Tage 5 und 6 in Ecuador

Wie bereits erwähnt sind wir an Tag 4 vom Quilotoa aus nach Riobamba gefahren – unserem Ausgangspunkt um auf dem Chimborazo zu wandern. Diese Wanderung stand an Tag 5 an.

Der Wecker klingelte um 6:30 Uhr, Frühstück und Proviant für unterwegs hatten wir am Abend schon vorbereitet. Ein Blick aus dem Fenster dämpfte unsere Vorfreude etwas, denn es war sehr bewölkt. Oder neblig? Wir wünschten uns wenigstens, dass es nur neblig war und der Nebel ganz schnell vergehen würde. Oder zumindest, falls es doch Wolken sind, die Wolken recht tief hängen, denn zum Chimborazo hatten wir bis ganz nach oben noch ca. 2.300 Höhenmeter vor uns.

So brachen wir in voller Montur und ausgerüstet mit Mütze, Schal und Handschuhen um 7:15 Uhr zum Bus auf. Der Bus kam pünktlich um 7:30 Uhr und wir hätten ihn beinahe verpasst – Glück gehabt. Nun hatten wir eine Stunde Fahrt vor uns und hofften, dass das Wetter aufklaren würde.

Auf halber Strecke kreuzte eine Kuhherde die Straße und – wie sollte es anders sein – unser Busfahrer hat eine der Kühe angefahren. Nach mächtig hin und her mit dem Kuhbauern – die Kuh hat den Unfall außerdem überlebt, wenn auch nur hinkenderweise – sind wir nach 20 Minuten weitergefahren.

Kurzfristig lichtete sich der Himmel und man konnte sogar die Sonne sehen, doch das war nur von kurzer Dauer. Um 9 Uhr kamen wir am Eingang des Nationalparks des Chimborazo an, bei dichten Wolken. Ob es nun am schlechten Wetter lag oder daran, dass Donnerstag war, der Eintritt in den Nationalpark war unerwarteterweise kostenfrei.

Noch wollten wir die Hoffnung auf eine gute Aussicht auf den Vulkan nicht aufgeben und wanderten fröhlich los.

Die 8km bis zur „Nummer 1“ haben wir in 2,5 Stunden zurückgelegt und waren damit endlich auf 4.800m – aber leider nach wie vor nicht über den Wolken – angekommen.

Hier machten wir erstmal Pause und tranken einen Coca-Tee, denn auf halber Strecke hatten sich bei uns beiden Kopfschmerzen eingestellt. Passenderweise lief gerade das WM-Eröffnungsspiel Russland gegen Saudi-Arabien – welches wir uns natürlich nicht entgehen ließen.

Nach der kurzen Pause wollten wir den Aufstieg zur „Nummer 2“ angehen – gebessert hatte sich die Sicht nach wie vor nicht – als es anfing zu graupeln. Da absehbar war, dass man auch von oben auf 5.000m keinen nennenswerten Ausblick haben würde, sind wir auf halber Strecke umgekehrt und wollten uns direkt an den Abstieg machen.

Ein Highlight haben wir allerdings noch gesehen – Vikunjas:

Unsere Kopfschmerzen waren mittlerweile so stark, dass wir nur noch nach Hause wollten. Freundlicherweise hat uns für 5$ ein Einheimischer zum Eingang runter gefahren und für weitere 5$ wurden wir zurück nach Riobamba gebracht. Um 14 Uhr lagen wir dann im Bett und hofften, dass die Kopfschmerzen nach einem gepflegten Mittagsschlaf nachlassen würden. Leider war dies bei mir nicht der Fall. Obwohl es Sebi besser ging könnten wir daher den restlichenTag nichts mehr machen.

An Tag 6 fuhren wir von Riobamba aus nach Alausi. Dort wollten wir mit einer alten Eisenbahn eine wunderschöne Bergstrecke mit tollen Aussichten abfahren. Schon beim ersten Blick aus dem Fenster am Morgen zeigten sich erneut tief hängende Wolken. Doch Alausi ist 90km entfernt von Riobamba, so hielten wir an der Hoffnung fest, dass das Wetter sich bessern würde. Von Riobamba aus nahmen wir den Bus um 8 Uhr und kamen nach ziemlich genau 2 Stunden gegen 10 Uhr in Alausi an. Nach einem kurzen Fußweg, der ‚Einlagerung‘ unserer großen Rucksäcke (wir waren mit unserem gesamten Hab und Gut unterwegs) sowie dem Kauf der Tickets fuhr die Eisenbahn um kurz vor 11 Uhr auch schon ein.

Das Wetter hat sich außerdem enorm verbessert, wir hatten Sonnenschein, wenn auch keinen wolkenfreien Himmel.

Auf der Fahrt kamen wir, teils vorwärts und teils rückwärts, an tollen Bergstrecken vorbei und hatten tolle Ausblicke auf Berge und Fluss. Die gesamte Fahrt über hat eine Dame der Eisenbahngesellschaft (Gabriela) ununterbrochen erzählt und uns auf verschiedene Besonderheiten der Strecke hingewiesen. Ausnahmsweise auf spanisch UND englisch, jedoch in einer Lautstärke, die es einem unmöglich machte die wunderschöne Natur zu genießen. Nach 45 Minuten erreichten wir einen Aussichtspunkt auf die Nase des Teufels (nariz del diablo), wo wir einen kurzen Aufenthalt hatten.

Von dort aus ging es weiter nach Simbambe, wo wir 1 Stunde Aufenthalt hatten. Der Sinn hieran hat sich mir jedoch nicht erschlossen. In Simbambe konnten wir Fotos auf einem Pferd oder Lama machen, in traditioneller Tracht, einige Ecuadorianer haben getanzt außerdem gab es ein Cafe mit Kalt- und Heißgetränken sowie Mittagessen. Vermutlich ging es nur darum noch mehr Geld zu verdienen.

Der Rückweg war leider die selbe Strecke wie der Hinweg, wir bekamen daher keine neue, tolle Natur zu sehen. Immerhin hatte Gabriela nichts neues zu erzählen, sodass wir auf dem Rückweg auch einfach mal genießen konnten.

Alles in allem, die Natur war toll! Doch für die Strecke von 45 Minuten (12km) 33$ pro Person zu verlangen ist ziemlich überteuert.

Zurück am Ausgangspunkt waren wir um 13:30 Uhr – pünktlich! Super, denn wir wollten noch weiter bis nach Cuenca. Am Busbahnhof erfuhren wir, dass der letzte Bus nach Cuenca für diesen Tag bereits um 10:30 Uhr abgefahren sei. 10:30 Uhr am Morgen wohlgemerkt. Aber an der Panamericana käme noch alle 30 Minuten ein Bus nach Cuenca. 4 Blocks zu laufen, versicherte man uns.

In voller Montur stiefelten wir also die 4 Blocks bergauf bis wir Einheimische an einer Bushaltestelle trafen.

>>ja, oben an der Panamericana fahren noch Busse nach Cuenca aber ab und zu fahren sie auch hier vorbei<<

Und prompt kam ein Bus – nicht Richtung Cuenca – der uns kostenfrei mit an die Panamericana fuhr. Und hier warteten wir auf den Bus, der alle 30 Minuten kommen sollte. Nach weniger als 5 Minuten kam tatsächlich einer und fuhr einfach an uns vorbei, um etwa 300m später zu halten. Da standen wir wohl nicht an der richtigen Stelle, dachten wir, sammelten unsere Sachen zusammen und rannten Richtung Bus – bergauf.

Beim Bus angekommen stellte sich heraus, dass dieser jetzt erstmal eine Pause mache aber ohnehin keine Plätze mehr für uns hätte. Der nächste würde aber nicht in 30 Minuten, sondern erst in einer Stunde kommen – und auch der sei komplett voll (der Busfahrer hat dies telefonisch auch freundlicherweise nochmal verifiziert).

Wir bekamen daher das Angebot stehend mitkommen zu können. Gesagt, getan. Bis wir endlich Sitzplätze hatten verging eine Stunde, da wir allerdings gesamt fast 4 Stunden Fahrt vor uns hatten, hatten wir quasi noch Glück.

Um ca. 19 Uhr sind wir in unserer Unterkunft im Herzen von Cuenca angekommen. Was wir hier die kommenden Tage machen, werden wir euch demnächst berichten.

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