Anreise

Unser Flug nach Costa Rica startete um 21:50 Uhr in Frankfurt. Trotz Unwetter und 600 annullieren Flügen in Frankfurt blieb unser Flug verschont und wir starteten planmäßig. Wir konnten kaum das Abendessen abwarten und wollten am liebsten direkt schlafen, so müde waren wir von den Vorbereitungen in den letzten Tagen. Um 23:30 haben wir uns schlafen gelegt, hatten einen außergewöhnlich ruhigen Flug und haben unerwartet hervorragend geschlafen. Als wir um 6:30 Uhr deutscher Zeit aufgewacht sind gab es schon Frühstück.

Essen – schlafen – essen. So hat die Reise für uns optimal begonnen!

Kaum hatten wir nach der Landung um 4:35 Uhr Ortszeit den Flughafen verlassen wurden wir direkt mehrfach überrascht:
1. Wir haben unseren ersten Skorpion gesehen – zum Glück aus sicherer Entfernung…
2. Die Menschen sind unheimlich aufeschlossen, freundlich und hilfsbereit
3. Selbst in Linienbussen gibt es überwiegend kostenfreies WLAN!

Die Anreise zu unserer ersten Unterkunft am Tortuguero Nationalpark war etwas beschwerlich, auch wenn die öffentlichen Busse hier sehr gut aufeinander abgestimmt sind.

Vom Flughafen nach Tortuguero sind es nur etwa 120 km. Vom Verlassen des Flughafens bis zur Ankunft hier um 14:30 Uhr vergingen allerdings etwa 7 Stunden. Von der Abfahrt in Deutschland um 18:00 Uhr deutscher Zeit bis zur Ankunft in unserem Hostel um 14:30 Uhr in Costa Rica waren wir damit 28,5 Stunden unterwegs.

Das letzte Stück ab La Pavona nach Tortuguero haben wir mit einem Boot zurückgelegt und wurden für die Strapazen mit einem tollen Ausblick belohnt!

Trotz langer Reise haben wir nach unserer Ankunft noch die Umgebung und den Strand erkundet und zu Abend gegessen.

Um 20:00 Uhr lagen wir dann müde aber unfassbar glücklich darüber, dass unser Abenteuer begonnen hat, im Bett.

Aufbruch

Es geht los – es wird ernst! Wir sitzen am Flughafen in Frankfurt und warten auf den Flug der uns nach Costa Rica bringt, dorthin, wo unser Abenteuer beginnt.

Irgendwie haben wir noch immer nicht realisiert, dass dies kein ’normaler‘ Urlaub ist. Dieses mal werden wir nicht nach 2 oder 3 Wochen nach Hause zurückkehren und unseren Alltag weiterleben wie bisher.

Diesesmal ist es anders, aufregend und garantiert grandios! Wir freuen uns wahnsinnig auf alles was und in den kommenden Monaten erwartet – auf Kultur, Menschen, Strand, Essen, Abenteuer und auf uns.

Dies ist unser letzter Beitrag von deutschem Boden. Drückt uns die Daumen, dass der Flug ruhig wird!

Fixkosten

Im Vorfeld zu unserer Reise haben wir versucht unsere Fixkosten in Deutschland möglichst gering zu halten um von unserem Ersparten so lange und frei wie möglich reisen zu können. Daher war für uns bald klar, dass wir unsere Wohnung nach 5 ½ Jahren auflösen und den Mietvertrag kündigen würden.

Wir wurden vielfach von Kollegen, Freunden und Verwandten mit ganz großen Augen angeschaut, wenn wir gesagt haben, dass wir die Wohnung kündigen. Aber klar, man gibt damit sein Zuhause auf und damit auch viel Sicherheit. Und was soll erst sein, wenn man zurückkommt?! Aber ganz ehrlich? Wir freuen uns auch auf einen Neustart mit neuer Wohnung und neuer Umgebung, wenn wir zurück sind!

Diese Entscheidung brachte uns in erster Linie viel Arbeit, aber auch enorme Kostenersparnisse, ein.

Um unsere gesammelten Werke, unser Hab und Gut und irgendwie unser ganzes Leben einzulagern, haben wir uns einen kleinen 5 m² Lagerraum mit 3 Metern Deckenhöhe angemietet. Um alles unterzubekommen mussten wir enorm aussortieren (war aber auch bitter nötig ?), vieles an Freunde

und Verwandte verleihen und alles – ja wirklich alles! – auseinanderbauen. Am Umzugstag hieß es für uns und unsere wahnsinnig tollen Helfer (!!) Tetris spielen. Wir haben es nicht für möglich gehalten aber die 5 m² haben gut ausgereicht. (Danke an dieser Stelle an den netten Berater von unserer Lagerraumvermietung, der uns davon abgebracht hat einen 15 m² Lagerraum zu mieten und dafür das 3-fache zu zahlen!)

Insgesamt zahlen wir für den Lagerraum für knapp 8 Monate 786,54 € und damit fast 4.000,00 € weniger als an Miete inkl. Nebenkosten für die 7 Monate angefallen wäre.

Positive finanzielle Nebeneffekte der Wohnungsauflösung waren außerdem:

  • Telefon und Internet Anschluss konnten gekündigt werden (Ersparnis 314,30 €)
  • Keine Krankenversicherungspflicht in Deutschland (Ersparnis gesamt ca. 2.250,00 €) -> mehr hierzu findet ihr beim Thema Krankenversicherung
  • Es fällt keine GEZ mehr an (Ersparnis von 122,50 €)

Außerdem haben wir unsere Handyverträge gekündigt, die leider erst mitten während unserer Reise auslaufen, Zeitschriften abbestellt etc. Wären wir in Vereinen Mitglieder gewesen, hätten wir die Mitgliedschaften spätestens jetzt auch gekündigt.

Insgesamt sparen wir hiermit über unsere Reisezeit knappe 7.000,00 € und wir sind davon überzeugt, dass wir das Geld unterwegs deutlich sinnvoller ausgeben können!

 

Krankenversicherung

Ausland

Eine gute Auslandskrankenversicherung war uns für unsere Reise enorm wichtig. Denn auf Reisen, die länger andauern als maximal 6-8 Wochen, reicht eine einfache Auslandskrankenversicherung für wenige Euro im Jahr nicht mehr aus.

Uns war besonders wichtig, dass wir eine Krankenversicherung abschließen, die uns auch dann nach Deutschland überführt (inkl. Begleitperson), wenn es medizinisch nicht zwingend erforderlich ist. Denn wer weiß ob man da wo man (ernsthaft) erkrankt auch wirklich behandelt werden möchte. Außerdem wollten wir nicht bei jedem Arztbesuch auf der Selbstbeteiligung sitzen bleiben. Denn bei vielen Auslandskrankenversicherungen ist eine Selbstbeteiligung pro Krankheitsfall in Höhe von 50,00 € oder mehr zu zahlen.

Relativ schnell haben wir uns für die Auslandsreise-Krankenversicherung der HanseMercur für Aufenthalte bis zu 1 Jahr entschieden. Unser großer Vorteil war, dass wir für unsere Reise aus Zeitgründen die USA und Kanada ausgeschlossen hatten. Hierdurch zahlten wir für den gesamten Zeitraum für die Auslandskrankenversicherung zusammen 492,20 € (1,15 € pro Tag pro Person). Hätten wir auch die USA oder Kanada bereisen wollen hätten wir zusammen 1.326,80 € (3,10 € pro Tag pro Person) bezahlt.


Deutschland:

Wenn man wie ich (Elli) während der Reise ein ruhendes Arbeitsverhältnis hat, ist man über den Arbeitgeber lediglich einen Monat weiterhin sozial- und damit krankenversichert. Nach Ablauf dieses Monats ist man verpflichtet sich selbst zu versichern. Und auch ohne Einkommen sind da schnell monatlich ca. 180,00 € fällig, da man ja Arbeitnehmer- und Arbeitgeberanteil zu tragen hat.

Bei der Dauer von 7 Monaten und 2 versicherungspflichtigen Personen undenkbar! Daher haben wir nach Möglichkeiten gesucht, die Versicherungspflicht legal zu umgehen. Folgende Voraussetzungen müssen erfüllt sein, um nicht in Deutschland krankenversicherungspflichtig zu sein:

  • Kein Wohnsitz in Deutschland -> Abmeldebestätigung der Stadt erforderlich
  • Krankenversicherung im Ausland muss gewährleistet sein

Nichts leichter als DAS! Gesagt – getan! Seit heute sind wir offiziell obdachlos.

Zusätzlicher Tipp: Krankenversicherungen verweisen gerne darauf, dass man sich in einem solchen Fall nach der Rückkehr privat krankenversichern müsste, da es sich bei dem Abschluss der Auslandskrankenversicherung um einen Systemwechsel in die private Krankenversicherung handle. Für diesen Fall haben wir bei unserer Anfrage bei der Barmer auf die Ergebnisniederschrift der Fachkonferenz Beiträge des GKV-Spitzenverband vom 12.10.2009 verwiesen, und hatten damit keinerlei Probleme. Die Ergebnisniederschrift findet ihr hier:

 

https://www.vdek.com/vertragspartner/mitgliedschaftsrecht_beitragsrecht/versicherungspflicht/_jcr_content/par/download_5/file.res/nichtversicherte_auslandsversicherung.pdf

Wir haben von einem lieben Kollegen außerdem einen hilfreichen Tipp bekommen (danke hierfür! ?), den wir hier gerne weitergeben wollen: man sollte sich rechtzeitig bei der Krankenversicherung in Deutschland zurückmelden! Ansonsten riskiert man teure Nachberechnungen von mehreren hundert Euro pro Woche.

Impfungen

Bevor es los geht mit der Weltreise geben wir euch ein paar Einblicke in unsere Vorbereitung. Wir fangen mit dem Thema Impfungen an. Dort gehen die Meinungen weit auseinander. Auf der Homepage vom Auswärtigem Amt aber auch bei wikitravel haben wir unsere geplanten Ziele angeschaut und was für Impfungen empfohlen werden.

Wir hatten tatsächlich knapp 4 Wochen vor Abreise unseren letzten Impftermin – ein Wunder, wenn man bedenkt wie viele Impfungen wir uns angetan haben! Letztlich haben wir uns gegen alles impfen lassen, was empfohlen war, einfach um gegen möglichst alles abgesichert zu sein und nicht auf der Reise noch mit vermeidbaren Krankheiten kämpfen zu müssen.

Zu folgenden Kosten (Stand 05/2018) ließen wir uns impfen gegen:

  Kosten Sebi Kosten Elli
Hepatitis A 67,29 € 80,00 €

als Kombiimpfung

Hepatitis B 138,08 €
Gelbfieber 78,22 € 78,22 €
Typhus 30,39 € 30,39 €
Tollwut 223,62 € 223,62 €
MMR Übernimmt die Krankenkasse Nicht erforderlich
Polio etc. Übernimmt die Krankenkasse Übernimmt die Krankenkasse
Impfgebühren 77,70 € 49,57 €
Gesamt 615,30 € 461,80 €

 

Wir hatten jedoch wirklich Pech! Hätten wir die Reise mit etwas mehr Vorlaufzeit geplant, hätten wir die Krankenversicherung noch gewechselt, denn die Barmer übernimmt nahezu keine Impfungen. Gerade mal 100,00 € pro Person hat die Barmer uns erstattet und das bei Kosten in Höhe von 615,30 € und 461,80 €.

Dass die Impfungen überhaupt so teuer geworden sind, war so auch nicht geplant. Aufgrund von Lieferengpässen waren die Impfungen für Hepatitis A und B mit knapp 70,00 € pro Impfung ca. doppelt so teuer wie üblich und für Tollwut haben wir statt 8,00 € sage und schreibe 75,00 € pro Impfung gezahlt.

Der Wechsel zu einer anderen Krankenkasse, die Impfkosten übernimmt, hätte sich für uns daher mehr als gelohnt. Wir können euch daher nur empfehlen euch frühzeitig zu informieren, wenn ihr eine große Reise plant, für die ihr euch impfen lassen wollt oder müsst. Welche und zu welchem Anteil Krankenkassen Impfungen übernehmen findet ihr hier: https://www.test.de/Reiseimpfungen-Diese-Kassen-zahlen-1858473-1858475/

Noch ein Hinweis am Rande: einige unter euch scheuen sich wahrscheinlich wie ich (Elli) vor Tollwutimpfungen, da die Nebenwirkungen immens sein sollen. Da es sich jedoch mittlerweile um neue Impfstoffe handelt, sind die Nebenwirkungen nur minimal bis gar nicht bemerkbar. Und selbst ich als Schisshase muss sagen, dass das die harmlosesten Impfungen unseres Impfmarathons waren.

Zusätzlicher Tipp: verlasst euch nicht auf Preisangaben im Internet, die sind oftmals nicht aktuell. Den Fehler haben wir nämlich gemacht!

Wir wünschen euch einen angenehmen Start in die Woche! Für uns bricht jetzt die letzte Woche in der gemeinsamen Wohnung in Troisdorf an!