratene frische Banane dazu (so lecker!). Nur keine Soße. Keine Soße? Fragt ihr euch – hab ich mich auch gefragt.

Gallo pinto ist ganz lecker, sogar Sebi der nicht gerne Bohnen mag, hat ihn gegessen. Aber seien wir ehrlich: 2 Wochen lang dasselbe zu jeder Tageszeit…? Da waren wir echt froh auch mal selbst zu kochen!

Außerdem wurde in Costa Rica viel Obst gegessen. Was gibt es auch besseres als reife Ananas, Mango, Papaya und co.?! Allerdings kam (in ganz Mittelamerika) zusätzlicher Zucker drauf, wenn man nicht vorher protestiert hat.

Kuba:
Auf Kuba wird ebenfalls überwiegend Reis mit Bohnen gegessen. Einerseits weil es nicht viel anderes gibt, das günstig ist und satt macht, andererseits weil die monatlichen Essensrationen nicht viel anderes vorsehen.

Als Tourist bekommt man alles zum Reis, was den Inländern vorenthalten wird: Lamm, Rind, Fisch. Am besten gegessen haben wir tatsächlich wenn ‚Mutti‘ in der casa particular gekocht hat! Dann gab es sogar Soße!!! Dazu gab es fast immer Bananenchips.

Wie auch die Costa Ricaner mögen es die Kubaner süß. Wir wurden bei einem Frühstück tatsächlich gefragt, ob wir in den frischen, selbstgepressten Mangosaft zusätzlichen Zucker haben wollen.

Besonders lecker als Dessert, weil wir es zuhause bei meinem Papa schon immer gerne essen, war Flan, den es hier als Nachspeise in jedem Restaurant für ganz ganz kleines Geld gibt. Flan haben wir uns hier bestimmt 5 mal genehmigt ??‍♀️

Man muss sagen, dafür dass es auf Kuba echt schwer war an gute Lebensmittel zu kommen, haben die Kubaner wirklich einige leckere Dinge gezaubert, auch wenn es eine wirklich landestypische Küche gar nicht gibt.

Mexiko:
Mexiko gehört ja rein räumlich zu Nordamerika und das hat man beim Essen auch gemerkt! Reis gab es zwar auch noch aber überwiegend natürlich die typischen mexikanischen Gerichte, die man auch aus Deutschland vom Mexikaner kennt: Tacos, Tortillas, Nachos und Co. . Alles super lecker, vorallem mit viel Käse oder Guacamole! Wichtig dazu ist die scharfe Soße aus Zwiebeln, Zitronensaft, Tomaten und Koriander. Die gab es außerdem auch in den von uns bereisten südamerikanischen Ländern. Für ins einfach ’spicy stuff‘ (übernommen von einer peruanischen Mitreisenden).

Außerdem kamen wir hier in den Genuss von äußerst leckeren und – wie alles in Mexiko – günstigen Süßspeise. Nichts typisch mexikanisches dabei, trotzdem haben wir uns über Käsekuchen, Chai Latte und Co gefreut (zuvor waren wir ja auf Kuba wo es nichts dergleichen gab)!

Südamerika:

Ecuador:
Typisch sind hier die Suppen, die jeder Hauptmahlzeit vorausgehen. Calldo de gallina, eine Hühnersuppe, oder Kartoffelsuppe. Sehr angenehm, eine heiße Vorspeise, vorallem im Winter in den Bergen. Als Hauptgang gibt es üblicherweise viel Reis und meist Huhn dazu.

Für Südamerika ebenfalls typisch sind Empanadas und jedes Land hat seine eigenen Rezepte. Empanadas sind Teigtaschen gefüllt mit Käse oder Fleisch und entweder im Backofen gegart oder fritiert.

Ein typisches Getränk für Ecuador aber auch Peru ist Chicha, eine Art warmer Saft/Tee aus Mais. Gerne auch aus rotem Mais als Chicha morada.

Auch Meerschweinchen wird hier gegessen, ist allerdings Nationalgericht Perus, daher später mehr.

Galapagos-Inseln:
Auf den Galapagos-Inseln waren wir aus Kostengründen nicht häufig Essen. Eigentlich nur ein mal ein europäisches Fühstück:

und ein mal hatten wir abends eine wahnsinnig leckere Grillplatte:

Ob das so typisch ist wissen wir nicht, auch wenn es überall dort Grillrestaurants gab, lecker war es jedenfalls (auch wenn hierzulande auf den Grilltellern viele Innereien landen)!

Peru:
Peru hat deutlich mehr Abwechslung beim Essen. Insbesondere bei der Beilage – denn erstmals bekamen wir mit den verschiedensten Kartoffeln, Couscous und Quinoa auch mal was anderes als Reis zu essen.

Jeder Tourist will wohl das Nationalgericht Meerschweinchen probieren. Auch wir haben es probiert!

Das Meerschweinchen wurde für Fotos im ganzen serviert und dann zerteilt. Ach, man soll wohl darauf achten dass der Kopf beim servieren noch dran ist, denn einige Restaurants servieren ahnungslosen Touristen wohl gerne Ratten. Und den Unterschied sieht man nur am Kopf. Beim ersten mal schmeckt man wahrscheinlich auch keinen Unterschied.

Es zu essen war ganz schön aufwendig, da die vielen kleinen und deinen Knochen noch drin waren. Auch geschmacklich war es für uns nicht das Highlight.

Besonders lecker fanden wir Alpaka! So süß sie sind, so lecker sind sie leider auch…und so zart!

Eine Spezialität sind außerdem getrocknete Kartoffeln. In Peru können einige Kartoffelnsorten (von den über 300 Kartoffelnsorten in Peru) so für bis zu 15 Jahre aufbewahrt werden. Diese Kartoffeln werden mit Käse gefüllt und schmecken (vielleicht liegt es daran dass sie womöglich schon 15 Jahre alt sind) nach Käsefuß.

Auf dem Salkantay Trek bekamen wir ein mal zum Frühstück außerdem die peruanische Alternative zum aktuellen Trendessen Porridge. Wir haben keine Ahnung mehr wie es hieß, war aber ein Getränk aus warmem Apfelsaft mit Quinoa drin. Manche fanden es richtig lecker, unseres war es so gar nicht (ausnahmsweise war es uns mal nicht süß genug, bzw. zu geschmacksneutral).

Auch Chicha/Chicha morada wird hier gerne getrunken. Aus Mais wird aber auch gerne süßer Kompott zubereitet, den es zu Süßspeisen gibt. Wir haben ihn zu Milchreis probiert, sehr lecker! (Ein bisschen wie Pflaumenkompott)

Da Peru ein ziemlich großes Land ist, gibt es natürlich auch regionale Unterschiede. In Arequipa zum Beispiel waren wir ein mal (für zusammen gerade einmal 7,50€) in einer typischen Picanteria essen. Der Kellner hat uns direkt in die Küche mit den Worten: „Wir haben nicht mehr alles da, kommt mit in die Küche und sucht euch aus was ihr haben wollt“. War echt toll, so könnten wir in alle Töpfe schauen und uns dann selbst aussuchen was und wie viel wir haben wollten!

Außerdem habe ich im Peru mein bisheriges Reise-Essens-Highlight verspeist: Fisch in Knoblauchsauce. Ich Träume immernoch davon!

Bei anderer Gelegenheit habe oh mir nochmal Fisch in Knoblauchsauce bestellt, sah auch lecker aus, kam aber an die Erinnerung nicht heran.

Auch Süßkram können die peruaner, wenn auch vielleicht nicht landestypischen, so war es auf jeden Fall lecker:

Bolivien:
In Bolivien waren wir ja nur kurz, konnten aber ein oder zwei typische Gerichte testen. Erstmal gönnten wir uns allerdings in La Paz Burger und die waren richtig gut!

Aber in Uyuni durften wir auch Lama testen. Wer hätte es gedacht, dass nah dem Alpaka auch das Lama auf unserem Teller landet? Aber es war echt lecker und ganz anders als Alpaka! Das Lama war ein bisschen wie Lamm (manche, die kein Lamm mögen, sagen ja, dass es nach Stall schmeckt. Und genau das Gefühl hatte ich beim Lama kurz.)

Außerdem dieses Ei ⬆️ hat mit vermutlich Salmonellen eingebracht und das so kurz vor unserem 13-Stunden-Schnee-Drama in der Salzwüste von Uyuni.

Noch eine kleine Kindheitserinnerung hat mich in Bolivien erwischt, ein Gericht/Nachtisch, dass bei uns zuhause den Namen ‚Matschbanane‘ hatte. Hier gab es das als ganz normales Dessert etwas abgewandelt, mit Kondensmilch mit drin, im Restaurant zu essen:

Am besten geschmeckt hat es uns in Peru und Mexiko und noch dazu war es so schön bezahlbar! ? gut, dass man mexikanisches Essen auch in Deutschland bekommt, auf peruanisches müssen wir wohl etwas länger verzichten.

Tage 1-7 in Mexiko

Da wir sehr früh am Morgen aufbrechen mussten um im Havanna zum Flughafen zu kommen, hatten wir vorher leider nicht gefrühstückt und hofften auf ein schnelles Frühstück am Flughafen. Glücklicherweise hatten wir auch noch 12 CUC (ca.11,08€) an Restgeld aus Kuba, das sollte wohl für belegte Brote und mit etwas Glück für Kaffee reichen. Am Gate, nach Check-in und Gepäckaufgabe, angekommen stellten wir fest, dass sich die obligatorische Fressmeile an diesem Flughafen auf 2 ‚Cafes‘ beschränkt, wovon es an einem nur Kaffee etc. gab und nichts zu essen. Da von den 4 verfügbaren Kassen inkl. Ausgabestationen nur eine offen war (obwohl mit 10 Mann genug Personal für alle da gewesen wäre) stellten wir uns in die lange Schlange. Nach 45 Minuten warten waren wir noch nicht mal annähernd vorne angelangt, doch das Boarding für unseren Flug war schon in vollem Gange. So ging es für uns ohne Frühstück ins Flugzeug.

Zum Glück war der Flug mit 1,5 Stunden sehr kurz, wenn wir auch kein Essen bekamen, sodass wir angekommen in Cancun am Flughafen frühstückten – endlich – wenn wir auch schon Mittag hatten.

Im Anschluss fuhren wir mit dem Airportbus nach Cancun zu unserer Airbnb und deckten uns für die kommenden Tage mit Lebensmitteln ein, denn endlich war wieder selbst kochen angesagt, nachdem das auf Kuba ja leider nicht möglich war.

Den restlichen Tag verbrachten wir damit die kommenden Tage zu planen, zu kochen und zu essen.

An unserem 2. Tag in Mexiko setzten wir von Cancun aus mit der Fähre über zur Isla Mujeres (wörtlich übersetzt Fraueninsel, also was für mich! ?) und wollten einen Tag am Strand verbringen. Leider spielte das Wetter nicht ganz mit sodass nach einer Stunde am Strand schon wieder Schluss war. Bilder gibt es daher leider keine…

Stattdessen setzten wir uns in ein Cafe, tranken Smoothie und Chai-Latte-Frappee und außen super leckeren Kuchen:

An Tag 3 fuhren wir, auf Anraten unseres Hosts mit eigenem Mietwagen, zu unseren 2. Weltwunder: Chichèn-Itzà. Der Mietwagen war für uns Fluch und Segen zugleich, denn: durch den Mietwagen waren wir so früh bei Chichèn-Itzà (direkt um kurz nach 8 Uhr, der Öffnungszeit) dass wir einige schöne Fotos ohne viele Touristen machen konnten:

Außerdem konnten wir im Anschluss noch nach Las Coloradas zu einer rosanen Lagune fahren ?

Diese Lagune wäre in einer regulären Chichèn-Itzà-Tour nicht dabei gewesen, sodass man sie separat hätte besuchen müssen.

Aber (daher auch unser Fluch) der Mietwagen war für uns ganz schön teuer:

Tagesmiete: 25,52€

Autobahn: 35,10€

Eintritt Chichèn-Itzà: 23,46€

Parken: 1,39 €

Tanken: 49,70€

Gesamt: 135,19€

Ganztagstouren zu Chichèn-Itzà inkl. Besuch einer Cenote und Eintritten hätten für uns beide zusammen ca. 70€ gekostet.

Dennoch sind wir zufrieden, dass wir die Tour so gemacht haben, denn mehr Zeit für weitere Ausflüge in Cancun blieb uns leider nicht. Am kommenden Tag ging es für uns nämlich bereits am Morgen weiter mit dem Bus nach Tulum.

In Tulum angekommen erkundeten wir erstmal die überschaubare Innenstadt, bevor wir in unsere Airbnb einchecken, gingen zum Friseur, deckten uns mit Lebensmitteln ein, kochten und aßen zu Abend.

Für den kommenden Tag war großes geplant, denn liebe Freunde von uns heirateten und wir konnten nicht dabei sein ? daher gab es zumindest einen Videoanruf nach der Trauung um zu gratulieren! Durch die Zeitverschiebung fand der Videoanruf nach 11 Uhr unserer Zeit statt, sodass wir bis dahin im sicheren WLAN geblieben sind. Nach Videoanruf und Glückwünschen haben wir uns aufgemacht mit geliehenen Fahrrädern zu 2 verschiedenen Cenoten. Cenoten sind unterirdische Seen und haben uns echt begeistert:

So sehr, dass wir an Tag 6, unserem letzten richtigen Tag in Mexiko, nochmal zu unserer Highlight-Cenote gefahren sind um einige Stunden dort zu verbringen, morgens bevor viel los ist:

Danach wollten wir für ein zwei Stündchen zu einer Maya Ausgrabungsstätte in Tulum. Dort angekommen mussten wir allerdings feststellen, dass die Schlange davor so lang war, dass es sich für uns nicht gelohnt hätte anzustehen.

Also disponierten wir um und machen einen Abstecher zum Strand. Leider gibt es in Tulum bei diesen heißen Temperaturen eine Algenplage, sodass der Strand nicht gerade einladend aussah:

So ging es für uns zurück nach Cancun, ohne Strand oder Ausgrabungsstätte besucht zu haben. Doch wir mussten zurück nach Cancun, denn am nächsten Tag um 7:22 Uhr ging unser erster Flug unseres Reisetages. Denn insgesamt standen für uns 3 Flüge auf dem Plan um nach Santiago de Chile zu kommen von wo aus unsere Reise weiterging. Weg aus Mittel- und Südamerika in ein neues Abenteuer!

Tage 7 bis 13 auf Kuba

An Tag 6 kamen wir am frühen Abend bei Regen in Trinidad an, mal wieder eine Stunde später als geplant. Da wir mittlerweile genug hatten von den teuren Taxipreisen auf Kuba wollten wir zu unserer Airbnb trotzdem zu Fuß gehen. Das schöne an der Innenstadt in Trinidad wurde hier direkt zu einen Stolperstein für uns: Kopfsteinpflaster auf allen Haupt- und Seitenstraßen – schwer beladen und in nassen Flipflops nicht so angenehm zu begehen ?

Unsere Airbnb fanden wir ohne Probleme, gingen Abendessen und hängten unsere nassen Sachen im Zimmer auf.

An Tag 7 machten wir eine tolle free-walking Tour in Trinidad. In der kleinen Gruppe schauten wir uns diverse Plätze im Trinidad an:

Wir waren jedoch deshalb so begeistert von der Tour, weil wir von unserem Guide auch eine gute Einführung in die Lebensverhältnisse in Kuba bekommen haben. Im Vorfeld hatten wir zwar schon gelesen, dass das monatliche Durhschnittseinkommen der Kubaner bei 15 CUC, also 15 $ und damit bei nur etwa 13,22€, liegt, konnten das aber in Anbetracht der Preise im dem Supermärkten nicht glauben. Unser Guide bestätigte uns allerdings, dass des monatliche Durschnittsgehalt in Kuba bei 12-15 CUC liegt, sofern man einen staatlichen Job hat. Da jedoch nahezu alles von der Regierung betrieben wird, stehen der Bevölkerung fast ausschließlich staatliche Jobs zur Verfügung. Ausnahmen bilden lediglich Jobs, in denen man auf Trinkgelder hoffen kann oder in denen man auf selbstständiger Basis Touren für Touristen, wie Reit- oder Wandertouren, anbietet.

Die nächste Crux ist, dass es sich herbei noch um Bruttogehälter handelt. Denn das ohnehin schon geringe Gehalt in Kuba muss dann noch zu einem Satz von 50% besteuert werden (10% auf das monatliche Gehalt + zusätzlichen 40% aufs Jahresgehalt). Daher haben viele der Kubaner einen 2. oder 3. Job, den sie nicht versteuern.

Im Ausgleich zu den geringen Gehältern sind wenigstens Schulbildung, Ausbildung und Studium für alle Kubaner kostenfrei. Wobei…naja so nicht so ganz. Dafür müssen sie nach Studium oder Ausbildung die ersten 3 Jahre für 5 CUC monatlich arbeiten, der Rest wird von der Regierung einbehalten.

Da wir jedoch gerade bei Studium und Ausbildung sind: was für eine Ausbildung oder welches Studium ein Kubaner absolviert sucht er sich in der Regel nicht selbst aus, gelernt wird, was die Regierung gerade zur Verfügung hat bzw. was gerade gebraucht wird.

Als weiterer Ausgleich zu den geringen Gehältern bekommen die Kubaner Essen zu sehr geringen Kosten zugeteilt, die sie sich monatlich in den ‚russischen‘ Supermärkten abholen können. Überwiegend Reis und Bohnen, z.B. 1 Pfund Reis pro Person und Monat, aber auch Fleisch und 5 Eier pro Person und Monat. Unterm Strich kostet die ‚monatliche Essensration‘ pro Person ca. 13 CUP (0,49€) und reicht für etwa eine Woche. Ist das Essen aufgebraucht müssen sich Kubaner in ganz normalen Supermärkten mit Lebensmitteln eindecken. Hier zahlen sie pro Woche für ähnliche Produkte 625 CUP (23,58€). Bei einem Gehalt von maximal 20 CUC, also 500 CUP, brutto ist dies also kaum möglich.

Da Kubaner sich kaum ein finanzielles Polster für ihre Rente ansparen können, bekommen sie ihre Rente ebenfalls von de Regierung. Hatte man sein Leben lang einen staatlichen Job beläuft sich die monatliche Rente auf immerhin 5 CUC (4,41€).

Um jedoch noch einige positive Seiten dieser Form des Sozialismus zu nennen:
Ebenso wie die staatlichen Jobs bekommen Kubaner auch staatliche Wohnungen/Häuser lebenslang und länger zugeteilt, für die sie keine Miete zahlen müssen.
Staatliche Jobs können ihnen nicht gekündigt werden.
Die medizinische Versorgung ist in der Theorie ebenfalls kostenfrei und solange man dem Arzt ein Geschenk mitbringt, soll sie auch ganz gut sein.
Ausbildung und Studium sollen, wenn sie auch nicht ganz kostenfrei sind, ziemlich gut sein, sodass kubanische Ärzte auf der ganzen Welt gefragt sond und eingesetzt werden.

Diese free-walking Tour hat uns für Kuba ordentlich die Augen geöffnet! Es erklärt so einiges, das wir in den 2 Wochen auf Kuba gesehen haben:

Angestellte, die lieber an ihrem Handy hängen als zu arbeiten, Kellner, die sich bei der Rechnung mit Preisen ‚vertun‘ oder sich ‚verrechnen‘ oder Kassiererinnen, die ganz schön gereizt reagieren, wenn man sie auf falsche Preise abspricht, da das offensichtlich die einzige Möglichkeit für sie ist sich Geld von Touristen zu klauen und damit ihr Gehalt aufzubessern.

Ansonsten haben wir in Trinidad einen Tag am Strand verbracht:

Optisch konnte der leider nicht ganz mit dem Strand in Varadero mithalten aber wir hatten bestes Wetter und konnten daher knapp 7 Stunden hier in der Sonne verbringen!

Außerdem haben wir uns einen Tag Fahrräder geliehen und eine kleine Radtour zu einem Naturpark mit Wasserfall gemacht.

Hier durfte man sogar baden gehen, was wir uns bei dieser schwülen Temperatur natürlich nicht entgehen ließen. Und im Vergleich zu der Umgebungstemperatur war das Wasser hier eisig kalt und richtig angenehm!

Im Anschluss wollten wir nochmal für 2 Stündchen an einen nahe gelegenen Strand, leider fing es dann aber an wie aus Eimern zu schütten und zu Gewittern.

Dafür haben wir den Abend nach dem Regen nochmal in der Altstadt verbracht, bei den Treppen zur Casa de la Musica bai Livemusik, Tanz und Canchànchara.

Gegessen haben wir in Trinidad fast ausschließlich bei unseren Hosts. Die haben nämlich ganz hervorragend gekocht, typisch Essen von Mutti eben, und da weiß man wenigstens, dass das Geld, das man dafür bezahlt, auch bei der Bevölkerung landet.

An Tag 10 ging es für uns bereits morgens mit dem Taxi Collectivo (da es keine Busverbindung gibt) von Trinidad aus nach Viñales, unser Highlight auf Kuba! Hier erwartete uns ein kleines Städtchen, das beschaulicher und sauberer war als alle anderen Städte auf Kuba.

Unsere Hosts waren wieder super lieb und haben uns direkt für den nächsten Tag eine walking-Tour für den kommenden Tag organisiert, die auch den Besuch einer Tabakfarm sowie einer Farm Honig, Schnaps und Kaffee beinhaltete. Hier bekamen wir tolle Aussichten auf die Natur im Nationalpark sowie Einführungen in Anbau und Farmleben.

Außerdem durften wir Zigarren sowie Honig und Kaffee testen:

Die Tour war für uns ein voller Erfolg mit der perfekten Mischung aus Natur, Kultur und Menschen.

Für den nächsten Tag standen für uns 2 verschiedene Optionen zur Auswahl: entweder zu einem verlassenen, wunderschönen Strand fahren, oder einen der Berge im Nationalpark besteigen. Da es für uns im Anschluss nach Mexiko an den Strand weiterging, entschieden wir uns für die Besteigung eines Berges. Leider war uns in Mexiko nicht viel Zeit am Strand vergönnt, trotzdem sind wir mit unserer Entscheidung einen der Berge zu bestiegen sehr zufrieden. Die geringe Höhe der Berge auf Kuba und um Viñales bietet natürlich keinen Ausblick, der mit höheren Bergen mit mehreren tausend Metern Höhe vergleichbar ist. Aber die Natur rundherum ist für sich schon eine Wucht und aus dieser Perspektive besonders toll!

An Tag 13 führen wir bereits mit dem Bus zurück an unseren Ausgangspunkt auf Kuba: Havana. Denn am kommenden Tag sollte vormittags unser Flug von Havana aus nach Cancùn gehen. Außerdem wollten wir, da es beim ersten Versuch ja nicht geklappt hat, einen weiteren Versuch starten in Havana eine free-walking Tour zu machen. Dieses mal passte auch alles und wir konnten zum Abschluss von Kuba eine Tour durch die Altstadt von Havana machen.

Am nächsten Tag ging es für uns schon weiter nach Mexiko. Da wir uns die 25 CUC (22,03€) für das Taxi sparen wollten brachen wir extra früh auf und nahmen auch gesamt 4km Fußweg in Kauf und fuhren mit dem öffentlichen Bus für gesamt 1 CUP (0,04€).

Nachdem weder unsere Hosts, noch der Guide unserer Tour vom vor Tag es für möglich gehalten haben, als Tourist mit dem öffentlichen Bus zum Flughafen zu kommen und doch alles gut gelaufen war, freuten wir uns jetzt umso mehr auf unsere Woche in Mexiko!

Tage 1 bis 6 auf Kuba

Nach längerem Überlegen und Preisvergleichen beim Flüge suchen und buchen haben wir uns dazu entschieden anstatt Patagonien nach Kuba zu reisen. Außerdem sind wir von Kuba aus, weil es so nah ist und wir beide noch nie da waren, für eine Woche nach Mexiko geflogen.

Sowohl Kuba als auch Mexiko waren nach den ereignisreichen und anstrengenden Wochen in Südamerika als Urlaub geplant, weswegen wir viel Zeit am Strand etc. verbringen wollten.

Dass wir von Santiago de Chile aus keinen Direktflug bekommen würden, hatten wir nicht erwartet. Allerdings waren wir auch nicht davon ausgegangen, dass die reine Flugzeit nach Havana 9,5 Stunden betragen würde. Wir brachen in Santiago de Chile um 8 Uhr auf Richtung Flughafen. Und bekamen problemlos unseren Flug um 11:03 Uhr morgens (ja hier sind die Abflugzeiten immer so komisch ?) erst knapp 7 Stunden nach Panama City und von dort aus nach 1,5 Stunden Aufenthalt 2,5 weitere Stunden nach Havana, wo wir um kurz nach 23 Uhr ankamen. Zeitlich mussten wir uns nicht umgewöhnen, denn die Zeitverschiebung ist in Chile wie auf Kuba 6 Stunden zu Deutschland.

Die Flüge waren sehr angenehm, pünktlich und wir bekamen 3 Mahlzeiten. ? auf Kuba angekommen nahmen wir ein Taxi (für 25$ das bisher teuerste unserer Reise, und das für gerade mal 15 Minuten Fahrt), leider noch nicht mal ein cooles Oldtimer-Taxi, in die Stadt zu unserer Airbnb, in der wir um ca. 0:30 Uhr müde ankamen.

Unser erster richtiger Tag auf Kuba begann danach entspannt und ausgeschlafen. Zunächst machen wir uns auf die Suche nach etwas Essbaren bzw. einem Supermarkt um uns für die kommenden Tage einzudecken. Das sollte schwieriger als gedacht werden, denn in Kuba ist Einkaufen ein Abenteuer, wenn auch kein gutes. Die Supermärkte sind leergekauft, in den meisten findet man nur 4 oder 5 Artikel und meistens nicht das was man sucht, wenn es die Supermärkte überhaupt noch gibt und sie geöffnet haben. Wasser fanden wir erstmal in gar keinem Supermarkt.

Da Kubaner außerdem denken, dass alle Touristen reich sind, gibt es hier teilweise beträchtliche Preisunterschiede, selbst in Supermärkten, für Inländer (die nur an CUP kommen) und Touristen (die nur an CUC kommen). Im ersten richtigen Supermarkt, bzw. Beim Bäcker beispielsweise:

Wurst pro Kilo: 15 CUP (0,57€) oder 7,45 CUC (6,53€)
Käse: nicht erhältlich in CUP
Brot (Menge von 1,5 Packungen Toastbrot): 3CUP (0,11€) oder 1,5 CUC (1,31€)

Glücklicherweise kamen wir durch einen sehr ehrlichen Busfahrer an CUP, wodurch wir immerhin beim Bus fahren von den günstigsten Preisen profitieren konnten. Denn unehrliche Busfahrer kassieren hier einfach die CUC ein, ohne Rückgeld zu geben. Man merkt hier überall, wie scharf die Kubaner auf die ‚Touristenwährung‘ sind, beim Bus fahren zahlen Touristen dann gerne mal 1 CUC (0,88€) statt 0,5 CUP (0,02€). Auch selbst in Supermärkten standen bei den typischen Touristen-Produkten wie Wasser und Dosen mit Cola und dergleichen keine Preise dran und wurden bei Touristen nicht gescannt. Touristen zahlten dann z.b. für Wasser 1,5 CUC (1,31€) für 1,5 Liter, statt 0,7 CUC (0,61€) beim abscannen oder für Cola 1 CUC (0,88€), statt 0,5 CUC (0,44€) beim abscannen (es gab ein Testscanner, mit dem die reguläre Preise abgerufen werden konnten).

Wir haben in einem Supermarkt 3 Dosen Cola gekauft, wofür die Kassiererin 3 CUC (2,63€) verlangte. Als wir die Kassiererin darauf hinwiesen, dass die Cola nur 0,5 CUC pro Dose kostet, erwiderte sie: ‚aber du willst ja 3 kaufen…‘ und gab mir widerwillig mehr Rückgeld. Bis man als Tourist allerdings nachgezählt hat und feststellt, dass sie immernoch 1 CUC zuviel behalten hat, ist man ja auch schon aus dem Laden raus ?

Wir haben uns anfangs sehr darüber geärgert allerdings ist das alles verständlich, wenn man sich vor Augen führt, in welchen Verhältnissen die Leute dort leben. Doch davon haben wir erst an Tag 8 auf Kuba erfahren, weshalb auch ihr euch bis zum nächsten Blog gedulden müsst ?

In Havana selbst sind wir an unserem ersten Tag zum Strand ‚für Kubaner‘ und tatsächlich hatte sich dorthin kein Tourist verirrt. Am nächsten Tag sind wir zum ‚Touristen-Strand‘ der alleine deshalb für Touristen ist, weil man für die Busfahrt hin und zurück 5CUC (4,38€) zahlen muss. Auch diese Busfahrt ist nicht erhältlich in CUP und daher in der Regel nicht bezahlbar für Kubaner. Dennoch haben wir einige Kubaner am Strand angetroffen.

Nicht nur, dass der Strand unheimlich schön war, Kubaner lieben Musik sodass aus jedem Menschengrüppchen Musik dröhnte. Eine kubanische Familie hat sogar die ganze Zeit zu ihrer Musik im Sand getanzt.

An Tag 3 in Havana hatten wir uns zu einer free-walking Tour angemeldet, allerdings keine Rückmeldung erhalten (Grund waren wohl Feiertage…) und in unserer Maps.ME war der Treffpunkt falsch eingezeichnet, sodass wir nicht an der Tour teilnehmen konnten. Wir haben allerdings unsere eigene free-walking Tour durch Havana gemacht:

Im Anschluss ging es für uns mit dem Bus um 17 Uhr nach Varadero weiter. Leider konnten wir uns vor der 3-stündigen Fahrt nicht mehr mit etwas zum Essen eindecken und hofften daher auf eine pünktliche Ankunft, sodass wir im Anschluss Essen gehen könnten.

Leider nein, leider gar nicht!

Kaum waren wir losgefahren, wir hatten Havana noch nicht einmal verlassen, stellte sich heraus, dass der Bus einen Defekt an der Bremse hatte (zum Glück ist das im Stadtverkehr aufgefallen und nicht erst bei 100kmh) und wir standen. Erst hieß es, innerhalb von einer Stunde soll ein Ersatzbus kommen. Dann plötzlich, nach ca. bereits 2 Stunden warten, dass ein Techniker kommt, der sich die Bremsen anschauen und sie reparieren soll. Das war dann wohl unser Stichwort uns etwas zu Essen und einen WLAN-Spot suchen zu gehen. Bis wir zurück kamen, WLAN suchten wir vergeblich, dafür haben wir für erstaunlich günstige 4,5 CUC (3,94€) etwas zu Essen gefunden, das uns satt machte, war der Techniker gerade eingetroffen.

Nach langem hin und her stellte der Techniker wohl fest, was uns 4 Stunden vorher bereits klar war, dass der Schaden nicht auf sie schnelle zu reparieren ist. Jedenfalls erschien um 21:30 Uhr und somit nach fast 4,5 Stunden warten und damit 1,5 Stunden nachdem wir bereits in Varadero hätten angekommen sollen ein anderer (kleinerer) Bus. Leider reichten die Sitzplätze nicht für alle, obwohl sich zwischenzeitlich schon einige Mitreisende für Taxis collectivos entschieden hatten, sodass 3 Personen im Gang sitzen mussten.

Von da an verlief die Fahrt unspektakulär, sodass wir nach knapp 3 Stunden gegen 0:20 Uhr in Varadero ankamen. Leider hatten wir uns bei unseren Hosts auf zwischen 20 und 22 Uhr angekündigt und aufgrund des mangelnden WLANs nicht mehr bei ihnen melden können. Wir hofften also, dass sie noch wach waren.

Also nahmen wir ein Taxi für unverschämte 10$ für eine Fahrt von nur 2km (hätten wir nicht gerade mitten in der Nacht gehabt wären wir die Strecke definitv gelaufen!) und fanden die Airbnb ohne Probleme. Nachdem wir vergeblich geklopft und versucht hatten jemanden telefonisch zu erreichen, kamen endlich unsere Hosts und wir kamen in unsere Wohnung!

Unsere Tage in Varadero haben wir recht unspektakulär ausschließlich am Strand verbracht, denn in Varadero ist Kubas schönster Strand:

Der allerdings gerne auch mal anders aussah, denn nachmittags hat es in Varadero immer geregnet:

An Tag 6 sind wir von Varadero aus morgens nach Trinidad weitergereist und haben auch den Regen mitgenommen. Doch hierzu mehr im nächsten Blog ?

Tage 4 bis 7 in Bolivien – Salar de Uyuni

Bei diesem Blogeintrag werden alle auf ihre Kosten kommen. Die, die gerne Dramas oder Katastrophenszenarien mögen – denn geplant waren nur 3 Tage und 2 Nächte in der Salzwüste – wie auch die, die gerne wollen, dass das Leben immer nur schön ist.

Tag 4 in Bolivien und damit der erste Tag unserer Tour begann für uns sehr entspannt. Denn erstmals ging eine Tour für uns nicht zwischen 3 und 5 Uhr am Morgen, sondern erst um 10:30 Uhr los. Das kam uns tatsächlich sehr gelegen, kurze Nächte hatten wir ja schon genug. Außerdem versprach die Tour körperlich wenig anstrengend zu werden, da wir die weiten Entfernungen im Jeep zurücklegen sollten. Noch wussten wir nicht, wie falsch wir mit dieser Einschätzung liegen sollten.

Also schliefen wir aus, frühstückten ausgiebig (das Frühstück war mal wieder im Zimmerpreis inbegriffen) und packten unsere Sachen. Leider war die am Vortag gewaschene Wäsche nicht komplett trocken geworden (trotz ‚Trockner‘), sodass wir einen Teil unserer Sachen feucht einpacken mussten, um pünktlich um 10 Uhr aufzubrechen. Bei der Agentur angekommen wurden unsere Backpacks auf den Jeep geladen, denn für uns sollte die Tour in San Pedro de Atacama in Chile enden und wir mussten unser gesamtes Gepäck mit nehmen.

Unser Guide, Felix 25, stellte sich uns vor, genau wie wir die anderen 4 Teilnehmer kennenlernten. Und schon ging es für uns los, als kleine Gruppe zu 7. im Jeep. Die erste Station war ein Eisenbahnfriedhof:

Von hier aus fuhren wir auf einen Markt, auf dem allerlei touristischer Krimskrams verkauft wurde. Krimskrams im Sinne von Keramik, Stofftieren, Figuren aus Salz etc. Gar nicht unseres also. Die dritte Station war ein Salzhotel, das mittlerweile ein Museum ist, wo wir einige Fotos machten und zu Mittag aßen.

Ein besonderes Highlight für mich (einfach weil so unwahrscheinlich witzig) war folgender Aufkleber auf einem Fenster des Salzhotels:

Von hier aus ging es für uns für eine gute Stunde in die Mitte der Salzwüste, um uns herum nur noch Salz und ein strahlend blauer Himmel. Dieser Ort lud dazu ein Fotos zu machen – insbesondere mit optischen Täuschungen:

Als nächstes fuhren wir zu einer kleinen Steininsel auf der Salzwüste mit riesigen Kakteen. Hier entstand ein perfektes Foto der Sonne über der Salzwüste:

Unsere letzte Station für den ersten Tag der Tour war der Rand der Salzwüste, wo wir nochmals einige Fotos machten aber vorallem den Sonnenuntergang beobachten konnten.

Im Anschluss ging es für uns in die Unterkunft für unsere erste Nacht: ein Hostel komplett aus Salz und wahnsinnig kalt. Denn obwohl wir mittlerweile wieder auf einer Höhe von 4.000m waren, verfügen Häuser und Hostels hier über keine Heizung und oft, wie in diesem Fall, über keinen Kamin.

Also aßen wir zu Abend und gingen im Anschluss lesen und schlafen, denn wir hatten bereits 21 Uhr und der nächste Tag sollte für uns um 6 Uhr beginnen.

Doch vorher, da wir erstmals so weit weg waren von jeglichem Dorf/Stadt/Zivilisation, hat Sebi hier abends einige Versuche gestartet de n Nachthimmel zu fotografieren. Denn je weiter man von Licht weg ist, desto eindrucksvoller ist er. In diesem Fall sieht das Bild leider verwackelt aus, was an der Erdrotation liegt (bei 5 minuten Belichtung). Daran arbeiten wir nochmal…

Anders als erwartet schliefen wir im Anschluss gut und froren nicht, zum Glück hatten wir uns Schlafsäcke dazugebucht, und uns mit den Schlafsäcken unter die 3 Decken gelegt, denn auch so hatte es abends lange genug gedauert, bis unsere Füße warm wurden.

Es gab für uns Frühstück und wir brachen auf. Leider sahen wir mit einem Blick nach draußen, dass das Wetter umgeschlagen hatte, wir hatten einige Wolken am Himmel. Wolken wie auch Regen würden uns allerdings nicht mehr aufhalten, so starteten wir zu einigen Aussichtspunkten auf Vulkane:

Und fuhren verschiedene Lagunen an. Darunter auch eine mit unzähligen Flamingos, die einem dort so nah waren, aßen und sich putzten.

Hier machten wir außerdem Mittagspause und aßen, bevor wir weiterfuhren zu 2 weiteren Lagunen. An einer hatten wir das unwahrscheinliche Glück sogar noch einem recht zutraulichen Fuchs zu begegnen:

Leider wurde das Wetter immer schlechter, neblig, kalt und es begann schließlich zu schneien. Kein Wunder, dachten wir, wir waren schließlich bereits auf 4.400m.

Zuletzt betraten wir den Nationalpark Eduardo Avaroa, in dem wir unsere Nacht verbringen und unsere Tour am nächsten Tag fortsetzen sollten. Hier gab es für uns im Hostel angekommen Tee und Abendessen, doch so richtig warm werden wollten wir nicht, es war eisig kalt. Auch in dieser Unterkunft gab es weder Heizung oder wenigstens einen Kamin noch warmes Wasser.

Da es bereits mehrere Zentimeter geschneit hatte, teilte uns unser Guide mit, dass es am nächsten Tag Probleme mit unserem Grenzübertritt nach Chile geben könnte, denn die von uns angefahrene Grenze befindet sich in den Bergen und sei bei Schnee geschlossen. Er schlug uns daher 2 Optionen vor:

1. Wir könnten am kommendem Tag einen Jeep mit Passagieren nach Chile füllen (aus den 2 Gruppen derselben Agentur wollten gesamt 7 nach Chile) und eine andere Grenze weiter nördlich und mit geringerer Schneefallgefahr anfahren. Dies würde uns durch die weitere Strecke von diesem Grenzposten nach San Pedro de Atacama (die mit einem Reisebus zurückzulegen sei) 200 Bolivianos (ca. 25€) pro Person mehr kosten. Außerdem hätten wir nicht mehr die Gelegenheit unsere letzten Punkte der Tour, Geysire und heiße Quellen, zu sehen.

2. Wir könnten ohne Aufpreis die Tour so fortführen und hoffen, dass die Grenzen geöffnet bleiben. Ansonsten würden wir bis Uyuni zurückgenommen.

Wir hatten 2 Mexikaner in unserer Gruppe, die am kommenden Tag um 22 Uhr von Calama, Chile aus einen Flug bekommen mussten. Auch für uns war Option 1 die sicherere, weshalb wir uns trotz Zusatzkosten dafür entschieden. Aus der anderen Gruppe unserer Agentur waren die Teilnehmer gar nicht angetan von dieser Option, da sie auf Geysire und heiße Quellen verzichten müssten.

Möglicherweise lag es daran, dass andere Teilnehmer Ärger gemacht haben, vielleicht hatte es aber auch andere Gründe, jedenfalls teilte uns unser Guide noch vor dem Schlafengehen mit, dass wir alle die reguläre Tour fahren würden, mit der Grenze in den Bergen sollte es keine Probleme geben. So gingen wir schlafen, froh darüber, dass es wenigstens aufgehört hatte zu schneien.

Am nächsten Tag morgens um 5 Uhr kam die Ernüchterung: es hatte über Nacht erneut geschneit und wir hatten nun ca. 25cm Neuschnee. Dennoch versicherte uns unser Guide, noch bis 22 Uhr des Vorabends in Kontakt mit der Busgesellschaft nach San Pedro de Atacama in Kontakt gestanden zu haben und die Busse würden definitiv fahren. So verließen wir uns auf das Alles.

Wir frühstückten also, beluden den Jeep und machten uns um 6 Uhr auf den Weg. Gegen 13 Uhr sollten wir in San Pedro de Atacama sein. Direkt als wir losfuhren sahen wir das gesamte Ausmaß des Schnees, es windete stark, wirbelte den Schnee immer wieder auf, man konnte kaum etwas sehen.

Nach weniger als einer Stunde Fahrt (wir waren gerade mal 20km weit gekommen) steckte der Jeep vor uns im Schnee fest. Und damit begann das Drama noch vor 7 Uhr morgens.

Nachdem der erste von 3 Jeeps freigeschaufelt war (mit einer einzigen Schaufel versteht sich, denn unser Guide hatte als einziger eine Schaufel dabei) stellten wir fest, dass auch wir uns zugefahren hatten oder durch das lange Stehen so stark eingeschneit waren, dass wir nicht mehr voran kamen. Also mussten auch wir freigeschaufelt werden.

Bis wir von hier wenden und weiterfahren konnten hatten wir bereits 9 Uhr und uns dämmerte, dass wir unseren Bus nach San Pedro de Atacama um 10:30 Uhr nicht bekommen würden. Wir wechselten also die Richtung und nach weniger als 500 Metern hielten wir, da vor uns ein Jeep festzustecken schien. Nach weiterem 2 Stunden ohne Bewegung und ohne Informationen begab Sebi sich nach draußen und bekam erstmals Informationen: der Jeep hatte einen Platten, war also gar nicht zugefahren, und unser Guide war losgezogen einen Ersatzreifen zu organisieren. Ein anderer Guide versuchte verzweifelt den platten Reifen mit einer Fahrradpumpe aufzupumpen. Vergeblich natürlich. Außerdem hatten sich Personen eines 4. Jeep zu uns gesellt, der bereits um 7 Uhr morgens einen Motorschaden hatte und nicht weiterfahren konnte. Bis wir hiervon erfuhren und die 7 Personen inkl. Guide auf die verbleibenden 3 Jeep verteilen konnten, hatten diese also bereits 4 Stunden in der Kälte, bei Nässe und ohne Heizung verbracht.

Irgendwann war der Reifen gewechselt und wir konnten uns als Kolonne Meter für Meter weiter voranschieben. Nach wenigen Metern steckten wir erneut im Schnee fest. Unsere Guides begannen die Hoffnung zu verlieren. Unser Guide kehrte in den Jeep zurück und sagte uns:

„Wir sind verloren, es gibt keinen Weg mehr den wir nehmen können.“

Der erste Guide (von dem Jeep mit Motorschaden) hatte bereits deutliche Frostbeulen im Gesicht.

Alle Teilnehmer wurden gefragt, ob sie über ein Satellitentelefon verfügen, leider nein, eigentlich sollten unsere Guides welche dabei haben. Von Handyempfang waren wir, wie wir hinterher erfuhren, in diesen Stunden mehr als 100km entfernt. An diesem Punkt fanden wir uns damit ab, dass wir wohl im Jeep würden übernachten müssen. Zumindest, so wurde uns klar, würden wir in der Kälte ausharren müssen, bis die Agentur am Abend Hilfe schickt, wenn auffällt, dass wir nicht regulär um 18 Uhr zurück in Uyuni sind. Doch bis die uns in dem Schneechaos finden, falls überhaupt jemand nach uns suchen kommt…

Wir wägten bereits die Überlebenswahrscheinlichkeit aller ab, zum Glück hatten wir Schlafsäcke, allerdings nicht genug für alle, denn einen Jeep hatten wir ja mitsamt Gepäck zurückgelassen und daher jetzt 2 zusätzliche Passagiere an Bord.

Also suchten einige der Teilnehmer zu Fuß nach einem befahrbaren Weg. Da man aufgrund des Windes, des Schnees, mittlerweile ca. 35cm, und der schlechten Bodenverhältnisse keinen Weg mehr sehen konnte musste vor dem ersten Jeep immer eine Person herrennen um stabilen Weg zu suchen bzw. direkt reagieren zu können, wenn der Weg nicht befahrbar wurde. Denn in Senken mit noch mehr Schnee durften wir definitiv nicht geraten, sonst hätte es wieder 2 Stunden schaufeln geheißen.

Es war mittlerweile 14 Uhr, uns war kalt und wir hatten Hunger. Unser Frühstück war bereits fast 9 Stunden her, seit über 7 Stunden steckten wir im Schnee fest.

Ungefähr zu diesem Zeitpunkt verloren wir auch noch einen Jeep. Er war wohl vorausgegangen ohne zu merken, dass einer der anderen Jeeps feststeckt, was hier tatsächlich alle paar hundert Meter passierte. Also hieß es in kleinerer Gruppe zu versuchen den jeweils stecken gebliebenen Jeep abzuschleppen und wenn das nicht funktionierte wieder zu schaufeln.

Sebi verließ für einen Moment das Auto, ausnahmsweise nicht zum schaufeln, sondern zum pinkeln. Quasi unmittelbar danach setzten die Jeeps im Bewegung. Ich dachte erst unser Guide würde unseren Jeep nur vor den anderen setzen um nochmals zu versuchen ihn abzuschleppen, doch wir fuhren tatsächlich. Ohne Sebi. Nach etwa 100 Metern habe ich ihn darauf aufmerksam gemacht dass Sebi fehlt, doch er schien mich nicht zu verstehen oder verstehen zu wollen jedenfalls fuhr er weiter. Erst auf mein Bitten und Betteln hin fing er an zu hupen und den fahrenden Jeep vor uns zum Stehen zu bekommen. Wir waren ca. 500 Meter gefahren, ich schlüpfte nur schnell in meine Schuhe rein, band sie noch nicht einmal zu sondern rannte direkt aus dem Auto. Als ich mich umdrehte erfasste mich die Panik, nicht nur, dass ich ihn nicht sehen konnte, ich konnte keine 10 Meter weit sehen. Hier ein kleiner Eindruck davon wie schlecht die Sicht war:

Trotz der Bitte der anderen, nicht alleine zu gehen, rannte ich einfach nur los. Den Reifenspuren unseres Jeeps nach zurück. Einer aus dem anderen Jeep gesellte sich zu mir um mir beim Suchen zu helfen (zum Glück), versuchte mich zu beruhigen, zeigte auf etwas, das rechts von uns im Schnee zu liegen schien, doch das war nur Müll oder Steine – zum Glück denn so ein regloser Körper wäre gar nicht gut gewesen.

Wir rannten und rannten und schrien Sebi’s Namen – ich hoffte der Wind wäre ausnahmsweise auf unserer Seite und er könnte uns hören. In solchen Momenten kommen einem wenige Minuten immer unheimlich lange vor, das ist mir auch aufgefallen. Doch nach etwa 200 gerennten (soweit bei so viel Schnee und Wind, noch dazu mit offenen Schuhen möglich) Metern sahen wir ihn, winkten, riefen nach ihm und er lief auf uns zu. So kurze Zeit er draußen war, er musste gegen den Wind und den Schnee rennen, hatte bereits Eis im Gesicht und blaue Lippen. Der arme Kerl hatte nicht mal Handy und Handschuhe dabei, wofür hätte er die auch zum pinkeln mitnehmen sollen?!

Wir schleppten uns also zurück zum Jeep, setzten uns rein, trockneten uns soweit möglich und waren erstmal einfach nur froh, dass das so glimpflich ausgegangen war. Hätte unser Guide nicht angehalten, wer weiß wie weit Sebi und ich hätten laufen müssen um uns wiederzufinden und ob wir das beide durchgestanden hätten. Denn wir hatten mitterweile 16:30 Uhr, wir waren seit fast 10 Stunden in der Kälte.

Die restliche Fahrt verlief dann unspektakulär, wir steckten viel fest mussten uns freischaufeln und abschleppen, doch allmählich wurde die Straße besser, auch wenn es um 18 Uhr dunkel wurde.

Bei einer letzten Abschleppaktion „kurz“ vor dem Ziel traf dann der verschollene Jeep auch wieder zu uns. Wir waren mit unseren beiden Jeeps dem 3. davongefahren, nicht anders herum. Den Rest der Strecke zu unserem Ausgangspunkt am Morgen legten wir recht schnell zurück, nachdem wir endlich auf sicherem Untergrund angelangt waren und kamen gegen 19 Uhr an. Wir waren damit 13 Stunden unterwegs gewesen. Knapp 1 Stunde für den Hinweg, 12 für den Rückweg.

Dieses mal landeten wir in einem Hostel, das (ein Glück) einen Kamin hatte. Zu 28 Mann versuchten wir uns also um den kleinen Kamin zu drängen und irgendwie wieder trocken und warm zu werden.

Kaum waren wir angekommen wurde uns Tee serviert und der tat unseren durchgefrorenen Körpern so gut! Nach dem Tee bot unser Guide uns an, uns zu einem Hostel zu fahren, in dem wir uns Zugang zu WLAN kaufen konnten. Nach 3 Tagen und da es mittlerweile 7 Stunden später war, als wir eigentlich in Chile ankommen sollten, gingen wir mit und bezahlten 10 Bolivianos (1,25€) pro Person für 20 Minuten – einfach um Lebenszeichen von uns zu geben. Denn auch unsere Notfall-SMS an unsere Familien konnte nicht verschickt werden, wie gesagt uns trennten noch knappe 100km von Handyempfang ? zudem hatten wir seit unserem Aufbruch in Uyuni erstmals WLAN, sodass wir uns überhaupt nach 3 Tagen erstmals wieder melden konnten. Zurück im Hostel, mittlerweile hatten wir 21 Uhr, bekamen wir Abendessen: Suppe und Spaghetti mit Tomatensoße. Wir hatten 16 Stunden nach seit letzten Mahlzeit, das Essen war also mehr als überfällig.

Danach ging es für uns unverzüglich ins Bett. Da wir sogar im Hostel innen drin Schnee liegen hatten haben wir dieses mal zusätzlich unsere eigenen Schlafsäcke verwendet und waren einmal mehr froh darum sie dabei zu haben.

Wir schliefen gut und froren nicht. Trotzdem wären wir gerne liegen geblieben und hätten weitergeschlafen, als unser Wecker um 6 Uhr geklingelt hat.

Doch uns sollte eine Überraschung erwarten: der Himmel war strahlend blau und die Sonne schien.

Es könnte also doch noch alles gut werden! Also richteten wir uns und es ging ab zum Frühstück. Um 6:30 Uhr (wie vereinbart) waren wir die einzigen. Und auch um 7 Uhr, dem eigentlichen Aufbruch, war außer unserer Grundtruppe niemand da.

Bis wir aufbrechen konnten wurde es 9 Uhr. Das hatte verschiedene Gründe. Zum einen waren über Nacht alle Leitungen gefroren. Das hatten wir beim Zähneputzen bereits festgestellt, da kein Wasser mehr aus dem Wasserhahn kam. Zum anderen war auch das Kühlwasser der Jeeps gefroren. Da auch kein Leitungswasser zur Verfügung stand, mussten erstmal 10 Liter Schnee geschmolzen werden. Wenigstens hatten wir davon genug, über Nacht hatte es nämlich nochmal einige Zentimeter geschneit.

Aufbruch Richtung Uyuni (denn um uns zur Grenze nach Chile zu fahren fehlte nach den 13 Stunden bei laufendem Motor der Sprit) war wie gesagt 9 Uhr. Nach 2 Stunden Fahrt entschieden unsere Guides noch eine Lagune anzufahren und dort zu Mittag zu essen.

Um 13:00 Uhr waren wir fertig mit Essen und starteten einen letzten Versuch doch noch zur Grenze nach Chile zu kommen. Denn immerhin waren wir aus den beiden Gruppen 7 Reisende, die dringend nach Chile wollten. Unser Guide setzte alle Hebel in Bewegung, wollte uns allerdings nicht an der Grenze stehen lassen. Rückblickend wissen wir auch weshalb: rund um die Grenze zwischen Bolivien und Chile gibt es schlicht nichts. Er telefonierte also (30 Minuten und einige Kilometer später, als wir nach mehreren Tagen endlich wieder Handyempfang hatten) mit einer Busgesellschaft, die jedoch mitteilte, dass wir nicht rechtzeitig (bolivianische Grenze schließt um 16:30 Uhr) zur Grenze kommen würden.

Also zurück nach Uyuni. Mittlerweile war auch uns klar, dass wir unseren Flug am Folgetag um 13:50 Uhr in Calama, Chile nicht bekommen würden. Denn von Uyuni aus fahren lediglich Busse um 4 Uhr morgens, die dann um 13 Uhr in Calama sind. Wohl gemerkt am Bahnhof, nicht am Flughafen. Und auch das nur wenn der Bus pünktlich ist und an der Grenze alles glatt läuft.

Doch dann passierte das, womit wir nicht mehr gerechnet hatten: uns kam ein Reisebus entgegen, unser Guide gab Lichthupe, der Bus und wir hielten an. Es war ein Bus mit Ziel Calama!

Nach einigem verhandeln erklärte der Busfahrer sich bereit uns mitzunehmen, obwohl wir ihn für die Fahrt nicht direkt bezahlen konnten. Denn vor Abfahrt hatten wir relativ erfolgreich versucht unsere Bolivianos loszuwerden, da wir diese ja nicht mehr gebrauchen würden, und chilenische Pesos besaßen wir noch nicht. Als Sicherheit überließen wir dem Busfahrer (mit Bauchschmerzen) unsere Kamera als Pfand.

Nach 2 stündigen Aufenthalt an der chilenischen Grenze (in Bolivien waren wir schnell durch aber die Chilenen durchsuchten und kontrollierten wirklich alles!!) kamen Wir schließlich gegen 20 Uhr in Calama an. Erstmal hieß es für uns unsere Kamera auszulösen, also Geld abheben und die Busfahrt für 40.000 chilenische Pesos (ca. 56€) bezahlen. Unsere Kamera bekamen wir glücklicherweise anstandslos zurück (ich hatte da echt so meine Bedenken…).

Danach gingen wir erstmal ein bezahlbares Restaurant mit WLAN suchen. Denn 1. hatten wir Hunger und 2. nachdem unsere Fahrt nach Calama gar nicht geplant war, hatten wir natürlich noch keine Unterkunft für die Nacht gebucht. Wir kehrten also nach einigen Suchen bei einem chilenischen Fastfood Restaurant ein, das WLAN und vernünftige Preise hatte, aßen und buchten unsere Unterkunft für die Nacht. Außerdem entschieden wir nach den Erlebnissen der letzten Tage, unsere Route nicht wie geplant nach Patagonien fortzusetzen. Doch dazu mehr in kommenden Blog.

Tage 1 bis 3 in Bolivien

Erstmal: ja wir leben noch! An manchen Stellen war es knapp aber wir haben die letzten 3 Wochen überstanden ? zuletzt war nicht ganz sicher, ob wir das alles überleben würden, aber so ist das nun mal, wenn man am Strand bei flauschigen 35° zu viel Zeit hat nachzudenken, während man im eigenen Saft schmort?

Aber zurück zur Sache: Bolivien??!

Tag 1 in Bolivien begann für uns äußerst entspannt, denn wir konnten ausschlafen! Nach den vielen Treks und Hikes tat das richtig gut! Unser Boot von Copacabana aus erst auf die Isla de la Luna und dann auf die Isla del Sol startete um 8:30 Uhr. So hatten wir Zeit vorher noch in Ruhe zu frühstücken, denn das Frühstück war im Zimmerpreis inbegriffen.

Das Boot fuhr uns im Schneckentempo zur Isla de la Luna (mehr als 2 Stunden für diese geringe Entfernung, zu Fuß wären wir wahrscheinlich schneller gewesen, wenn es eine Verbindung gäbe), wo wir einen Tempel und ein paar Aussichtspunkte besichtigen.

Auf der Isla de la Luna hatten wir nur eine Stunde Aufenthalt, doch da die Insel nicht mehr als den Tempel zu bieten hat, reichte die Zeit gut aus. Von der Isla de la Luna aus ging es für uns zur Isla del Sol. Tagestouristen hatten hier dann ca. 2,5 Stunden Aufenthalt, bevor es mit dem Boot zurück nach Copacabana ging. Wir jedoch wollten eine Nacht auf der Insel bleiben, sie uns nachmittags ungestört anschauen, und erst am nächsten Morgen zurückfahren nach Copacabana.

So hielten wir es auch. Bis 15 Uhr (um diese Zeit fuhren die ganzen Boote die Tagestouristen zurück nach Copacabana) suchten wir uns eine Unterkunft für die Nacht Und aßen zu Mittag. Eigentlich hatten wir bereits am Vortag eine Unterkunft gebucht, als wir sie jedoch aufsuchen wollten, fiel uns auf dass sie, obwohl wir explizit nach Unterkünften auf der Isla del Sol gesucht hatten, auf der Isla de la Luna war. Glücklicherweise konnten wir sie noch kostenfrei stornieren.

Gegen 15:30 Uhr machten wir uns auf den Weg über die Insel und wanderten zu einigen Aussichtspunkten:

Nach 2,5 Stunden hatten wir die gesamte kleine Insel erkundet. (Der Norden der Insel ist aufgrund von Konflikten nicht für Touristen zugänglich gewesen, sodass wir nur einen Teil der Insel erkunden konnten.)

Wir suchten uns also ein Lokal zum Abendessen, aßen zu Abend (Pizza nach fast 7 Wochen einheimischem Essen), duschen heiß und gingen früh schlafen.

An Tag 2 sind wir früh aufgestanden, denn ab 8 Uhr fuhren die Boote nach Copacabana, und genau das um 8 wollten wir nehmen. Also ging ich bereits um 7:20 Uhr zum Ticketschalter und ergatterte uns 2 Tickets zurück ans Festland. Das Boot legte bereits vor 8 Uhr ab und war nach einer Stunde in Copacabana, ging offensichtlich doch schneller als am Vortag…

Unser Plan war es, uns zunächst Bustickets für den Mittag nach La Paz zu organisieren, denn online waren keine mehr erhältlich, wir hatten allerdings bereits Bustickets für den Abend von La Paz aus nach Uyuni gebucht. Die Bustickets direkt in Copacabana zu kaufen war kein Problem. Auch konnten wir dort unsere Backpacks unterstellen, also holten wir diese bereits im Hostel ab. Im Anschluss gingen wir entspannt und ausgiebig frühstückten. So ausgiebig, dass wir dort auch das Finalspiel Frankreich gegen Kroatien anschauten und uns damit die Zeit bis zur Abfahrt des Busses nach La Paz vertrieben.

Den restlichen Tag verbrachten wir fast ausschließlich in Bussen. Nach La Paz fuhren wir 3 Stunden, sodass wir um ca. 17:30 Uhr ankamen. Auf der Strecke zeigte sich uns die Schönheit der bolivianischen Landschaft.

Für unseren Nachtbus nach Uyuni sollten wir um 19:30 Uhr am Bahnhof sein, sodass uns für ein Abendessen (leckere Burger 😉 )noch 2 Stunden blieben.

Der Nachtbus fuhr schließlich mit einer vollen Stunde Verspätung ab, doch das sollte auf der Fahrt nicht das einzige Ärgernis werden: erst sammelten wir bis 1 Uhr nachts noch weitere Passagiere ein, obwohl wir extra einen Direktbus gebucht hatten, dann fing ein Passagier vor uns um 2:30 Uhr an Fluch der Karibik zu schauen. Nicht nur, dass er uns damit direkt ins Gesicht leuchtete, er schaute den Film auch auf voller Lautstärke – ohne Kopfhörer. Als wir daher um 5:20 Uhr (und damit trotz verspäteter Abfahrt um 1 Stunde, 40 Minuten zu früh) in Uyuni ankamen, waren wir alles andere als erholt und ausgeschlafen.

Zum Einchecken in Hostels war es auch viel zu früh, sodass wir nur unser Gepäck im Hostel ablieferten und uns in ein Cafe begaben, das ab 4 Uhr morgens geöffnet hat. Hier frühstücken wir uns vertrieben uns die Zeit bis die Touragenturen offen hatten um für den nächsten Tag eine Tour in die Salzwüste zu buchen.

Die Agenturen boten uns ziemlich gleiche Preise an, vorallem aber betrug die Differenz zwischen englischen und spanischen Touren 450 Bolivianos (ca. 56€) pro Person. Daher entschieden wir uns bei der Agentur, bei der wir uns am wohlsten fühlten, eine spanischsprachige Tour zu buchen, die bereits am kommenden Tag starten sollte.

Da wir nach wie vor Zeit hatten, bevor wir in unser Hostel einchecken konnten, kauften und schrieben wir bereits Postkarten (versenden ging allerdings noch nicht, Uyuni hat nämlich keine Post mehr, sodass man keine Briefmarken kaufen kann. Hierfür würden wir nach La Paz verwiesen, sind ja nur 10 Stunden mit dem Bus dort hin ??‍♀️) und machten einige kleine Einkäufe und Erledigung.

Im Hostel angekommen wuschen wir unsere Wäsche (das war seit Puno überfällig) und machten einen Mittagsschlaf. Abends gingen wir landestypisch Lama essen, duschten und packten unsere Sachen für unsere 3-Tages-Tour in die Salzwüste und gingen voll Vorfreude auf die Tour schlafen.