Tage 7 bis 12 in Peru – Salkantay Trek

Wie bereits erwähnt begann auch Tag 7 sehr früh für uns. Schmerzhaft früh! Denn bereits um 5:20 Uhr mussten wir an der Plaza de Armas in Cusco sein, um von dort aus den Salkantay Trek zu starten. Daher bereiteten wir am Vorabend schon alles vor: Frühstück für den kommenden Tag, wir packten unsere Taschen (die für den Trek selber und das restliche Gepäck, das wir glücklicherweise bei unseren Hosts für die Zeit unterstellen konnten), duschten und gingen vor allem sehr früh schlafen. Ob ihrs glaubt oder nicht ich hab sogar svhon den gesamtwn Instagram-Post für den kommenden Tag vorbereitet inkl. Text und Hashtags ? Denn unser Wecker klingelte bereits um 4:20 Uhr und das Taxi zur Plaza holte uns um 4:55 Uhr ab. Eigentlich fahren die Kleinbusse Hotels und Hostels ab und sammeln die Teilnehmer direkt ein. Dafür müssen alle Teilnehmer ab 4:30 Uhr bereitstehen. Da in unserem Fall (bis auf uns) alle Teilnehmer direkt in der Innenstadt untergebracht waren verständigten wir uns beim Meeting am Vorabend darauf, uns um 5:20 Uhr an der Plaza zu treffen. Damit haben wir uns quasi eine halbe Stunde mehr Schlaf erkauft. Eine halbe Stunde mehr Schlaf für 6 Soles (ca. 1,50€), die wir für das Taxi bezahlen mussten – fairer Preis!

Als wir ankamen waren wir unter den ersten aber der Kleinbus stand schon, so gaben wir unser Gepäck ab (wir durften pro Person 6kg Gepäck in einer Extratasche mitnehmen, die dann von den Pferden transportiert wurden) und machten es uns schon mal im Bus für die nächsten Stunden bequem. Die Fahrt war recht ruhig und wir konnten glücklicherweise noch etwas schlafen.

Um ca. 8 Uhr machten wir Halt um zu frühstücken. Wir wussten, dass bei uns das Frühstück nicht inklusive war, daher hatten wir am Vorabend bereits Frühstück vorbereitet. Dennoch beschlossen wir mit der Gruppe zu frühstücken, um alle anderen Teilnehmer kennenzulernen. Die Dame aus der Reiseagentur, bei der wir den Trek gebucht hatten, sagte uns im Vorfeld, dass dass Frühstück 5-6Soles (also max.1,50€) pro Person kosten sollte. Auch unser Guide sagte uns 6Soles wäre der Preis. Nicht schlecht für das Frühstück, das wir bekamen. Denn über das übliche Brot mit Butter und Marmelade sowie Tee (der peruanische Klassiker) hinaus bekamen wir noch Rührei und Früchte mit Cornflakes. Am Ende stellte sich jedoch heraus, dass die Guides zwar für die Teilnehmer, bei denen das Frühstück inklusive war 6Soles bezahlten, wir jedoch 15Soles (knapp 4€) pro Person bezahlen sollten. Für deutsche Verhältnisse nicht viel, aber in Peru bekommt man für 15Soles schon ein fürstliches Frühstück. Und im Hinblick darauf, dass wir Frühstück in unseren Rucksäcken hatten, ärgerten wir uns doch darüber.

Nach dem Frühstück ging es für uns erstmal mit dem Bus weiter für etwa eine Stunde. Und dann war wandern angesagt. Wir starteten auf 3.900m und liefen hoch auf 4.200m zum Humantay Lake, an dem ein weiteres Highlightfoto entstand:

Auf dem Weg nach oben wurde es durch Sonne und Aufstieg ziemlich schnell ziemlich warm sodass wir uns bald einiger Klamottenschichten entledigten. Der restliche erste Tag des Treks war sehr entspannt, wir stiegen wieder ab und wanderten noch 1 bis 2 km und etwa 100 Höhenmeter zu unserem ersten Camp. Die erste Nacht sollten wir nämlich auf kuscheligen 4.000m verbringen – im Zelt.

Im Camp angekommen gab es für uns Mittagessen, wir hatten ca. 13 Uhr. Dann wurden die Zelte und Schlafsäcke zugeteilt und wir waren froh eine verhältnismäßig kleine Gruppe erwischt zu haben, denn je nach Gruppengröße teilen sich bis zu 5 Personen die Zelte. Wir waren glücklicherweise zu zweit für uns ? nun hatten wir erstmal freie Zeit bis 17 Uhr, die wir in erster Linie mit schlafen zubrachten.

Um 17 Uhr war Tea-Time, die gab es jeden Tag, um warm zu werden und um gegen die Höhe Coca-Tee zu trinken. Außerdem gab es zur Tea-Time immer salziges Popcorn. Gar nicht unser Geschmack aber auf dem Salkantay Trek haben wir es lieben gelernt. Bis dato hatten wir beide noch keinerlei Symptome der Höhenkrankheit, dennoch tranken wir ein oder zwei Tassen Coca-Tee uns aßen Popcorn. Im Anschluss gab es Abendessen, das genau wie das Mittagessen jeden Tag aus Suppe und Hauptgang bestand. Der Hauptgang wurde immer auf Platten serviert und wir konnten uns bedienen. Das Essen war tatsächlich ziemlich lecker, es gab immer mindestens einen landestypischen Part (Quinoa, Chicha Morada zum trinken, getrocknete Kartoffeln etc.) und es war immer reichlich von allem da. Das hatten wir wirklich nicht erwartet! Am ersten Abend gab es sogar einen Nachtisch: eine Birne in Sirup eingelegt.

Beim Abendessen erfuhren wir zudem, wie der kommende Tag ablaufen würde. Das war der Part, vor dem wir Angst hatten: zum einen vor der Nacht im Zelt bei Minusgraden, zum anderen vor Tag 2 des Treks, denn der sollte der anstrengendste Tag werden. Wir erfuhren, dass wir mit einem Becher Coca-Tee Um 5 Uhr geweckt werden würden. Frühstück gäbe es um 5:30 Uhr und Abmarsch sollte im 6 Uhr sein. Hieß also wieder früh aufstehen für uns. Daher begaben wir uns im Anschluss an das Abendessen gegen 20:40 Uhr schon in unser Zelt.

Erstmals konnten und mussten wir Gebrauch machen von unseren Schlafsäcken, die wir von zuhause mitgenommen und bereits seit 5 Wochen mit uns rumgeschleppt hatten ohne sie zu brauchen. Und wir waren heilfroh darum! Außerdem habe ich von meiner lieben großen Schwester einen guten Tipp aus Pfadfinderzeiten bekommen: Jacke um das Fußende des Schlafsackes legen und zumachen. Kapuze umklappen und Ärmel verknoten.

So lagen wir also noch vor 9 Uhr mit 3 Klamottenschichten am Körper erst in unseren eigenen Schlafsäcken, dann in den geliehenen, dickeren Schlafsäcken und zusätzlich unseren Jacken um die Füße. Und ich sage euch wir hatten eine super Nacht. Sowohl Sebi als auch ich sind ein mal wach geworden weil uns kalt war, dann zog man die Beine an oder zog den Schlafsack enger um sich und der Rest der Nacht verging wie im Flug. Unser Guide kam um 5 Uhr, weckte uns und brachte uns Tee, kein schlechter Start in den Tag. Andere Teilnehmer (unsere Irischen Freunde) hatten weniger Glück und erschienen komplett durchgefroren und in Decken gewickelt zum Frühstück.

Das Frühstück war mal wieder der peruanische Klassiker (Hefebrötchen mit Butter und Marmelade, dazu Tee), doch wir hatten kaum Hunger und aßen daher wenig. Zum Abschluss gab es jedoch noch einen mit Mango und Äpfeln gefüllten Pfannkuchen mit Karamel darüber. Den haben wir uns natürlich nicht entgehen lassen.

Nach dem Frühstück haben wir schnell Zähne geputzt und standen um kurz nach 6 zum Abmarsch bereit. Wir wollten so früh wie möglich aufbrechen, denn uns stand mit 22km und direkt zu Beginn 650 Höhenmetern Aufstieg der anstrengendste Tag bevor. Los ging es jedoch erst um 6:30 Uhr, als wir vollzählig waren. Mit 2 Pausen an Stationen wo Wasser oder Obst gekauft werden konnte und es Toiletten gab, bewältigten wir den Aufstieg von 7km und 650 Höhenmetern in ca. 3 Stunden. Auf dem Weg sahen wir bereits den Sonnenaufgang und wunderschöne Ausblicke

Oben angekommen – schneller und entspannter als wir für möglich gehalten hätten – hatten wir bereits den höchsten Punkt unseres Trips, den Salkantay Pass mit 4.650m erklommen.

Hier machten wir einige Zeit Pause bevor wir – fälschlicherweise aber glücklicherweise – zu einer Lagune in dem Bergen aufbrachen. Unser Guide wollte uns diese wohl vorenthalten, doch wir sind ausversehen einer anderen Gruppe gefolgt und einen Umweg von 35 Minuten (durch Schnee!) zu dieser traumhaften Lagune gegangen:

Ein Glück! Außer 2 weiteren aus unserer Gruppe, die sich ebenfalls vertan hatten, ist dieser Anblick unserer restlichen Gruppe vorenthalten geblieben.

Nach 35 Minuten zurück auf dem regulären Pfad machten wir uns an den Abstieg. Die Gruppe vor uns hatten wir längst aus den Augen verloren, da wir ja Fotos machen mussten ??‍ aber, so schwer konnte das nicht sein. 40 Minuten hatte unser Guide gesagt. Konnten also nur etwa 3km sein. Da wir nach einer Stunde unsere Gruppe noch immer nicht wiedergefunden hatten, fingen wir an uns Sorgen zu machen. Waren wir möglichweise zu weit gelaufen? Doch nach weiteren 10 Minuten fanden wir die Gruppe, der wir zur Lagune gefolgt waren wieder. Wir waren also auf dem richtigen Weg! Noch eine knappe halbe Stunde sei es zu laufen, bis zum Camp, wo wir Mittagessen bekommen sollten. Also gingen wir weiter und kamen nach 25 Minuten an. Gesamt hatten wir für den Abstieg 140 Minuten statt der angekündigten 40 Minuten gebraucht ??‍

Das Mittagessen war wieder gut und tat auch gut, denn bis hierhin hatten wir bereits etwa 15km zurückgelegt. Am Camp unseres Mittagessens gab es sogar einen Fernseher, auf dem das Spiel England gegen Kolumbien übertragen wurde. Tragischerweise hat dieser jedoch genau in dem Moment den Geist aufgegeben, als England den Elfmeter schießen wollte. Bitter für alle fußballbegeisterten aber vor allem für den Engländer in unserer Gruppe.

Nach dem Mittagessen und dem tragischen Vorfall mir dem Fernseher ging es für uns weiterhin bergab bis zu unserem 2. Camp waren es noch 3 bis 4 Stunden zu laufen. Da sich das Camp jedoch auf 2.900m befand hatten wir nur noch Abstieg vor uns.

Am Camp angekommen wartete ein Highlight auf uns: WLAN, wenn auch schlechtes (selbstverständlich zu kaufen für 10Soles, ca. 2,60€), sowie Duschen – kalte versteht sich – für warme duschen wären ebenfalls 10Soles pro Person zu entrichten gewesen. Wir entschieden uns gegen die Duschen, kalte wie warme, dafür für das WLAN. Um Lebenszeichen von uns zu geben und – natürlich – die Fußball Ergebnisse zu erfahren.

Der restliche Tag verlief unspektakulär, es war schon spät und wir waren mehr als müde. Es gab also Tea-Time und Abendessen und wir gingen schlafen. Der nächste Tag versprach kurz zu werden, dennoch war der Weckappell inklusive Tee bereits um 6 Uhr, sodass wir zufrieden waren um 21:30 Uhr im Bett zu liegen.

Tag 3, Tag 9 des Treks, begann um 6 Uhr morgens mit Tee und wie immer in Eile. Denn um 6:30 Uhr gab es schon Frühstück und um 7 Uhr wollten wir aufbrechen. Trotz der frühen Uhrzeit versprach der Tag entspannt zu werden, denn die Strecke an diesem Tag führte ausschließlich bergab, wir sollten bereits zum Mittagessen an unserem letzten Zelt-Camp sein und nachmittags ging es für uns zu heißen Quellen. Nach 3 Tagen ohne warmes Wasser freuten wir uns darauf besonders.

Die gesamte Strecke die wir zurücklegten war leider unspektakulär, denn wir liegen an einer sehr staubigen Straße entlang. Die andere Gruppe hatte mal wieder die Wahl, die Strecke an der Straße zu gehen, oder die schönere, wenn auch längere und schwierigere, Trekkingstrecke am Fluss entlang. Natürlich haben Sie sich für die schönere Strecke entschieden. Wir hatten keine Wahl.

So hatten wir es tatsächlich leicht bis zum letzten Zelt-Camp unseres Treks. Das Mittagessen war lecker und im Anschluss hatten wir Zeit uns etwas in den Hängematten in der Sonne auszuruhen, bevor es nachmittags zu den heißen Quellen ging. Direkt nach dem Mittagessen verließen uns allerdings die Teilnehmer, die nur eine 4-tägige Tour gebucht hatten. Denn die mussten an Tag 3 noch bis Aguas Calientes (dem Ausgangspunkt für den Machu Picchu) kommen.

Die heißen Quellen sind eine optionale Sache und daher zusätzlich von uns zu bezahlen. Für den Transfer mussten wir 15Soles (knapp 4€) und für den Eintritt 10Soles (gut 2,50€) pro Person zahlen. Im Nachhinein hätten wir uns besser in 4er Gruppen zusammentun sollen und mit Taxis fahren sollen. Denn es waren nur ca. 5 Minuten mit dem Auto zu den heißen Quellen, zu weit um zu Fuß zu gehen, aber mit dem Taxi sicher nicht mehr als 8Soles pro Fahrt. Damit hätten sich also alle Geld sparen können.

In den heißen Quellen gab es 4 verschiedene Becken, von denen wir nur 3 geschafft haben, denn wir verbrachten nur 1,5 Stunden dort. Die Becken hatten 36°, 38° und 40° und waren sehr angenehm, vorallem nach 3 Tagen Trek (und Dreck).

Im Anschluss ging es zurück zum Camp, es gab Tea-Time und Abendessen. Nach dem Abendessen gab es – passend zur überstandenen Halbzeit des Treks – ein Bergfest, eine Party, an der sich alle Teilnehmer gerne beteiligten. Es wurde also spät und gesellig sodass wir froh waren, am nächsten Tag erst um 7 Uhr aufstehen zu müssen – für unsere Verhältnisse in Peru hieß das dann schon ausschlafen.

Wir standen also um 7 Uhr auf und machten uns fertig für Frühstück und Abmarsch. Leider gingen mir an diesem Tag die Wandersocken aus, und das obwohl meine Füße schon diverse Blasen hatten. So zog ich mir ganz normale Sneakersocken an – das sollte mir am Abend und vorallem für den kommenden Tag zum Verhängnis werden. Nach einem ausgiebigen Frühstück zu dem uns unter anderem Kuchen serviert wurde (!!) ging es für den größten Teil unserer Gruppe ohne Guide weiter, da uns mittlerweile weder Köche noch Pferde begleiteten, musste unser Guide mit unserem Gepäck vor zur Mittagessen-Station nach Hidraelectrica bringen. Die restliche Gruppe spaltete sich nach den Frühstück um 8 Uhr ab und machte Zipplining, von wo aus sie direkt zum Mittagessen zu uns stoßen sollten. Wir waren also auf uns alleine gestellt. Es ging überwiegend bergab, an Flüssen und Schluchten vorbei.

Zum Essen trafen wir uns dann doch wieder mit unserem Guide und der restlichen Gruppe in Hidraelectrica in einem Restaurant, es gab wie gewohnt Suppe und einen Hauptgang. Gestärkt machten wir uns wieder mit unserem Guide auf den Weg nach Aguas Calientes entlang an der Zugstrecke. Bereits auf dem weg konnte man an einiges Stellen einen Blick auf den Machu Picchu erhaschen, denn wir wanderten komplett um die beiden Berge herum, die den Machu Picchu in ihrer Mitte haben.

Meine Füße fingen direkt nach dem Mittagessen an zu Schmerzen, doch wir hatten noch ca. 3 Stunden Fußmarsch vor uns, also hieß es Zähne zusammenbeisen. Bis Aguas Calientes war es für mich einfach eine Qual, erstens taten mir die Füße weh, zweitens wurden wir von Moskitos zerstochen und drittens schien die Entfernung nicht geringer zu werden. Zu allem Überfluss müssten wir zu unserem Hostel in Aguas Calientes zum Abschluss noch 15 Minuten bergauf laufen.

Als wir endlich angekommen waren war ich einfach froh meine geschundenen Füße aus den Schuhen befreien zu können und beschloss, meine Füße den restlichen Tag zu schonen und nur Flipflops zu tragen. Schwerer gesagt als getan, denn unser Gepäck schien noch nicht im Hostel angekommen zu sein. Mist, das hieß nämlich auch, dass wir noch nicht duschen (heiß duschen!!) konnten. Wir sollten uns um 17:30 Uhr treffen und erfuhren, dass wir zur Zugstation laufen und das Gepäck abholen mussten. Unmöglich für mich in den Wanderschuhen! Einmal mehr war ich daher froh nicht alleine zu reisen, denn Sebi opferte sich auf und ging unser beider Gepäck abholen. ❤

Nach ca. 30 Minuten war er zurück mit Flipflops, Duschsachen und dem restlichen unwichtigen kram. Wir hatten noch genau 30 Minuten bevor wir uns zum Abendessen trafen. Die Zeit nutzten wir um nach 4 Tagen endlich mal wieder heiß zu duschen.

Das Abendessen gab es wieder in einem Restaurant und beim Essen bekamen wir unsere Tickets für den Machu Picchu sowie den Zug zurück am nächsten Tag und erfuhren den Ablauf für den kommenden Tag. Es sollte wieder ein langer Tag werden, denn um 3:30 Uhr sollten wir aufstehen und nur mit Lunchpaket im Gepäck und ohne Frühstück um 4 Uhr den Aufstieg zum Machu Picchu antreten. Es hieß für uns also erneut früh schlafen gehen.

Tag 11, und damit Tag 5 des Treks, begann sehr hektisch, wir hatten zum Glück alles am Vorabend vorbereitet und gepackt, dennoch mussten wir unser Lunchpaket abholen, unser Gepäck im Hostel einlagern und pünktlich um 4 Uhr aufbrechen. Denn wir hatten mal wieder eine ganze Strecke bergab und dann 400 Höhenmeter Aufstieg vor uns. Die Strecke bergab stellte kein Problem für uns dar, auch wenn meine Füße schmerzten. Hier kam ein Checkpoint, an dem wir bereits unsere Tickets zum Machu Picchu vorzeigen mussten. Leider öffnete der Checkpoint erst um 5 Uhr sodass wir in aller Frühe und Kälte 40 Minuten warten mussten. Die Wartezeit verkürzten wir uns mit unserem Frühstück – dem bisher dürftigsten: Käsebrot, Kekse, Banane.

Nach der Kontrolle starteten wir den Aufstieg um 5:10 Uhr. An dieser Stelle möchte ich erwähnen, dass wir mit Treppen auf Kriegsfuß stehen. Insbesondere Treppen für 400 Höhenmeter Aufstieg mit unterschiedlichen Höhen. Wir als Zwerge hassen vorallem Stufen mit direkt 50cm Höhe. Die erste halbe Stunde des Aufstieges sind wir viel zu schnell gelaufen, mussten viele Pausen machen, schwitzten und gerieten außer Atem. Dann fingen wir an langsamer zu gehen, dafür stetig und in gleichbleibendem Tempo ohne Pausen. Viel angenehmer und effektiver! Um 6:10 Uhr kamen wir oben an und ehe wir es uns versahen waren wir auf dem Gelände des Machu Picchu – ein Traum wurde wahr – und schon begann unsere Führung durch die Inkastadt.

Es war gerade einmal 6:20 Uhr und damit noch vor Sonnenaufgang und unser Guide wollte uns zum Sonnenaufgang um etwa 7 Uhr zu einem ganz speziellen (leider sehr unspektakulären) Aussichtspunkt bringen, weshalb wir die klassischen Viewpoints bald hinter uns ließen.

Vom Sonnenaufgang etwas enttäuscht, da wir keine gute Sicht hatten, führten wir unsere Tour noch etwa 45 Minuten fort. Um ca. 8 Uhr waren wir bereits auf der Hälfte des Geländes angelangt. Hier verabschiedete sich unser Guide der letzten Tage von uns und sagte wir hätten noch etwa 1-2 Stunden Rundweg vor uns. Wir wollten allerdings zurück zum Anfang, denn die besten Viewpoints hatten wir für unseren Geschmack viel zu schnell hinter uns gelassen. Leider verboten, sagte uns unser Guide. Alles one way!

„Was?! Wieso erfahren wir das erst jetzt?!“

Aber für unsere gesamte Gruppe führte kein Weg daran vorbei nochmal von vorne loszugehen. So schlichen wir uns in 2er Gruppen also möglichst unbemerkt zum Anfang zurück. Wir waren unter den letzten die sich auf den Weg Richtung Anfang machten. Das war allerdings unser Glück, denn eines der Lamas hat Sebi’s Banane erspäht als er sie essen wollte und kam zu uns, was uns nochmal ein paar schöne Schnappschüsse einbrachte.

Dann machten wir uns auf den Weg zum Eingang. Ganz unbemerkt ging das natürlich nicht aber einige Guides hatten wohl Mitleid mit uns und ließen uns passieren. So hatten wir also nochmal die Chance auf Fotos von alles Aussichtspunkten aus bei Tageslicht.

Dennoch gingen wir auch den gesamten restlichen Teil des Machu Picchu nochmal ab bevor wir uns zum Ende des Spiels Frankreich gegen Uruguay in ein Cafe begaben. Nicht allerdings ohne uns einen Stempel für unseren Reisepass zu holen:

Den restlichen Tag verbrachten wir im Kreise einiger Freunde vom Salkantay Trek, machten uns an den Abstieg, gingen Mittagessen, schauten das Fußballspiel Belgien gegen Brasilien (unsere beiden brasilianischen Freunde waren gar nicht erfreut) und begaben uns in eine Bar.

Hier blieben wir, bis es für uns Zeit wurde unser Gepäck im Hostel abzuholen und zum Zug aufzubrechen. Unser Zug sollte um 19 Uhr fahren und wie gewohnt für Peru sollte man 30 Minuten vor Abfahrt am Bahnhof sein. (Hier werden tatsächlich 30 Minuten vor Abfahrt die Tore geschlossen!) Wir waren also um 18:15 Uhr da und warteten und warteten. Mit ca. 20 Minuten Verspätung kam der Zug und fuhr dann ab. Zu dem Preis für 60$ pro Person bekam man im Zug immerhin auch Verpflegung für die rund 2-stündige Fahrt: eine kleine Packung mit einer Art Studentenfutter und Getränke, doch wir schliefen lieber.

Der Zug fuhr nur bis Ollantaytambo, nicht bis Cusco durch, sodass wir hier in einen Bus umsteigen und weitere 2 Stunden bis Cusco fahren.

In Cusco angekommen mussten wir erstmal ein Taxi nehmen zu unserer ursprünglichen Unterkunft um unsere Backpacks abzuholen. Denn für eine weitere Nacht war sie leider ausgebucht und wir haben uns ein anderen Hostel in der Innenstadt genommen. Der Taxifahrer wartete eben auf uns und brachte uns zu unserer neuen Unterkunft. Einmal mehr waren wir begeistert von den günstigen Taxipreisen denn für die Fahrt zur ehemaligen Unterkunft, die Wartezeit und schließlich die Fahrt zur neuen Unterkunft waren wir 40 Minuten unterwegs und haben nur 20Soles (gut 5€) gezahlt.

Den nächsten und damit letzten Tag in Cusco ließen wir entspannt angehen denn uns tat vom Salkantay Trek und insbesondere vom Aufstieg zum Machu Picchu noch alles weh.

So schlenderten wir nur durch die Stadt, schauten uns die beiden Fußballspiele an (wofür wir uns mit einem großen Teil der Salkantay Truppe nochmal trafen) und aßen gemütlich bevor wir uns abends zum Bahnhof begaben, wo wir abends um 20 Uhr für 10 Stunden in den Bus nach Arequipa stiegen.

Das war unser Salkantay Trek und wir würden ihn jederzeit wieder machen!

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